Hypothek

Hypobarometer Q2 2020 – Corona schickt Hypozinsen auf eine Berg- und Talfahrt

ANALYSE
| von Frédéric Papp |
Bild: iStock / in4mal

Der Hypothekarmarkt bleibt wegen des Coronavirus turbulent und wenig vorhersehbar. Die Richtzinsen zehnjähriger Festhypotheken sind historisch nach wie vor tief und die Zinsdifferenzen im Vergleich zu fünf- und zweijährigen Hypotheken sehr gering.

Das Coronavirus verursacht heftige Kursschwankungen an den Börsen. Der Grad der Unsicherheit ist derzeit sehr hoch. Das zeigt sich auch im Verlauf der Hypothekarzinsen im Zweiten Quartal 2020.

Hypothekarzinsen machen Bocksprünge

Ende des ersten Quartals schossen die Richtzinsen zehnjähriger Festhypotheken innert weniger Tage vom Rekordtief bei 0,98 auf fast 1,20 Prozent hoch. In den Folgemonaten April und Mai rutschten sie auf 1,07 Prozent ab. Seither ist wieder eine Aufwärtsbewegung beobachtbar. Per Ende Juni notiert der Satz bei 1,11 Prozent – historisch gesehen ein sehr tiefer Wert. Ähnliche Kursbewegungen zeigen auch die Hypothekarzinssätze von fünf- und zweijährigen Festhypotheken.

Ausschläge nach oben und unten sind auch künftig zu erwarten

 

 

 

Die Folgen der Wirtschaftsrezession für das Bankensystem lassen sich derzeit nur schwer abschätzen. Eine zweite Corona-Welle droht über den Erdball zu rollen. Zudem besteht die Gefahr eines No-Deal-Austritts Grossbritanniens aus der Europäischen Union. Der schwelende Handelskonflikt zwischen den USA und China ist ein weiterer Unruheherd.

Coronavirus macht Sparschweine noch dicker

Die Unsicherheit spiegelt sich auch in der Zurückhaltung der Industrie und der Konsumenten bezüglich Investitionen. In der Schweiz wird deutlich mehr Geld auf die hohe Kante gelegt als noch vor der Corona-Krise. Die gestiegene Sparbereitschaft wirkt in einer ersten Phase deflationär. Verliert die Corona-Krise an Kraft, und weicht die Unsicherheit wieder der Zuversicht, stellt sich wohl ein Nachholeffekt im Konsum ein.

Geringe Preisdifferenzen zwischen langen und kurzen Festhypotheken

Die Preise zwischen kurz-, mittel- und langfristigen Festhypotheken haben sich im Vergleich zum Vorquartal verringert, wie nachfolgende Tabelle zeigt. Die Differenz zwischen einer zehnjährigen und einer fünfjährigen Hypothek beträgt per Ende Juni 16 Basispunkte. Eine fünfjährige Hypothek ist sogar nur um 6 Basispunkte teurer als eine zweijährige.

Q2 2020 Q1 2020
Q4 2019
Q3 2019
Q2 2019
Q1 2019
10-jährige Festhypothek
1,11% 1,17%
1,09% 1,05%
1,10%
1,20%
Differenz 5- und 10-jähriger Festhypothek (in Basispunkten)
16 20 16
14 15
23
5-jährige Festhypothek
0,95% 0,97%
0,93%
0,91%
0,95%
0,97%
Differenz 2- und 10- jähriger Festhypothek (in Basispunkten)
22 28 22 18 22 28
2-jährige Festhypothek
0,89%
0,89%
0,87%
0,87%
0,88%
0,92%
Differenz 2- und 5-jähriger Festhypothek (in Basispunkten)
6 8 6 4 7 5

Grundsätzlich gilt: Nervöse Zeiten erfordern einen kühlen Kopf. Das erstbeste Angebot der Hausbank ist meist nicht das günstigste. Wer indes geschickt verhandelt beziehungsweise verhandeln lässt, bekommt derzeit eine zehnjährige Festhypothek im Schnitt zwischen 0,3 und 0,4 Prozent günstiger als der Richtzins vorgibt. Das zeigen Daten vom unabhängigen Hypothekarvermittler und Comparis-Partnerservice HypoPlus.

