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9 schlaue Tipps, wie Sie eine Überschuldung vermeiden

TIPPS
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Ebbe im Portemonnaie, aber ein Flut unbezahlter Rechnungen im Briefkasten. Bild: Thinkstock

Mehr als 1,3 Millionen Schweizer sind überschuldet: Auch hierzulande tappen zunehmend mehr Menschen in die Schuldenfalle. Ihnen drohen Betreibungen, Pfändungen und schlimmstenfalls Privatinsolvenz.

Es geht ja so einfach und schnell: Hier ein paar Bücher online per Kreditkarte bezahlt, dort einen Fernseher mit Ratenzahlung gekauft und schliesslich noch das neue Auto mit Hilfe eines Privatkredits angeschafft. Doch obacht, ehe man sich versieht, hat man mehr Kosten am Hals als Einnahmen auf dem Konto.

Manche Kantone wie zum Beispiel Zürich melden Rekordzahlen bei den Betreibungen. Die Schuldnerberatung Schweiz spricht von 1,3 Millionen überschuldeten Schweizern und von einer «Gefahr für die Gesellschaft. Seit Jahren stelle man fest, dass immer mehr Menschen sich übermässig überschulden.

Dabei muss es erst gar nicht so weit kommen. Mit unseren 9 hilfreichen Tipps vermeiden Sie den Schulden-Schock.

  • Überblick über die gesamten Ein- und Ausgaben verschaffen: Die Überschuldung hat ihre Ursache oft darin, dass man übersieht, dass die Ausgaben die Einnahmen übersteigen. Machen Sie sich ihre monatlichen Fixkosten klar: Miete, Nebenkosten, Versicherungen, Lebenshaltungskosten, Mitgliedsbeiträge, Auto- und Spritkosten. Denn die kleinen Ausgaben wie Mitglieds- oder Abobeiträge können in der Summe mehr ausmachen, als man denkt.

    Tipp: Apps können einem helfen, den Überblick nicht zu verlieren, zum Beispiel Qontis oder eny Budget.
  • Realistisches Budget erstellen: Neben den aktuellen Fixkosten sollten Sie auch berücksichtigen, welche Belastungen in mittlerer, aber auch ferner Zukunft hinzukommen könnten. Vor allem junge Erwachsene denken oft nicht daran, dass Lebenshaltungskosten in Zukunft eher ansteigen werden. Hilfestellung im Netz bietet zum Beispiel die Internetseite firstbudget.ch.
  • Mit Kreditkarten vorsichtig umgehen: Vereinbaren Sie am besten mit der Bank, dass der Saldo am Ende jedes Monats automatisch per Lastschriftverfahren ausgeglichen wird. Verschulden über Kreditkarten ist sehr teuer. Im Normalfall sind die Zinsen höher als bei den Konsumkrediten. 
  • Wenn möglich mal bar zahlen: Ein Tipp, der geradezu simpel klingt und sehr hilfreich ist. Dazu in regelmässigen Abständen grössere Beträge vom Konto abheben und gezielt mit diesem Geld haushalten. Das hilft, die Ausgaben zu zügeln und den Überblick zur behalten.
  • Rückstellungen bilden: Legen Sie zeitig Geld beiseite für Kosten, die früher oder später auf sie zukommen werden: Steuern, Zahnarzt, Service/Reparaturen am Auto. Ratsam ist es, ein Extrakonto oder ein Sparkonto einzurichten und darauf einen monatlichen Fixbetrag zu überweisen.
  • Kredite für Dauerhaftes: Kredite eignen sich für dauerhafte Konsumgüter, von denen man auch etwas hat, solange man sie abbezahlt, also zum Beispiel für ein Auto oder für Möbel. Nicht mit Kredit finanziert werden sollten kurzfristig genutzte Produkte, die man über die Nutzung hinaus abbezahlen muss.
  • Kredite rasch zurückzahlen: Wenn der Reiz des Neuen verblasst, wird die monatliche Rate schnell zur Last. Generell ist zu raten: Man sollte nichts kaufen, das man sich über die Laufzeit des Kredites nicht auch selber ansparen könnte.
  • Ausgaben gut überdenken: Muss es wirklich das teure Automodell mit allem Schnickschnack sein, oder würde eine günstigere Variante reichen?  Manchmal ist es ratsamer, auf teure Anschaffungen zu verzichten und dafür ein schuldenfreies Leben zu führen.
  • Keine Scheu vor der Schuldnerberatung: Sollten Sie bereits knietief in den Schulden stecken, zögern Sie nicht, sich an die Schuldnerberatung Schweiz zu wenden. Landesweit ist sie in 37 Orten vertreten.