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Stadtverkehr: Mit dem Roller schnell und günstig ans Ziel

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Günstiger als ein Auto, schneller in den Städten – der Roller bringt so einige Vorteile mit sich. Bild: iStock / wundervisuals

Motorroller kosten weniger als ein Auto. Und in den Städten sind sie erst noch schneller unterwegs. Aber erfüllt ein Roller, was Sie sich von Ihrem Fahrzeug wünschen? Worauf müssen Sie beim Kauf achten? Und was für Kosten kommen mit einem Roller jährlich auf Sie zu?

Günstiger und schneller: Im Stadtverkehr spricht Vieles für einen Motorroller. Ob die Design-Ikone vom Pionier Vespa oder ein Scooter von einem der anderen Hersteller – keine Frage: Roller sind beliebt.

Roller-Boom im zweiten Anlauf

1990 gab es in der Schweiz nur mehr etwas über 12'000 Motorroller. Das waren nicht einmal zwei Prozent aller motorisierten Zweiräder. Ab dann aber ging es wieder steil bergauf: Heute fahren über 270'000 Roller in der Schweiz – also fast jedes dritte motorisierte Zweirad. 

Kein Wunder: Autofahren nimmt heute immer mehr Zeit – und Nerven – in Anspruch. Vor allem in den Städten. Hier können die kleinen und wendigen Roller ihre Vorteile voll ausspielen. Erst recht, weil sie technisch sehr viel besser geworden sind.

Heute punkten Roller mit Automatikgetriebe. Das ist im Stau viel bequemer als immer kuppeln zu müssen. Der elektrische Anlasser erspart das kraftraubende Ankicken. Und als Viertakter mit Benzineinspritzung ist der Verbrauch deutlich gesunken. Benzin spielt daher bei den Unterhaltskosten inzwischen eine geringere Rolle als die Versicherung.

Pionier einer neuen Kategorie

Die überwiegende Mehrheit aller Roller in der Schweiz hat einen Hubraum von knapp 125 Kubikzentimetern. Und in dieser Klasse sticht ein Modell ganz klar heraus: Die Vespa Primavera 125 mit einer Höchstgeschwindigkeit von ca. 91 km/h. Sie war im 2017 mit über 1'300 Neuzulassungen der meistverkaufte Roller der Schweiz – insgesamt wurden 18'545 Roller verkauft.

Sicherheit ist wichtiger als Eleganz

Selbst bei einer eleganten Vespa gilt allerding: Eleganz sollte bezüglich der Fahrbekleidung nicht an erster Stelle stehen. Man könnte mit blossen Beinen fahren, auch im Sommerkleid und mit eleganten Schuhen – so wie Audrey Hepburn in Rom.

Das sollte man aber nicht: Die grössten Gefahren entstehen bei einem Sturz auf oder dem Rutschen über den Asphalt. Oder beim Zusammenprall mit Autos. Darum: Der Helm ist sowieso Pflicht. Und auch ansonsten gilt: Ein Minimum an Sicherheitskleidung muss sein. Protektoren als Weste oder fest eingenäht in Jacke und Hose sind ein Muss. Hier erfahren Sie, welche Ausrüstung sonst noch sinnvoll ist.

Dem Verkehrschaos davon rollen

Wer die Sicherheitsmassnahmen beachtet, profitiert mehrfach von den zweirädrigen Stadtflitzern: 

Schneller Parkieren

Mit einem Roller haben Sie kaum Parkplatzsorgen. Sie dürfen ihn zwar nicht auf Parkplätzen für Autos abstellen, zum Beispiel in der blauen Zone. Aber in den Innenstädten gibt es viele spezielle Parkflächen. Im Grunde dürfen Sie Ihren Roller sogar nur dort abstellen. Allerdings dulden viele Städte, dass Roller auf dem Trottoir parkiert werden. Zum Beispiel Zürich. Gebüsst wird hier meist nur, was andere behindert oder gefährdet – also immer genug Platz für Fussgänger lassen. Bern hingegen ist viel strenger: Hier wird auf dem Trottoir immer eine Busse fällig.

Den Stau überholen

Die Roller selbst sind zwar nicht besonders schmal gebaut. Aber die Beine des Fahrers stehen vor dem Lenker, sie ragen nicht über die Seite hinaus. So bleibt das Gesamtprofil schmal, oft deutlich schmaler als bei Motorrädern. Im Grunde kommt man damit fast überall durch. Erlaubt ist aber nur echtes Überholen: An fahrenden Fahrzeugen links vorbeifahren. Sobald die Blechlawine stehenbleibt, müssen auch Sie stehen. Zwischen zwei Spuren Autos dürfen Sie nie hindurch. Busspur, Trottoir und klar markierte Velowege sind tabu. Die Velostreifen, die mit gestrichelten Linien abgetrennt sind, bleiben eine ewige Grauzone: Alle Motorfahrzeuge dürfen Sie benutzen, so lange sie die Velofahrer nicht behindern. Den stehenden Verkehr rechts zu überholen ist nur für Velos und Mofas erlaubt.

