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Schimmel an der Wand entfernen: So geht’s

Schimmel in der Wohnung oder im Haus kann gefährlich sein. Comparis zeigt Ihnen, wie Sie Schimmel an der Wand entfernen und vorbeugen.

Magdalena Soll Foto
Magdalena Soll

25.02.2026

Eine Person entfernt Schimmel von einem Fensterrahmen.

iStock / Vadym Plysiuk

1.Warum entsteht Schimmel in der Wohnung?
2.Schimmel entdeckt: Was muss ich tun?
3.Kann man Schimmel alleine entfernen?
4.Wie kann ich Schimmel an der Wand entfernen?
5.Grossflächiger Schimmelbefall: Beauftragen Sie eine Fachperson
6.Ab wann ist Schimmel gefährlich?
7.Welche Arten von Schimmel gibt es und wie gefährlich sind sie?
8.Häufige Fragen zum Thema Schimmel an der Wand

1. Warum entsteht Schimmel in der Wohnung?

Schimmelpilzsporen sind natürliche Bestandteile der Luft. In der Regel führt das zu keinen Problemen. Aber: Treffen sie auf den passenden Nährboden und die passenden Wachstumsbedingungen, kann Schimmelpilz entstehen. Feuchte und kühle Oberflächen in Innenräumen sind besonders stark betroffen.

Feuchtigkeit an den Wänden bietet dem Schimmel einen idealen Untergrund. Sie kann entstehen durch:

  • eine ungenügende Raumbelüftung, etwa durch falsches Lüften

  • schlechte Wärmedämmung

  • Wassereintritt von aussen

Ohne Feuchtigkeit kann kein Schimmel entstehen.

2. Schimmel entdeckt: Was muss ich tun?

Als Sofortmassnahme sollten Sie häufig mit Durchzug lüften. Das sollten Sie auch einige Tage nach der Beseitigung des Schimmelpilzes fortführen.

Wohnen Sie in einer Mietwohnung, informieren Sie so schnell wie möglich die Vermietung. Bei Stockwerkeigentum melden Sie den Schimmelbefall an die Verwaltung. Ansonsten können Sie für Folgeschäden haftbar gemacht werden. Die Vermietung oder Verwaltung ist für die weitere Abklärung zuständig.

Gut zu wissen: Sie können auch schon erste Anzeichen für Schimmel an die Vermietung oder Verwaltung melden. Dazu zählen etwa Verfärbungen oder Schimmelgeruch.

Bei Besitzenden von Eigenheimen ist das Vorgehen von der Stärke des Schimmelbefalls abhängig. Kleinen Schimmel können Sie entfernen. Ist der Befall grösser, sollten Sie eine Fachperson beauftragen.

Klären Sie am besten auch bei kleinem Schimmelbefall die Ursache ab. So können Sie langfristige Probleme vermeiden.

3. Kann man Schimmel alleine entfernen?

Kleinen Schimmelbefall können Sie in der Regel selbst entfernen. Ist der Schimmelbefall grösser, sollten Sie eine Fachperson beauftragen.

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In der Grafik sehen Sie die verschiedenen Kategorien von Schimmel. Dabei gelten die Kategorien 0 und 1 als kleiner Schimmel.

4. Wie kann ich Schimmel an der Wand entfernen?

Kleinen Schimmel in Ecken und an Wänden mit glatten Oberflächen können Sie mit Wasser und etwas Haushaltsreiniger abwischen. Tauschen Sie das Wasser währenddessen mehrmals aus. Achten Sie darauf, dass Sie die Schimmelsporen nicht verschmieren. Silikonfugen im Bad sollten Sie erneuern.

Raue Oberflächen sollten Sie zusätzlich mit Javelwasser oder Ethylalkohol desinfizieren. Wichtig: Alkohol ist stark brennbar. Lüften Sie also ausreichend. Rauchen Sie nicht und vermeiden Sie offenes Feuer.

Verwenden Sie auf keinen Fall Essig. Die Säure wird schnell neutralisiert. Die zurückbleibenden organischen Bestandteile dienen dem Schimmel als Nahrung. Das fördert das Wachstum von mehr Schimmel.

Gut zu wissen: Bei sehr leichtem Schimmel reichen Kunstoff-Handschuhe zum Schutz.

Als Mieterin oder Mieter sollten Sie Schimmel der Kategorie 1 aus rechtlichen Gründen nicht selbst entfernen. Informieren Sie Ihre Vermietung über den Schimmel.

