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Haushaltsbudget: So behalten Sie Ihre Finanzen im Griff

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Behalten Sie Ihre Ausgaben im Auge. Ihr Portemonnaie wird es Ihnen verdanken. Bild: iStock.com/monkeybusinessimages

Versicherungen, Miete, Steuern... Welche Fixkosten kommen in diesem Jahr auf Sie zu? Und wie viel Geld bleibt für Klamotten und Urlaub? Wer nicht unverhofft in die roten Zahlen rutschen will, legt ein Haushaltsbudget an. comparis.ch erklärt, worauf es dabei ankommt. 

So mancher kennt das Phänomen, wenn am Ende des Geldes noch so viel Monat übrig ist. Hier ein spontaner Wochenendtrip, dort ein neuer Fernseher und zwischendurch ein paar coole Sneaker: Dank Ratenzahlungen, günstiger Kredite und bargeldloser Bestellungen ist es heutzutage verlockend einfach, Geld auszugeben. Schneller als erwartet, ist das Konto bei null. Flattern dann noch Rechnungen für Versicherungen und Steuern ins Haus, kann es finanziell heikel werden. Allein in den letzten zehn Jahren sind die Schulden der privaten Haushalte in der Schweiz um 40 Prozent gestiegen. Tendenz steigend. Dabei ist es keinesfalls unmöglich, sich gegen Überschuldung zu schützen. Wer ein realistisches Haushaltsbudget aufsetzt, schützt sich vor unliebsamen Überraschungen. Ein guter Zeitpunkt dafür ist der Jahresbeginn. 

Schritt 1: Was sind die grössten Fix-Positionen?

Um auf Nummer Sicher zu gehen, sollte man zuerst die Ausgaben einkalkulieren, die auf jeden Fall auf einen zukommen. Dazu zählen bei den meisten Schweizern Versicherungen, Wohnkosten sowie Steuern. Sie alleine machen schon rund die Hälfte der Haushaltskosten aus. Erst danach kommen Bekleidung, Verpflegung oder auch Urlaub. 

Gemäss «Budgetberatung Schweiz» kommen auf einen Haushalt mit zwei Kindern und einem Netto-Einkommen von monatlich 7000 Franken folgende grossen Posten zu:

Wohnen (inkl. Strom) = 1820 Franken (sollte ca. ¼ der Einnahmen ausmachen)

Krankenkasse = rund 1100 Franken (GV und UV Kinder; zzgl. Jahresfranchise Minimum 100 Franken und Selbstbehalt)

Verpflegung = 1050 Franken (bei Jugendlichen ab 12 J. sollte man bis zu 100 Franken ergänzen)

Steuern = ca. 600 Franken (wohnsitzabhängig; siehe letzte Steuerrechnung)

Schritt 2: Variable Ausgaben

Zu variablen Ausgaben gehören u.a. Kleidung, Mobilität, Weiterbildung, Kinderbetreuung, Kommunikation sowie Urlaub und Rückstellungen (für Unvorhergesehenes wie Reparaturen etc.). Diese Posten unterscheiden sich je nach Wohnsituation (Miete/Eigentum), Anzahl und Alter der Kinder (Betreuung/Ausbildung), Entfernung zur Arbeit (Auto/ÖV), persönlichem Lebensstil (Reisen/Hobbys) etc. Sie werden individuell und am besten auf Basis alter Belege ermittelt. Nicht vergessen sollte man auch Barzahlungen für Kino, Restaurant, Reinigung etc.

Schritt 3: Ausgaben gleich Einnahmen?

Nun vergleicht man die addierten monatlichen Ausgaben mit den zu erwartenden Einnahmen (Löhne und andere Einkünfte). Zeigt sich schon jetzt ein Minus, muss der Haushaltsplan nochmals revidiert werden. Welcher Posten ist vielleicht zu grosszügig kalkuliert? Wo kann man sparen? Ist der Haushaltsplan ausgeglichen, hat man eine solide Grundlage. Nun kann man an jedem Monatsende die budgetierten Ausgaben mit den tatsächlichen Ausgaben vergleichen. Mögliche Ausreisser stechen sofort ins Auge.

Tipps: So kann man Geld sparen

Im Budget klafft ein fettes Haushaltsloch? Dann sollte man vielleicht mal alle Ausgaben genau überdenken. Es gibt immer Möglichkeiten, an der einen oder anderen Stelle etwas einzusparen. Hier ein paar nützliche Tipps:

Shopping

  • niemals ohne Einkaufsliste
  • niemals hungrig in den Supermarkt
  • nicht von (vermeintlichen) Sonderangeboten verleiten lassen
  • gewünschte Anschaffung gut überdenken
  • im Internet Preise vergleichen

Telekommunikation

  • Bei hohen Mobilfunk-Rechnungen auf eine Flatrate wechseln. Damit kann man soviel telefonieren oder SMS-Nachrichten verschicken, wie man möchte. 
  • Gehen Sie oft ins Internet oder benötigen Sie das Handy vor allem zum Telefonieren? Dann gibt es für Ihr Profil vielleicht ein günstigeres Angebot. Machen Sie den Mobilfunk-Vergleich bei comparis.ch.

Krankenkasse

  • Obwohl alle Krankenkassen in der Grundversicherung die gleichen Leistungen abdecken, unterscheiden sich die Prämien. Der Wechsel der Krankenkasse kann sich daher lohnen. So kann eine Familie locker einen vierstelligen Betrag sparen. Doch welche Krankenkasse ist am günstigsten? Hier können Sie sich einen aktuellen Überblick verschaffen.
  • Je nach Alter und Gesundheitszustand lässt sich ggf. auch über eine Erhöhung der Franchise Geld sparen.

Mobilität

  • Das Fahrrad ist das günstigste und zugleich sauberste Transportmittel. Ausserdem hält es fit.
  • Wer partout nicht ohne Auto auskommt: Vielleicht gibt es ja eine günstigere KFZ-Versicherung? Bei comparis.ch können Sie Autoversicherungen vergleichen.

 

Zur Info: Digitale Haushaltsbücher

Klassische Haushaltsbücher, in die man die Ausgaben und Einnahmen händisch einträgt, gibt es in Papeterien und Warenhäusern. Noch praktischer sind digitale Haushaltsbücher. Ihr Vorteil: Sie helfen nicht nur, das Budget zu planen, sondern entlarven auch versteckte Kosten. Das Angebot reicht von Vorlagen für Excel, über Online-Budgetrechner wie den der Budgetberatung Schweiz  bis hin zu Apps, wie «Mein Haushaltsbuch» oder  «Budgetalarm K-Tipp».