Hypothek

Aktueller Hypobarometer Q4 2018: deutliche Korrektur der Richtzinsen von 10-jährigen Festhypotheken

ANALYSE
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Aktueller Stand der Hypothekarzinsen und deren Entwicklung über die letzten Quartale. Bild: iStock / in4mal

Die Richtzinsen für Festhypotheken sind im vierten Quartal 2018 teils deutlich gesunken. Am stärksten ist die Abwärtsbewegung bei den zehnjährigen Festhypotheken. Überraschend stark ist die Nachfrage nach kurzlaufenden Hypotheken. Das zeigt das Hypobarometer von comparis.ch.

Im Schnitt liegen die Richtzinsen für zehnjährige Festhypotheken Ende des vierten Quartals 2018 bei 1,46 Prozent. Im Vergleich zum dritten Quartal sind das ganze 16 Basispunkte weniger. Damit notieren die langlaufenden Hypotheken wieder auf dem Niveau von Ende 2017.

Die Daten vom Comparis-Partner-Service HypoPlus zeigen, dass Kunden mit ausgezeichneter Bonität eine zehnjährige Festhypothek bei 0,99 Prozent abschliessen können. Dieser Wert wurde letztmals vor gut zwei Jahren erreicht.

Tiefstwert bei den Mittelfristhypotheken

Nach einem leichten Anstieg der Richtzinsen für fünfjährige Hypotheken im Vorquartal auf 1,13 Prozent drehten die Werte im vierten Quartal 2018 wiederum nach unten. Die Zinsen notieren mit 1,04 Prozent auf dem bisherigen Rekordtief aus dem Jahre 2017. Um einen Basispunkt tiefer zeigen sich die Sätze bei den kurzfristigen Laufzeiten (0,95 Prozent).

 

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Kurze Laufzeiten wieder stärker gefragt

Der im dritten Quartal festgestellte Nachfragerückgang nach Festhypotheken mit langen Laufzeiten hat sich im Schlussquartal 2018 abgeschwächt. Mit rund 78 Prozent sind sie nach wie vor am beliebtesten. Nach dem deutlichen Anstieg der Mittelfristhypotheken im dritten Quartal auf fast 18 Prozent, beträgt ihr Anteil nunmehr 17,4 Prozent.

Der Nachfragerückgang bei den langen und mittleren Laufzeiten hat sich zugunsten der kurzlaufenden Hypotheken (1 bis 3 Jahre) entwickelt. Der Anteil erhöhte sich deutlich von 3,6 auf 4,8 Prozent.

Der signifikante Anstieg der Nachfrage nach kurzlaufenden Hypotheken ist unseres Erachtens auf den verlangsamten Anstieg der Leitzinsen zurückzuführen», erklärt Comparis-Finanz-Experte Frédéric Papp. Im Laufe des letzten Jahres habe die Volatilität der makroökonomischen Grosswetterlage zugenommen. «Es ist davon auszugehen, dass die Notenbanken die Zinsen weniger schnell anheben werden als ursprünglich gedacht», so Papp.

Kurzläufer seien aufgrund ihrer tiefen Zinsen von im Schnitt 0,95 Prozent zwar aktuell attraktiv. Hypothekarnehmer laufen laut Papp aber Gefahr, bei der Refinanzierung nach Ablauf der Laufzeit in spätestens drei Jahren höhere Zinsen zu bezahlen.

 

Zinsen haben Boden wohl erreicht

Bis Mitte Oktober 2018 hatten die Richtzinsen für Festhypotheken angezogen. Im zehnjährigen Bereich lag der Durchschnittswert damals bei 1,67 Prozent. Seither sinken die Sätze für sämtliche Laufzeiten wieder. Die Korrektur im vierten Quartal 2018 ist laut Papp unter anderem dem nach unten korrigierten Wirtschaftswachstum für 2018 und 2019 in der Schweiz und der Europäischen Union geschuldet.

Das kontinuierliche Auf- und Ab bei den Hypothekarzinsen dürfte nach seinen Beobachtungen weiter anhalten. «Derzeit beherrschen viele wirtschaftliche und politische Unsicherheiten die Finanzmärkte», sagt Papp. Die Konjunktur in allen grossen Wirtschaftsregionen kühlt sich laut Prognosen der Weltbank ab.

Trotz den politischen und wirtschaftlichen Widrigkeiten dürften die Zinsen nach Ansicht von Comparis den Boden erreicht haben. «Die Wahrscheinlichkeit von anziehenden Zinsen ist höher als eine neuerliche signifikante Korrektur nach unten», so Papp. «Wer jetzt eine Hypothek abschliesst, muss sich deshalb besonders intensiv mit der eigenen Risikofreudigkeit befassen», empfiehlt der Experte. Unter diesen Prämissen befänden sich risikoscheue Hypothekarnehmer in einer günstigen Ausgangslage, die Zinsen nun auf lange Dauer anzubinden.

