Hypothek

Hypobarometer Q1 2019: Zinsen durchbrechen psychologische Marke

ANALYSE
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Aktueller Stand der Hypothekarzinsen und deren Entwicklung über die letzten Quartale. Bild: iStock / in4mal

Erstmals sind die Richtzinsen für fünfjährige Festhypotheken unter 1 Prozent gerutscht. Auch die zehnjährigen Festhypotheken sind erneut günstiger geworden. Das zeigt das Hypobarometer von comparis.ch.

Die Richtzinsen für zehnjährige Festhypotheken liegen per Ende März 2019 auf einem Rekordtief von 1,20 Prozent. Das sind 26 Basispunkte weniger im Vergleich zum Vorquartal. Kunden mit ausgezeichneter Bonität und Verhandlungsgeschick zahlen sogar nur 0,70 Prozent, wie die Daten vom unabhängigen Hypothekenvermittler und Comparis-Partner HypoPlus zeigen.

Tiefer notieren auch die Richtzinsen fünfjähriger Festhypotheken. Sie haben erstmals die psychologisch wichtige 1-Prozent-Marke durchbrochen und lagen Ende März bei 0,97 Prozent. Auch hier gilt: Kunden mit überdurchschnittlicher Bonität bekommen Fünfjahres-Hypotheken deutlich günstiger; und zwar bereits ab 0,41 Prozent. Ebenso liegen die Richtzinsen für zweijährige Festhypotheken so tief wie nie zuvor. Sie notieren aber mit 0,92 Prozent nur minim unter dem Durchschnitts-Richtzins von Mittelfristhypotheken.

 

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Fokus nicht nur auf Zinssatz richten

Die Hypothekarzinsen setzen damit ihren Abwärtstrend weiter fort. Zum Vergleich: Im vergangenen Oktober notierten die Richtzinsen zehnjähriger Festhypotheken noch bei 1,62 Prozent und jene fünfjähriger sowie zweijähriger bei 1,13 beziehungsweise 0,96 Prozent.

Wer im Oktober 2018 eine zehnjährige Festhypothek über 500’000 Franken aufgenommen hat, zahlt 8’100 Franken Zinsen pro Jahr. Bei einer Neuaufnahme jetzt wären es bloss 6’000 Franken. Die Differenz über 10 Jahre betrachtet beträgt 21’000 Franken. «Hypothekarnehmer sollten den Fokus aber nicht nur auf den Zinssatz richten. Die Einschätzung der persönlichen Risikobereitschaft und Risikofähigkeit sowie das gewünschte Mass an Flexibilität sind für die Wahl der Hypothek genauso wichtig», betont Frédéric Papp.

Wettbewerb unter Anbietern verschärft sich

Der Druck auf die Hypothekarzinsen ist laut dem Comparis-Finanz-Experten auf diverse Faktoren zurückzuführen. Zum einen hat die Europäische Zentralbank Anfang März angekündigt, die Leitzinsen noch bis mindestens 2020 bei 0 Prozent festzubinden. Der Schweizerischen Nationalbank (SNB) sind dadurch weiterhin die Hände gebunden. «Es ist sehr unwahrscheinlich, dass die SNB die Zinsen vor der EZB erhöht. Die Zinswende verschiebt sich hierzulande somit weiter in die Zukunft», sagt Papp.

Zum anderen nehme der Wettbewerb spürbar zu. «Versicherer und Pensionskassen machen Banken das Geschäft mit teils deutlich tieferen Hypothekarzinssätzen zunehmend streitig. Sie müssen ihre Schlagkraft erhöhen, da im seit Jahren anhaltenden Anlagenotstand hauptsächlich Immobilienanlagen und die Vergabe von Hypotheken eine vernünftige Rendite abwerfen», erklärt er.

«Fünfjährige Hypotheken sind teils sogar günstiger als Liborhypotheken», beobachtet Papp. Das sei unter anderem der Wettbewerbsintensität geschuldet. Anbieter von Liborhypotheken sind primär Banken. Derweil mischen im Markt für Festhypotheken zunehmend auch Versicherer und Pensionskassen mit, die mit geringeren Margenerwartungen als die Banken operieren.

Mehr langlaufende Festhypotheken gefragt

Die Nachfrage nach langlaufenden Festhypotheken (7 bis 15 Jahre) hat im Vergleich zum Vorquartal auf rund 78,3 Prozent zugenommen (+0,5 Prozent). Mittelfristhypotheken (4 bis 6 Jahre) kletterten ebenfalls um 0,5 Prozent auf 17,9 Prozent. Kurzlaufende Hypotheken (1 bis 3 Jahre) haben indes um 1 Prozent auf 3,8 Prozent abgenommen.

Die Nachfrageverschiebung sei grösstenteils auf die geringe Zinsdifferenz von wenigen Basispunkten zwischen kurzfristigen und mittelfristigen Hypotheken zurückzuführen, so Papp.

 

Datengrundlage

Die Angaben zu den Zinssätzen basieren auf den Richtzinssätzen von über 50 Kreditinstituten. Sie werden täglich aktualisiert und im Zinsüberblick publiziert. Die Erfahrung zeigt, dass die Zinsen der Hypothekarofferten in den meisten Fällen unter den offiziellen Richtsätzen liegen. Für die nachgefragten Laufzeiten wurden die Finanzierungsgesuche ausgewertet, welche Kreditsuchende bei HypoPlus, einem Partner-Service von comparis.ch, nach einer unabhängigen Beratung angaben. Das nächste Hypotheken-Barometer erscheint Mitte Juli 2019.

