Hypothek

Vergleichsfaule Hypothekarnehmer

ANALYSE
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Rund 70 Prozent der Schweizer Hypothekarnehmer wählt die Hausbank zur Finanzierung des Eigenheims. Bild: iStock / BrianAJackson

Trotz eines Sparpotenzials von zehntausend Franken und mehr schliessen erst 10 Prozent der Schweizer Hypothekarnehmer ihre Hypothek nicht bei einer Bank ab. Rund ein Viertel vergleicht nicht einmal die Zinsen. Obwohl schon kleine Zinsdifferenzen grosse Preisunterschiede bewirken.

Beim Abschluss einer Hypothek geht es üblicherweise um Hunderttausende bis Millionen von Franken. Schon eine geringe Zinsdifferenz führt deshalb zu erheblichen Preisunterschieden bei der Hypothek. Trotz des offensichtlichen Sparpotenzials wählen 70 Prozent der Hypothekarnehmer die Hausbank zur Finanzierung ihres Eigenheims. Ein Viertel der Hypothekarnehmer verzichtet gar auf einen Zinsvergleich der verschiedenen Anbieter. Und nur gerade jeder Zehnte schliesst nicht bei einer Bank ab – obwohl alternative Anbieter oft günstigere Konditionen bieten. Das zeigt eine repräsentative Umfrage von comparis.ch.

Nachlässige Hausbank-Kunden

Über 30 Prozent der Hypothekarkunden vergleichen nicht Offerten von mehreren Anbietern. Sie holen vor Vertragsabschluss nur eine Offerte ein. Passiv sind vor allem Eigenheimkäufer, die eine Hypothek bei der Hausbank abschliessen: Fast zwei Drittel von ihnen haben nur eine oder zwei Offerten eingeholt. Aktiver sind Hypothekarnehmer, die nicht die Hausbank gewählt haben. Besonders vergleichsfaul zeigen sich auch Landbewohner und Romands. Auf dem Land übernehmen beispielsweise fast doppelt so viele Hauskäufer unkritisch die erste Offerte wie in städtischen Gebieten. Zudem fällt auf, dass sich vor allem die über 60-jährigen Hypothekarnehmer nicht mit den Angeboten auf dem Markt auseinandersetzen. Fast jeder Dritte dieser Altersgruppe hat keinen Zinsvergleich durchgeführt.

Tipp: Wer die Zinsen kennt und vor dem Hypothekarabschluss mehrere Offerten einholt, verbessert seine Verhandlungsposition gegenüber den Anbietern. Mit dem Offerten-Check von comparis.ch lässt sich einfach überprüfen, ob der angebotene Zins lukrativ ist, oder ob die Konditionen mit einer Gegenofferte noch verbessert werden können. Wer den Zinsvergleich und die Verhandlungen mit den Anbietern scheut, hat zudem die Möglichkeit, mit unserem Partner-Service HypoPlus, ohne viel Aufwand die optimale Finanzierung zu finden. Dieser unterstützt sowohl den Eigenheimkäufer als auch Ablöser bei der Suche nach dem richtigen Anbieter und kennt die Sonderkonditionen der Finanzierungsinstitute genau.

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Bindung zur Hausbank hemmt Vergleichslust

Als wichtigsten Grund für einen Vergleichsverzicht nennen die Befragten ihre Bindung zur Hausbank: Rund jeder zweite vergleichsfaule Hypothekarkunde gab an, sowieso bei seiner Hausbank abschliessen zu wollen. 27 Prozent nannten die persönliche Beziehung zum Berater. Ebenfalls entscheidend bei der Wahl des Hypothekaranbieters sind Empfehlungen von Familienmitgliedern und Freunden.

Unterschätztes Sparpotenzial

Ein Vergleich unterschiedlicher Angebote lohnt sich jedoch schnell. Warum erklärt Dominik Weber, Banken-Experte bei comparis.ch: «Gerade bei hohen Hypothekarsummen und langen Laufzeiten lassen sich schnell mehrere tausend Franken sparen.» Wer beispielsweise eine Hypothek über 700’000 Franken aufgenommen hat, spart bei einer zehnjährigen Festhypothek mit einem günstigen Anbieter und einem Zins zu 1,4 Prozent gegenüber dem publizierten Richtzins von 1,6 Prozent satte 14’000 Franken. Dabei sollte man bei einem Vergleich unbedingt auch alternative Anbieter als mögliche Finanzierungspartner prüfen. Denn auch Versicherungen und Pensionskassen bieten Hypotheken an – in vielen Fällen sogar zu besseren Konditionen als die Banken.

 

Methodik

Die repräsentative Online-Befragung wurde durch das Marktforschungsinstitut innofact im Auftrag von comparis.ch im September 2018 unter 1’066 Hypothekarkunden (Privatpersonen) in allen Regionen der Schweiz durchgeführt.

 

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