Prämien

Gesundheitskosten: So optimieren Sie Ihre Steuererklärung

INFO
|
Unter bestimmten Voraussetzungen können medizinische Behandlungen und Therapien von den Steuern abgesetzt werden. Bild: iStock / wutwhanfoto

Das Beste an der Steuererklärung sind die Abzüge. Wer sich auskennt, kann viel Geld sparen – auch bei den Kosten für medizinische Behandlungen, Eingriffe oder Hilfsmittel. Doch welche Ausgaben lassen sich überhaupt anrechnen und was muss man sonst noch wissen? Comparis beantwortet die wichtigsten Fragen.

Die Zahnspange des Sohnes, die Brillen der Zwillinge und dann noch Vaters Physiotherapie nach dem Skiunfall: Gesundheitskosten gehen schnell in die Tausende oder gar Zehntausende im Jahr. Glücklicherweise übernehmen in der Regel Krankenkasse oder Unfallversicherung einen Grossteil der Ausgaben. Doch was ist mit dem Geld, das man aus eigener Tasche bezahlt? Die gute Nachricht: Gesundheitskosten können unter gewissen Umständen von den Steuern abgesetzt werden. Die weniger gute: Die Kriterien dafür sind eng definiert. 

Ab welcher Höhe kann man Krankheitskosten absetzen?

Grundsätzlich sind alle Auslagen abzugsfähig, die nicht durch die Krankenkasse oder Unfallversicherung abgedeckt sind. Die Grenze liegt allerdings in den meisten Kantonen bei fünf Prozent des Nettoeinkommens. Vor allem wer hohe Zahnarztkosten oder hohe Selbstbehalte hat, sollte prüfen, ob er einen Teil davon vom steuerbaren Einkommen abziehen kann.

Beispiel: Bei einem Nettoeinkommen von 60’000 Franken können Sie Krankheitskosten abziehen, die 3‘000 Franken übersteigen. Bei Krankheitskosten von 5‘000 Franken wären dies demnach 2‘000 Franken.

Welche Krankheits- und Unfallkosten kann man genau absetzen?

Steuerlich angerechnet werden unter den oben genannten Voraussetzungen Kosten «zur Erhaltung und Wiederherstellung der körperlichen und psychischen Gesundheit» wie z.B. für...

  • ärztliche Behandlungen und ärztlich angeordnete Therapien, die von diplomierten Personen durchgeführt werden
  • naturärztliche Behandlungen von einem anerkannten Naturheilpraktiker
  • Medikamente, sofern sie von einem Arzt oder anerkannten Naturheilpraktiker verordnet wurden
  • medizinische Behandlungsgeräte und Hilfsmittel wie z.B. Brillen oder Kontaktlinsen (keine Luxusausführungen!), Verbandszeug, Salben etc.
  • Zahnbehandlungskosten wie für die Behebung von Zahnkrankheiten, Zahnkorrekturen, kieferorthopädische Eingriffe oder Dentalhygiene (keine rein kosmetischen Massnahmen)
  • Spitalaufenthalte
  • ärztl. angeordnete Kur- und Erholungsaufenthalte
  • ambulante Pflege zuhause (Spitex)
  • Pflegekosten eines Alters- oder Pflegeheims
  • medizinisch notwendige Transport-, Rettungs- und Bergungskosten
  • ärztl. angeordnete, lebensnotwenige Diäten (z.B. für Zöliakiepatienten und Diabetiker)

Kann man die Kosten für gesundheitsfördernde Massnahmen absetzen?

Nein. Präventive Gesundheitsmassnahmen, wie z.B. Vorsorgeuntersuchungen oder Ausgaben, die nur indirekt mit einer Krankheit zusammenhängen, gelten als normale Lebenshaltungskosten. Dazu zählen z.B. auch Fitnessabos, Schlankheitskuren oder Impfungen.

Inwieweit sind Krankenkassenprämien abzugsfähig?

Egal, wie hoch die Krankenkassenprämien sind: Sie können nicht gesondert von den Steuern abgezogen werden, sondern nur über einen Pauschalabzug für Versicherungsprämien. Wie viel hierfür angesetzt wird, ist von Kanton zu Kanton unterschiedlich. So dürfen im Kanton Bern verheiratete Paare maximal 4'800 Franken abziehen, in Zürich 5'200 Franken. Auch die Beiträge für Zusatzversicherungen fallen unter die Pauschale.

Was ist der beste Termin für planbare Arztbesuche, Eingriffe etc.?

Sie müssen sich demnächst operieren lassen? Wenn der Eingriff nicht zeitkritisch ist, legen Sie ihn in die erste Jahreshälfte. Gleiches gilt für planbare Arztbesuche, Therapien etc. Der Vorteil: Die Rechnungen treffen garantiert noch im laufenden Jahr ein und können mit dem Selbstbehalt verrechnet werden.

Welche Dokumente muss ich zusammen mit der Steuererklärung einreichen? 

Damit Sie Prämien und Krankheitskosten in der Steuererklärung geltend machen können, müssen Sie Arztzeugnisse, Rechnungen, Krankenkassenbelege etc. minutiös sammeln und der Steuererklärung beilegen. Die meisten Krankenversicherungen stellen den Versicherten zu Beginn des Jahres einen Gesundheitskostenauszug zu. Darauf sind in der Regel folgende Posten ersichtlich:

  • Prämien, die Sie im letzten Jahr bezahlt haben
  • Betrag, den Sie für Gesundheitskosten ausgegeben haben
  • Betrag, den die Versicherung übernommen hat

Wichtig: Für die Anerkennung der Gesundheitskosten durch das Steueramt ist das Rechnungsdatum relevant, nicht der Behandlungszeitraum!

Die Steuererklärung ist abgeschickt –
Sie haben vergessen, die Kosten Ihrer Zahnsanierung einzureichen...

Solange noch keine rechtskräftige Veranlagung vorliegt, können Sie die Aufwendungen inkl. Quittungen dem Steueramt nachreichen. Der Abzug muss spätestens in der 30-tägigen Einsprachefrist geltend gemacht werden. Ist diese abgelaufen, können Sie leider nichts mehr machen.

Sie möchten wissen, welche Ausgaben Sie sonst noch steuerlich geltend machen können?