Hausrat & Haftpflicht

Festival-Saison: Welche Versicherung Sie wirklich benötigen

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Wer tanzt und feiert, denkt oft nicht an die Gefahren von Diebstahl und Schäden.

Dem Alltag entschwinden und tagelang ausgelassen feiern – darin liegt der Reiz der unzähligen Sommerfestivals. Doch die Euphorie findet ein abruptes Ende, wenn man als Festivalbesucher feststellen muss, dass Wertgegenstände gestohlen oder beschädigt worden sind. Noch ärgerlicher wird es, wenn der Schaden nicht gedeckt ist.

Gerade an Open Airs ist es trotz durchdachten Vorsichtsmassnahmen nahezu unmöglich, sein Hab und Gut vor Diebstahl zu schützen. Denn Zelte lassen sich, wenn überhaupt, nur ungenügend mit einem kleinen Vorhängeschloss verschliessen.

Zumindest Wertsachen sollten also - wenn möglich - immer in Schliessfächern aufbewahrt oder direkt am Körper getragen werden. Doch selbst das garantiert keine absolute Sicherheit: Konzerte lenken ab, Trunkenheit mindert die Aufmerksamkeit und Körperkontakt lässt sich nicht vermeiden.

Grunddeckung reicht nicht aus

Was gilt es zu beachten, wenn Handy, Soundboxen und Portemonnaie am Festival trotzdem Langfingern in die Hände fallen? Wichtig ist die richtige Versicherung. Festivalveranstalter übernehmen nämlich keine Haftung.

Die Grunddeckung der Hausratversicherung reicht in diesem Fall nicht aus. Um allfällige Diebstahl-Schäden zu decken, muss der Zusatz «einfacher Diebstahl auswärts eingeschlossen werden. Damit sind auch Diebstähle aus dem Zelt abgesichert. 

Was aber, wenn das Smartphone auf den Boden knallt, im Matsch versinkt oder in der Wasserpfütze schwimmt? Dann hilft nur noch die Hausrat- «All Risk-Versicherung. Damit sind auch Soundbox, Kamera und der Rest der Ausrüstung versichert, sollte denen ein ähnliches Schicksal widerfahren. Die «All Risk gibt es ebenfalls als Option zur Hausratversicherung. Damit ist man gegen Verlieren, aber nicht gegen Verlegen versichert. Achtung: Die Versicherungen unterscheiden zwischen verlieren und verlegen. Beispiel: Beim Paddeln auf dem See rutscht das Handy aus der Tasche in den See. Das bedeutet: verlieren. Man weiss also, wo sich das Handy befindet, es ist aber unmöglich, es wieder zu beschaffen. Lässt man sein Telefon allerdings auf dem WC unbewusst liegen, kehrt später zum Ort zurück und ist es dann verschwunden, dann fällt es unter verlegen und ist nicht abgesichert.

Damit es am besten so weit gar nicht kommt, haben wir hier einige Tipps zusammengestellt:

Unsere Comparis-Festival Tipps & Tricks

  • Vor Nässe und Schmutz schützt man seine Elektronik-Gadgets am einfachsten mit wiederverschliessbaren Frischhaltebeuteln.
  • Schutz vor Bruch bieten Schutzfolien aus Panzerglas, die man auf Handydisplays kleben kann.
  • Diebe haben gegen die klassische Bauchtasche fast keine Chance und alles ist griffbereit. 
  • Mit der Funktion iPhone Suche kann man verlorere Handys orten lassen.

Muss ich die Polizei einschalten?

Allerdings deckt auch der zusätzliche Versicherungsschutz nicht alles. Lose in der Hosentasche getragenes Bargeld etwa wird nicht ersetzt, wenn es Diebe unbemerkt an sich nehmen. Im Regelfall sind auch andere Geldwerte wie unpersonalisierte Tickets in der Deckung nicht inbegriffen, es sei denn, der Versicherungsvertrag sieht dies ausdrücklich vor.

Dafür wird für das gestohlene Smartphone oder die Kamera Schadenersatz geleistet – und zwar zum Neuwert. Der Diebstahl sollte sofort der Polizei gemeldet werden. Die meisten grossen Festivals haben einen mobilen Polizeiposten vor Ort.

Schäden durch Naturereignisse meist gedeckt

Weil Festivals in den meisten Fällen unter freiem Himmel stattfinden, sind sie jeder Wetterlaune ausgesetzt und bieten wenig Schutz vor Schäden durch Naturereignisse. Am Open Air St. Gallen im Juni 2015 ging zum Beispiel ein Strohlager in Flammen auf. Glücklicherweise konnten Einsatzkräfte den Brand löschen, bevor er sich auf das Zeltgelände ausbreitete.

Doch was, wenn ein solches Feuer tatsächlich Zelte und die darin aufbewahrten Sachen zerstört? Die Hausratversicherung umfasst immer auch das Risiko Feuer, somit wird der Schaden ersetzt, sofern es sich nicht um spezielle Wertgegenstände handelt, die separat versichert werden müssen.

Auch andere Elementarschäden, die durch Hochwasser, Hagel oder Sturm mit einer Windgeschwindigkeit von mindestens 75 Kilometern pro Stunde entstehen, sind in der Hausratversicherung inbegriffen. Wenn es einem Festivalbesucher also ergeht wie den Teilnehmern des Eidgenössischen Turnfests in Biel, denen im Juni 2013 Orkanböen mit über 100 Kilometern pro Stunde die Zelte wegfegten, so ist er immerhin ausreichend versichert. Wie man im Schadenfall am besten vorgeht, lesen Sie hier.

In der Hausratversicherung gehört die Deckung von Feuer- und Elementarschäden zu den festen Bestandteilen. Diese kann nicht ausgeschlossen werden. In allen Fällen gilt jedoch: Schadenersatz gibt es nur, wenn keine Verletzung der Sorgfaltspflicht vorliegt.

Ohne teure Lederjacke zum Festival

Auch wenn die Versicherung einen Schaden übernimmt, bedeutet ein Diebstahl oder eine Beschädigung meistens viel Umtrieb und vor allem Frust. Am sichersten fährt, wer bedeutungs- und wertvolle Dinge gar nicht erst mitnimmt: Es empfiehlt sich also, das Portemonnaie nur mit den wirklich notwendigen Ausweisen, einer einzigen Debitkarte und nicht zu viel Bargeld zu füllen.

Auch die teure Lederjacke bleibt besser zu Hause und das neue 700-Franken-Smartphone könnte für einmal gegen ein älteres Modell eingetauscht werden. 

Wie verhalten Sie sich aber, wenn Sie nach Festival-Ende wieder daheim angekommen sind und feststellen, dass Sie Ihren Schlüssel verloren haben? Da der Verlust des Schlüssels nicht unter «All Risk der Hausrat fällt, würden Sie für diesen Fall hier eine Assistenz-Deckung oder auch HomeService genannte Zusatzdeckung in der Hausrat benötigen.