Renovieren & Wohnung streichen: So gelingt es
Mit etwas handwerklichem Geschick können Sie Ihre Wohnung selbst renovieren. Wir zeigen Ihnen, wie Sie die Renovation effizient planen und umsetzen.

05.03.2026

iStock / hanohiki
1. Renovieren der Wohnung: Planung
Eine Renovation sollten Sie schon im Voraus gründlich planen. Dabei können Sie sich an folgenden Punkten orientieren:
Was ist das Ziel der Renovation? Welche Schritte sind notwendig?
Welche Räume wollen Sie renovieren?
Welches Budget haben Sie?
Welche Arbeiten können Sie selbst erledigen und wofür brauchen Sie Fachpersonen?
Haben Sie das nötige Material?
Haben Sie diese Fragen beantwortet und einen klaren Plan aufgestellt, kann die Arbeit beginnen.
Mietwohnung renovieren: Was muss ich beachten?
Wollen Sie eine Mietwohnung renovieren? Dann müssen Sie mit Ihrer Vermietung klären, ob Sie die Arbeiten durchführen dürfen. Sie benötigen eine schriftliche Genehmigung (Art. 260a OR).
Am ehesten dulden Eigentümer Renovationen, wenn die Anpassungen die Wohnung aufwerten. Mit etwas Glück beteiligen sich Vermieterinnen und Vermieter sogar an den Kosten.
2. Wohnung renovieren: Wie wähle ich den richtigen Boden?
Ein schöner Boden ist die Grundlage für die Raumgestaltung und entscheidend für eine angenehme Wohnatmosphäre. Der richtige Bodenbelag trägt auch zur Funktionalität bei: Er kann die Akustik verbessern, den Komfort erhöhen und ist je nach Material pflegeleicht.
Beliebte Bodenbeläge sind:
Teppichböden sind weich und schaffen eine warme, gemütliche Atmosphäre. Sie verbessern die Raumakustik und isolieren gegen Kälte.
Allerdings sind Teppichböden schwieriger zu reinigen und anfälliger für Flecken als andere Bodenbeläge. Teppichböden eignen sich für den Wohnbereich. Nicht geeignet sind sie für Räume mit viel Schmutz und Feuchtigkeit, etwa Küche und Bad.
Kann ich Teppich selbst verlegen?
Mit etwas Geschick können Sie Teppichböden selbst verlegen. Es ist zwar arbeitsintensiv, aber nicht besonders kompliziert. Besonders einfach ist es in kleinen Räumen und bei Teppichen, die auf den Boden geklebt oder gespannt werden.
Vinylböden sind robust und pflegeleicht. Sie eignen sich für den Wohnbereich wie auch für die Küche und das Badezimmer. Vinyl ist in verschiedenen Designs erhältlich, die natürliche Materialien wie etwa Holz oder Stein imitieren.
Im Vergleich zu Laminat oder Fliesen sind Vinylböden deutlich dünner. Darum ist für die Verlegung ein ebener Untergrund erforderlich.
Kann ich Vinyl selbst verlegen?
Ist der Untergrund glatt, ist Vinyl recht leicht zu verlegen. Oft ist Vinyl in Klick-Systemen erhältlich. So können Sie die einzelnen Paneele durch spezielle Verbindungen einfach ineinanderstecken. Damit lässt sich der Boden ohne Spezialwerkzeug verlegen.
Laminatböden sind robust und pflegeleicht. Oft sind sie auch günstiger als Vinylböden. Sie sind allerdings recht empfindlich gegen Feuchtigkeit. Sie eignen sich darum nicht fürs Badezimmer.
Gut zu wissen: Teilweise müssen Sie unter dem Laminat noch eine zusätzliche Trittschalldämmung verlegen. In einigen Laminatböden ist diese aber inzwischen integriert.
Kann ich Laminat selbst verlegen?
Laminat ist unter anderem mit Klick-System erhältlich. So können Sie Laminat mit überschaubarem Aufwand selbst verlegen.
Parkett besteht aus echtem Holz. Es verleiht Räumen ein hochwertiges, natürliches Aussehen. Es ist langlebig und strapazierfähig. Aber: Es ist anfälliger für Druckstellen und Kratzer als Laminat. Allerdings können Sie einen Parkettboden regelmässig abschleifen und neu versiegeln.
