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Motorroller: Was muss ich beim Kauf beachten?

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Bild: iStock / yacobchuk

Motorroller kosten weniger als ein Auto. In den Städten sind sie zudem schneller unterwegs. Aber erfüllt ein Roller, was Sie sich von Ihrem Fahrzeug wünschen? Worauf müssen Sie beim Kauf achten?

Comparis gibt Antworten auf die wichtigsten Fragen zum Motorroller:

  • Wie viele Roller gibt es in der Schweiz?
  • Welches ist der meistverkaufte Roller der Schweiz?
  • Was muss ich beim Rollerführerschein beachten?
  • Auf was muss ich bei der Fahrbekleidung achten?
  • Welche Vorteile hat ein Roller in der Stadt?
  • Wie sieht es mit Stauraum beim Roller aus?
  • Welche Alternativen zum Roller gibt es?
  • Gibt es auch elektrische Motorroller?
  • Wo kann ich einen Roller testfahren?
  • Welcher Roller ist der richtige für mich?
  • Soll ich einen Roller neu kaufen oder als Occasion?
  • Wo kann ich meinen Roller verkaufen?
  • Worauf muss ich bei einer Occasion achten?
  • Wie viel kostet ein Motorroller?
  • Wie viele Roller gibt es in der Schweiz?

    1990 gab es in der Schweiz nur mehr etwas über 12'000 Motorroller. Das waren nicht einmal zwei Prozent aller motorisierten Zweiräder.  Dann aber ging es steil bergauf: Heute fahren über 270'000 Roller in der Schweiz – also fast jedes dritte motorisierte Zweirad (Stand: 2017).

    Autofahren nimmt vor allem in den Städten viel Zeit in Anspruch. Hier können die kleinen und wendigen Roller ihre Vorteile voll ausspielen. Erst recht, weil sie technisch sehr viel besser geworden sind.

    Heute punkten Roller mit Automatikgetriebe. Das ist im Stau viel bequemer als immer kuppeln zu müssen. Der elektrische Anlasser erspart das kraftraubende Ankicken. Und als Viertakter mit Benzineinspritzung ist der Verbrauch deutlich gesunken. Benzin spielt daher bei den Unterhaltskosten inzwischen eine geringere Rolle als die Versicherung.

    Welches ist der meistverkaufte Roller der Schweiz?

    Die überwiegende Mehrheit aller Roller in der Schweiz hat einen Hubraum von knapp 125 Kubikzentimetern. Und in dieser Klasse sticht ein Modell ganz klar heraus: Die Vespa Primavera 125 mit einer Höchstgeschwindigkeit von ca. 91 km/h. Sie war im 2018 mit über 1’500 Neuzulassungen der meistverkaufte Roller der Schweiz – insgesamt wurden 17'518 Roller verkauft.

    Was muss ich beim Rollerführerschein beachten?

    Angehende Rollerfahrer können wählen, in welcher Kategorie sie den Führerschein erlangen möchten. Zur Auswahl stehen Kategorie A beschränkt oder unbeschränkt und die Unterkategorie A1. Aber Achtung: für die erste Kategorie ist ein Mindestalter von 25 Jahren nötig. Für die Kategorie A beschränkt gelten 18 Jahre. Die Kategorie A1 verlangt bei einem Motorrad von maximal 50cm3 ein Mindestalter von 16 Jahren. Für alle übrigen Motorräder der Kategorie A1 müssen Lernfahrende mindestens 18 Jahre alt sein.

    Der Weg zum Motorradführerschein ist grösstenteils deckungsgleicht mit dem Prozedere zum Fahrausweis für Automobile. Comparis erklärt Ihnen hier Wissenswertes für angehende Neulenker.

    Auf was muss ich bei der Fahrbekleidung achten?

    Selbst bei einer eleganten Vespa gilt allerdings: Eleganz darf bei der Wahl der Fahrbekleidung nicht an erster Stelle stehen. Man könnte mit blossen Beinen fahren, auch im Sommerkleid und mit eleganten Schuhen – ratsam ist das jedoch nicht. Die grössten Gefahren entstehen bei einem Sturz auf oder dem Rutschen über den Asphalt. Oder beim Zusammenprall mit Autos. Darum: Ein Helm ist Pflicht. Und auch sonst gilt: Ein Minimum an Sicherheitskleidung muss sein. Protektoren als Weste oder fest eingenäht in Jacke und Hose sind ein Muss. Hier erfahren Sie, welche Ausrüstung sonst noch sinnvoll ist.

    Welche Vorteile hat ein Roller in der Stadt?

