Hypothek

5 Tipps rund um Hypotheken

TIPPS
|
Genau hinzuschauen lohnt sich. Bild: iStockphoto

Der Zeitpunkt für die Aufnahme oder Verlängerung einer Hypothek ist aufgrund der nach wie vor sehr tiefen Zinsen günstig. Wer die wichtigsten Punkte beachtet, kann böse Überraschungen vermeiden und viel Geld sparen.

1. Vergessen Sie Zinsprognosen

Versuchen Sie sich nicht als Zinsprognostiker. Selbst die renommiertesten Institute und Experten tun sich schwer, die Zinsentwicklung richtig vorherzusehen. Daher lohnt es sich nicht, auf den «perfekten Zeitpunkt für die Aufnahme einer Hypothek zu warten. Wer sich nicht um die Zinssituation kümmern will oder steigende Zinsen schlicht nicht verkraften kann oder will, sollte die aktuell enorm günstigen Zinskonditionen bereits jetzt längerfristig absichern.

2. Hypothek richtig bemessen

Niemand macht gerne Schulden. Dennoch ist eine möglichst tiefe Hypothek (bzw. Belehnung) nicht immer die beste Lösung. Denn die Höhe der Hypothek wirkt sich nicht nur auf die Zinsbelastung aus, sondern hat auch steuerliche Folgen. So lassen sich die Schuldzinsen von den Steuern absetzen. Zusätzlich reduziert sich das Vermögen um die Höhe der Hypothek. Wer sein Haus vollständig abzahlt, bezahlt zwar keine Hypothekarzinsen, muss aber wegen des Eigenmietwerts höhere Einkommenssteuern in Kauf nehmen.

Beachten Sie zudem, dass ein Hauskauf auch unvorhergesehene Kosten mit sich bringen kann. Das können beispielsweise neue Möbel sein, veränderte Mobilitätsbedürfnisse (z.B. ein Zweitauto) sowie Renovationen oder Reparaturen an der Immobilie. Deshalb sollten Sie nach dem Kauf der Liegenschaft und den damit verbundenen weiteren Kosten noch mindestens fünf Prozent des Liegenschaftswerts in flüssigen Reserven auf der Seite haben.

3. Vorsicht beim Tranchieren

Finanzinstitute schlagen ihren Kunden häufig vor, die Hypothek in mehrere Tranchen aufzuteilen. Sie tun dies mit der Begründung, dass Sie ohne Tranchierung – je nach Zinsentwicklung – die gesamte Hypothek zu schlechteren Konditionen erneuern müssen. Dieser Effekt der Risikominimierung ist zwar wünschenswert, hat aber seinen Preis.

Wenn Sie beispielsweise zwei Tranchen à fünf und zehn Jahren haben, müssen Sie heute in fünf Jahren refinanzieren. Entsprechend werden Sie sich das von Ihrem Finanzinstitut offerieren lassen. Wenn Sie mit der Offerte nicht zufrieden sind, werden Sie mit dem gemachten Angebot leben müssen, auch wenn es markant schlechter ist als marktübliche Angebote. Der Grund liegt darin, dass Sie Ihre Hypothek ökonomisch nicht sinnvoll auf zwei Finanzinstitute aufteilen können bzw. weil Banken in der Regel keine nachrangigen Kredite gewähren.

Daher empfiehlt sich eine Tranchierung nur dann, wenn Sie die auslaufende Tranche zum Ablauf hin auch amortisieren können. Dies stärkt Ihre Verhandlungsposition gegenüber dem Finanzinstitut.

4. Verpassen Sie es nicht, Ihre (Fest!)-Hypothek zu kündigen

Auch eine Festhypothek muss – trotz festgesetztem Enddatum – gekündigt werden. Wenn Sie nicht aktiv werden, wird Ihre auslaufende Festhypothek in den meisten Fällen in eine (teurere) variable Hypothek umgewandelt. Auch können Sie dann nicht umgehend zu einem günstigeren Anbieter wechseln. Schauen Sie sich deshalb noch heute Ihren Vertrag (Kündigungsfrist) an und setzen Sie sich eine Erinnerung in Ihre Agenda, die früh genug vor dem Kündigungstermin liegt.

5. Schliessen Sie nicht ab, ohne vorher zu vergleichen

Das Vergleichen von Leistungen und Preisen gehört beim Erwerb von Produkten oder Dienstleistungen meist zum Standardprozedere. Gerade bei Hypotheken, wo sich der Konditionenvergleich aufgrund der hohen Beträge besonders lohnt, scheinen jedoch viele Kunden häufig mit dem erstbesten Angebot zufrieden zu sein. Dabei gibt es kaum ein Finanzgeschäft, wo sich der Vergleich der Konditionen mehr lohnt als bei Hypothekargeschäften. Die Erfahrung zeigt, dass ein Schweizer Hypothekarkunde durch Vergleichen und geschicktes Verhandeln (oder: Verhandeln lassen) bei einem Hypothekarabschluss rund 5’000 bis 20'000 Franken sparen kann!

  

Weitere hilfreiche Tipps zu Hypotheken Sie übrigens auch in unserem Ratgeber: