Hypothek

Wo kriege ich das Geld für einen Hauskauf?

INFO
|
Wie kann der Traum vom Eigenheim finanziert werden? Bild: iStock / Natali_Mis

Für einen Hauskauf benötigen Sie meist neben Eigen- auch Fremdkapital. Banken, Versicherungen und Pensionskassen unterstützen Sie bei der Fremdfinanzierung. Rabatte erhalten Sie für ökologisches und energieeffizientes Bauen. 

Für den Erwerb einer Liegenschaft müssen Käufer mindestens 20 Prozent des Immobilienwertes mit Eigenkapital (Ersparnisse, Vorsorgeguthaben, Erbvorbezug) finanzieren. Maximal die Hälfte davon darf aus der beruflichen Vorsorge stammen.  

Die Bezahlung von unerwartet hohen Ausgaben (z.B. Autoreparatur) muss auch nach dem Hauskauf ohne die Aufnahme eines Kleinkredites möglich sein. Deshalb sollten Sie nicht Ihr gesamtes Eigenkapital für die Liegenschaft einsetzen. Mit einer eisernen Reserve von 5 Prozent des Liegenschaftswerts auf Ihrem Konto sind Sie in der Regel auf der sicheren Seite.

Erste und zweite Hypothek zur Fremdfinanzierung

Die meisten Personen besitzen ohnehin zu wenig eigene Mittel für einen Immobilienkauf aus eigener Kraft. Bei Banken, Versicherungen oder Pensionskassen nehmen sie deshalb Fremdkapital in Form einer Hypothek auf. Die Fremdfinanzierung (auch Belehnung) darf dabei maximal 80 Prozent des Kaufpreises betragen. Die Hypothek ist in der Regel zweigeteilt.

  • Die 1. Hypothek kann ein Hauskäufer meistens für einen Betrag von bis zu zwei Dritteln (bzw. 66,67 Prozent) des Verkehrswertes der Immobilie aufnehmen. Sie muss nicht amortisiert werden: Die erste Hypothek ist meist 0,5 bis 1 Prozent günstiger als die zweite Hypothek.
  • Die 2. Hypothek füllt die Finanzierungslücke bis zum geforderten Eigenkapital auf und beträgt maximal 13,33 Prozent des Immobilienwertes. Sie muss in der Regel innert 15 bis 20 Jahren – spätestens aber bis zur Pensionierung – zurückbezahlt oder indirekt amortisiert werden.

Zusätzliche Darlehen für ökologisches Bauen

Wer ökologisch und energieeffizient baut (Minergie etc.) erhält von verschiedenen Banken zudem zinsverbilligte Darlehen (z.B. Minergie-Hypothek). Diese liegen gut ein Prozent unter dem Satz für entsprechende Festhypotheken. Doch aufgepasst: Derartige Darlehen werden meist nur für einen Teilbetrag des Hypothekarkredits gewährt. Oder aber die Vorzugszinsen gelten nur für einen Teil der Laufzeit. Schauen Sie also genau hin und berechnen Sie die Kosten für die ganze Laufzeit. Nicht, dass Sie später feststellen müssen, dass Sie mit einer herkömmlichen Hypothek bei einem anderen Anbieter günstiger gefahren wären. 

Möchten Sie ein bestehendes Haus ökologisch sanieren? Das rechnet sich auch in steuerlicher Hinsicht. Erfahren Sie mehr in unserem Artikel «Steuern sparen mit Renovationsarbeiten».

Kreditprüfung nur für konkrete Immobilie

Grundsätzlich machen Banken und Versicherungen keine Kreditprüfungen auf «Vorrat». Das heisst: Sie können erst einen Hypothekenantrag stellen, wenn Sie eine passende Immobilie gefunden haben. Ein komplettes und sauberes Dossier erhöht die Chancen für eine Hypothekarvergabe. Als Faustregel sollten die folgenden Posten zusammen nicht mehr als ein Drittel Ihres Einkommens ausmachen:

  • Hypothekarzinsen
  • Amortisation
  • Unterhalts- und Nebenkosten

Weitere Tipps zum Hauskauf erhalten Sie im Artikel «Checkliste Immobilienkauf: Das müssen Sie beim Hauskauf beachten».

 

Diese Artikel könnten Sie ebenfalls interessieren:

Das Wichtigste zur Eigenheimfinanzierung
Fachjargon Hypothek - von A-Z
Vergleichsfaule Hypothekarnehmer