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Krankenkassenwechsel 2017 - so wenig wie lange nicht mehr

30.01.2018

2017 blieben die meisten Krankenversicherten ihrer Kasse treu. Video: comparis.ch

7,9 Prozent aller Schweizer Krankenversicherten haben Ende letzten Jahres von der Möglichkeit Gebrauch gemacht, zu einer anderen Krankenkasse zu wechseln. Damit liegt die Wechselquote um 0,4 Prozent tiefer als noch im Vorjahr – und so tief wie seit 2014 nicht mehr.

Rund 660’000 Schweizer haben von 2017 auf 2018 die Krankenkasse gewechselt. Das entspricht 7,9 Prozent aller obligatorisch Versicherten. Zu diesem Schluss kommt unsere repräsentative Erhebung. Im Vergleich zu 2016 sind das 0,4 Prozent weniger, die von der jährlichen Wechselmöglichkeit Gebrauch gemacht haben. Damit liegt der Anteil der wechselfreudigen Versicherten so tief wie seit 2014 nicht mehr. 

Für Felix Schneuwly, Krankenkassen-Experte bei comparis.ch, kommt dieser tiefe Wert nicht überraschend: «Die durchschnittliche Prämienerhöhung für 2018 liegt mit 4,9 Prozent spürbar tiefer als in den Vorjahren. Je geringer die Erhöhung ausfällt, desto weniger Menschen wechseln ihre Kasse.»

Mehr als jeder Dritte hat sich über Wechselmöglichkeit informiert

Auch bei Versicherungsmodell und Franchise zeigen sich die Schweizer wechselresistent. Von 2017 auf 2018 haben sich 4,5 Prozent der Grundversicherten für ein neues Versicherungsmodell entschieden, 6,9 Prozent haben die Franchise entweder angehoben oder verringert. 

Felix Schneuwly weist darauf hin, dass bereits über 60 Prozent der Versicherten in einem alternativen Versicherungsmodell wie Telmed-, Hausarzt- oder HMO-Modell versichert sind. Schneuwly interpretiert die tiefe Modell-Wechselquote in diesem Zusammenhang so: «Viele Versicherte haben den Schritt von einem teuren Standard- hin zu einem günstigeren Alternativmodell bereits in der Vergangenheit getan. Diese Personen wechseln ihr Modell nur selten noch ein zweites Mal.»

Auch wenn nur wenige Schweizer ihre Krankenkasse tatsächlich wechseln: Mehr als jeder Dritte hat sich Ende 2017 zumindest ansatzweise mit Fragen zu seiner Krankenversicherung auseinandergesetzt. So gaben 37,7 Prozent der Versicherten an, sich über eine Anpassung der Franchise, ein neues Versicherungsmodell oder gar eine neue Kasse informiert zu haben. Von denen hat über jeder Vierte mindestens eine Versicherungsofferte eingeholt. 

Wer nicht wechselt, ist mit seiner Kasse zufrieden

Dass nur wenige Schweizer von der Möglichkeit eines Kassenwechsels Gebrauch machen, spricht für die Versicherer – und die Trägheit vieler Versicherungsnehmer. So sagen 69 Prozent aller Befragten, die auf einen Wechsel verzichtet haben, sie seien mit ihrer Versicherungsgesellschaft zufrieden. 13,2 Prozent sind davon überzeugt, bereits bei der günstigsten Kasse versichert zu sein. Als weitere Gründe gegen einen Wechsel nennen die Umfrageteilnehmer den administrativen Aufwand eines Kassenwechsels, die eigene Bequemlichkeit und einen schlechten Gesundheitszustand. Für weitere 5,5 Prozent sind die Prämien nicht genügend stark angestiegen, als dass sich ein Wechsel für sie lohnen würde.

«Der individuelle Prämienanstieg als Anreiz für einen Kassenwechsel ist irrational», stellt Comparis-Krankenkassen-Experte Schneuwly fest, «denn die absolute Prämienhöhe sagt mehr über das Sparpotenzial aus als die relative Prämienerhöhung.»

Prämienanstieg ist für 66 Prozent wichtigster Wechselgrund

Wer seine Krankenkasse gewechselt hat, der hatte ebenfalls gute Gründe dafür. Zwei Drittel aller Wechsler begründen ihren Schritt mit einem starken Prämienanstieg. Weitere 8,3 Prozent hatten ihre Grund- und Zusatzversicherung bei verschiedenen Gesellschaften und wollten diese unter ein gemeinsames Dach bringen. Und schliesslich sagten 7,1 Prozent, mit ihrem Anbieter nicht mehr zufrieden gewesen zu sein.

Jeder Vierte hat noch nie die Kasse gewechselt

Unsere Wechselquotenumfrage zeigt, dass 23,9 Prozent aller Schweizer noch nie die Krankenkasse gewechselt haben. 54,3 Prozent sagen, sie hätten ihre Kasse letztes Mal vor drei oder mehr Jahren gewechselt. 

Die geringe Wechselbereitschaft steht im Widerspruch zur hohen Haushaltsbelastung, die für viele Schweizer von der Prämienlast ausgeht. In einer kürzlich durchgeführten Umfrage zu den persönlichen Finanzen beklagten 30,6 Prozent der Befragten, die monatlichen Prämien nicht immer problemlos bezahlen zu können.

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