    Wer die Sicherheitsmassnahmen beachtet, profitiert mehrfach von den zweirädrigen Stadtflitzern: 

    Schneller Parkieren

    Mit einem Roller haben Sie kaum Parkplatzsorgen. Sie dürfen ihn zwar nicht auf Parkplätzen für Autos abstellen, zum Beispiel in der blauen Zone. Aber in den Innenstädten gibt es viele spezielle Parkflächen. Im Grunde dürfen Sie Ihren Roller sogar nur dort abstellen. Allerdings dulden viele Städte, dass Roller auf dem Trottoir parkiert werden. Zum Beispiel Zürich. Gebüsst wird hier meist nur, was andere behindert oder gefährdet – also immer genug Platz für Fussgänger lassen. Bern hingegen ist viel strenger: Hier wird auf dem Trottoir immer eine Busse fällig.

    Den Stau überholen

    Die Roller selbst sind zwar nicht besonders schmal gebaut. Aber die Beine des Fahrers stehen vor dem Lenker, sie ragen nicht über die Seite hinaus. So bleibt das Gesamtprofil schmal, oft deutlich schmaler als bei Motorrädern. Im Grunde kommt man damit fast überall durch. Erlaubt ist aber nur echtes Überholen: An fahrenden Fahrzeugen links vorbeifahren. Sobald die Blechlawine stehenbleibt, müssen auch Sie stehen. Zwischen zwei Spuren Autos dürfen Sie nie hindurch. Busspur, Trottoir und klar markierte Velowege sind tabu. Die Velostreifen, die mit gestrichelten Linien abgetrennt sind, bleiben eine ewige Grauzone: Alle Motorfahrzeuge dürfen Sie benutzen, so lange sie die Velofahrer nicht behindern. Den stehenden Verkehr rechts zu überholen ist nur für Velos und Mofas erlaubt.

    Wie sieht es mit Stauraum beim Roller aus?

    Mit einem Roller sind Sie nicht nur schnell unterwegs. Sie finden auch genug Stauraum für den Alltag.

    Immer mit dabei ist der Stauraum unter der Sitzbank. Einfach Sitzbank hochklappen, Helm heraus, Tasche hinein – und los geht die Fahrt. Bei den meisten 125ern, auch der Vespa, reicht der Platz für einen Helm oder einen kleineren Einkaufssack. Bei manchen von den grossen Rollern sogar für zwei Helme.

    Besonders nützlich ist auch ein Topcase hinter der Sitzbank. Diese Koffer gibt es passend zu Ihrem Roller von vielen Zubehör-Spezialisten. Und für Design-Puristen auch vom Hersteller selbst – so dass sie perfekt zum Roller passen.

    Welche Alternativen zum Roller gibt es?

    Ein Roller kann viel. Aber nicht alles. Wollen Sie ein Zweirad mit Motor, dann gibt es zum Roller auch gute Alternativen:

    Alternative 1: E-Bike

    Mit einem Velo dürfen Sie überall parkieren, immer den Radfahrstreifen benutzen und an vielen Orten auch die Busspur. Mit einem E-Bike ohne Helmpflicht und Zulassung kommen Sie auf ein Tempo bis 25 Stundenkilometer. E-Bikes mit Geschwindigkeiten bis 45 Stundenkilometer unterliegen derweil der obligatorischen Zulassung und einer Helmpflicht. Sie müssen allerdings keinen Motorradhelm tragen, ein Fahrradhelm reicht.

    Alternative 2: Motorrad

    Die Motorenpalette bietet mehr Hubraum und mehr PS für mehr Geschwindigkeit und maximale Beschleunigung. Auch für längere Strecken wählen viele Fahrer eher einen grossen Töff. Grosse Roller mit einem Hubraum von 400 oder gar 650 Kubikzentimetern eignen sich aber genauso zum Reisen.

    Gibt es auch elektrische Motorroller?

    Neben Rollern mit klassischem Verbrennungsmotor gibt es auch Modelle mit Elektroantrieb. Das macht weniger Lärm und produziert weniger Abgase.

    Von vielen asiatischen Herstellern gibt es E-Roller schon länger. Inzwischen hat mit der Elettrica auch Vespa nachgezogen. Deren Reichweite beträgt nach Herstellerangaben 100 Kilometer. Aufladen geht an einer ganz normalen Steckdose und dauert vier Stunden. Installieren Sie zu Hause eine passende Schnellladestation, geht es sogar noch schneller. 

    Schneller unterwegs als die E-Velos ist die E-Vespa allerdings nicht: Wie bei vielen Elektrorollern ist die Höchstgeschwindigkeit auf 45 Kilometer pro Stunde beschränkt. Sie messen sich eher mit den kleinen 50ern und sind keine Konkurrenz für die 125er-Klasse.

    Für höhere Geschwindigkeiten bieten Hersteller wie Vespino und Quantya Fahrzeuge an. Von den grossen, bekannten Marken spielt BMW bei grossen Rollern mit.

    Wo kann ich einen Roller testfahren?

    Bei vielen Händlern können Sie einen Roller nicht nur für eine kurze Runde testen, sondern auch für ein Wochenende mieten. 