Datengrundlage

Die Angaben zu den Zinssätzen des Comparis-Hypothekenbarometers basieren auf den Richtzinssätzen von über 50 Kreditinstituten. Sie werden täglich aktualisiert und im Zinsüberblick publiziert. Die Erfahrung zeigt, dass die Zinsen der Hypothekarofferten in den meisten Fällen unter den offiziellen Richtsätzen liegen. Das nächste Hypotheken-Barometer erscheint Anfang Oktober 2020.

Hypotheken-Barometer vergangener Quartale

1. Quartal 2020 – Markanter Anstieg des Richtzinses für zehnjährige Festhypotheken

Das Coronavirus sorgt für viel Nervosität an den Finanzmärkten. Das schlägt sich auch in den Hypothekarzinsen nieder. Der Richtzins für zehnjährige Festhypotheken hat sich innert Kürze deutlich verteuert. Der Richtzins für zehnjährige Festhypotheken erreichte am 9. März mit 0,98 Prozent ein Rekordtief. Danach drehte er schlagartig um 21 Prozent nach oben auf 1,19 Prozent. Per Ende März liegt der Richtzins nun bei 1,15 Prozent. Zum Vergleich: Im vierten Quartal 2019 betrug er 1,09 Prozent.

Finden Sie hier ausführlichere Informationen: Hypotheken-Barometer 1. Quartal 2020.

4. Quartal 2019 – Einfluss von Negativzinsen auf Richtzinsen

Nach dem Taucher unter die «magische Marke» von 1 Prozent stiegen die Richtzinsen zehnjähriger Hypotheken wieder leicht an. Negativzinsen könnten in der Zukunft für eine Verteuerung der Hypotheken verantwortlich sein. Im Schlussquartal des Jahres 2019 kletterte der Richtzins für eine zehnjährige Festhypothek auf bis zu 1,10 Prozent. Das sind 11 Basispunkte mehr als im Rekordtief vom August 2019.

Finden Sie hier ausführlichere Informationen: Hypotheken-Barometer 4. Quartal 2019.

3. Quartal 2019 – «magische» 1-Prozent-Marke unterschritten

Im dritten Quartal sind die Richtzinsen zehnjähriger Festhypotheken im Vergleich zum Vorquartal weiter gesunken. Sie sind kurzzeitig sogar erstmals unter die «magische» 1-Prozent-Marke gerutscht. «Diverse Anzeichen deuten aber auf eine Bodenbildung bei den Hypothekarzinsen hin», beobachtet Comparis-Finanzexperte Frédéric Papp.

Finden Sie hier ausführlichere Informationen: Hypotheken-Barometer 3. Quartal 2019.

2. Quartal 2019: 10-jährige Hypotheken fast so günstig wie 5-jährige Hypotheken

Im zweiten Quartal 2019 liegen die Richtzinsen zehnjähriger Festhypotheken mit etwas über einem Prozent so tief wie noch nie. Sie sind in Griffnähe der Richtzinsen fünf- oder zweijähriger Festhypotheken. Das zeigt das Hypobarometer von comparis.ch.

Finden Sie hier ausführlichere Informationen: Hypotheken-Barometer 2. Quartal 2019.

1. Quartal 2019 – Richtzinsen erstmals unter 1%

Im ersten Quartal 2019 sind die Richtzinsen für fünfjährige Festhypotheken erstmals unter 1% gerutscht. Auch die zehnjährigen Festhypotheken sind erneut günstiger geworden. Das zeigt das Hypobarometer von comparis.ch.

Finden Sie hier ausführlichere Informationen: Hypotheken-Barometer 1. Quartal 2019.

4. Quartal 2018 – deutliche Korrektur der Richtzinsen

Die Richtzinsen für Festhypotheken sind im vierten Quartal 2018 teils deutlich gesunken. Am stärksten ist die Abwärtsbewegung bei den zehnjährigen Festhypotheken. Überraschend stark ist die Nachfrage nach kurzlaufenden Hypotheken. Das zeigt das Hypobarometer von comparis.ch.

Finden Sie hier ausführlichere Informationen: Hypotheken-Barometer 4. Quartal 2018.

3. Quartal 2018 – Verlagerung zu mittelfristigen Hypotheken

Die Zinsen für Festhypotheken haben im dritten Quartal 2018 leicht angezogen. Am stärksten war die Aufwärtsbewegung im September. Die Nachfrage nach langen Laufzeiten hat dabei erstmals seit Ende 2017 nachgelassen – zugunsten eines massiven Anstiegs der Nachfrage nach Mittelfristhypotheken. Das zeigt das Hypobarometer von comparis.ch.

