Wohneigentum

Hauskauf: So erkenne ich ein sanierungsbedürftiges Haus

TIPPS
| von Frédéric Papp |
Bild: iStock / piovesempre

Sie haben Ihr Traumhaus gefunden und können es kaum erwarten einzuziehen? Vor dem Kauf sollten Sie jedoch unbedingt den Ist-Zustand des Gebäudes prüfen. Das spart Nerven, Geld und Energie.

Personen vom Fach sind in der Lage, die Qualität der Bausubstanz und den energetischen Zustand des Hauses selber einzuschätzen. Laien ist empfohlen, sich beispielsweise an den Gebäudeausweisen der Kantone (GEAK) zu orientieren. Der GEAK teilt die Gebäudehülle sowie die energetische Gesamteffizienz in die Klassen A (sehr energieeffizient) bis G (wenig energieeffizient) ein. Mit einem GEAK Plus erarbeitet der akkreditierte Fachexperte zusätzlich bis zu drei Sanierungs-Varianten oder Sanierungs-Etappen auf. Erkundigen Sie sich also beim Kauf eines neuen Eigenheims, ob bereits ein GEAK durchgeführt wurde.

Ist dies nicht der Fall, achten Sie auf folgende 6 Anzeichen. So entpuppt sich Ihr Traumhaus nicht als Energieschleuder und Fass ohne Boden.

1. Alter des Objekts und der Bauteile

Das Alter des Gebäudes kann Aufschluss darüber geben, ob in naher Zukunft mit einer kostspieligen Sanierung zu rechnen ist. Insbesondere bei Gebäuden mit Baujahr vor 1975 fehlt häufig eine Wärmedämmschicht. Dies erhöht den Bedarf an Heizwärme. Schlecht isolierte Wände mindern auch den Wohnkomfort.

Machen Sie sich ein Bild über das Alter der Gebäudebauteile und informieren Sie sich über allfällige Sanierungsarbeiten. Jedes Bauteil hat eine begrenzte Lebensdauer. Beträgt diese bei einem Schrägdach ca. 50 Jahre, sollte ein Fenster bereits nach 25 Jahren oder ein Heizkessel nach 20 Jahren ausgetauscht werden.

2. Schimmelbefall

Prüfen Sie das Gebäude auf Schimmelbefall. Graue Ecken sind ein Hinweis für Schimmelpilz. In diesem Fall sollten zeitnah Gegenmassnahmen getroffen werden. Es ist ratsam, eine Fachperson hinzuzuziehen, um das Ausmass des Schimmelbefalls und die Kosten für dessen Beseitigung abzuschätzen.

3. Fenster

Ältere Fenster geben überdurchschnittlich viel Energie nach aussen ab. Mit einem Fensterersatz senken Sie Ihren Wärmebedarf um zirka 13 Prozent. Dreifachverglaste Fenster sind heute Standard. Bei einem Fensterersatz bietet sich auch eine energetische Erneuerung der Fassade an. Damit wird die Gefahr von Schimmelbildung entschärft, der Energieverbrauch signifikant reduziert, und es bietet Ihnen auch neue Möglichkeiten beim Heizungsersatz.

Wurden bereits Fenster ersetzt? Achten Sie sich darauf, ob Wärmebrücken erkannt wurden und auch Fensterrahmen und Rollladenkästen wärmegedämmt sind.

4. Dach und Fassade

Achten Sie bei der Fassade darauf, ob sich Feuchtigkeit an den Wänden gebildet hat. Fehlende oder falsch montierte Dämmschichten führen zu Wärmeverlust oder Schimmelbildung. Es kommt auch auf die richtige Luftzirkulation an. Bei der Wärmedämmung muss um alle bewohnten und beheizten Gebäuderäume eine Dämmschicht angebracht sein. Gründlich unter die Lupe nehmen sollte man auch nachträglich angebrachte Wand- und Deckenverkleidungen, dahinter können sich Feuchtigkeitsmängel verbergen. Informieren Sie sich, auf was bei einer Gebäudesanierung geachtet werden soll.

5. Gebäudetechnik

Gebäudetechnik wie Lüftungs-, Heizungs- oder Klimaanlagen sollten aufeinander abgestimmt sein. Prüfen Sie auch die Elektrogeräte auf deren Zustand und Energieeffizienz. Anzeichen für Handlungsbedarf sind Gerüche und Feuchtigkeit. So können sich beispielsweise bei einer Dunstabzugshaube viele Fetttröpfchen bilden. Informieren Sie sich mit dem Merkblatt zu Dunstabzugshauben auf EnergieSchweiz.

6. Heizung und Warmwasser

Die Lebensdauer einer Heizungsanlage ist auf zirka 20 Jahre begrenzt. Informieren sie sich über das Alter der Anlage und welche Heiztechnik verwendet wird. Bei vielen Gebäuden sind immer noch altmodische Öl-, Gas- oder Elektroheizungen installiert. Falls eine Erneuerung fällig ist, sollten Sie sich über Alternativen wie Wärmepumpen oder Fernwärmeanschluss Gedanken machen. Elektroheizungen sind wahre Stromfresser und Heizungen mit fossilen Brennstoffen sind im Betrieb kostenintensiv.