Kann man Türrahmen streichen?
Möchten Sie Ihren Türrahmen neu streichen und die Kosten tief halten? Mit der richtigen Vorbereitung können Sie selbst streichen. Comparis hilft Ihnen dabei.

27.02.2026

iStock / Heiko Küverling
1. Wann sollte ich die Türrahmen streichen?
Mit dem Streichen der Türrahmen werten Sie das Ambiente in Ihrem Zuhause auf. Je nach Material schützen Sie mit einem Anstrich zudem die Rahmen – und damit einen Teil der Bausubstanz.
Gute Gründe für neue Farbtupfer sind:
Die Türrahmen sind unschön und abgenutzt.
Sie wünschen sich einen Stilwechsel.
Es bestehen Umzugsschäden.
Erstanstrich bei Renovation oder Neubau.
Tipp: Der beste Zeitpunkt ist, wenn Sie in Ihrem Zuhause ohnehin gerade Malerarbeiten oder andere Renovationen durchführen.
Sind Ihre Türrahmen aus Holz? Dann ist ein Anstrich nicht nur eine Frage der Ästhetik. Holz ist empfindlich gegenüber Feuchtigkeit und Abnutzung. Ein guter Lack schützt das Material, verlängert die Lebensdauer und erleichtert die Reinigung.
2. Mit welcher Farbe sollten Sie Türrahmen streichen?
Während die Farbe von Ihrem Geschmack abhängt, gibt es verschiedene Lackarten zum Streichen von Türrahmen. Je nach Material, Raum und persönlicher Präferenz eignet sich ein anderer Lack. Im Wesentlichen stehen folgende Lackarten zur Auswahl:
Gut geeignet für deckende Anstriche bei Türrahmen im Innenbereich.
Acryllacke sind wasserbasiert. Sie enthalten üblicherweise wenig oder gar keine Lösungsmittel. Dadurch geben sie keine oder nur geringe Mengen an flüchtigen organischen Verbindungen (VOC) ab.
Das macht sie gesundheitsverträglicher und umweltfreundlicher als lösungsmittelbasierte Lacke. In der Regel trocknen Acryllacke schnell und sind nahezu geruchsneutral.
Besonders geeignet für stark beanspruchte Türrahmen, anspruchsvolle Materialien oder in Feuchträumen wie etwa im Badezimmer.
Die Lacke sind lösungsmittelbasiert. Sie haften sehr gut und sind widerstandsfähig. Allerdings sind sie umweltbelastend und es gibt gesundheitliche Risiken. Kunstharzlacke verströmen einen intensiveren Geruch und benötigen eine lange Trocknungszeit.
Tragen Sie unbedingt eine gute Schutzausrüstung und sorgen Sie für eine gute Belüftung der Räume.
Sinnvoll für Türrahmen, die extremen Belastungen ausgesetzt sind. Im Wohnbereich werden Zweikomponentenlacke eher selten genutzt.
Die Lacke bestehen aus zwei getrennten Bestandteilen: dem Lack und einem Härter. Durchs Zusammenfügen kommt es zu einer chemischen Reaktion. Die Folge: eine schnellere und härtere Aushärtung als bei Kunstharzlacken. 2K-Lacke bieten ausserordentliche Hafteigenschaften und Widerstandsfähigkeit.
Die Lacke enthalten meist Lösungsmittel. Es bestehen erhebliche Umwelt- und Gesundheitsrisiken. Ein guter Schutz ist erforderlich.
Bieten eine ansprechende matte Optik, sind aber wenig widerstandsfähig.
Die Lacke sind in der Regel wasserbasiert. Ohne Versiegelung eignet sich Kreidelack für stark beanspruchte Türrahmen eher nicht. Bei wenig beanspruchten Türrahmen kann er aber eine ansprechende Option sein.
In der Regel lohnt sich eine zusätzliche Versiegelung, etwa aus Wachs oder Klarlack. Das macht die Lackierung widerstandsfähiger. Sie kann aber die matte, pudrige Optik beeinträchtigen.
