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Zahlt die Krankenversicherung die Entfernung von Weisheitszähnen?

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Die obligatorische Krankenversicherung übernimmt die Entfernung der Weisheitszähne nicht immer. Bild: iStock / AndreyPopov

Urs (34): „Ich musste vor drei Jahren wegen einer Entzündung beide unteren Weisheitszähne ziehen. Nun habe ich gelesen, dass die Grundversicherung die Kosten übernimmt, wenn die Zähne wegen Beschwerden gezogen werden. Stimmt das? Und kann ich nach drei Jahren immer noch den Anspruch geltend machen?“

Lieber Urs,

Die obligatorische Grundversicherung deckt Zahnbehandlungen nur in drei Fällen: Erstens, muss eine «schwere, nicht vermeidbare Erkrankung des Kausystems vorliegen». Zweitens zahlt sie, wenn die Behandlung durch eine schwere Allgemeinerkrankung oder ihre Folgen bedingt ist». Drittens kommt sie zum Zug, wenn die Zahnbehandlung «zur Behandlung einer schweren Allgemeinerkrankung oder ihrer Folgen notwendig ist.». 

Ein simpler Kariesbefall reicht nicht

Die Liste der nicht vermeidbaren Erkrankungen des Kausystems ist abschliessend in der Krankenpflege-Leistungsverordnung (KLV) aufgelistet. Ein simpler Kariesbefall reicht nicht. Eine Pflichtleistung der Grundversicherung besteht bei Entzündungen nur dann, wenn der Zahnnerv – nicht bloss eines Weisheitszahns – abstirbt und ein so genanntes internes Granulom und evt. eine weit über das Zahnelement hinausreichende Ziste entsteht oder das Granulom Folge eines Unfalls ist. 

Nur kranke Weisheitszähne sind gedeckt

Weisheitszähne müssen häufig entfernt werden, weil sie im Mund keinen Platz haben. Die Grundversicherung übernimmt eine Deckung der Behandlung nur, wenn die oben genannten Krankheitsmerkmale in genügender Ausprägung bestehen. Ob die Weisheitszähne in deinem Fall die Anforderungen erfüllen, muss dein Zahnarzt in Absprache mit der Krankenversicherung beurteilen. 

Anspruch verjährt nach fünf Jahren

Das Bundesgesetz über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG) Art. 24 sagt klar, dass die Krankenkasse innert einer Frist von fünf Jahren berechtigte Ansprüche auf Leistungen vergüten muss. Massgeblich ist dabei gemäss Bundesgericht der Zeitpunkt des Eingangs der Arztrechnung bei der versicherten Person. Du hast also noch zwei Jahre Zeit, durch deinen Zahnarzt klären zu lassen, ob die Krankenkasse die Entfernung der beiden Weisheitszähne bezahlt. 

Viele Grüsse von Comparis.ch

Dieser Artikel ist zuerst erschienen auf watson.ch



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