Finden Sie hier ausführlichere Informationen: Hypotheken-Barometer 3. Quartal 2018.

2. Quartal 2018 – Zinsanstieg lässt auf sich warten

Im zweiten Quartal des Jahres 2018 haben sich die Zinsen für Festhypotheken kaum bewegt. Die wirtschaftlichen und politischen Entwicklungen der letzten Monate lassen darauf schliessen, dass die Zinsen in der Schweiz auch weiterhin tief bleiben. Weiter angezogen hat die Nachfrage nach langen Laufzeiten. 

Finden Sie hier ausführlichere Informationen: Hypotheken-Barometer 2. Quartal 2018.

1. Quartal 2018 – Hypothekarzinsen haben spürbar angezogen

Im ersten Quartal 2018 haben die Zinsen für Festhypotheken zugelegt. Die Zinsen für mittlere und lange Laufzeiten erreichten Mitte Februar sogar ein Zweijahreshoch. Die Folge der allgemeinen Erwartung eines weiteren Zinsanstiegs: Die Nachfrage nach langen Laufzeiten hat angezogen und liegt wieder auf Vorjahresniveau.

Finden Sie hier ausführlichere Informationen: Hypotheken-Barometer 1. Quartal 2018.

4. Quartal 2017 – Zeichen stehen auf Anstieg

Zu Jahresbeginn bewegen sich die Zinsen für Festhypotheken ungefähr auf dem Niveau des Vorquartals. Derweil vervielfältigen sich Anzeichen für einen Zinsanstieg. Dies zeigt der Interest Rate Swap für 10-jährige Festhypotheken. Seit Mitte Dezember ist dieser stark angestiegen und kündigt an, dass die Absicherungskosten weiter wachsen. Spürbar angezogen hat im vergangenen Quartal die Nachfrage nach mittleren Laufzeiten.

Finden Sie hier ausführlichere Informationen: Hypotheken-Barometer 4. Quartal 2017.

3. Quartal 2017 – Zinsen verharren auf tiefem Niveau

Auch im dritten Quartal 2017 bewegen sich die Zinsen für Festhypotheken kaum. Überraschenderweise hat die Nachfrage nach sehr kurzen Laufzeiten auf Kosten der mittleren Laufzeiten zugelegt – und das trotz der nach wie vor historisch tiefen Zinsen.

Finden Sie hier ausführlichere Informationen: Hypotheken-Barometer 3. Quartal 2017.

2. Quartal 2017 – Zinsen für Hypotheken sind gesunken

Die Richtzinsen für Festhypotheken sind im letzten Quartal dieses Jahres leicht zurückgegangen. Und trotzdem: Festhypotheken mit langen Laufzeiten waren vergleichsweise weniger gefragt. Spürbar angezogen hat hingegen die Nachfrage nach mittleren Laufzeiten – obwohl die Zinsen in diesem Segment am wenigsten gesunken sind.

Finden Sie hier ausführlichere Informationen: Hypotheken-Barometer 2. Quartal 2017.

1. Quartal 2017 – Wenig Bewegung am Hypothekarmarkt

Hypothekarzinsen für Festhypotheken in der Schweiz veränderten sich im ersten Quartal 2017 nur wenig. Nach dem historischen Tiefststand im Herbst 2016 scheint erst einmal Ruhe eingekehrt zu sein. Zu Unsicherheiten führen jedoch die anstehenden Wahlen in Frankreich, der Brexit und die noch vage US-Wirtschaftspolitik.

Finden Sie hier ausführlichere Informationen: Hypotheken-Barometer 1. Quartal 2017.

4. Quartal 2016 – Hypozinsen haben wieder angezogen

Die Trendwende auf dem Hypothekarmarkt scheint nach historischem Tiefststand der Zinsen für Festhypotheken im vergangenen Herbst erreicht. Die Hypothekarzinsen für Festhypotheken sind im vierten Quartal des Jahres 2016 angestiegen und liegen erneut auf dem Niveau vom Frühjahr 2015.

Finden Sie hier ausführlichere Informationen: Hypotheken-Barometer 4. Quartal 2016.