Besitzen Sie das Haus oder die Wohnung, können Sie den mittleren Schimmel selbst entfernen. Wichtig ist allerdings, dass keine gefährdete Person in der Immobilie wohnt. Beauftragen Sie in dem Fall eine Fachperson.

Befeuchten Sie die verschimmelte Stelle mit Wasser. Das ist wichtig, damit sich die Schimmelsporen weniger verteilen. Alternativ können Sie auch Tapeten-Grundpapier (Makulaturpapier) auf die verschimmelte Stelle kleben. Dabei bindet der Kleister die Sporen.

Entfernen Sie die Tapete und allenfalls den Verputz über die befallenen Stellen hinaus. Desinfizieren Sie die Stelle allenfalls mit Javelwasser oder Ethylalkohol. Verputzen und tapezieren Sie die Stelle neu.

Bei grösserem Schaden: Fachperson beauftragen

Wichtig: Stellen Sie beim Entfernen einen grösseren Schaden fest als angenommen? Dann holen Sie eine Fachperson dazu. Sie kann den Schaden neu einschätzen.

Feste Möbel, z. B. Schrank

Feste Möbel können Sie feucht reinigen. Aber: Ist der Schimmel in das Möbel eingedrungen, entsorgen Sie die betroffenen Teile. Das kann zum Beispiel die Rückwand Ihres Kleiderschranks sein. Kleben Sie das Teil vorher mit Folie ab, um eine Verbreitung der Sporen zu verhindern. Eingedrungenen Schimmel erkennen Sie etwa an stark verschimmelten oder aufgequollenen Spanplatten.

Möbel aus massivem Holz können Sie in der Regel reinigen. Meist ist der Schimmelbefall nur oberflächlich.

Polster und Polstermöbel

Polstermöbel können Sie oft nicht ohne grösseren Aufwand reinigen. Denn: Der Schimmel kann tief in die Polster eingedrungen sein. Entsorgen Sie sie am besten.

Ist ein Polstermöbel nur kontaminiert, können Sie es mit einem speziellen Staubsauger intensiv absaugen. Kontaminiert heisst: Das Möbel stand etwa in einem Raum mit Schimmel an einer Wand. Entsorgen Sie die Staubsaugerbeutel anschliessend.

Comparis-Tipp: Das Bundesamt für Gesundheit (BAG) stellt die Broschüre «Vorsicht Schimmel» zum Download bereit. Hier bekommen Sie ausführliche Informationen zum Thema Schimmel vorbeugen und entfernen.

Schimmel entfernen: Was muss ich beachten?

Bevor Sie den Schimmel entfernen, sollten Sie sich ausreichend schützen. Das heisst: Tragen Sie

  • Einweg-Handschuhe

  • Eine Schutzbrille

  • Einen Atemschutz. Das sollte mindestens eine FFP2-Maske sein. Besser ist eine Maske mit dem Schutzstandard FFP3.

  • Einen Einweg-Schutzanzug. Haben Sie keinen, waschen Sie hinterher die Kleidung gründlich.

Decken Sie Gegenstände ab oder bringen Sie sie aus dem Raum, bevor Sie den Schimmel entfernen. Halten Sie die Tür geschlossen, damit die Sporen sich nicht in andere Räume ausbreiten.

Öffnen Sie beim Arbeiten die Fenster zum Lüften und arbeiten Sie staubarm. Das heisst: Wirbeln Sie möglichst wenig Staub auf. Das geht etwa, indem Sie den zu entfernenden Bereich anfeuchten.

Wann sollte ich auch kleinen Schimmel nicht selbst entfernen?

In folgenden Fällen sollten Sie den Schimmel nicht selbst entfernen:

  • Sie haben eine Atemwegserkrankung, zum Beispiel Asthma.

  • Ihr Immunsystem ist geschwächt, etwa durch eine Transplantation, eine HIV- oder Krebserkrankung.

  • Sie leiden unter einer Allergie gegen Schimmelpilze.

Wenn Sie fertig sind, werfen Sie Schutzkleidung, benutzte Lappen und Abfälle weg. Reinigen Sie den Raum gründlich, am besten feucht. Lüften Sie nach dem Entfernen des Schimmels noch einige Tage regelmässig. So verringern Sie den Anteil an Sporen und Schimmelpilz-Bestandteilen in der Raumluft.

Wichtig: Nutzen Sie Luftentfeuchter erst, wenn der Schimmel beseitigt ist. Sonst nimmt die Zahl der Schimmelpilz-Sporen zu.