Parkett ist in der Regel teurer als Vinyl und Laminat. Zudem braucht ein Parkettboden regelmässige Pflege (z. B. ölen). Es eignet sich ausserdem nicht für feuchte Räume wie das Badezimmer, da das Holz Feuchtigkeit aufnimmt.
Kann ich Parkett selbst verlegen?
Parkett mit Klick-System können Sie relativ einfach selbst verlegen. Massivparkett sollten Sie von einer Fachperson verlegen lassen.
Fliesen sind langlebig und wasserbeständig. Sie eignen sich darum für Küchen und Badezimmer wie auch für Wohnräume gleichermassen. Sie sind pflegeleicht und in vielen Designs und Grössen erhältlich.
Aber: Ohne Bodenheizung können sich Fliesen in den Wintermonaten kühl anfühlen.
Kann ich Fliesen selbst verlegen?
Das Verlegen von Fliesen ist anspruchsvoll. Vor allem für grossflächige Fliesen benötigen Sie zudem spezielles Werkzeug, etwa einen Fliesenschneider. Die Fliesen können ausserdem beim Verlegen schnell brechen. Darum lohnt es sich in der Regel, eine Fachperson zu beauftragen.
Unabhängig vom Bodenbelag: Prüfen Sie vor dem Verlegen des neuen Bodens den Untergrund. Nicht jeder Boden ist in einem so guten Zustand, dass Sie Ihren Wunschboden direkt darauf verlegen können.
Ist der vorhandene Boden uneben, wirkt sich das negativ auf den neuen Bodenbelag aus. Je nach Zustand müssen Sie den alten Boden vor dem Verlegen vollständig entfernen.
3. Badezimmer und Küche renovieren
Mit dem selbstständigen Renovieren von Bad und Küche sparen Sie Kosten und verleihen wichtigen Bereichen Ihres Alltags ein frisches Aussehen. Haben Sie das richtige Werkzeug und handwerkliches Geschick, können Sie viele Arbeiten selbst erledigen.
Armaturen auswechseln
Mit einem Austausch von Armaturen in Küche und Bad werten Sie die Räume wirkungsvoll auf. Den Ausbau der alten und den Einbau der neuen Armaturen können Sie in der Regel selbst durchführen.
Vorsicht: Bevor Sie mit dem Austausch beginnen, müssen Sie das Wasser abstellen. So vermeiden Sie Wasserschäden.
Wand- und Bodenfliesen streichen
Sind die Fliesen schon etwas älter, aber das Neuverlegen ist für Sie keine Option? Sie können Fliesen auch einfach überstreichen. Das ist günstiger und einfacher als das Verlegen neuer Fliesen.
Küchenfronten erneuern
Gefällt Ihnen die Farbe Ihrer Küche nicht mehr? Sie können der Küche ein neues Design verpassen, indem Sie die Küchenfronten erneuern.
Sie haben diese Möglichkeiten:
Die Folierung der Fronten ist eine einfache und günstige Möglichkeit, Ihre Küche zu modernisieren. Es gibt eine grosse Auswahl an verschiedenen Designs. Die Klebefolie müssen Sie nur zuschneiden und auf die Küchenfronten kleben. Wählen Sie möglichst hochwertige Folien.
Das Streichen der Küchenfronten ist ebenfalls eine kostensparende Option. Dieses Verfahren kann zeitaufwendiger sein, da Sie oft die Fronten abschleifen müssen. Achten Sie bei der Wahl der Farbe darauf, dass diese mit dem Material der Küchenfronten kompatibel ist.
Am aufwendigsten und teuersten ist der komplette Austausch der Küchenfronten. Hat Ihre Küche keine Standardmasse, müssen Sie die Fronten selbst zuschneiden oder nach Mass anfertigen lassen.
Beleuchtung anpassen
Licht spielt in Küche und Bad eine wichtige Rolle. Helle und gut platzierte Lampen in Küche und Bad sorgen für eine gut ausgeleuchtete und stimmige Umgebung. Mit weiteren Lichtquellen können Sie einzelne Bereiche zusätzlich beleuchten und hervorheben.
Tipp: Mit einer dimmbaren Beleuchtung können Sie die Raumatmosphäre ganz spontan Ihrer Stimmung anpassen.
