Franchise bei der Krankenkasse: Welche Franchise lohnt sich?
Bei Ihrer Grundversicherung müssen Sie eine Franchise zahlen. Comparis erklärt, was die Franchise ist und welche für Sie Sinn macht.

26.10.2026

iStock / Rena Lolivier
1. Was ist die Franchise bei der Krankenkasse in der Schweiz?
Die Franchise ist der Teil der Gesundheitskosten, den Sie selbst bezahlen müssen. Das heisst: Sie zahlen alle Rechnungen für Untersuchungen, Behandlungen und Medikamente bis zu Ihrer gewählten Franchise. Erst danach übernimmt die Krankenkasse Kosten.
Die Jahresfranchise beträgt zwischen 300 und 2’500 Franken. Bei Kindern liegt die Franchise zwischen 0 und 600 Franken. Je höher die Franchise, desto niedriger die monatlichen Prämien. Aber: Im Ernstfall zahlen Sie mehr Kosten.
Krankenkassen-Franchise ist ein Teil der Kostenbeteiligung
Die Franchise, der Selbstbehalt und der Spitalkostenbeitrag bilden zusammen Ihre Kostenbeteiligung. Das gilt allerdings nur für medizinische Leistungen, die durch die Grundversicherung gedeckt sind. Behandlungen ausserhalb des Leistungskatalogs der Grundversicherung müssen Sie in der Regel selbst zahlen.
Gut zu wissen: Zusatzversicherungen decken Leistungen ausserhalb der Grundversicherung. Was sie decken, unterscheidet sich je nach Krankenkasse und Angebot.
Die Franchise ist der Betrag, den Sie bei anfallenden Gesundheitskosten selbst zahlen müssen. Den Selbstbehalt zahlen Sie erst, wenn die Franchise ausgeschöpft ist.
Dabei gilt: Sie beteiligen sich zu zehn Prozent an weiteren Gesundheitskosten bis zu einem jährlichen Maximalbetrag von 700 Franken bei Erwachsenen. Kinder zahlen jährlich nicht mehr als 350 Franken Selbstbehalt.
2. Franchisen bei der Krankenkasse: Welche gibt es?
Für Erwachsene gibt es Franchisen zwischen 300 Franken und 2’500 Franken pro Jahr. Für Kinder liegen die jährlichen Franchisen zwischen 0 Franken und 600 Franken. Alle Franchisen über der niedrigsten nennt man «Wahlfranchisen».
Die Franchise-Stufen und Maximalrabatte sind in der Verordnung über die Krankenversicherung (Art. 93 KVV und Art. 95 KVV) geregelt. Aber: Krankenkassen müssen nicht alle Wahlfranchisen anbieten.
| Wählbare Franchise | Maximaler Prämienrabatt pro Jahr |
|---|---|
| CHF 300 | Kein Rabatt |
| CHF 500 | CHF 140 |
| CHF 1’000 | CHF 490 |
| CHF 1’500 | CHF 840 |
| CHF 2’000 | CHF 1’190 |
| CHF 2’500 | CHF 1’540 |
| Wählbare Franchise für Kinder | Maximaler Prämienrabatt pro Jahr |
|---|---|
| CHF 0 | Kein Rabatt |
| CHF 100 | CHF 70 |
| CHF 200 | CHF 140 |
| CHF 300 | CHF 210 |
| CHF 400 | CHF 280 |
| CHF 500 | CHF 350 |
| CHF 600 | CHF 420 |
3. Krankenkassen-Franchise 300 oder 2’500: Welche Franchise macht Sinn?
Welche Franchise sich lohnt, hängt von der Höhe der Gesundheitskosten im Versicherungsjahr ab.
Als Faustregel gilt:
| Minimalfranchise von 300 Franken | Erwarten Sie Gesundheitskosten über 2’000 Franken, lohnt sich die tiefste Franchise-Stufe. Die Folge: Sie bezahlen mehr für Ihre Grundversicherung. Sie müssen sich allerdings im Krankheitsfall weniger an Ihren Gesundheitskosten beteiligen. |
|---|---|
| Maximalfranchise von 2’500 Franken | Bei Gesundheitskosten unter 2’000 Franken lohnt sich in der Regel die höchste Franchise-Stufe. Sie müssen aber schlimmstenfalls bis zu 3’200 Franken auf einmal zahlen können – die Summe aus Franchise und dem maximalen Selbstbehalt. |
Franchise optimieren: Lohnen sich die Franchise-Stufen zwischen der tiefsten und der höchsten?
Franchise-Stufen zwischen der Grundfranchise und der Maximalfranchise lohnen sich in der Regel nicht. Sie bewirken einen zu geringen Rabatt.
Das Video gibt Ihnen eine Erklärung in Kurzform, welche Franchise sich für Sie lohnt.
Welche Franchise macht Sinn bei Kindern?
Bei Kindern lohnt sich in der Regel die tiefste Franchise-Stufe von 0 Franken. Der Grund: Kinder müssen relativ oft zum Arzt – und mögliche Krankheitskosten sind schwer vorherzusagen.