    Zumindest in Zürich ist das Sharing auch bei den Zweirädern angekommen. Bei Smide buchen Sie grosse E-Bikes per App. Beim Carsharing-Anbieter Mobility gibt es neu auch E-Roller. Hier finden Sie immer den aktuellen Überblick über die Sharing-Systeme.

    Welcher Roller ist der richtige für mich?

    Sie haben die Alternativen gründlich abgewägt. Wenn Sie jetzt wissen, dass Sie kein E-Velo und auch kein Motorrad wollen – dann machen Sie sich auf die Suche nach einem Motorroller. Diese Fragen helfen, genau das passende Modell für Sie auszuwählen:

    • Ein oder zwei Plätze? Fahren Sie alleine oder wollen Sie auch mal jemanden mitnehmen?
    • Kleine oder grosse Räder? Kleine Räder machen wendig, bieten aber weniger Stabilität.
    • Sitzposition bequem? Sie müssen mit beiden Beinen auf den Boden kommen.
    • Bedienelemente gut erreichbar? Erreichen Sie alles ohne Überlegen – und ohne Verrenkung?
    • Sicheres Fahrverhalten? Sie müssen Beschleunigen, Bremsen und Lenken immer beherrschen.

    Soll ich einen Roller neu kaufen oder als Occasion?

    Wissen Sie, welchen Roller Sie wollen? Dann machen Sie sich auf die Suche nach einer Kaufgelegenheit. Occasionen sind günstiger als Neufahrzeuge. Doch nicht so sehr wie bei Autos.

    Roller neu kaufen

    Dank dem geringen Wertverlust kann ein Neukauf auch unter ökonomischen Gesichtspunkten sinnvoll sein. Die Vespa Primavera 125 finden Sie um 5'500 Franken – mit diesem Preis ist sie zum meistverkauften Roller der Schweiz geworden. Viele andere 125er kosten neu noch weniger, die aus Fernost zum Teil nur etwas über 2'000 Franken. Ein Neukauf liegt darum für viele im Budget.

    Roller gebraucht kaufen

    Klassische Vespas sind Kultobjekte und werden zu Liebhaberpreisen gehandelt. Aber auch die neuen Roller haben noch einen hohen Wiederverkaufswert. Günstig werden oft nur Exemplare mit hoher Laufleistung angeboten. Oder wenn sie draussen gestanden haben, schlecht gepflegt wurden oder gar einen Unfall hatten. Kaufen Sie darum besser beim Fachhändler oder lassen sich beim Privatkauf von einem Profi begleiten.

    Im Motorradmarkt von comparis.ch können Sie neue und gebrauchte Modelle übersichtlich nebeneinander anzeigen lassen.

    Wo kann ich meinen Roller verkaufen?

    Sollten Sie sich von Ihrem Motorroller trennen wollen, können Sie ganz unkompliziert über den Motorradmarkt von Comparis ein Inserat hochschalten.

    Worauf muss ich bei einer Occasion achten?

    Wenn Sie es selber einschätzen können, dann kennen Sie diese Punkte. Für alle anderen: Auf diese Punkte achtet ein Profi beim Kauf eines gebrauchten Rollers.

    Zustand des Blechs

    Hier geht es nicht nur um die Optik. Wurde gespachtelt und nachlackiert? Dann verbirgt sich vielleicht ein Unfallschaden. Zeigt sich Rost, dann hat der Roller viel draussen gestanden.

    Zustand der Elektrik

    Die Elektrik leidet, wenn ein Roller viel draussen steht. Funktionieren Licht, Bremslicht, Blinker und auch sonst alles? Auch der elektrische Anlasser?

    Zustand des Motors

    Springt der Roller an? Läuft er gleich nach dem Start sauber oder können ungewöhnliche Geräusche wahrgenommen werden? Gibt es Spuren von Ölverlust?

    Ganz genau müssen alle Eigenschaften geprüft werden, die für die Sicherheit wichtig sind:

    Lenkung

    Lässt sich der Roller präzise lenken? Ist die Lenkung ausgeschlagen oder hat sie zu viel Spiel?

    Reifen

    Sind die Reifen abgefahren oder haben Sie noch genug Profil? Die Hauptrillen der Luftreifen für Kraftfahrzeuge müssen grundsätzlich eine Profiltiefe von 1,6 mm aufweisen, bei Fahrrädern mit Hilfsmotor, Kleinkraft- und Leichtkrafträdern genügt eine Profiltiefe von 1 mm.

    Bremsen, Kupplung

    Verzögern die Bremsen gleichmässig und schnell? Schalten die Gänge ohne Rucken?

    Wie viel kostet ein Motorroller?

    Die Kosten fürs Motorradfahren hängen vor allem von den eigenen Ansprüchen ab. Mit wieviel Kosten Sie für Versicherung, Verkehrsabgabe und Benzin rechnen müssen, kann nach Modell variieren. Hier finden Sie eine Übersicht der Kosten im Jahr