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Erdbebenschäden könnten finanziellen Ruin bedeuten

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Erdbeben ereignen sich nicht oft, die Schäden können aber verheerend sein. Bild: iStock / rance68

Die Schweiz ist laut dem Schweizerischen Erdbebendienst ein Land mit moderater Erdbebengefährdung. Die dichte Besiedlung und die hohe Konzentration an Sachwerten erhöhen aber das finanzielle Risiko eines Erdbebens stark.

Wo bebt die Erde am meisten?

Das verheerendste Erdbeben in der Schweiz wurde 1356 in Basel verzeichnet. Grössere Beben ereigneten sich in der Vergangenheit aber auch im Wallis, im St. Galler Rheintal, im Kanton Graubünden und in der Innerschweiz. Trotz der regional unterschiedlichen Erdbebengefährdung können Erdbeben in jeder Region der Schweiz vorkommen. 

Wo bebt die Erde am meisten?

Der finanzielle Schaden eines Bebens

Würde die Erde heute in Basel so stark beben wie 1356, nämlich mit einer Magnitude zwischen 6,4 und 6,8, so würde dabei ein Schaden von rund 120 Milliarden Franken entstehen. Über zwei Millionen Menschen und 275’000 Gebäude wären davon betroffen (Quelle SwissRe).

Ein ähnliches Erdbeben in der Innerschweiz würde einen Schaden von rund 17,6 Milliarden Franken erzeugen. In dem von SwissRe errechneten Innerschweizer Szenario, wären davon nur rund 1,5 Milliarden Franken privat versichert. Zusätzlich könnten die kantonalen Gebäudeversicherer aus der freiwilligen Erdbebendeckung eine Entschädigung von 1,9 Milliarden Franken auszahlen.

Damit müsste der Hauptanteil der finanziellen Folgen eines Erdbebens von der betroffenen Bevölkerung aufgebracht werden. Einige Eigenheimbesitzer wären in einem solchen Fall mit dem finanziellen Ruin konfrontiert.

Gegen andere Naturgefahren besser versichert

Trotz ihrer Seltenheit stellen schwere Erdbeben durch das hohe Schadenpotenzial eines der grössten Risiken unter den Naturgefahren dar. Obwohl der zu erwartende Schaden eines Erdbebens gross ist, sind in der Schweiz nur ein Viertel der Gebäude in privatem Besitz gegen Erdbeben versichert. Die obligatorische Gebäudeversicherung versichert Eigentümer von Wohnungen und Häusern gegen Feuer- und Elementargefahren, aber nicht gegen Erdbeben. Der Versicherungsschutz ist daher trotz verschiedener existierender Erdbeben-Versicherungspools, die im Falle eines Erdbebens freiwillige Leistungen erbringen, ungenügend.

Mehr als die Hälfte der Wohngebäude in der Schweiz wurden vor dem Inkrafttreten der ersten Baunormen für erdbebensicheres Bauen 1970 errichtet. Die Vorschriften wurden über die Jahre stetig erneuert. Damit ist heute der überwiegende Teil der Gebäude älter als die neusten Bauvorschriften zur Erdbebensicherheit und entsprechend gefährdet.

Wie schützen Sie Sich vor finanziellem Schaden?

Das Eigenheim macht bei vielen Schweizern einen Grossteil ihres Vermögens aus und ist zudem oft auch mit hohen Hypotheken belastet. Ein Schutz dieser Investition mit einer geeigneten Erdbebenversicherung ist daher in jedem Falle prüfenswert.

Was ist eine Erdbebenversicherung?