Mietwohnung

Mietkaution: 7 Fragen, 7 Antworten

INFO
|
Die Mietkaution dient dem Vermieter als Sicherheit. Bild: iStock / Lordn

Beim Mieten einer neuen Wohnung wird oft eine hohe Kaution an den Vermieter fällig. Diese Sicherheitsleistung kann bis zu drei Monatsmieten betragen. Die wichtigsten Fragen rund um die Mietkaution beantwortet Ihnen comparis.ch.

Was genau ist eigentlich eine Mietkaution?

Die Mietkaution – auch Mietzinsdepot genannt – ist ein vertraglich vereinbarter Betrag, der dem Vermieter als Sicherheit dient und durch den Mieter hinterlegt werden muss. Dies für den Fall, dass der Mieter die Wohnung beschädigt oder mit dem Mietzins in Rückstand gerät. Sie ist Bestandteil des Mietrechts und im Art. 257e OR geregelt.

Muss ich als Mieter eine Mietkaution zahlen?

Ja, wenn der Vermieter es verlangt. Die Höhe der Mietkaution wird im Mietvertrag geregelt. Sie darf bis zu drei Monatsmieten (Bruttomietzinse) betragen und wird meist zu Mietbeginn eingezahlt.

Was, wenn ich mir die Mietkaution nicht leisten kann?

Mietkautionsversicherung

Gegen eine jährliche Prämie bürgt eine Versicherungsgesellschaft oder Bank dann für Ihre Mietkaution und übernimmt somit die Garantie für den Betrag gegenüber dem Vermieter. Anstatt die hohe Kaution an den Vermieter zahlen zu müssen, übergeben Sie ihm lediglich die Bürgschaftsurkunde. Der Vermieter muss sein Einverständnis für eine Mietkautionsversicherung geben – aber er kann auch ohne Angabe eines Grundes ablehnen.

Weitere Informationen zur Mietkautionsversicherung finden Sie hier in unserem Magazin: «Was bringt eine Mietkautionsversicherung?» oder «Mietkautionsversicherung: Schweizer verschenken fast eine Monatsmiete»

Privatkredit

Eine Mietkautionsversicherung lohnt sich jedoch nur dann, wenn Sie gar keine flüssigen Mittel besitzen, oder das Geld kurzfristig anders investieren müssen. Ein Privatkredit stellt deshalb eine Alternative zur Mietkautionsversicherung dar. Unter Umständen kann dieser sogar günstiger sein. Dominik Weber, Finanz-Experte bei Comparis: «Mietkautionsversicherungen schneiden im Vergleich zu Privatkrediten tendenziell schlechter ab. Ein Privatkredit kann sich besonders dann lohnen, wenn der Schuldner eine gute Bonität aufweist und einen günstigen Zins erhält oder wenn die Laufzeit des Kredits nicht zu lange bemessen wird.» 

Wo wird die Mietkaution normalerweise hinterlegt?

Die Mietkaution wird normalerweise auf ein Sperrkonto, welches durch den Mieter oder Vermieter eröffnet werden kann, bei einer Bank eingezahlt. Dieses lautet auf den Namen des Mieters und ist für die Dauer des Mietverhältnisses für beide Seiten gesperrt. Der Mieter erhält jährlich einen Kontoauszug mit der Auflistung der Zinserträge und der Kontogebühren – die zahlt üblicherweise der Vermieter; dem Mieter dürfen aber pro Jahr bis zu 50 Franken verrechnet werden.

In welchen Fällen darf der Vermieter auf die Mietkaution zugreifen?

Erst zum Ende des Mietverhältnisses – wenn eine der folgenden Situationen eingetreten ist – kann die Bank eine entsprechende Auszahlung an den Vermieter veranlassen:

  • Der Mieter schuldet dem Vermieter Beträge für Mietzins oder Nebenkosten.
  • Es sind Schäden an der Wohnung entstanden, für die der Mieter verantwortlich ist.

Wann bekomme ich die Kaution zurück?

Sind während der Vertragsdauer weder Mietzinsrückstände noch Schäden an der Wohnung entstanden, wird das Mietzinsdepot zeitnah (meist innert 30 Tagen) nach dem Auszug aufgelöst und an den Mieter ausbezahlt.

Tipp: Lassen Sie den Vermieter direkt bei der Wohnungsabnahme einen Saldierungsauftrag an die Bank unterschreiben, dass er mit der Freigabe der Kaution einverstanden ist; damit kann das Auszahlungsprozedere beschleunigt werden.

Wie lange darf der Vermieter die Freigabe der Mietkaution zurückhalten?

Sind Reparaturarbeiten an der Wohnung vorzunehmen, für die Sie aufzukommen haben, sollte der Vermieter dies innert drei Monaten erledigen lassen und die Schlussrechnung stellen. Auch falls noch Nebenkosten abzurechnen sind, ist es dem Vermieter erlaubt, die Kaution in der Höhe der mutmasslichen Nachforderungen bis zum Ende der Abrechnungsperiode zurückzuhalten. Meist ist das der 30. Juni eines Jahres. Absolut letzte Frist sind zwölf Monate nach Auszug – dann muss die Mietkaution auch ohne das Einverständnis des Vermieters ausbezahlt werden. In Streitfällen unterstützt Sie der Mieterinnen- und Mieterverband.

Sind Sie gerade auf Wohnungssuche? Stöbern Sie auf dem grössten Schweizer Immobilienmarkt, auf comparis.ch und finden Sie Ihre Traumwohnung.

 

Weitere interessante Artikel zum Thema Mietkaution:

Mietkaution: Was, wenn die Rückzahlung auf sich warten lässt?
Mietkautionsversicherung: Schweizer verschenken fast eine Monatsmiete.
Hauptgrund mangelnde Liquidität: Jeder Sechste lässt Mietzinsdepot fremdfinanzieren
Mietzinsdepot: So erhalten Sie Ihr Geld zurück