Hypothek

Hypobarometer Q4 2019: Negativzinsen könnten Hypotheken verteuern

ANALYSE
| von Frédéric Papp |
Aktueller Stand der Hypothekarzinsen und deren Entwicklung über die letzten Quartale. Bild: iStock / in4mal

Nach dem Taucher unter die «magische Marke» von 1 Prozent steigen die Richtzinsen zehnjähriger Hypotheken wieder leicht an. Ein Faktor, der ebenfalls zu einer Verteuerung der Hypotheken führen könnte, sind Negativzinsen.

Der Wirtschaftsmotor wird seit Jahren mit ultratiefen Zinsen am Laufen gehalten. So richtig auf Touren kommt er dennoch nicht. Die anhaltende Tiefzinspolitik drückt auch die Hypothekarzinsen auf Rekordtiefen. Auf dem Zenit der Finanzkrise im September 2008 veranschlagten Kreditinstitute für eine zehnjährige Hypothek mehr als 4 Prozent. Ende Dezember 2019 sind es mit 1,09 Prozent fast viermal weniger.

 

 

 

Allerdings: Negativzinsen könnten künftig den gegenteiligen Effekt auslösen und Hypotheken verteuern. Je länger die Negativzinsphase dauert, umso grösser werden die Anreize, das Ersparte nicht mehr zur Bank zu tragen oder es abzuheben. Sinken die Spareinlagen, ist weniger Geld für die Refinanzierung von Hypothekargeschäften vorhanden. Passiert das im grossen Stil, kommt es zu einer Verknappung des Angebots. Die logische Antwort auf eine Verknappung sind höhere Preise, also höhere Hypothekarzinsen.

Leicht höhere Hypothekarzinsen

Im Schlussquartal des Jahres 2019 kletterte der Richtzins für eine zehnjährige Festhypothek auf bis zu 1,10 Prozent. Das sind 11 Basispunkte mehr als im Rekordtief vom August 2019. Am 31. Dezember 2019 lag der Satz mit 1,09 Prozent minimal höher als Ende des dritten Quartals. Zwei- und fünfjährige Hypotheken sind nahezu gleich teuer wie im vergangenen Quartal.

Trotz tiefem Zinsniveau sind die Zinsunterschiede im Anbietervergleich teils beträchtlich. Die Zinsspanne der von Hypothekarinstituten veröffentlichten Zinssätze für eine zehnjährige Festhypothek beträgt 1,40 Prozent im Maximum und 0,82 Prozent im Minimum.

Bei einem Hypothekarvolumen von 500'000 Franken beträgt das Sparpotenzial bis zu 2'900 Franken pro Jahr. Das zeigen Daten des Comparis-Partner-Services und unabhängigen Hypothekenvermittlers HypoPlus. Wer geschickt verhandelt oder verhandeln lässt, zahlt noch weniger Zins.

Mini-Zinsgraben zwischen zehnjähriger und fünfjähriger Hypothek

Beeindruckend ist die anhaltende minimale Zinsdifferenz. Zehnjährige Hypotheken kosten nur 16 Basispunkte mehr als fünfjährige und 22 Basispunkte mehr als zweijährige Hypotheken. Der Zeitpunkt, sich zu günstigen Zinskonditionen langfristig zu verschulden, ist somit günstig.

Q4 2019 Q3 2019 Q2 2019 Q1 2019 Q4 2018 Q3 2018
10-jährige Festhypothek
1,09%
1,05%
1,10%
1,20%
1,46%
1,62%
Differenz 5- und 10-jähriger Festhypothek (in Basispunkten)
16
14
15 23 42 49
5-jährige Festhypothek
0,93%
0,91%
0,95%
0,97%
1,04%
1,13%
Differenz 2- und 10- jähriger Festhypothek (in Basispunkten)
22 18 22 28 51 66
2-jährige Festhypothek
0,87%
0,87%
0,88%
0,92%
0,95%
0,96%
Differenz 2- und 5-jähriger Festhypothek (in Basispunkten)
6 4 7 5 9 17

Datengrundlage

Die Angaben zu den Zinssätzen des Comparis-Hypothekenbarometers basieren auf den Richtzinssätzen von über 50 Kreditinstituten. Sie werden täglich aktualisiert und im Zinsüberblick publiziert. Die Erfahrung zeigt, dass die Zinsen der Hypothekarofferten in den meisten Fällen unter den offiziellen Richtsätzen liegen. Das nächste Hypotheken-Barometer erscheint Anfang April 2020.

Hypotheken-Barometer vergangener Quartale

3. Quartal 2019 – «magische» 1-Prozent-Marke unterschritten

Im dritten Quartal sind die Richtzinsen zehnjähriger Festhypotheken im Vergleich zum Vorquartal weiter gesunken. Sie sind kurzzeitig sogar erstmals unter die «magische» 1-Prozent-Marke gerutscht. «Diverse Anzeichen deuten aber auf eine Bodenbildung bei den Hypothekarzinsen hin», beobachtet Comparis-Finanzexperte Frédéric Papp.

Finden Sie hier ausführlichere Informationen: Hypotheken-Barometer 3. Quartal 2019.

2. Quartal 2019: 10-jährige Hypotheken fast so günstig wie 5-jährige Hypotheken

Im zweiten Quartal 2019 liegen die Richtzinsen zehnjähriger Festhypotheken mit etwas über einem Prozent so tief wie noch nie. Sie sind in Griffnähe der Richtzinsen fünf- oder zweijähriger Festhypotheken. Das zeigt das Hypobarometer von comparis.ch.