Kreidelacke gelten im Allgemeinen als gesundheitlich unbedenklich. Die Inhaltsstoffe in Versiegelungen können allerdings gesundheitliche Risiken bergen.
Achten Sie beim Kauf des Lacks darauf, dass dieser blockfest ist. Blockfest heisst: Die getrockneten lackierten Flächen kleben nicht aneinander, wenn sie aufeinandergepresst werden.
Wie glanzvoll soll der Anstrich sein?
Der Glanzgrad des Lacks bestimmt das Erscheinungsbild und die Pflege der Türrahmen. Entscheiden Sie je nach Stil und Vorlieben:
Seidenmatte und seidenglänzende Lacke sind beliebt für Türrahmen. Sie schimmern leicht, aber reflektieren nicht zu stark. Die Lacke wirken hochwertig und sind unempfindlich gegenüber Fingerabdrücken oder leichten Verschmutzungen.
Glänzende Lacke reflektieren das Licht stärker und schaffen eine auffällige Oberfläche. Diese Lacke sind besonders pflegeleicht. Unebenheiten oder Fehler beim Anstrich fallen allerdings mehr auf.
Matte Lacke haben keinerlei Glanz. Sie wirken dezent und modern. Einen besonders pudrigen Effekt erreichen Sie mit Kreidelacken. Die Lacke können kleine Unebenheiten im Holz gut kaschieren und verleihen dem Raum einen schlichten, edlen Look. Anstriche aus Kreidelacken sind allerdings anfällig für Flecken, Dellen und Abrieb.
3. Türzargen streichen: Anleitung
Die Arbeitsschritte beim Türrahmen-Streichen unterscheiden sich je nach Lackwahl und Material der Türrahmen. Folgen Sie im Zweifelsfall der Anleitung des Lackanbieters.
Das sind die üblichen Arbeitsschritte:
1. Oberfläche vorbereiten: Entfernen Sie Unebenheiten, alten Lack oder Farbreste mit Schleifpapier (Körnung 120–180). Ist die Oberfläche bereits glatt, gelingt Türrahmen-Streichen auch mit einem leichten Anschliff. Wichtig: Sind bereits mehrere alte Lackschichten vorhanden, ist Abschleifen in der Regel Pflicht. Sonst riskieren Sie, dass sich die Tür nach dem Streichen nicht mehr schliessen lässt.
2. Reinigen Sie den Rahmen gründlich. Entfernen Sie Staub und Fett.
3. Abkleben: Kleben Sie angrenzende Flächen (Wand, Tür) sorgfältig mit Malerklebeband ab. So erhalten Sie saubere Kanten. Sie können die Tür auch aushängen.
1. Prüfen Sie, ob eine Grundierung erforderlich ist. Das ist abhängig von der gewählten Lackart und vom Material sowie Zustand der Türrahmen. Achten Sie auf die Angaben des Herstellers.
2. Falls ja: Tragen Sie die Grundierung auf die vorbereitete Oberfläche gemäss Anleitung mit einem sauberen Pinsel oder einem Farbroller auf.
3. Lassen Sie die Grundierung vollständig trocknen.
Je nach Material sind besondere Schutzgrundierungen sinnvoll. Möchten Sie unbehandelte Metalltürrahmen streichen, ist etwa eine Rostschutzgrundierung sinnvoll. Bei unbehandelten Holztürrahmen lohnt sich oftmals ein sogenannter Holz-Isoliergrund.
Verwenden Sie einen Pinsel oder einen kleinen Farbroller. Tragen Sie den Lack in einer dünnen, gleichmässigen Schicht auf. Lassen Sie den Lack vollständig trocknen. Achten Sie bei der Trocknungszeit auf die Angaben des Herstellers.
Zwischenschliff: Nach dem Trocknen der ersten Lackschicht schleifen Sie die Oberfläche leicht an (Körnung 220–320). So können Sie sie glätten und die Haftung der zweiten Schicht verbessern.
Zweite Schicht auftragen: Tragen Sie eine zweite Schicht des Lacks auf und lassen Sie sie vollständig trocknen. Bei Bedarf können Sie eine dritte Schicht auftragen.