Krankenkassen und Franchisen vergleichen
Der Krankenkassenvergleich von Comparis gibt Ihnen einen Überblick über die Kostenunterschiede verschiedener Franchise-Stufen. Sie können auch Prämien verschiedener Krankenversicherungen und Krankenkassen-Modelle vergleichen.
4. Wie kann ich meine Franchise bei der Krankenkasse ändern?
Möchten Sie die Franchise wechseln, müssen Sie Fristen und Formalitäten beachten. Bei vielen Krankenkassen können Sie Ihre Franchise online anpassen – meist per Online-Formular oder App.
Ansonsten können Sie Ihre Franchise mit einem eingeschriebenen Brief anpassen. Unsere Muster-Briefe helfen Ihnen dabei. Laden Sie einfach die Vorlagen runter und füllen Sie sie aus.
Sind mehrere Familienmitglieder bei der gleichen Krankenkasse? Dann können Sie die Franchisen in einem Brief anpassen.
Wichtig: Es müssen alle volljährigen Personen unterschreiben. Bestenfalls unterschreiben ausserdem beide Eltern den Antrag für die Kinder.
5. Bis wann kann man die Krankenkassen-Franchise ändern?
Bis wann Sie die Franchise anpassen können, ist von der Art der Änderung abhängig.
Franchise senken: bis Ende November
Der Wechsel zu einer tieferen Franchise ist auf Beginn eines Kalenderjahres möglich. Die gewünschte tiefere Franchise müssen Sie der Krankenkasse bis zum letzten Arbeitstag im November mitteilen.
Franchise erhöhen: bis Ende Dezember
Sie können ebenfalls auf den Beginn eines Kalenderjahres in eine höhere Franchise wechseln. Die gewünschte höhere Franchise müssen Sie Ihrer Krankenkasse bis zum letzten Arbeitstag im Dezember mitteilen.
Ab wann gilt die neue Krankenkassen-Franchise?
Die neue Franchise ist ab dem 1. Januar des neuen Jahres wirksam. Das gilt sowohl für die Erhöhung als auch die Senkung der Franchise.
Prüfen Sie am besten vor dem Anpassen der Franchise, ob sich auch der Wechsel der Krankenkasse lohnt und Sie so sparen können.
Franchise wechseln unter dem Jahr
Sie können die Franchise nicht unter dem Jahr anpassen. Das ist nur zum Jahreswechsel möglich.
6. Jahresfranchise bei der Krankenkasse: Häufig gestellte Fragen
Die Mindestfranchise beträgt für Erwachsene 300 Franken, für Kinder 0 Franken.
Die Maximalfranchise beträgt für Erwachsene 2’500 Franken, für Kinder 600 Franken.
Die Franchise von 300 Franken lohnt sich, wenn Sie Gesundheitskosten von mehr als 2’000 Franken im Jahr erwarten. Haben Sie tiefere Kosten, ist die Höchstfranchise von 2’500 Franken insgesamt günstiger.
Die Franchise müssen Sie immer bei Leistungsbezug zahlen, etwa nach einem Arztbesuch oder einem Spitalaufenthalt. Sie zahlen den Betrag pro Kalenderjahr höchstens einmal.
Das heisst: Haben Sie innert eines Jahres Rechnungen in Höhe Ihrer Franchise bezahlt? Dann übernimmt die Krankenkasse die Kosten – bis auf den Selbstbehalt.
Beziehen Sie keine Gesundheitsleistungen, entstehen für Sie keine Kosten. Seit 2026 sind ausserdem einige Impfungen von der Franchise befreit.
Auch bei Schwangerschaft entstehen für Sie keine Kosten. Ab der 13. Schwangerschaftswoche müssen sich Frauen nicht an ihren Gesundheitskosten beteiligen. Die Befreiung gilt bis acht Wochen nach der Geburt. Vor der 13. Woche sind Frauen auch bei Kontrolluntersuchungen im Zusammenhang mit der Schwangerschaft von den Kosten befreit.
Gut zu wissen: In einigen Kantonen gibt es spezielle Programme zur Brustkrebsvorsorge. Frauen ab 50 Jahren können alle zwei Jahre eine Mammografie machen lassen, ohne die Franchise bezahlen zu müssen. Sie zahlen nur den Selbstbehalt von zehn Prozent.
Sind Sie über Ihre Krankenkasse gegen Unfälle versichert? Dann ist die Franchise die gleiche wie bei Ihrer Grundversicherung. Sind Sie über Ihren Arbeitgeber versichert, zahlen Sie keine Kostenbeteiligung bei Unfällen.
Nein, die Kostenbeteiligung bei Zusatzversicherungen ist anders geregelt. Die Details sind abhängig vom Anbieter und Versicherungsprodukt. Die genauen Angaben finden Sie in Ihrer Police.
7. Test: Wie hoch sollte ich die Franchise bei der Krankenkasse wählen?
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Dieser Artikel wurde erstmals produziert am 12.07.2022



