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Umfrage: 25 Franken Prämienerhöhung ist die Schmerzgrenze

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Comparis wollte wissen: Wann wechseln Sie die Krankenkasse? Bild: iStock / alexsl

Die Hälfte der Versicherten würde die Krankenkasse bei einem monatlichen Prämienanstieg von 25 Franken wechseln. Das zeigt eine Umfrage bei 1'500 Comparis-Usern in der ganzen Schweiz. 80 Prozent der Befragten schätzen allerdings ihr eigenes Sparpotenzial bei einem Wechsel zu tief ein.

comparis.ch hat 1'500 User in der ganzen Schweiz zur Wechselbereitschaft befragt. Die Hälfte würde ihre Kasse per 2019 bei einem monatlichen Prämienanstieg von 25 Franken wechseln. 80 Prozent der Befragten unterschätzen dabei aber das effektive Sparpotenzial bei einem Kassenwechsel mit gleicher Franchise und gleichem Modell.  

Für die Hälfte sind 25 Franken Prämienerhöhung die Schmerzgrenze

Wie stark die Wechselbewegung 2019 bei den Krankenkassen sein wird, hängt von der heurigen Prämienrunde des Bundesrates ab. 47,6 Prozent der Befragten würden ihre Kasse bei einem Prämienanstieg von 25 Franken monatlich wechseln. Bei 33,2 Prozent liegt die Schmerzgrenze für einen Wechsel bei 50 Franken. Das letzte Fünftel würde eine Prämienerhöhung von bis zu 75 Franken akzeptieren, ohne die Kasse zu wechseln. Die Verteilung ist über alle Sprachregionen der Schweiz hinweg gleich.   

Die Mehrheit der Comparis-Nutzer vergleicht jährlich die Prämien

Die Mehrheit der Comparis-Nutzer ist bezüglich des jährlichen Prämienanstiegs sensibilisiert und vergleicht bzw. optimiert regelmässig die eigenen Krankenkassenprämien. Das gilt vor allem für die Romands: 66,7 Prozent vergleichen diese jährlich (Durchschnitt gesamte Schweiz 61,5 Prozent). 10,8 Prozent der Romands tun das immerhin alle zwei Jahre (Durchschnitt gesamte Schweiz 10,3 Prozent). Comparis-Krankenkassenexperte Felix Schneuwly ist angesichts der im Vergleich zur Deutschschweiz hohen Krankenkassenprämien in der Westschweiz nicht erstaunt, dass die Romands die Krankenkasse häufiger wechseln als die Deutschschweizer.

Letztes Jahr ist die Durchschnittsprämie in der Schweiz für über 26-Jährige mit einem Standardmodell (300-Franken-Franchise und freie Arztwahl) um 18 Franken bzw. 4 Prozent gestiegen. Allerdings sind aktuell nur mehr rund 20 Prozent der Schweizerinnen und Schweizer so versichert. Bei den alternativen Versicherungsmodellen und höheren Franchisestufen stiegen die Prämien 2018 bis über 20 Prozent.

80 Prozent schätzen Sparpotenzial zu tief ein

Doch nicht nur der Prämienanstieg bei der eigenen Kasse ist ein wichtiges Wechselkriterium. Klar unterschätzt wird beim Vergleichen das effektive Sparpotenzial eines Krankenkassenwechsels. Beim Standardmodell sparten beispielsweise Versicherte in Zürich gemäss Comparis-Vergleich bei einem Wechsel 2017/2018 vom teuersten (Supra) zum günstigsten (Assura) Anbieter 182,60 Franken monatlich. Die Hälfte aller Versicherten in Zürich hätte bei einem Wechsel mindestens 49 Franken monatlich sparen können.  

Tatsächlich rechnen 33,6 Prozent der befragten Comparis-Nutzer aber höchstens mit einem Sparpotenzial von 50 Franken monatlich. 27,4 Prozent glauben, sie könnten höchsten 20 Franken sparen. Und ein weiterer Fünftel hält sogar maximal 10 Franken für realistisch. Comparis-Krankenkassenexperte Felix Schneuwly ist überrascht, dass selbst die überdurchschnittlich preisbewussten Comparis-Nutzer das Sparpotential bei den Krankenkassenprämien unterschätzen und meint: «Wer immer wieder die Kasse wechselt und bereits bei einer günstigen ist, kann mit weiteren Wechseln viel weniger Geld sparen als Leute, die bei den teuersten Kassen sind und noch nie gewechselt haben.»  

Mehr als die Hälfte hat in den letzten fünf Jahren die Kasse gewechselt

55 Prozent der Befragten haben in den letzten fünf Jahren mindestens einmal ihre Krankenkasse gewechselt.13 Prozent davon haben 2018 eine neue Police abgeschlossen. Die Romands und Tessiner waren mit einer Wechselquote von 14,1 bzw 14,2 Prozent dabei deutlich aktiver als die Deutschschweizer (10,6 Prozent).

Methodik

Die Befragung wurde auf comparis.ch vom 27. August 2018 bis 20. September 2018 unter 1’594 Personen in allen Regionen der Schweiz durchgeführt.

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