Hypotheken-Barometer vergangener Quartale

4. Quartal 2018 - deutliche Korrektur der Richtzinsen

Die Richtzinsen für Festhypotheken sind im vierten Quartal 2018 teils deutlich gesunken. Am stärksten ist die Abwärtsbewegung bei den zehnjährigen Festhypotheken. Überraschend stark ist die Nachfrage nach kurzlaufenden Hypotheken. Das zeigt das Hypobarometer von comparis.ch.

Finden Sie hier ausführlichere Informationen: Hypotheken-Barometer 4. Quartal 2018.

3. Quartal 2018 - Verlagerung zu mittelfristigen Hypotheken

Die Zinsen für Festhypotheken haben im dritten Quartal 2018 leicht angezogen. Am stärksten war die Aufwärtsbewegung im September. Die Nachfrage nach langen Laufzeiten hat dabei erstmals seit Ende 2017 nachgelassen – zugunsten eines massiven Anstiegs der Nachfrage nach Mittelfristhypotheken. Das zeigt das Hypobarometer von comparis.ch.

Finden Sie hier ausführlichere Informationen: Hypotheken-Barometer 3. Quartal 2018.

2. Quartal 2018 - Zinsanstieg lässt auf sich warten

Im zweiten Quartal des Jahres 2018 haben sich die Zinsen für Festhypotheken kaum bewegt. Die wirtschaftlichen und politischen Entwicklungen der letzten Monate lassen darauf schliessen, dass die Zinsen in der Schweiz auch weiterhin tief bleiben. Weiter angezogen hat die Nachfrage nach langen Laufzeiten. 

Finden Sie hier ausführlichere Informationen: Hypotheken-Barometer 2. Quartal 2018.

1. Quartal 2018 - Hypothekarzinsen haben spürbar angezogen

Im ersten Quartal 2018 haben die Zinsen für Festhypotheken zugelegt. Die Zinsen für mittlere und lange Laufzeiten erreichten Mitte Februar sogar ein Zweijahreshoch. Die Folge der allgemeinen Erwartung eines weiteren Zinsanstiegs: Die Nachfrage nach langen Laufzeiten hat angezogen und liegt wieder auf Vorjahresniveau.

Finden Sie hier ausführlichere Informationen: Hypotheken-Barometer 1. Quartal 2018.

4. Quartal 2017 - Zeichen stehen auf Anstieg

Zu Jahresbeginn bewegen sich die Zinsen für Festhypotheken ungefähr auf Niveau des Vorquartals. Derweil vervielfältigen sich Anzeichen für einen Zinsanstieg. Dies zeigt der Interest Rate Swap für 10-jährige Festhypotheken. Seit Mitte Dezember ist dieser stark angestiegen und kündigt an, dass die Absicherungskosten weiter wachsen. Spürbar angezogen hat im vergangenen Quartal die Nachfrage nach mittleren Laufzeiten.

Finden Sie hier ausführlichere Informationen: Hypotheken-Barometer 4. Quartal 2017.

3. Quartal 2017 - Zinsen verharren auf tiefem Niveau

Auch im dritten Quartal 2017 bewegen sich die Zinsen für Festhypotheken kaum. Überraschenderweise hat die Nachfrage nach sehr kurzen Laufzeiten auf Kosten der mittleren Laufzeiten zugelegt – und das trotz der nach wie vor historisch tiefen Zinsen.

Finden Sie hier ausführlichere Informationen: Hypotheken-Barometer 3. Quartal 2017.

2. Quartal 2017 - Zinsen für Hypotheken sind gesunken

Die Richtzinsen für Festhypotheken sind im letzten Quartal dieses Jahres leicht zurückgegangen. Und trotzdem: Festhypotheken mit langen Laufzeiten waren vergleichsweise weniger gefragt. Spürbar angezogen hat hingegen die Nachfrage nach mittleren Laufzeiten – obwohl die Zinsen in diesem Segment am wenigsten gesunken sind.

Finden Sie hier ausführlichere Informationen: Hypotheken-Barometer 2. Quartal 2017.

1. Quartal 2017 - Wenig Bewegung am Hypothekarmarkt

Hypothekarzinsen für Festhypotheken in der Schweiz veränderten sich im ersten Quartal 2017 nur wenig. Nach dem historischen Tiefststand im Herbst 2016 scheint erst einmal Ruhe eingekehrt zu sein. Zu Unsicherheiten führen jedoch die anstehenden Wahlen in Frankreich, der Brexit und die noch vage US-Wirtschaftspolitik.

Finden Sie hier ausführlichere Informationen: Hypotheken-Barometer 1. Quartal 2017.

4. Quartal 2016 - Hypozinsen haben wieder angezogen

Die Trendwende auf dem Hypothekarmarkt scheint nach historischem Tiefststand der Zinsen für Festhypotheken im vergangenen Herbst erreicht. Die Hypothekarzinsen für Festhypotheken sind im vierten Quartal des Jahres 2016 angestiegen und liegen erneut auf dem Niveau vom Frühjahr 2015.

Finden Sie hier ausführlichere Informationen: Hypotheken-Barometer 4. Quartal 2016.