Vorsicht: Bevor Sie mit der Arbeit beginnen, müssen Sie den Stromkreis am Sicherungskasten unterbrechen. Sonst besteht die Gefahr eines Stromschlags.
4. Wohnung streichen
Das Streichen von Wänden ist eine der einfachsten Möglichkeiten, einen Raum zu verändern: Farben beeinflussen die Atmosphäre – und die Wahrnehmung von Raum und Licht. Neben den Wänden können Sie zum Beispiel auch Heizkörper, Türrahmen und Fensterrahmen streichen.
So lassen Sie kleinere Räume grösser wirken:
Helle Wandfarben lassen einen Raum grundsätzlich grösser erscheinen.
Eine dunkle Farbe an der Stirnseite des Raums (kurze Seite) lässt ihn breiter wirken.
Möchten Sie alle Wände farbig streichen? Lassen Sie dabei einen etwa zehn Zentimeter breiten Streifen zur Decke hin weiss.
Streichen Sie die Decke heller als die Wände.
Mit der richtigen Ausrüstung können Sie Wände selbst streichen. Eine Herausforderung ist das Überstreichen dunkler Wände mit heller Farbe. Hier sind oft mehrere Farbschichten und eine spezielle Grundierung nötig.
Wohnung professionell streichen lassen
Für ein einwandfreies Ergebnis kann sich das Beauftragen einer professionellen Malerin oder eines professionellen Malers lohnen.
5. Wohnung renovieren: Kosten
Die Kosten für die Renovation einer Wohnung hängen stark von den geplanten Arbeiten, dem Zustand der Wohnung und der Wahl der Materialien ab.
6. Fazit
Eine Wohnung selbst zu renovieren, spart Kosten und bietet kreative Freiheit. Schon kleine Arbeiten wie das Streichen von Wänden oder der Austausch von Armaturen können eine grosse Wirkung haben.
Mit einer guten Planung und handwerklichem Geschick können Sie viel erreichen. Für komplizierte Arbeiten wie das Verlegen von Fliesen ist es sinnvoll, eine Fachperson zu beauftragen.
Gut zu wissen: Lampen und Lichtschalter dürfen Sie in Ihrer Wohnung selbst installieren dürfen. Für kompliziertere Elektroinstallationen müssen Sie allerdings eine Fachperson beauftragen (Art. 16 NIV).
7. Häufige Fragen zum Renovieren und Wohnung streichen
Grundsätzlich müssen Mieterinnen und Mieter in der Schweiz nicht die Wohnung streichen. Aber: Bei einer übermässigen Abnutzung müssen Sie sich bei Auszug an den Kosten beteiligen.
Nein, Sie müssen Ihre Wohnung nicht streichen. Selbst bei einer übermässigen Abnutzung empfiehlt sich das nicht. Denn: Geben Sie die Wohnung mit Schäden zurück, muss die Vermietung die Reparatur in Auftrag geben. Sie darf Ihnen dann nur die prozentualen Kosten gemäss Lebensdauer in Rechnung stellen.
Beispiel: Ein Anstrich mit Dispersionsfarbe hat eine Lebensdauer von acht Jahren. Sie ziehen nach fünf Jahren aus. Der Anstrich der neuen Wand kostet 500 Franken. Sie müssen nur drei Achtel der Kosten übernehmen, also 187.50 Franken.
Bei einer Renovation handelt es sich um eine Verschönerung Ihrer Immobilie. Dabei werden bereits bestehende Teile verbessert oder erneuert. Es ist eine werterhaltende Massnahme.
Sanierungen stellen den Wert der Immobilie wieder her. Denn: Bei einer Sanierung beheben Sie grössere Mängel. Das kann etwa die Entfernung von Schimmel sein.
Beim Renovieren verschönern Sie Ihre Immobilie. Sie verbessern oder erneuern bereits bestehende Teile. Das geschieht als werterhaltende Massnahme.
Eine Restauration ist eine Wiederherstellung eines Gebäudes in den ursprünglichen Zustand. Oft werden historische und denkmalgeschützte Gebäude restauriert. Dabei wird ein besonderes Augenmerk auf den kulturellen oder architektonischen Wert gelegt.
Dieser Artikel wurde erstmals produziert am 24.10.2024