Genug Stauraum für den Alltag

Mit einem Roller sind Sie nicht nur schnell unterwegs. Sie finden auch genug Stauraum für den Alltag.

Immer mit dabei ist der Stauraum unter der Sitzbank. Einfach Sitzbank hochklappen, Helm heraus, Tasche hinein – und los geht die Fahrt. Bei den meisten 125ern, auch der Vespa, reicht der Platz für einen Helm oder einen kleineren Einkaufssack. Bei manchen von den grossen Rollern sogar für zwei Helme. 

Besonders nützlich ist auch ein Topcase hinter der Sitzbank. Diese Koffer gibt es passend zu Ihrem Roller von vielen Zubehör-Spezialisten. Und für Design-Puristen auch vom Hersteller selbst – so dass sie perfekt zum Roller passen.

Kann ein Roller, was Sie brauchen?

Ein Roller kann viel. Aber nicht alles. Wollen Sie ein Zweirad mit Motor, dann gibt es zum Roller auch gute Alternativen:

Alternative E-Velo

Mit einem Velo dürfen Sie überall parkieren,  immer den Radfahrstreifen benutzen und an vielen Orten auch die Busspur. Mit einem E-Bike  ohne Helmpflicht und Zulassung kommen Sie auf ein Tempo bis 25 Stundenkilometer. E-Bikes mit Geschwindigkeiten bis 45 Stundenkilometer unterliegen derweil der obligatorischen Zulassung und einer Helmpflicht. Sie müssen allerdings keinen Töffhelm tragen, ein Fahrradhelm reicht.

Alternative Motorrad

Die Motorenpalette bietet mehr Hubraum und mehr PS für mehr Geschwindigkeit und maximale Beschleunigung. Auch für längere Strecken wählen viele Fahrer eher einen grossen Töff. Grosse Roller mit einem Hubraum von 400 oder gar 650 Kubikzentimetern eignen sich aber genauso zum Reisen.

Gibt es Motorroller auch elektrisch?

Ausser mit dem klassischen Verbrennungsmotor gibt es Roller auch mit Elektroantrieb. Das macht weniger Lärm und produziert weniger Abgase.

Von vielen asiatischen Herstellern gibt es E-Roller schon länger. Inzwischen hat mit der Elettrica auch Vespa nachgezogen. Deren Reichweite beträgt nach Herstellerangaben 100 Kilometer. Aufladen geht an einer ganz normalen Steckdose und dauert vier Stunden. Installieren Sie zu Hause eine passende Schnellladestation, geht es sogar noch schneller. 

Schneller unterwegs als die E-Velos ist die E-Vespa allerdings nicht: Wie bei vielen Elektrorollern ist die Höchstgeschwindigkeit auf 45 Kilometer pro Stunde beschränkt. Sie messen sich eher mit den kleinen 50ern und sind keine Konkurrenz für die 125er-Klasse.

Für höhere Geschwindigkeiten bieten Hersteller wie Vespino und Quantya Fahrzeuge an. Von den grossen, bekannten Marken spielt BMW bei den grossen Rollern mit.

Ausprobieren, was passt

Bei vielen Händlern können Sie einen Roller nicht nur für eine kurze Runde testen, sondern auch für ein Wochenende mieten. 

Zumindest in Zürich ist das Sharing auch bei den Zweirädern angekommen. Bei Smide buchen Sie grosse E-Bikes per App. Beim Carsharing-Anbieter Mobility gibt es neu auch E-Roller. In anderen Schweizer Städten gibt es solche Angebote im Frühjahr 2018 noch nicht. Aber das ändert sich gerade rasant. Hier finden Sie immer den aktuellen Überblick über die Sharing-Systeme.

Welcher Roller ist der richtige?

Sie haben die Alternativen gründlich abgewägt. Wenn Sie jetzt wissen, dass Sie kein E-Velo und auch kein Motorrad wollen – dann machen Sie sich auf die Suche nach einem Motorroller. Diese Fragen helfen, genau das passende Modell für Sie auszuwählen:

  • Ein oder zwei Plätze? Fahren Sie alleine oder wollen Sie auch mal jemanden mitnehmen?
  • Kleine oder grosse Räder? Kleine Räder machen wendig, bieten aber weniger Stabilität.
  • Sitzposition bequem? Sie müssen mit beiden Beinen auf den Boden kommen.
  • Bedienelemente gut erreichbar? Erreichen Sie alles ohne Überlegen – und ohne Verrenkung?
  • Sicheres Fahrverhalten? Sie müssen Beschleunigen, Bremsen und Lenken immer beherrschen.

Neu oder Occasion – wie kaufen?

Wissen Sie, welchen Roller Sie wollen? Dann machen Sie sich auf die Suche nach einer Kaufgelegenheit. Occasionen sind günstiger als Neufahrzeuge. Doch nicht so sehr wie bei Autos.

