Vorsorge

Steuern sparen mit der Säule 3a - 9 Tipps

TIPPS
| von Leo Hug |
Bild: iStock.com / BartekSzewczyk

Die Bedeutung der Säule 3a wird immer noch unterschätzt. Dabei lohnt sich der Aufbau von Vorsorgevermögen in der gebundenen Vorsorge steuermässig bereits schon mit kleineren regelmässigen Einzahlungen. Befolgen Sie die 9 Comparis-Tipps.

Warum sich die 3. Säule lohnt, können Sie in unserem Vorsorgelücken-Rechner nachschauen. Zusammen mit unseren Tipps können Sie die Säule 3a maximal nutzen: 

1. Maximale Einzahlungen – maximale Steuervorteile

Der Jahresbeitrag in die Säule 3a ist für Arbeitnehmer auf 6‘826 Franken (Stand 2019) limitiert. Selbstständige ohne Pensionskasse können maximal 34’128 Franken bzw. 20 Prozent des Nettoeinkommens in die Säule 3a einzahlen. Wichtig zu wissen: Höhere Einzahlungen werden vom Steueramt nicht akzeptiert.

Die steuerlichen Vorteile der Säule 3a sind:

  • Beitragszahlungen können vom steuerbaren Einkommen abgezogen werden.
  • Auf das Vorsorgeguthaben fällt keine Vermögenssteuer an.
  • Zins- und Kapitalerträge sind einkommens- und verrechnungssteuerfrei.
  • Die Auszahlungssteuer wird getrennt vom Einkommen und zu einem tieferen Satz als die Einkommenssteuer erhoben.

2. Säule-3a-Splitting: Mehrere Konten lohnen sich auch bei kleineren Guthaben

Für die Berechnung der Kapitalauszahlungssteuer verwenden die einzelnen Kantone zwar unterschiedliche Methoden und Tarife; doch in allen Kantonen lohnt es sich, das 3a-Guthaben auf mehrere Konten zu verteilen und gesplittet zu beziehen. Im schweizerischen Durchschnitt beträgt die Steuerersparnis beim Bezug von 70’000 Franken gesplittet auf drei Konten 21 Prozent. 3a-Sparer können also mit wenig Aufwand durch den gestaffelten Bezug die Kapitalauszahlungssteuer senken.

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3. Zinssätze vergleichen

Die Zinsen von Sparkonten liegen derzeit zwischen 0 und 0,1 Prozent – etwas höher sind die Vorzugszinsen von 3a-Konten. Die Unterschiede zwischen den einzelnen Banken sind aber auch in der dritten Säule gross und reichen von 0 Prozent bis maximal 1 Prozent. Ein Vergleich der Zinssätze lohnt sich also. Langfristig können schon Bruchteile eines Zinsprozentes einen beachtlichen Einfluss auf die Vermögensentwicklung haben.

4. Säule 3a: Nicht bis Ende Jahr warten

Bei einer Einzahlung der 3a-Gelder schon im Januar profitieren Sie das ganze Jahr vom Vorzugszins der Säule 3a.

5. Bankkonto oder Fonds?

Das Vermögen in der 3. Säule kann auf einem Zinskonto oder in einem Fondsdepot angelegt werden. Mit Fonds investieren Sie in Wertpapiere (Aktien, Obligationen). Sparkonten sind die konservativere Variante mit minimalem Risiko. Jedes Jahr wird dem Konto ein Zins gutgeschrieben, wobei sich der Zinssatz laufend ändern kann.

Eine Wertschriftenlösung via Anlagefonds eignet sich für Personen mit einem längeren Anlagehorizont (ab 15 Jahren). Der Fonds kann je nach Wirtschaftslage und Zusammensetzung zu Verlusten führen. Dafür können im günstigen Fall die Erträge auch höher ausfallen.

6. Bei Vorsorgefonds Gebühren und Kosten vergleichen

Zusatzkosten und Gebühren haben langfristig auf das ersparte Guthaben einen markanten Einfluss. Über die Jahre hinweg sind sie die grössten Renditefresser. Die Gebühren der 3a-Vorsorgefonds weichen zum Teil stark voneinander ab. Achten Sie auch darauf, ob Ihnen noch zusätzliche Gebühren verrechnet werden. In der Regel werden auf 3a-Konten und 3a-Depots keine Transaktions- und Depotgebühren erhoben.

Wer sich gut informiert und seine Fondskosten regelmässig überprüft, ist im Vorteil. Lassen Sie sich beim Vergleich der unterschiedlichen Vorsorgefonds durch eine unabhängige Fachperson beraten.

7. Sicherheit: Was passiert im Konkursfall mit der Säule 3a?

Ein häufiges Missverständnis betrifft die Sicherheit der Vorsorgekonten im Fall eines Bankkonkurses. Säule-3a- und Freizügigkeitskonten gelten zwar als privilegierte Einlagen, sind aber im Gegensatz zu gewöhnlichen Sparkonten nicht durch die Einlagensicherung in der Höhe von 100’000 Franken pro Kunde abgedeckt.

Allerdings werden Vorsorge-Sparkonten im Fall eines Bankenkonkurses privilegiert behandelt. Sie fallen also nicht in die dritte sondern immerhin in die zweite Konkursklasse. Das erhöht die Auszahlungswahrscheinlichkeit, garantiert sie aber nicht.

Sicher sind die Vorsorgekonten nur bei Kantonalbanken mit einer Staatsgarantie. Hier garantiert der Kanton im Konkursfall eine vollständige Rückerstattung.

Achtung: Von den 24 Kantonalbanken besitzen 3 keine oder nur eine beschränkte Staatsgarantie.
Die Banque Cantonale Vaudoise (BCV) wie auch die Berner Kantonalbank (BEKB) haben keine Staatsgarantie, die Banque Cantonale Genève (BCGE) hat immerhin eine beschränkte Staatsgarantie. 

8. Sparversicherungen sind nicht immer optimale Lösungen

Sparversicherungen kombinieren die Risikoabdeckung und den Sparprozess. Sie binden aber junge Vorsorgesparer drei bis vier Jahrzehnte an ein Produkt. Wer sich für den Vermögensaufbau mit Hilfe eines Versicherungsproduktes entscheidet, muss sich dessen bewusst sein, dass ein vorzeitiger Ausstieg mit einem happigen, in den Anfangsjahren sogar mit einem Totalverlust verbunden sein kann. Flexibler ist die Trennung von Risikoabdeckung und Sparprozess: eine reine Risikoversicherung bei einer Versicherung und Vermögensaufbau im Bankensystem. Ist man mit dem freien Sparbeitrag nicht sehr diszipliniert, kann der sogenannte «Sparzwang» in der Versicherungslösung doch noch hilfreich sein. Das ist sehr individuell und soll gut abgewägt werden.

9. Die Säule 3a mit der Säule 3b ergänzen

Sparmassnahmen in der Säule 3a werden auch als gebundene Vorsorge bezeichnet. Grund: Die angelegten Beträge können nur unter bestimmten Bedingungen bezogen werden. Grundsätzlich ist 3a-Kapital Vorsorgekapital. Das heisst: Es kann abgesehen von Ausnahmen frühestens fünf Jahre vor Erreichen des ordentlichen Rentenalters bezogen werden.

Geld können Sie auch ungebunden sparen. Das ist im Rahmen der Säule 3b möglich. Hier ist das Sparen nicht an feste Verträge oder Sparformen gebunden. Dafür bringt es aber auch keine Steuervorteile mit sich.