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Sportunfälle: Wie versichern sich Sportler richtig?

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Bild: iStock / yanik88

Ob beim Extremsport oder auf der Wanderung: 400'000 Sportunfälle ereignen sich jedes Jahr in der Schweiz (Stand 2018). Mit der richtigen Versicherungsdeckung lassen sich zwar nicht die Schmerzen lindern, wenigstens aber die finanziellen Folgen.

Comparis erklärt, was Sie zu Sportunfällen, Unfallversicherung und Privathaftpflicht wissen müssen:

Was zahlt die Unfallversicherung bei Sportunfällen?

Wer sich selbst bei einem Sportunfall verletzt, bekommt die Schäden von der obligatorischen Unfallversicherung ersetzt. Diese zahlt die Heilungskosten, bei Spitalaufenthalten genauso wie in der Reha.

Ab wann läuft die Unfallversicherung über meinen Arbeitgeber?

Wer pro Woche mindestens acht Stunden in einem Angestelltenverhältnis arbeitet, ist durch seinen Arbeitgeber auch bei Unfällen in der Freizeit versichert. Ist das der Fall, braucht man keine Unfalldeckung bei der obligatorischen Krankenversicherung (Grundversicherung). Diese obligatorische Unfallversicherung kommt für die Heilungskosten auf.

Trägt die Unfallversicherung die Kosten bei Extremsportarten?

Wer nach dem Motto «No risk, no fun» aktiv ist, riskiert vor allem eines: seinen Schutz durch die Unfallversicherung. Denn wer ein «Wagnis» eingeht, wie es im Unfallversicherungsgesetz heisst, muss bei einem Sportunfall mit einer Leistungskürzung von bis zu 50 Prozent rechnen. In besonders fahrlässigen Fällen droht sogar eine komplette Streichung der Leistungen. Bei Invalidität kann es zu einer Kürzung der Rente kommen.

Die Begründung der Versicherer: Extremsportler gehen bewusst ein hohes Risiko ein.

Wer auf Risikosportarten steht, sollte auf alle Fälle Rücksprache mit seiner Versicherung halten. Möglich ist es nämlich, dass die Versicherung für einen Prämienaufschlag den Schutz erweitert oder eine Zusatzversicherung anbietet.

Welche Sportarten stehen auf der Schwarzen Liste der Unfallversicherung?

Ein «Wagnis» geht nicht nur der Extremsportler ein, der sich beispielsweise mit einem Wingsuit in eine Bergschlucht hinabstürzt. Im Falle eines Unfalls können die Leistungen der Unfallversicherung unter anderem auch bei den folgenden Sportarten halbiert werden:

  • Boxwettkämpfen
  • Motocross-Rennen
  • Downhill-Rennen mit dem Mountainbike
  • Tauchen bei einer Tiefe von mehr als 40 Meter
  • Base-Jumping
  • Gleitschirm- und Hängegleiterfliegen
  • Ski-Geschwindigkeits-Rekordfahrten

Wichtig: Die Aufstellung ist nicht abschliessend und beinhaltet lediglich einige gängige Beispiele (Stand 2019).

Auch Kletterer, Bergsteiger, Gleitschirmflieger, Kanufahrer und Hochseesegler riskieren eine Leistungskürzung, wenn sie die üblichen Sicherheitsvorkehrungen in «schwerwiegender Weise» missachten. Das gleiche gilt auch für Aktivitäten, bei denen grosse Risiken nicht auf ein vernünftiges Mass reduziert werden können.

Unser Tipp: Nehmen Sie Kontakt mit Ihrer Unfallversicherung auf und lassen die den Deckungsrahmen klären, bevor Sie sich für eine Risiko-Sportart entscheiden.

Was zahlt die Privathaftpflicht bei Sportunfällen?

Die Privathaftpflicht springt ein, wenn ein Sportler eine andere Person verletzt oder deren Eigentum beschädigt. Die Kosten für Operationen und Rehabilitation oder ein möglicher Erwerbsausfall des Opfers kommen einen oft teuer zu stehen. Im schlimmsten Fall können die Kosten den Unfallverursacher zeitlebens in den Ruin treiben.