Grundversicherungsanalyse: Helsana verteidigt die Marktführung
Comparis untersucht jedes Jahr den Grundversichertenbestand der grössten Krankenkassen der Schweiz. Hier finden Sie die aktuellen Ergebnisse.

23.06.2026

iStock / Valerii Evlakhov
1. Welche Krankenkasse hatte den stärksten Kundenzuwachs?
Comparis untersucht jährlich den Bestand der Grundversicherten bei den grössten Schweizer Krankenkassen. Die Analyse zeigt: Den grössten Zuwachs zwischen 2025 und 2026 hatte die Luzerner CSS. Ihr Zuwachs belief sich per Anfang 2026 auf über 90’000 Versicherte oder 6 Prozent. Damit ist sie nun die zweitgrösste Krankenkasse der Schweiz.
Platz 2 belegt die Dübendorfer Helsana mit 69’000 neuen Versicherten. Sie verteidigt damit ihre Stellung als Marktführerin. Auf Rang 3 beim Zuwachs im letzten Jahr liegt die Berner Visana-Gruppe mit einem Plus von 41’500 Versicherten.
Insgesamt war der prozentuale Anstieg bei den grossen Krankenkassen verhältnismässig moderat: Er bewegte sich im Gegensatz zu den Vorjahren im einstelligen Bereich.
Je stärker die Prämienerhöhungen, desto grösser sind die Prämienunterschiede zwischen den Kassen sowie die Wechselquoten. Moderate Prämienerhöhungen verhindern auch das Risiko, dass ein Versicherer viel günstiger als die Konkurrenz ist und sehr viele Kundinnen und Kunden gewinnt, die er später mit höheren Prämien wieder verliert. Bemerkenswert ist, dass die beiden grössten Krankenversicherer Helsana und CSS mit mittlerweile fast einem Drittel der Grundversicherten den Abstand zur Konkurrenz stetig vergrössern.
Comparis-Grundversicherungsanalyse
Comparis analysiert regelmässig die Grundversicherungen der grössten Krankenkassen in der Schweiz. Dazu zählt auch das Wechselverhalten von Versicherten. Lesen Sie hier den ganzen Bericht für 2026.
2. Welche Krankenkasse hat am meisten Kunden verloren?
Den grössten Verlust erlitt die in Martigny angesiedelte Groupe Mutuel. Ihr Bestand schrumpfte um 44’000 Versicherte, was einem Rückgang von vier Prozent des Versichertenbestandes entspricht.
Prozentual hat die Aquilana den stärksten Rückgang an Versicherten. Mit über 4’500 Personen hat sie sieben Prozent ihrer Kundinnen und Kunden verloren.
In den letzten fünf Jahren hat die Assura mit 275’000 insgesamt am meisten Grundversicherte verloren. Das entspricht einem Minus von 27,9 Prozent. Aber: 2025 konnte sie wieder 17’000 Kundinnen und Kunden dazugewinnen.
Groupe Mutuel hat mit knappen Reserven weniger Spielraum bei den Prämien als die grossen Konkurrenten und verliert nach einer kurzen Wachstumsphase wieder Kundschaft. Aquilana, Concordia und KPT verlieren noch einmal einen Teil der früher durch tiefe Prämien gewonnenen Kundschaft.
3. Verteilung der Versicherungsmodelle nach Einkommen
Eine zusätzliche repräsentative Umfrage von Comparis hat ergeben: Etwa ein Viertel der Befragten bleibt seit Jahren dem Standard-Modell der Krankenkasse treu. Dabei zeigen sich je nach Haushaltseinkommen Unterschiede:
34 Prozent der Personen mit einem monatlichen Bruttoeinkommen bis 4’000 Franken sind im Standard-Modell versichert. 2021 waren es noch 41,8 Prozent.
16,5 Prozent der Personen mit einem monatlichen Bruttoeinkommen über 8’000 Franken sind im Standard-Modell versichert. 2021 waren es 21,2 Prozent.
Bei den alternativen Versicherungsmodellen gab es in den letzten fünf Jahren eine deutliche Verschiebung. Waren 2021 noch 47,4 Prozent im Hausarzt-Modell versichert, sind es 2026 nur noch 42,1 Prozent.
