Hypothek

Wann ist der richtige Zeitpunkt, die Hypothek zu erneuern?

TIPPS
| von Frédéric Papp |
Bild: iStock / Panuwat Dangsungnoen

Nähert sich die Hypothek dem Ablaufdatum, taucht üblicherweise die Frage auf: Soll die Hypothek frühzeitig verlängert werden? Die Antwort auf diese Frage ist primär von der persönlichen Zinsprognose und vom individuellen Bedürfnis nach Planungssicherheit abhängig.

Die Hypothekarzinsen bewegen sich nach wie vor auf historisch tiefem Niveau. Eine zehnjährige Festhypothek kostet bei durchschnittlicher Bonität weniger als 1 Prozent, wie Daten des Hypothekenvermittlers und Comparis-Partnerservices HypoPlus zeigen.

Eine langfristige Anschlussfinanzierung zu solchen Konditionen kann sinnvoll sein. Was aber können Hypothekarschuldner unternehmen, wenn die bestehende Hypothek beispielsweise erst in zwei Jahren ausläuft?

Kostenlose Zinsfixierungen werden salonfähig

Was vor wenigen Jahren eine Seltenheit war, wird heute zum Standard. Es gibt zahlreiche Hypothekarinstitute, die vorzeitige Zinsfixierungen teilweise bis zwei Jahre vor Ablauf der Hypothek ohne Zinsaufschlag (Forward) anbieten. Eine vorzeitige Zinsfestschreibung schafft Planungssicherheit. Sie wissen bereits heute, was sie die Anschlusshypothek monatlich kosten wird. Diese Planungssicherheit ist je nach Ihrer persönlichen Zinsprognose mehr oder weniger wert.

1. Hypothekarzinsen bleiben tief

Erwarten Sie dauerhaft tiefbleibende Hypothekarzinsen, können Sie grundsätzlich mit der Erneuerung der Hypothek zuwarten. Die allermeisten Hypothekaranbieter, die mit dem Comparis-Partnerservice HypoPlus zusammenarbeiten, erheben keinen Forward, wenn man die Hypothek drei bis zwölf Monate vor dem Ablaufdatum der bestehenden Hypothek erneuert (Stand Juli 2020). Wichtig: Bei einigen Banken muss man auch eine Festhypothek kündigen. Die Kündigungsfrist beträgt in der Regel zwischen drei und sechs Monaten. Verpassen Sie die Frist, laufen Sie Gefahr, dass die Festhypothek automatisch in eine variable Hypothek umgewandelt wird. Die Zinssätze variabler Hypotheken sind deutlich höher als bei Festhypotheken.

2. Hypothekarzinsen steigen tendenziell an

Rechnen Sie mit tendenziell steigenden Hypothekarzinsen in den kommenden Monaten, sollten Sie die Erneuerung deutlich vor Ablauf der bestehenden Hypothek angehen. Wählen Sie für die Refinanzierung Institute aus, die keinen Zuschlag für 12 und mehr Monate berechnen: Rund 20 Prozent der Anbieter bieten 12 Monate Forward gratis an, in Einzelfällen sind auch 18 Monate möglich (Stand Juli 2020).

3. Hypothekarzinsen schiessen demnächst durch die Decke

Binden Sie die Hypothekarzinsen möglichst frühzeitig an, wenn Ihrer Meinung nach die Hypothekarzinsen bald deutlich ansteigen werden. Wer sich vor stark steigenden Hypothekarzinsen fürchtet, sollte auch einen kostenpflichtigen Zinsaufschlag in Erwägung ziehen, sollte die Laufzeit der aktuellen Hypothek länger als 18 Monate betragen.

Markt regelmässig beobachten

Sie haben die besten Karten in der Hand, wenn Sie die Refinanzierung frühzeitig angehen. Damit bewahren Sie sich die Handlungsfähigkeit und können schnell auf attraktive Angebote im Markt reagieren. Beobachten Sie den Hypothekarmarkt regelmässig und lassen Sie sich von einem Hypothekarberater oder -vermittler die Konditionen der Anbieter zeigen. Die Anbieter richten ihre Konditionen jeweils nach dem Markt sowie der aktuellen Vergabepolitik aus.

Es gibt nichts ohne Risiko

Was Sie wissen müssen: Ist der Zins einmal vertraglich vorfixiert, lässt er sich in der Regel nicht wieder rückgängig machen. Sie profitieren, wenn der Hypothekarzins beim Ablaufzeitpunkt höher ist als zum Zeitpunkt der Fixierung. Liegt er indes tiefer, gilt dennoch der vertraglich vorfixierte Zins.