5. Grossflächiger Schimmelbefall: Beauftragen Sie eine Fachperson

Grossflächigen und wiederholt auftretenden Schimmelbefall sollten Sie von einer Fachperson entfernen lassen. Denn: Die Wurzeln des Schimmels sitzen teils einige Zentimeter tief in der Wand. Sie werden durch Entfernen und Überstreichen nicht abgetötet. Überstreichen Sie den Schimmel nur, tritt er oft nach einiger Zeit wieder auf. 

Schimmelbefall ohne erkennbare Ursache

Können Sie die Ursache für den Schimmelbefall nicht erkennen, sollten Sie ebenfalls eine Fachperson beauftragen. Das gilt auch bei kleinem und mittlerem Befall.

Vermuten Sie grössere Mängel? Dann können Fachleute für Bauschäden und Bauphysik bewerten, ob weitere Sanierungsmassnahmen nötig sind.

Wie oft muss man lüften, um Schimmel zu vermeiden?

Sie sollten das ganze Jahr über regelmässig lüften. Gerade während der Heizperiode ist das wichtig. Lüften Sie auch gut in Räumen, in denen Sie viel Wasserdampf produzieren. Dazu zählen zum Beispiel die Küche und das Bad.

Die Luftfeuchtigkeit sollte zwischen 30 und 50 Prozent liegen. An sehr kalten Tagen ist eine Luftfeuchtigkeit von 40 Prozent ideal. Sind Fenster beschlagen oder bilden sich Tautropfen, haben Sie eine zu hohe Luftfeuchtigkeit.

Wichtig: Fenster in Kippstellung können besonders im Winter Schimmel begünstigen. Denn: Wände und Böden in der Nähe des Fensters werden kalt. Dadurch steigt das Risiko für Feuchte durch Kondensation.

Lüften Sie deshalb immer mit Durchzug durch geöffnete Fenster und Türen.

6. Ab wann ist Schimmel gefährlich?

Feuchtigkeit und Schimmel können die Gesundheit gefährden. Ab wann Schimmel gefährlich ist, hängt unter anderem von Ihrem Immunsystem und bestehenden Vorerkrankungen ab. 

Grundsätzlich gilt: Mit stärkerem Pilzbewuchs wächst auch das Gesundheitsrisiko. Es ist aber auch möglich, dass Sie trotz Schimmelbefall keine Krankheitsanzeichen bemerken.

Was sind Krankheitssymptome bei Schimmel?

Einige Symptome von Schimmelbefall sind:

  • Reizungen von Haut, Augen und Atemwegen

  • Verstopfte Nase

  • Kratzender Hals

  • Husten und Keuchen

  • Hautausschlag

Gereizte Atemwege können langfristig zu chronischem Husten und Asthma führen. Ausserdem können Schimmelpilze Allergien auslösen und der Grund für häufige Erkältungen sein. Langfristig können die Reizungen der Atemwege zu einer chronischen Erkrankung führen.

Personen mit stark geschwächtem Immunsystem können durch Schimmel schwer krank werden. Er kann etwa Infektionen auslösen. Haben Sie Asthma, kann der Schimmel zu Anfällen führen.

Ja, Schimmel kann unter anderem Kopfschmerzen auslösen. Das gilt besonders für empfindliche Menschen, Kinder sowie Allergikerinnen und Allergiker.

Treten die Kopfschmerzen zusammen mit anderen Krankheitssymptomen eines Schimmelbefalls auf, sollten Sie diese ärztlich abklären lassen. Denn: Diese Symptome können auch Anzeichen für eine Allergie auf Hausstaubmilben oder andere Substanzen sein.

7. Welche Arten von Schimmel gibt es und wie gefährlich sind sie?

Es gibt verschiedene Schimmelarten. Man kann sie teilweise je nach Farbe unterscheiden. Einige Schimmelarten sind dabei gefährlicher als andere.

Die meisten Schimmelarten lösen die typischen Krankheitssymptome für Schimmel aus. Je nach Art können die Symptome allerdings auch schwerwiegender sein.

Wichtig: Die Liste bezieht sich lediglich auf Schimmelarten in Wohnungen und Häusern. Sie geht nicht auf Lebensmittel-Schimmel ein.