Finden Sie hier ausführlichere Informationen: Hypotheken-Barometer 2. Quartal 2019.

1. Quartal 2019 – Richtzinsen erstmals unter 1%

Im ersten Quartal 2019 sind die Richtzinsen für fünfjährige Festhypotheken erstmals unter 1% gerutscht. Auch die zehnjährigen Festhypotheken sind erneut günstiger geworden. Das zeigt das Hypobarometer von comparis.ch.

Finden Sie hier ausführlichere Informationen: Hypotheken-Barometer 1. Quartal 2019.

4. Quartal 2018 – deutliche Korrektur der Richtzinsen

Die Richtzinsen für Festhypotheken sind im vierten Quartal 2018 teils deutlich gesunken. Am stärksten ist die Abwärtsbewegung bei den zehnjährigen Festhypotheken. Überraschend stark ist die Nachfrage nach kurzlaufenden Hypotheken. Das zeigt das Hypobarometer von comparis.ch.

Finden Sie hier ausführlichere Informationen: Hypotheken-Barometer 4. Quartal 2018.

3. Quartal 2018 – Verlagerung zu mittelfristigen Hypotheken

Die Zinsen für Festhypotheken haben im dritten Quartal 2018 leicht angezogen. Am stärksten war die Aufwärtsbewegung im September. Die Nachfrage nach langen Laufzeiten hat dabei erstmals seit Ende 2017 nachgelassen – zugunsten eines massiven Anstiegs der Nachfrage nach Mittelfristhypotheken. Das zeigt das Hypobarometer von comparis.ch.

Finden Sie hier ausführlichere Informationen: Hypotheken-Barometer 3. Quartal 2018.

2. Quartal 2018 – Zinsanstieg lässt auf sich warten

Im zweiten Quartal des Jahres 2018 haben sich die Zinsen für Festhypotheken kaum bewegt. Die wirtschaftlichen und politischen Entwicklungen der letzten Monate lassen darauf schliessen, dass die Zinsen in der Schweiz auch weiterhin tief bleiben. Weiter angezogen hat die Nachfrage nach langen Laufzeiten. 

Finden Sie hier ausführlichere Informationen: Hypotheken-Barometer 2. Quartal 2018.

1. Quartal 2018 – Hypothekarzinsen haben spürbar angezogen

Im ersten Quartal 2018 haben die Zinsen für Festhypotheken zugelegt. Die Zinsen für mittlere und lange Laufzeiten erreichten Mitte Februar sogar ein Zweijahreshoch. Die Folge der allgemeinen Erwartung eines weiteren Zinsanstiegs: Die Nachfrage nach langen Laufzeiten hat angezogen und liegt wieder auf Vorjahresniveau.

Finden Sie hier ausführlichere Informationen: Hypotheken-Barometer 1. Quartal 2018.

4. Quartal 2017 – Zeichen stehen auf Anstieg

Zu Jahresbeginn bewegen sich die Zinsen für Festhypotheken ungefähr auf Niveau des Vorquartals. Derweil vervielfältigen sich Anzeichen für einen Zinsanstieg. Dies zeigt der Interest Rate Swap für 10-jährige Festhypotheken. Seit Mitte Dezember ist dieser stark angestiegen und kündigt an, dass die Absicherungskosten weiter wachsen. Spürbar angezogen hat im vergangenen Quartal die Nachfrage nach mittleren Laufzeiten.

Finden Sie hier ausführlichere Informationen: Hypotheken-Barometer 4. Quartal 2017.

3. Quartal 2017 – Zinsen verharren auf tiefem Niveau

Auch im dritten Quartal 2017 bewegen sich die Zinsen für Festhypotheken kaum. Überraschenderweise hat die Nachfrage nach sehr kurzen Laufzeiten auf Kosten der mittleren Laufzeiten zugelegt – und das trotz der nach wie vor historisch tiefen Zinsen.

Finden Sie hier ausführlichere Informationen: Hypotheken-Barometer 3. Quartal 2017.

2. Quartal 2017 – Zinsen für Hypotheken sind gesunken

Die Richtzinsen für Festhypotheken sind im letzten Quartal dieses Jahres leicht zurückgegangen. Und trotzdem: Festhypotheken mit langen Laufzeiten waren vergleichsweise weniger gefragt. Spürbar angezogen hat hingegen die Nachfrage nach mittleren Laufzeiten – obwohl die Zinsen in diesem Segment am wenigsten gesunken sind.

Finden Sie hier ausführlichere Informationen: Hypotheken-Barometer 2. Quartal 2017.

1. Quartal 2017 – Wenig Bewegung am Hypothekarmarkt

Hypothekarzinsen für Festhypotheken in der Schweiz veränderten sich im ersten Quartal 2017 nur wenig. Nach dem historischen Tiefststand im Herbst 2016 scheint erst einmal Ruhe eingekehrt zu sein. Zu Unsicherheiten führen jedoch die anstehenden Wahlen in Frankreich, der Brexit und die noch vage US-Wirtschaftspolitik.

Finden Sie hier ausführlichere Informationen: Hypotheken-Barometer 1. Quartal 2017.

4. Quartal 2016 – Hypozinsen haben wieder angezogen

Die Trendwende auf dem Hypothekarmarkt scheint nach historischem Tiefststand der Zinsen für Festhypotheken im vergangenen Herbst erreicht. Die Hypothekarzinsen für Festhypotheken sind im vierten Quartal des Jahres 2016 angestiegen und liegen erneut auf dem Niveau vom Frühjahr 2015.

Finden Sie hier ausführlichere Informationen: Hypotheken-Barometer 4. Quartal 2016.