Vorsorge

Säule 3a: Wann und wie soll ich mit dem Einzahlen anfangen?

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| von Leo Hug |
Bild: iStock / fizkes

Je früher Sie sich um Ihre Altersvorsorge kümmern, desto besser. Doch aller Anfang ist schwer – und die Verwirrung rund um das Thema Säule 3a gross. Comparis erklärt, auf was Sie bei der Säule 3a achten sollten und wie Sie Ihre Altersvorsorge optimieren.

Wer am Anfang seines Berufslebens steht, verschwendet eher selten Gedanken an die Pensionierung in einigen Jahrzehnten. Trotzdem lohnt sich genau das. Denn wer im Alter ein ausreichendes finanzielles Polster haben möchte, muss langfristig denken. Auf jeden Franken, der in der Säule 3a steckt, werden Zinsen gutgeschrieben. Je früher Sie mit dem Einzahlen beginnen, desto mehr können Sie von den Zinsen profitieren. Dazu kommt, dass die Steuerersparnis das Ansparen zusätzlich rentabel macht.

Ab wann kann ich in die Säule 3a einzahlen?

Grundsätzlich kann jeder in die Säule 3a einzahlen, der ein AHV-pflichtiges Einkommen erzielt. Ab dem 1. Januar nach der Vollendung des 17. Altersjahres müssen alle Erwerbstätigen AHV-Beiträge entrichten. Daher dürfen unter anderem auch Lehrlinge und erwerbstätige Studenten in die Säule 3a einzahlen.

Lohnt es sich, früh mit dem Einzahlen in die Säule 3a anzufangen?

Wer mit 25 Jahren damit beginnt, monatlich 150 Franken in die Säule 3a einzuzahlen schafft – bei einer durchschnittlichen Verzinsung von 3 Prozent – mit dieser Strategie bis zum 65. Geburtstag ein Säule-3a-Guthaben von 138’909 Franken. Netto belaufen sich die eingezahlten Beträge auf 72'000 Franken (12 Monate x 40 Jahre x 150 Franken).

Ein Spätstarter hingegen, der erst mit 35 Jahren mit den Säule-3a-Einzahlungen beginnt – dafür aber 200 Franken monatlich aufwendet – profitiert weniger von den Zinsen. Er kommt unter gleichen Bedingungen (Verzinsung von 3 Prozent) nur auf 116’547 Franken. Das sind 22'362 Franken weniger als beim Frühstarter. Das Erstaunliche dabei ist, dass der Spätstarter bis zum 65. Lebensjahr genauso viel einzahlt, wie der Frühstarter: 72'000 Franken (12 Monate x 30 Jahre x 200 Franken).

Guthabenentwicklung Säule 3a

Mehr Gewinn mit Vorsorgefonds

Die Zinsen auf den klassischen 3a-Konten bewegen sich derzeit im Bereich zwischen 0 und 0,4 Prozent. Damit minimiert sich auch der Zinseszinseffekt*. Hier können Sie die aktuellen Zinsen für die Säule 3a vergleichen.

Eine Alternative bietet das Anlegen von 3a-Vermögen in Anlagefonds. Alle Anbieter von 3a-Produkten haben auch Vorsorgefonds im Angebot. Mit Vorsorgefonds investieren Sie unter anderem auch in ein breit gestreutes Aktienpaket. Oft liegt der maximale Aktienanteil solcher Fonds bei 50 Prozent. Der Rest wird in sichereren Obligationen mit jedoch tieferer Rendite angelegt. Bei manchen Anbietern sind allerdings auch bis zu 80 Prozent Aktienanteil möglich und entsprechend höhere Renditen – natürlich verbunden mit einem höheren Risiko. Wer mit Vorsorgefonds fürs Alter spart, trägt zwar ein Marktrisiko. Auf lange Sicht jedoch haben in der Vergangenheit Anlagen in Aktien andere Anlageformen immer geschlagen. Eine Renditeerwartung** von 3 Prozent auf das investierte Kapital ist mit Anlagefonds auf längere Sicht nach derzeitigem Stand realistisch.

Kann ich mit der Säule 3a Steuern sparen?

Ausser von den langfristigen Zinseffekten profitieren Sie mit den Einzahlungen in die dritte Säule auch von steuerlichen Vorzügen. Unter anderem können die Beitragszahlungen vom steuerbaren Einkommen abgezogen werden. Damit sinkt die Steuerlast pro Jahr. Comparis hat für Sie Tipps gesammelt, die Sie dabei beachten sollten.

Wie hoch ist der Maximalbetrag, den ich pro Jahr einzahlen darf?

Die Beiträge in die Säule 3a sind limitiert – und zwar aktuell auf 6’826 Franken für Arbeitnehmer pro Jahr. Für Selbstständigerwerbende ohne Pensionskasse ist der Betrag auf 34'128 Franken bzw. 20 Prozent des Nettoeinkommens limitiert.

Mit der Säule 3a die Vorsorgelücke schliessen

Mit dem Vorsorgerechner von Comparis können Sie Ihre Vorsorgelücke abschätzen. Der Vorsorgerechner berücksichtigt Ihre voraussichtlichen Einnahmen aus AHV und Pensionskassenrente und berechnet die Ihnen fehlenden Einnahmen zur Weiterführung ihres gewohnten Lebensunterhalts. Idealerweise decken die Ersparnisse in der Säule 3a die Vorsorgelücke im Alter.

Es lohnt sich deshalb, sich frühzeitig mit dem Thema zu befassen. Langfristig gesehen hat die Säule 3a einen grossen Einfluss auf die finanzielle Situation nach der Pensionierung oder auch bereits vorher, wenn zum Beispiel mit dem Vermögen in der Säule 3a ein Haus- oder Wohnungskauf geplant ist.

Klar ist, dass die künftige Generation von Rentnerinnen und Rentnern deutlich weniger Leistungen aus der zweiten Säule (Pensionskasse) erhalten wird. Die Gründe dafür liegen in der steigenden Lebenserwartung, zu hohen Umwandlungssätzen und den derzeitigen Negativzinsen der Nationalbank. Das Vermögen aus der Säule 3a als Ergebnis des freiwilligen zusätzlichen Sparens wird daher immer wichtiger.

Begrifferklärungen

* Zinseszinseffekt: Beim Zinseszins wird davon ausgegangen, dass die jährlichen Zinserträge immer wieder zusammen mit dem Startkapital zum selben Zinssatz angelegt werden. Dadurch wächst das Vermögen mit der Zeit stetig an. Durch den Zinseszins kann – je nach Zinssatz – Ihr Gewinn in relativ kurzer Zeit überproportional ansteigen. Dann spricht man vom Zinseszinseffekt.

** Renditeerwartung: Der Verlust oder Gewinn, der durch eine Anlage über einen bestimmten Zeitraum erwartet wird.