Gefährlichkeit: Schwer gesundheitsschädigend. Je nach Art des Schwarzschimmels kann er unter anderem Nierenerkrankungen und schwere Infektionskrankheiten auslösen. Andere Arten greifen vor allem die Atemwege an. Einige von schwarzem Schimmel gebildete Gifte sind auch krebserregend.

Bevorzugt: Mauern, Tapeten, verputzte Wände, Decken, Fliesenfugen

Sonstiges: Kann aus verschiedenen Schimmelpilz-Arten bestehen. Fühlt sich bei Temperaturen von 6 bis 45 Grad Celsius wohl.

Gefährlichkeit: Typische Schimmel-Krankheitssymptome.

Bevorzugt: Ecken von Decken und Fussböden, in Nischen, hinter Möbeln an Aussenwänden.

Sonstiges: Oft schwer sichtbar. Lässt sich am modrigen, unangenehmen Geruch erkennen. In Räumen mit weissem Schimmel treten oft etwa Kellerasseln und Silberfische auf.

Wichtig: Weissen Schimmel können Sie mit ausgeblühten Salzen an der Hauswand verwechseln. Klären Sie vor der Entfernung ab, ob es sich wirklich um Schimmel handelt.

Gefährlichkeit: Sporen können das Lungengewebe befallen und langfristig beschädigen. Das gebildete Gift wirkt eher immunschwächend als schädlich.

Bevorzugt: Fugen, unter dem Fussbodenbelag, hinter Wandverkleidungen. Findet sich meist in Bad und Küche.

Sonstiges: Oft in der Mitte grün und aussen grau bis weiss.

Gefährlichkeit: Besonders gesundheitsgefährdend. Gibt das Gift Aflatoxin an die Umwelt ab. Das kann etwa Leberkrebs und Herzversagen hervorrufen.

Bevorzugt: Feuchte Ecken, Baumwollstoffe, Polstermöbel

Sonstiges: Oft eher ockerfarben oder braun als gelb. In der Schweiz aufgrund hoher Hygienestandards eher seltener zu finden.

Gefährlichkeit: Typische Schimmel-Krankheitssymptome.

Bevorzugt: Papiertapeten, Pappkartons, Holzvertäfelungen. Findet sich meist in Bad und Küche.

Sonstiges: Das Rot kann verschiedene Töne und Stärken annehmen. Roter Schimmel findet sich auch oft auf Getreide und in Mehl.

8. Häufige Fragen zum Thema Schimmel an der Wand

Ob Sie Schimmel an der Wand selbst entfernen können, ist von der Stärke des Schimmelbefalls abhängig. Kleinen Schimmel können Sie als Eigenheimbesitzerin oder Eigenheimbesitzer in der Regel selbst entfernen. Mieterinnen und Mieter sollten aber die Vermietung oder Verwaltung informieren.

Bei grösserem Schimmelbefall sollten Sie stets eine Fachperson hinzuziehen. Diese kann den Schimmel beurteilen und fachmännisch entfernen.

Gefährdete Personen sollten Schimmel nicht selbst entfernen. Zu den gefährdeten Gruppen zählen:

  • Personen mit Atemwegserkrankungen

  • Personen mit geschwächtem Immunsystem

  • Personen mit einer Allergie gegen Schimmelpilze

Grundsätzlich können Sie schwarzen Schimmel selbst entfernen. Voraussetzungen dafür sind allerdings folgende:

  • Sie sind Besitzerin oder Besitzer der Immobilie. Mieterinnen und Mieter sollten die Vermietung oder Verwaltung informieren.

  • Es handelt sich um einen kleinen Schimmelbefall.

  • Sie sind nicht aufgrund einer Vorerkrankung gefährdet.

Luftreiniger können nicht den Schimmelbefall entfernen. Sie können allerdings die Schimmelsporen aus der Luft filtern. Sie können den Luftreiniger deswegen unterstützend zu anderen Massnahmen einsetzen, um Schimmel vorzubeugen.

Einen Schimmelbefall sollten Sie allerdings stets entfernen und allenfalls die Ursache abklären.

Ein Luftentfeuchter hilft nicht, wenn bereits Schimmelbefall vorliegt. Er kann aber helfen, Schimmel vorzubeugen. Denn: Schimmel fühlt sich bei Feuchtigkeit wohl – und die können Sie mit dem Luftentfeuchter regulieren.

Gut zu wissen: Bestenfalls haben Sie in Ihrem Zuhause eine Luftfeuchtigkeit zwischen 30 und 50 Prozent.

Dieser Artikel wurde erstmals produziert am 24.10.2024

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