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Das ABC der Grundversicherung: Darauf haben Sie Anspruch

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Die obligatorische Grundversicherung in der Schweiz vergütet nicht alle Leistungen. Bild: iStock / SARINYAPINNGAM

Von A wie Arztkosten über M wie Medikamente bis Z wie Zahnarzt: Wer in der Schweiz wohnhaft ist, braucht eine Krankenversicherung. Aber welche Leistungen vergütet die obligatorische Grundversicherung?

Die Grundversicherung ist in der Schweiz obligatorisch. Bei welcher Versicherung sich Herr und Frau Schweizer anschliessen, steht ihnen offen. Sämtliche Anbieter mit Grundversicherung haben genau den gleichen Leistungskatalog – die Kosten variieren aber massiv.

Kleines ABC: Welche Leistungen übernimmt die Grundversicherung?

Arztkosten

Grundsätzlich werden alle Behandlungen, die von einem Arzt durchgeführt werden, von der Grundversicherung übernommen. Zahlt die Grundversicherung nicht für eine bestimmte Leistung, muss Sie der Arzt darüber informieren. Hier finden Sie weitere Informationen zur Arztwahl.

Brillengläser/ Kontaktlinsen

Die Grundversicherung zahlt bei Kindern und Jugendlichen bis 18 Jahren jährlich 180 Franken für Brille oder Kontaktlinsen, sofern ein Rezept des Augenarztes vorliegt. Erwachsene erhalten keinen Beitrag mehr für Sehhilfen – ausser bei medizinisch bedingten Fällen, zum Beispiel verursacht durch Diabetes oder Trübung der Augenlinse. Viele Zusatzversicherungen vergüten Leistungen für Sehhilfen. Diese gibt es bereits für unter zehn Franken im Monat. Hier lesen Sie mehr über die Kostenübernahme von Brillen und Kontaktlinsen.

Impfungen

Übernommen werden verschiedene Impfungen gemäss Richtlinien und Empfehlungen des Schweizerischen Impfplans. Nicht bezahlt werden Reiseimpfungen (z.B. Gelbfieber).

Komplementärmedizin

Die Grundversicherung übernimmt folgende ärztliche komplementärmedizinische Leistungen: Akupunktur, anthroposophische Medizin, traditionelle chinesische Medizin, Homöopathie und Phytotherapie (Pflanzenheilkunde). Wichtig: Damit die Grundversicherung die Behandlungen übernimmt, muss der Arzt über einen Facharzttitel und eine komplementärmedizinische Weiterbildung verfügen. Lesen Sie hier weitere Informationen zum Thema Alternativmedizin.

Medikamente

Die Grundversicherung übernimmt Arzneimittel, die Ihnen ein Arzt verordnet hat und die in der so genannten Spezialitätenliste oder in der Arzneimittelliste mit Tarif aufgeführt sind. Falls der Arzt Ihnen ein Medikament verordnet, das nicht von der Grundversicherung übernommen wird, muss er Sie darüber informieren. Hier erfahren Sie mehr über Nicht-Pflichtmedikamente.

Mutterschaft

Die Versicherung übernimmt besondere Vorsorgeuntersuchungen während der Schwangerschaft und nach der Geburt. Auch Geburtsvorbereitungskurse, Stillberatung und Hebammen-Leistungen werden gemäss Verordnung teilweise übernommen. Auf Leistungen bei Mutterschaft muss in der obligatorischen Grundversicherung keine Kostenbeteiligung bezahlt werden.

Nicht-ärztliche Therapien (Physiotherapie, Ergotherapie, Ernährungsberatung etc.)

Ob eine nicht-ärztliche Therapie von der Grundversicherung vergütet wird, regelt die Krankenpflege-Leistungsverordnung (KLV). Die Behandlung muss bei einem zugelassenen Therapeuten stattfinden. Die Anzahl der übernommenen Sitzungen ist begrenzt.

Psychotherapie

Die Versicherung übernimmt die Kosten für höchstens 40 Abklärungs- und Therapiesitzungen bei einem Arzt.

Transport- und Rettungskosten

Die Grundversicherung bezahlt die Hälfte von medizinisch notwendigen Rettungskosten (maximal 5'000 Franken pro Jahr) bei der Rettung von Personen in Lebensgefahr (Herzinfarkt, Bergunfall). Für Transporte, die medizinisch notwendig sind, aber keine unmittelbare Lebensgefahr besteht, zahlt die Grundversicherung 50 Prozent und maximal 500 Franken.

Spitalbehandlungen

Leistungen in der allgemeinen Abteilung eines Spitales werden übernommen, sofern das Spital auf der Spitalliste des Wohnkantons steht. Werden Notfall- und Spezialbehandlungen in einem Spital durchgeführt, das nicht auf der Spitalliste des Wohnkantons steht, werden auch diese Kosten in der allgemeinen Abteilung des Spitals übernommen.

Spitex

Der Arzt kann bis zu 60 Spitex-Stunden pro Quartal verordnen. Dazu braucht er allerdings die Bewilligung der Krankenkasse. Voraussetzung ist, dass die gewählte Spitex-Organisation oder Pflegefachperson qualifiziert und anerkannt ist.

Vorsorge

Die Versicherung deckt auch gewisse Präventivmassnahmen, so etwa Impfungen, gewisse Untersuchungen und Früherkennung. Eine abschliessende Liste der Präventivmassnahmen findet sich in der KLV.

Zahnarzt

Zahnärztliche Behandlungen sind nicht gedeckt, es sei denn sie stehen in Verbindung mit einer «schweren, nicht vermeidbaren» Erkrankung des Kausystems oder «schweren Allgemeinerkrankung». Hier lesen Sie mehr zu Zahnbehandlung und Zahnstellungskorrekturen.

Finden Sie hier eine detailliertere Übersicht der Leistungen aus der obligatorischen Krankenpflege-Versicherung.

Die obligatorische Krankenversicherung übernimmt die genannten Leistungen nur dann komplett, wenn Franchise und Selbstbehalt bereits ausgereizt sind. Andernfalls übernimmt sie die Leistung abzüglich Franchise und Selbstbehalt. Hier finden Sie weitere Informationen zu Leistungen der Grundversicherung.

 

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