Dafür ist der Anteil von im Telmed-Modell versicherten Personen um 5,5 Prozentpunkte auf 18,9 Prozent gestiegen. Auch das HMO-Modell wird immer beliebter: 2021 haben noch 7,4 Prozent der Befragten das Modell gewählt – 2026 sind es bereits 10,3 Prozent.
Verschiedene Anbieter und Modelle vergleichen
Ob beim Anbieter oder beim Modell: Bei der Krankenversicherung lohnt es sich, zu vergleichen. So können Sie mehrere hundert Franken pro Jahr sparen.
4. Mehr als 75 Prozent wählen höchste oder tiefste Franchise
77 Prozent der Befragten wählen entweder die niedrigste (300 Franken) oder die höchste (2’500 Franken) Franchise. Von den Stufen dazwischen macht die 500-Franken-Franchise den grössten Teil aus: 9,5 Prozent aller Befragten wählen diese.
Insgesamt ist die 300-Franken-Franchise in fast allen Modellen die am häufigsten gewählte Option. Das zeigt sich vor allem im Hausarzt-Modell (20,2 Prozent der Hausarzt-Versicherten) und im Standard-Modell (11,3 Prozent der Standard-Versicherten).
Im Gegensatz dazu wählen Versicherte im HMO-Modell häufiger die höchste Franchise (4,9 Prozent) als die niedrigste (3,7 Prozent). Auch in anderen Modellen ist die Maximalfranchise von 2’500 Franken beliebt: Beim Hausarzt-Modell (14,7 Prozent) und im Telmed-Modell (7,9 Prozent) belegt sie den zweiten Platz.
Die repräsentative Befragung wurde durch das Marktforschungsinstitut Innofact im Auftrag von comparis.ch im April 2026 unter 1'034 Erwachsenen in allen Regionen der Schweiz durchgeführt. Repräsentativität bedeutet, dass die Teilnehmenden einer Umfrage die gesamte Zielgruppe gut widerspiegeln. Das heisst, wichtige Merkmale wie Alter, Geschlecht oder Wohnregion sind ähnlich verteilt wie in der ganzen Bevölkerung. So kann man die Ergebnisse besser auf alle übertragen.
5. Archiv Grundversicherungsanalyse
2025 konnte die Helsana ihren Bestand um 108’000 Versicherte erweitern – das war ein Zuwachs von 7,6 Prozent. Am meisten Versicherte verloren haben die Berner KPT sowie die Groupe Mutuel. Beide Kassen haben ungefähr 77’000 Versicherte verloren. Prozentual war der Verlust bei der Aquilana am höchsten: Sie hat ein Viertel ihrer Versicherten verloren.
Gewinnerin der Wechselsaison war die Luzerner Versicherung Concordia. Ihr Zuwachs belief sich per Anfang 2024 auf 70’800 Versicherte oder 11,3 Prozent. Sie konnte in fast allen Regionen der Schweiz neue Versicherte gewinnen. Einen massiven Verlust erlitt die in Pully (VD) domizilierte Assura. Ihr Bestand schrumpfte um 115’000 Versicherte.
Die KPT hat mit 195’100 zusätzlichen Grundversicherten einen Rekord aufgestellt: Noch nie hat eine Krankenkasse seit der Einführung der obligatorischen Grundversicherung im Jahr 1996 in dieser auf einen Schlag einen so grossen Zuwachs verzeichnet. Die Branchenleader sind in diesem Jahr die Verlierer, so etwa die Assura und die Helsana.
Die CSS-Gruppe und die ÖKK zogen auf Anfang 2022 anteilig am meisten Neukundschaft für die Grundversicherung an. Die Groupe Mutuel konnte nach grossen Verlusten in den letzten Jahren ihren Bestand stabilisieren. Am meisten Federn lassen musste bei den grossen und mittleren Kassen die Assura.
Die letzten 5 Jahre haben eine ganz grosse Verliererin in der Krankenkassenszene hervorgebracht: die Walliser Groupe Mutuel. Der Anteil ihrer Grundversicherten ist um 304’900 und damit um gut ein Viertel geschrumpft. Auch von 2020 auf 2021 hat die Gruppe mit Hauptsitz in Martigny (VS) nochmals 15’000 Grundversicherte verloren und betreut noch 955’000 Personen.
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Dieser Artikel wurde erstmals produziert am 17.05.2021



