Steuererklärung: Die wichtigsten Abzüge auf einen Blick


Massgeblich für die Berechnung des Steuerbetrages ist das das Nettoeinkommen des Steuerpflichtigen. In der Steuererklärung können dabei verschiedene Abzüge geltend gemacht werden. Damit reduziert sich das steuerbare Einkommen und somit auch der zu bezahlende Steuerbetrag.

Während bei der direkten Bundessteuer schweizweit die gleichen Abzüge gelten, sind die Abzüge auf Ebene der Kantone und Gemeinden unterschiedlich geregelt. In der Regel orientieren sich Kantone und Gemeinden an den Abzügen der Bundessteuern, was die Art der Abzüge betrifft. Betreffend die Höhe der Abzüge gibt es aber genau wie bei den Steuersätzen grosse Unterschiede. Genaueres zu den abziehbaren Beträgen ist der «Wegleitung zur Steuererklärung» des jeweiligen Kantons zu entnehmen. Generell gilt, dass die entsprechenden Belege der Steuererklärung beizufügen sind, wenn man einen Abzug geltend machen will. Der Steuerrechner von comparis.ch zeigt die günstigsten Gemeinden pro Kanton auf und ermöglicht einen überkantonalen Vergleich. 

Berufsauslagen: Angestellte können berufsbedingte Ausgaben wie die Kosten für den Arbeitsweg abziehen. Unter Kosten für den Arbeitsweg fallen in der Regel Abos des öffentlichen Verkehrs oder Pauschalen für Fahrräder oder Kleinmotorräder. Unter bestimmten Umständen kann auch der Arbeitsweg pro zurückgelegtem Fahrkilometer geltend gemacht werden, wenn man mit einem privaten Auto zur Arbeit fährt.

Andere berufsbedingte Auslagen sind Kosten für auswärtige Verpflegung. Sofern man über Mittag nicht nach Hause gehen kann, können diese Ausgaben vom Einkommen abgezogen werden. Möglich sind auch Abzüge für Schicht- oder Nachtarbeit. Für weitere berufsbedingte Auslagen wie die Kosten für Berufskleider, Werkzeuge oder Fachliteratur gibt es einen pauschalen Abzug. Sind die realen Kosten nachweislich höher als der Pauschalbetrag, kann der Steuerpflichtige die tatsächlichen Kosten abziehen.

Unterhaltsbeiträge: Unterhaltsbeiträge und Alimente an Kinder und Partner können abgezogen werden.

Einzahlungen in die 3. Säule: Einzahlungen in die Säule 3a sind im Rahmen des Maximalbetrags steuerlich abziehbar. Für Angestellte mit Pensionskasse gilt im Jahr 2012 ein Höchstbetrag von CHF 6‘682. Selbstständige und Erwerbstätige ohne Pensionskasse können 20 Prozent des Nettoeinkommens einzahlen, maximal aber CHF 33‘408. Die effektive Steuerersparnis durch die Einzahlung in die 3. Säule ist auf dem Steuerrechner von comparis.ch abrufbar.

Schuldzinsen: Darlehenszinsen – beispielsweise für Hypotheken, Bankkredite oder Privatkredite – dürfen vom Einkommen abgesetzt werden. Dies gilt nur für die Zinsen und nicht für Beträge, die für das Rückzahlen des Kredits aufgewendet werden (Amortisation). Ebenfalls nicht abgezogen werden können die Kosten für Leasing.

Versicherungsprämien: Die Prämien für die Kranken-, Unfall-, Lebens- und Rentenversicherung können bis zu einem gewissen Maximalbetrag abgezogen werden. Für die direkte Bundessteuer beträgt der maximal mögliche Abzug CHF 1‘700 (ledige Steuerpflichtige) bzw. CHF 3‘500 (verheiratete Steuerpflichtige), jeweils inklusive Erträgen aus Bank- und Sparkonten.

Bank- und Sparzinsen: Zinsen für Guthaben auf Bank- und Sparkonten können bis zu einem gewissen Maximalbetrag abgezogen werden (siehe auch Versicherungsprämien.)

Verrechnungssteuern zurückfordern: Wenn dem Bank- oder Sparkonto Zinsen gutgeschrieben werden, werden unter Umständen dem Konto nur 65 Prozent gutgeschrieben. Die Bank überweist 35 Prozent des Zinsertrags an die Steuerverwaltung. Gibt man auf der Steuererklärung die Konten an, wird die Verrechnungssteuer zurückerstattet. Auf Konten wird die Verrechnungssteuer nur belastet, wenn der Zinsertrag über CHF 200 beträgt. Neben dem Zinsertrag von Konten unterliegen z.B. auch die Zinserträge von Obligationen (auch Kassenobligationen), Lotteriegewinne (ab CHF 50) oder Dividendenauszahlungen der Verrechnungssteuer.

Beiträge an politische Parteien: Mitglieder einer Partei können bis zu einem Höchstbetrag Zuwendungen und Beiträge abziehen.

Beiträge an gemeinnützige Organisationen: Spenden an gemeinnützige Organisationen können abgezogen werden.

In Pensionskasse einkaufen: Wer sich aufgrund einer Deckungslücke bei einer Pensionskasse einkauft, kann den entsprechenden Betrag bei den Steuern abziehen.

Behinderungsbedingte Mehrkosten: Menschen mit körperlichen oder geistigen Behinderungen können bestimmte Abzüge für  Mehrkosten geltend machen. Behindertenverbände wie Pro Infirmis bieten diesbezüglich kostenlos Beratung an.

Erwerbstätigkeit beider Ehegatten: Bei Erwerbstätigkeit beider Ehepartner ist bis zu einem bestimmten Maximalbetrag ebenfalls ein Abzug möglich

Krankheits- und Unfallkosten: Bestimmte Ausgaben für medizinische Leistungen, die nicht durch eine Versicherung gedeckt sind, sind steuerlich absetzbar.

Abzüge für Kinder: Für jedes Kind, das minderjährig ist oder noch in der beruflichen Erstausbildung ist, kann ein Abzug gemacht werden. Für die direkte Bundessteuer beträgt der Abzug CHF 6‘400 pro Kind.

Früh einzahlen und Zinsen erhalten: Frühzeitige Einzahlung von Steuerbeiträgen lohnt sich in der Regel. Denn die Steuerverwaltung verrechnet einen Zins für frühzeitig einbezahlte Steuerbeträge. Diese Zinsen sind in der Regel höher als die derzeit niedrigen Zinsen der Banken. Wer also genügend Geld beiseite hat und die Steuern bereits bezahlen kann, kann damit profitieren.

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