Bei Kreidelacken: Tragen Sie die Versiegelung gemäss Anleitung des Herstellers auf.
Entfernen Sie das Malerkrepp, solange die Farbe noch nass ist. So vermeiden Sie, dass Sie allenfalls angetrocknete Farbe mit abreissen.
Trocknungszeit und Pflege
Der Lack muss komplett trocken sein, bevor Sie den Türrahmen wieder nutzen. Später sollten Sie den Rahmen regelmässig reinigen. So bleibt der neue Anstrich lange gut erhalten.
Achtung: Bei Anstrichen mit lösungsmittelbasierten Lacken besteht ein Gesundheitsrisiko.
Beim Streichen und Trocknen sollten Sie den Raum nur mit passender Schutzausrüstung betreten. Stellen Sie zudem eine gute Belüftung des Raumes sicher, bis der Lack komplett getrocknet ist.
4. Türrahmen streichen: Was sind die Kosten?
Die Kosten für das selbstständige Streichen eines Türrahmens unterscheiden sich je nach Material und Grösse. Zudem hängen sie davon ab, ob Sie selber streichen oder Profis beauftragen.
Das sind die ungefähren Kosten fürs Selber-Streichen:
| Lack (Acryl-, Kunstharz-, 2K- oder Kreidelack) |
ca. 10 bis 40 Franken pro Dose |
|---|---|
| Grundierung | ca. 10 bis 20 Franken pro Dose |
| Pinsel, Rolle, Schleifpapier, Abklebematerial | ca. 25 bis 100 Franken |
| Schutzausrüstung (Atemschutzmaske, Schutzkleidung) | ca. 50 bis 100 Franken |
| Gesamtkosten Erstausrüstung | ca. 95 bis 260 Franken |
Hinweis: Mit diesem Material lassen sich in der Regel mehrere Türrahmen streichen.
Wie viel verlangt ein Profi?
Ein Maler berechnet ungefähr zwischen 150 und 250 Franken pro Türrahmen – abhängig von Anfahrt, Bearbeitungsaufwand und gewähltem Lack. Die Preise unterscheiden sich aber teils stark.
5. Häufige Fehler beim Türrahmen-Streichen
Das sind häufige Fehlgriffe beim Streichen von Türrahmen:
Unzureichendes Abkleben: Ohne sorgfältiges Abkleben entstehen unsaubere Kanten und Farbspuren auf angrenzenden Flächen. Das beeinträchtigt das Gesamtbild.
Zu dicke Schichten: Das führt oft zu Tropfen und Unebenheiten. Besser ist es, mehrere dünne Schichten aufzutragen.
Ungenügendes Anschleifen: Eine glatte Oberfläche ist wichtig, damit der Lack gleichmässig haftet.
Zu schnelle Nutzung: Ein noch nicht vollständig ausgehärteter Lack kann schnell Kratzer oder Abdrücke bekommen.
Falsches Werkzeug verwenden: Ein ungeeigneter Pinsel oder Farbroller kann Streifen oder Blasen hinterlassen. Passende Werkzeuge sorgen für ein gleichmässiges Finish.
Nicht ausreichende Trocknungszeit zwischen Schichten: Ist die erste Lackschicht beim Zweitanstrich noch nicht vollständig trocken, können unschöne Spuren und Unebenheiten entstehen.
Selber streichen oder Maler beauftragen?
Das Streichen von Türrahmen kann ganz schön knifflig und aufwendig sein. Bei vorhandenem Budget kann es darum sinnvoll sein, einen professionellen Malerbetrieb zu beauftragen. Das Vergleichen verschiedener Angebote kann sich hier lohnen.
6. Häufige Fragen zum Thema Türrahmen streichen
Das Abschleifen des Türrahmens führt dazu, dass der neue Lack besser hält. Deswegen lohnt es sich, den Türrahmen vor dem Anstrich abzuschleifen.
Sie sollten Türrahmen nicht mit Wandfarbe streichen. Denn: Lacke sind in der Regel strapazierfähiger. Nutzen Sie die für den Untergrund passende Farbe.
Dieser Artikel wurde erstmals produziert am 26.11.2024




