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Vollkasko oder Teilkasko? – Versicherte verschwenden Prämien

TIPPS
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Oft lohnt sich ein Wechsel von der Vollkasko- in die Teilkaskoversicherung. Bild: iStock / sabthai

Viele Schweizer Autos bleiben zu lange in der Vollkaskoversicherung, obwohl eine Teilkaskoversicherung vollkommen ausreicht. Dafür zahlen sie Jahr für Jahr unnötig hohe Prämien. Nach dem Winter ist der richtige Zeitpunkt für einen Wechsel.

Eine Auswertung von Autoversicherungsvergleichen auf comparis.ch zeigt: Für viele ältere Fahrzeuge wird noch eine Vollkaskoversicherung abgefragt – selbst bei Autos, die zehn Jahre alt sind. 

Die Versicherer freut es, doch für viele Konsumenten sind es unnötige Mehrausgaben. Sie zahlen Jahr für Jahr die Vollkasko-Prämie, obwohl eine Teilkaskoversicherung für sie günstiger wäre. Wer mit dem Gedanken spielt, von der Voll- in die Teilkasko zu wechseln, sollte einige Punkte beachten. Zuallererst: Ein Wechsel ist frühestens ein Jahr nach Abschluss der Vollkaskoversicherung möglich.

Vollkasko oder Teilkasko? 

In der Regel gilt: Ist das Auto älter als vier Jahre, lohnt sich eine Vollkaskoversicherung nicht mehr. Man steigt besser auf eine Teilkasko um. 

Im dritten Jahr weist das Fahrzeug mit rund 75 Prozent noch einen hohen versicherten Wert auf. Im vierten Jahr zahlt die Versicherung bei einem Totalschaden nur noch rund 65 Prozent, im fünften Jahr noch rund 55 Prozent. Die Prämie bleibt unterdessen gleich, da sie sich mit zunehmendem Fahrzeugalter bei den Versicherungen nicht jedes Jahr automatisch reduziert.

Das heisst: Das Verhältnis zwischen bezahlten Prämien und ausbezahlter Entschädigung im Falle eines Totalschadens wird immer ungünstiger und steigt signifikant zwischen dem dritten und vierten Jahr. 

Im Einzelfall gilt: Wer regelmässig Kollisionsschäden verursacht, sollte die Vollkasko besser behalten. Das gilt ebenso für Autofahrer, welche nicht genügend Ansparungen haben, um einen Kollisionsschaden oder ein neues Auto notfalls selber zu bezahlen. Spätestens ab dem siebten oder achten Altersjahr lohnt sich eine Vollkasko definitiv nicht mehr. Der Grund: Die Versicherung bezahlt bei einem Totalschaden nicht mehr einen bestimmten Anteil am Neuwert, sondern in der Regel nur noch den Wiederbeschaffungswert des Wagens. Teilkasko lohnt sich auch noch bei älteren Autos, weil der Ersatz eines bestimmten Teiles, zum Beispiel einer Frontscheibe, etwa gleich viel kostet, egal wie alt das Auto ist.

Wann von Vollkasko auf Teilkasko wechseln?

Im Winter ist das Risiko noch hoch, aufgrund der widrigen Witterung und der schlechteren Sicht einen Unfall zu verschulden. Glatteis oder Schneefall bringen mitunter auch erfahrene Autofahrer aus der Spur. Ausserdem können Kälte, Eis, Schnee, Splitt und Salz dem Auto so arg zusetzen, dass es zu Schäden am Lack, an der Karosserie oder am Chassis kommt.

Aus diesem Grund ist der Frühling die richtige Zeit, von der Vollkasko zur Teilkasko zu wechseln. 

Zu welcher Versicherung wechseln?

Am einfachsten ist es, wenn man bei seiner aktuellen Versicherung bleibt. In diesem Fall teilt der Autohalter seinem Versicherer mit, dass er von der Voll- in die Teilkasko wechseln möchte. In der Regel akzeptieren die Versicherungen einen Wechselwunsch und unterbreiten dem Versicherten eine entsprechende Offerte. Ist das Angebot zufriedenstellend, schickt man es unterschrieben retour. Zumeist ist ein Wechsel dann zum Zeitpunkt der datierten Unterschrift möglich. 

Natürlich ist dennoch möglich, dass eine andere Versicherung ein besseres Angebot macht. Dann kann ein Wechsel von Vorteil sein und unter Umständen einige hundert Franken einsparen.

Vorsicht bei der Vertragslaufzeit

Viele Versicherungen nutzen den Wechsel, um die einstmals festgelegte Vertragslaufzeit wieder von vorn beginnen zu lassen. 

Beispiel: Bei einem vor drei Jahren abgeschlossenen Fünf-Jahres-Vertrag wäre der Versicherte wieder volle fünf Jahre an den neuen Vertrag gebunden. 

Darauf sollten sich Versicherte nicht einlassen. Ganz im Gegenteil: Neben dem Antrag auf Wechsel in die Teilkaskoversicherung, sollten Sie ausserdem für die geänderte Versicherungspolice ein jährliches Kündigungsrecht beantragen. In der Regel zeigen sich die Versicherungen dabei kulant. 

So spart man am meisten Geld

Am meisten Geld sparen lässt sich mit einem Wechsel der Versicherung. Autobesitzer sind nicht auf das eine Angebot ihrer bisherigen Versicherung angewiesen. Sie können einfach und kostenlos Offerten mehrerer Anbieter einholen und miteinander vergleichen. Die Kündigung der aktuellen Versicherung ist nicht jederzeit möglich, aber jede Versicherung lässt sich auf das Vertragsende kündigen. In der Regel muss die Kündigung spätestens drei Monate vor Vertragsablauf bei der Versicherung eingehen. Entscheidend ist dabei nicht der Poststempel, sondern das Eingangsdatum bei der Versicherung. Darum: Am besten fristgerecht per eingeschriebenem Brief verschicken.

Nie mehr den Kündigungstermin vergessen: Lassen Sie sich erinnern!

Aber auch der Versicherungsnehmer hat ein Sonderkündigungsrecht. Zum Beispiel, wenn sich die Prämie oder die Allgemeinen Versicherungsbedingungen (AVB) ändern, der Fahrzeughalter wechselt, das Auto gewechselt wird oder ein Schadensfall eingetreten ist, für den die Versicherung eine Leistung erbracht hat.

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