Datengrundlage

Die Angaben zu den Zinssätzen basieren auf den Richtzinssätzen von über 50 Kreditinstituten. Sie werden täglich aktualisiert und im Zinsüberblick publiziert. Die Erfahrung zeigt, dass die Zinsen der Hypothekarofferten in den meisten Fällen unter den offiziellen Richtsätzen liegen. Für die nachgefragten Laufzeiten wurden die Finanzierungsgesuche ausgewertet, welche Kreditsuchende bei HypoPlus, einem Partner-Service von comparis.ch, nach einer unabhängigen Beratung angaben. Das nächste Hypotheken-Barometer erscheint Mitte April 2019.

Hypotheken-Barometer vergangener Quartale

Hypotheken-Barometer 3. Quartal 2018

Verlagerung zu mittelfristigen Hypotheken

Die Zinsen für Festhypotheken haben im dritten Quartal 2018 leicht angezogen. Am stärksten war die Aufwärtsbewegung im September. Die Nachfrage nach langen Laufzeiten hat dabei erstmals seit Ende 2017 nachgelassen – zugunsten eines massiven Anstiegs der Nachfrage nach Mittelfristhypotheken. Das zeigt das Hypobarometer von comparis.ch.

Hypotheken-Barometer 2. Quartal 2018

Zinsanstieg lässt auf sich warten

Im zweiten Quartal des Jahres 2018 haben sich die Zinsen für Festhypotheken kaum bewegt. Die wirtschaftlichen und politischen Entwicklungen der letzten Monate lassen darauf schliessen, dass die Zinsen in der Schweiz auch weiterhin tief bleiben. Weiter angezogen hat die Nachfrage nach langen Laufzeiten. 

Finden Sie hier ausführlichere Informationen: Hypotheken-Barometer 2. Quartal 2018.

Hypotheken-Barometer 1. Quartal 2018

Hypothekarzinsen haben spürbar angezogen

Im ersten Quartal 2018 haben die Zinsen für Festhypotheken zugelegt. Die Zinsen für mittlere und lange Laufzeiten erreichten Mitte Februar sogar ein Zweijahreshoch. Die Folge der allgemeinen Erwartung eines weiteren Zinsanstiegs: Die Nachfrage nach langen Laufzeiten hat angezogen und liegt wieder auf Vorjahresniveau.

Finden Sie hier ausführlichere Informationen: Hypotheken-Barometer 1. Quartal 2018.

Hypotheken-Barometer 4. Quartal 2017

Zeichen stehen auf Anstieg

Zu Jahresbeginn bewegen sich die Zinsen für Festhypotheken ungefähr auf Niveau des Vorquartals. Derweil vervielfältigen sich Anzeichen für einen Zinsanstieg. Dies zeigt der Interest Rate Swap für 10-jährige Festhypotheken. Seit Mitte Dezember ist dieser stark angestiegen und kündigt an, dass die Absicherungskosten weiter wachsen. Spürbar angezogen hat im vergangenen Quartal die Nachfrage nach mittleren Laufzeiten.

Finden Sie hier ausführlichere Informationen: Hypotheken-Barometer 4. Quartal 2017.

Hypotheken-Barometer 3. Quartal 2017

Zinsen verharren auf tiefem Niveau

Auch im dritten Quartal 2017 bewegen sich die Zinsen für Festhypotheken kaum. Überraschenderweise hat die Nachfrage nach sehr kurzen Laufzeiten auf Kosten der mittleren Laufzeiten zugelegt – und das trotz der nach wie vor historisch tiefen Zinsen.

Finden Sie hier ausführlichere Informationen: Hypotheken-Barometer 3. Quartal 2017.

Hypotheken-Barometer 2. Quartal 2017

Zinsen für Hypotheken sind gesunken

Die Richtzinsen für Festhypotheken sind im letzten Quartal dieses Jahres leicht zurückgegangen. Und trotzdem: Festhypotheken mit langen Laufzeiten waren vergleichsweise weniger gefragt. Spürbar angezogen hat hingegen die Nachfrage nach mittleren Laufzeiten – obwohl die Zinsen in diesem Segment am wenigsten gesunken sind.

Finden Sie hier ausführlichere Informationen: Hypotheken-Barometer 2. Quartal 2017.

Hypotheken-Barometer 1. Quartal 2017

Wenig Bewegung am Hypothekarmarkt

Hypothekarzinsen für Festhypotheken in der Schweiz veränderten sich im ersten Quartal 2017 nur wenig. Nach dem historischen Tiefststand im Herbst 2016 scheint erst einmal Ruhe eingekehrt zu sein. Zu Unsicherheiten führen jedoch die anstehenden Wahlen in Frankreich, der Brexit und die noch vage US-Wirtschaftspolitik.

Finden Sie hier ausführlichere Informationen: Hypotheken-Barometer 1. Quartal 2017.

Hypothekenbarometer 4. Quartal 2016

Hypozinsen haben wieder angezogen

Die Trendwende auf dem Hypothekarmarkt scheint nach historischem Tiefststand der Zinsen für Festhypotheken im vergangenen Herbst erreicht. Die Hypothekarzinsen für Festhypotheken sind im vierten Quartal des Jahres 2016 angestiegen und liegen erneut auf dem Niveau vom Frühjahr 2015.

Finden Sie hier ausführlichere Informationen: Hypotheken-Barometer 4. Quartal 2016.