Hausrat & Haftpflicht

Festival-Saison: Welche Versicherung ist sinnvoll?

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Bild: iStock / svetikd

Dem Alltag entfliehen, gute Musik hören und tagelang ausgelassen feiern – darin liegt der Reiz der unzähligen Festivals im Sommer. Doch die Euphorie kann ein abruptes Ende finden. Spätestens dann, wenn Festivalbesucher feststellen, dass Wertgegenstände gestohlen oder beschädigt wurden. Noch ärgerlicher wird es, wenn der Schaden nicht gedeckt ist.

Gerade auf Open Air Festivals ist es trotz durchdachter Vorsichtsmassnahmen nahezu unmöglich, sein Hab und Gut vor Diebstahl zu schützen. Der Grund: Zelte lassen sich, wenn überhaupt, nur ungenügend mit einem kleinen Vorhängeschloss verschliessen.

Unser Tipp: Bewahren Sie Wertsachen wenn möglich immer in Schliessfächern auf. Sind keine Schliessfächer vorhanden, tragen Sie diese direkt am Körper. Doch auch das garantiert keine absolute Sicherheit. Konzerte lenken ab, Trunkenheit mindert die Aufmerksamkeit und Körperkontakt lässt sich nicht vermeiden.

Welche Versicherung zahlt bei Diebstahl?

Gelangen Handy, Soundbox oder Portemonnaie auf dem Festival in die Hände von Langfingern, übernehmen Festivalveranstalter keine Haftung. Grund genug, die richtige Versicherung abzuschliessen:

Die Grunddeckung der Hausratversicherung reicht in diesem Fall nicht aus. Um allfällige Diebstahl-Schäden zu decken, muss der Zusatz Einfacher Diebstahl auswärts eingeschlossen werden. Damit sind auch Diebstähle aus dem Zelt abgesichert. Für das gestohlene Smartphone oder die Kamera wird Schadenersatz geleistet – und zwar zum Neuwert.

Der zusätzliche Versicherungsschutz deckt allerdings nicht alles. Bargeld etwa wird nicht ersetzt, wenn es Diebe unbemerkt an sich nehmen. Im Regelfall sind auch andere Geldwerte, wie unpersonalisierte Tickets, in der Deckung nicht inbegriffen. Es sei denn, der Versicherungsvertrag sieht dies ausdrücklich vor.

Muss man sich an die Polizei wenden?

Haben Sie einen Diebstahl bemerkt, sollte dieser sofort der Polizei gemeldet werden. Die meisten grossen Festivals haben einen mobilen Polizeiposten vor Ort.

Welche Versicherung zahlt bei Schäden?

Was, wenn Smartphone, Kamera oder Soundbox auf den Boden knallen, im Matsch versinken oder in der Wasserpfütze schwimmen? Dann hilft nur noch die Hausrat-Kasko oder die All-Risk-Hausratversicherung.

Doch beachten Sie: Bei den Versicherungen wird zwischen Verlieren und Verlegen unterschieden.

Beispiel für Verlieren

Beim Paddeln auf dem See rutscht Ihr Handy aus der Tasche ins Wasser. Sie wissen also, wo sich das Handy befindet. Es ist aber unmöglich, es wieder zu beschaffen. Sie haben Ihr Handy verloren.

Beispiel für Verlegen

Sie lassen Ihr Handy auf einem öffentlichen WC unbewusst liegen. Als Sie später zum Ort zurückkehren, ist es verschwunden. In diesem Fall haben Sie Ihr Handy verlegt.

Die Hausrat-Kasko deckt in der Regel Beschädigungen und Zerstörung ab. Die All Risk Hausratversicherung ist deutlich umfassender und bietet in der Regel Schutz vor Beschädigung, Verlieren oder Verlegen. Verlieren und verlegen sind über die normale Hausratversicherung nicht gedeckt. Der Leistungsumfang unterschdet sich von Anbieter zu Anbieter. Prüfen Sie deshalb genau, was gedeckt ist und ob es allenfalls Ausschlüsse gibt.

Verlust des Schlüssels

Wie Sie im Falle eines verlorenen oder gestohlenen Schlüssels vorgehen sollten und welche Versicherung den Schaden deckt, zeigt Ihnen unser Artikel «Schlüssel verloren: Wer übernimmt die Kosten?»

Sind Schäden durch Naturereignisse gedeckt?

Weil Festivals in den meisten Fällen unter freiem Himmel stattfinden, sind sie jeder Wetterlaune ausgesetzt und bieten wenig Schutz vor Schäden durch Naturereignisse. Am Open Air St. Gallen im Juni 2015 ging zum Beispiel ein Strohlager in Flammen auf. Glücklicherweise konnten Einsatzkräfte den Brand löschen, bevor er sich auf das Zeltgelände ausbreitete. 

Doch was, wenn ein solches Feuer tatsächlich Zelte und die darin aufbewahrten Sachen zerstört? Die Hausratversicherung umfasst immer auch das Risiko Feuer. Somit wird der Schaden ersetzt – sofern es sich nicht um spezielle Wertgegenstände handelt, die separat versichert werden müssen.

Auch andere Elementarschäden, die durch Hochwasser, Hagel oder Sturm mit einer Windgeschwindigkeit von mindestens 75 Kilometern pro Stunde entstehen, sind in der Hausratversicherung inbegriffen. Wenn es einem Festivalbesucher also ergeht wie den Teilnehmern des Eidgenössischen Turnfests in Biel, denen im Juni 2013 Orkanböen mit über 100 Kilometern pro Stunde die Zelte wegfegten, so ist er immerhin ausreichend versichert. Wie man im Schadenfall am besten vorgeht, lesen Sie hier.

In der Hausratversicherung gehört die Deckung von Feuer- und Elementarschäden zu den festen Bestandteilen. Diese kann nicht ausgeschlossen werden. In allen Fällen gilt jedoch: Schadenersatz gibt es nur, wenn keine Verletzung der Sorgfaltspflicht vorliegt.

Unsere Comparis-Festival-Tipps & Tricks

  • Nehmen Sie besonders wertvolle Dinge gar nicht erst mit – das neue 700-Franken-Smartphone könnte z.B. für ein Festival-Wochenende gegen ein älteres Modell eingetauscht werden.
  • Füllen Sie das Portemonnaie nur mit den wirklich notwendigen Ausweisen, einer einzigen Debitkarte und nicht zu viel Bargeld.
  • Vor Nässe und Schmutz schützt man seine Elektronik-Gadgets am einfachsten mit wiederverschliessbaren Frischhaltebeuteln.
  • Schutz vor Bruch bieten Schutzfolien aus Panzerglas, die man auf Handydisplays kleben kann.
  • Diebe haben gegen die klassische Bauchtasche fast keine Chance und alles ist griffbereit. 
  • Mit der Funktion iPhone-Suche kann man verlorene Handys orten lassen.

 

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