Roller neu kaufen

Dank dem geringen Wertverlust kann ein Neukauf auch unter ökonomischen Gesichtspunkten sinnvoll sein. Die Vespa Primavera 125 finden Sie um 5'500 Franken – mit diesem Preis ist sie zum meistverkauften Roller der Schweiz geworden. Viele andere 125er kosten neu noch weniger, die aus Fernost zum Teil nur etwas über 2'000 Franken. Ein Neukauf liegt darum für viele im Budget.

Roller gebraucht kaufen

Klassische Vespas sind Kultobjekte und werden zu Liebhaberpreisen gehandelt. Aber auch die neuen Roller haben noch einen hohen Wiederverkaufswert. Günstig werden oft nur Exemplare mit hoher Laufleistung angeboten. Oder wenn sie draussen gestanden haben, schlecht gepflegt wurden oder gar einen Unfall hatten. Kaufen Sie darum besser beim Fachhändler oder lassen sich beim Privatkauf von einem Profi begleiten.

Im Motorradmarkt von comparis.ch können Sie neue und gebrauchte Modelle übersichtlich nebeneinander anzeigen lassen.

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Occasion – darauf achten die Profis

Wenn Sie es selber einschätzen können, dann kennen Sie diese Punkte. Für alle anderen: Auf diese Punkte achtet ein Profi beim Kauf eines gebrauchten Rollers.

Zustand des Blechs

Hier geht es nicht nur um die Optik. Wurde gespachtelt und nachlackiert? Dann verbirgt sich vielleicht ein Unfallschaden. Zeigt sich Rost, dann hat der Roller viel draussen gestanden.

Zustand der Elektrik

Die Elektrik leidet, wenn ein Roller viel draussen steht. Funktionieren Licht, Bremslicht, Blinker und auch sonst alles? Auch der elektrische Anlasser?

Zustand des Motors

Springt der Roller an? Läuft er gleich nach dem Start sauber oder können ungewöhnliche Geräusche wahrgenommen werden? Gibt es Spuren von Ölverlust?

Ganz genau müssen alle Eigenschaften geprüft werden, die für die Sicherheit wichtig sind:

Lenkung

Lässt sich der Roller präzise lenken? Ist die Lenkung ausgeschlagen oder hat sie zu viel Spiel?

Reifen

Sind die Reifen abgefahren oder haben Sie noch genug Profil? Die Hauptrillen der Luftreifen für Kraftfahrzeuge müssen grundsätzlich eine Profiltiefe von 1,6 mm aufweisen, bei Fahrrädern mit Hilfsmotor, Kleinkraft- und Leichtkrafträdern genügt eine Profiltiefe von 1 mm.

Bremsen, Kupplung

Verzögern die Bremsen gleichmässig und schnell? Schalten die Gänge ohne Rucken?

Wie viel kostet mich ein Motorroller?

Rund 2'200 Franken im Jahr – oder pro Monat etwa 200 Franken – so viel kostet es Sie, wenn Sie eine Vespa Primavera 125 neu kaufen und jährlich 5'000 Kilometer fahren.

Anschaffungskosten CHF
Amortisation (über 8 Jahre) 687.50
Fixkosten
Verkehrssteuer 65.00
Versicherung (Vollkasko) 250.00
Variable Kosten
Benzin 300.00
Pneus 150.00
Service 600.00
Pflege 100.00
Kosten pro Jahr 2’152.50

Wir haben für dieses Beispiel die Vespa Primavera 125 gewählt – das meistverkaufte Modell von allen Rollern in der Schweiz. Aber natürlich sind die Anschaffungspreise sehr unterschiedlich, je nach Hersteller und Motorisierung. Auch die weiteren Kosten schwanken je nach dem Wert des Rollers und der Motorleistung. Die Steuern sind in jedem Kanton unterschiedlich hoch. Und der Benzinpreis ändert von Woche zu Woche.

Um die Rechnung übersichtlich zu halten, haben wir einige Annahmen getroffen. Die variablen Kosten hängen vor allem davon ab, wie viel Sie fahren. Wir haben mit 5’000 Kilometern im Jahr gerechnet und einem Benzinpreis pro Liter von 1.45 Franken. Die Anschaffungskosten beim Neukauf haben wir linear über acht Jahre amortisiert – auch wenn der Wertverlust im ersten Jahr am grössten ist. Das entspricht den Annahmen der Budgetberatung Schweiz. Wenn Sie noch mehr über die Kosten wissen wollen, dann finden Sie hier einen Artikel über Motorradkosten im Detail

Ganz genau wissen Sie es nur, wenn Sie die präzisen Werte für Ihren Wunsch-Roller heraussuchen und die Rechnung selber machen. Aber schon an unserem Beispiel wird deutlich: Die grössten Kosten entstehen mit der Finanzierung des Kaufs. Danach folgt als grösster laufender Posten der Service. Auf Platz drei kommt die Versicherung. Für Neufahrzeuge ist eine Vollkaskoversicherung sinnvoll – mindestens in den ersten Jahren. Hier helfen wir Ihnen sparen: Bei comparis.ch finden Sie die günstigste Versicherung.

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