Hypothek

Hypobarometer Q2 2019: 10-jährige Hypotheken fast so günstig wie 5-jährige Hypotheken

ANALYSE
| von Frédéric Papp |
Aktueller Stand der Hypothekarzinsen und deren Entwicklung über die letzten Quartale. Bild: iStock / in4mal

Die Richtzinsen zehnjähriger Festhypotheken liegen mit etwas über einem Prozent so tief wie noch nie. Sie sind in Griffnähe der Richtzinsen fünf- oder zweijähriger Festhypotheken. Das zeigt das Hypobarometer von comparis.ch.

Der Sinkflug der Richtzinsen für zehnjährige Festhypotheken hält auch im zweiten Quartal des laufenden Jahres an. Per Ende Juni 2019 liegt der Richtsatz bei 1,10%, gegenüber 1,20% Ende März. Etwas geschrumpft ist der Richtsatz für fünfjährige Hypotheken, und zwar um 2 Basispunke auf 0,95% . Billiger geworden sind auch zweijährige Hypotheken. Der Richtzins beträgt neu 0,88%. Ende März dieses Jahres waren es noch 0,92%.

Der Comparis-Finanz-Experte Frédéric Papp erwartet, dass die teureren Anbieter ihre Richtzinsen nach unten anpassen. Der Druck auf die Durchschnitt-Richtzinsen bleibt somit bestehen. In den kommenden Quartalen könnte die psychologische Marke von 1% bei den zehnjährigen Festhypotheken unterboten werden.

 

 

 

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Hypothekarnehmer mit guter Bonität bekommen zehnjährige Festhypotheken bereits ab 0,70%, fünfjährige ab 0,44%. Selbst 15-jährige Festhypotheken liegen derzeit bei unter 1%. Das zeigen die Daten vom unabhängigen Hypothekenvermittler und Comparis-Partner HypoPlus.

Zinsstrukturkurve flacht ab

Die Richtzinsen zehnjähriger Festhypotheken sind in Griffnähe der Richtzinsen für fünf- oder zweijährige Festhypotheken. Bislang zahlten Kunden für langjährige Hypotheken immer einen markanten Risikoaufschlag.

Zum Vergleich: Ende zweites Quartal 2018 kostete eine zehnjährige Festhypothek mit 1,56% noch 45 Basispunkte mehr als eine fünfjährige Festhypothek. Ein Jahr später beträgt die Differenz nur noch 15 Basispunkte. Die Zinsdifferenz zwischen zwei- und zehnjährigen Hypotheken ist sogar von 60 per Ende Juni 2018 auf nunmehr 22 Basispunkte geschmolzen. Der Unterschied zwischen zwei- und fünfjährigen Festhypotheken schwankte innert Jahresfrist zwischen 5 und 17 Basispunkten.

Q2 2019 Q1 2019 Q4 2018 Q3 2018 Q2 2018
10-jährige Festhypothek
1,10%
1,20%
1,46%
1,62%
1,56%
Differenz 5- und 10-jährige Hypothek*
15
23
42
49
45
5-jährige Hypothek
0,95%
0,97%
1,04%
1,13%
1,11%
Differenz 2- und 10- jährige Hypothek*
22
28
51
66
60
2-jährige Hypothek
0,88%
0,92%
0,95%
0,96%
0,96%
Differenz 2- und 5-jährige Hypothek*
7
5
9
17
15

*in Basispunkten

Langfristhypotheken laufen Liborhypotheken den Rang ab

Die Höhe der Hypothekarzinsen für beispielsweise eine zehnjährige Festhypothek bemisst sich primär an der Höhe des zehnjährigen Swap-Satzes. Letzterer ist seit vergangenem Mai nach 2015 und 2016 erneut negativ. Der Swap-Satz für eine fünfjährige Laufzeit bewegt sich seit Anfang 2015 fast immer unter null Prozent.

Banken kalkulieren für die Hypothekarzins-Berechnung nicht mit negativen Zinsen. Sie plafonieren stattdessen die null Prozent und schlagen dann ihre Margen darauf. Da derzeit sowohl fünfjährige als auch zehnjährige Swap-Sätze in negativem Territorium stehen, ist nicht davon auszugehen, dass die Differenz zwischen fünf- und zehnjährigen Festhypotheken viel kleiner wird.

Festhypotheken sind in vielen Fällen sogar günstiger zu bekommen als Liborhypotheken. Eine Liborhypothek basierend auf dem Drei-Monats-Libor und einem dreijährigen Rahmenvertrag liegt derzeit bei 0,59%. Hypothekarnehmer mit guter Bonität bekommen fünfjährige Festhypotheken bereits ab 0,44% und 7-jährige Festhypotheken sind ab 0,57% zu haben.

Wohin gehen die Zinsen?

Hypothekarfinanzierungen sind derzeit so günstig zu haben wie nie zuvor. Den idealen Einstiegszeitpunkt zu erwischen, ist dennoch Glückssache. Die Zinsen drohen, beeinflusst von ökonomischen Entwicklungen, jederzeit nach oben oder unten auszuschlagen.

Die gedämpften Wirtschaftsprognosen in den USA und vor allem in Europa geben derzeit wenig Anlass für eine baldige Zinserhöhung. Wenig Handlungsbedarf gibt es auch im Hinblick auf die Inflationsrate in der Eurozone. Sie verharrt bei 1,2% (Stand Juni 2019) und liegt damit deutlich hinter dem Inflationsziel der Europäischen Notenbank (EZB) von knapp 2%.

Datengrundlage

Die Angaben zu den Zinssätzen basieren auf den Richtzinssätzen von über 50 Kreditinstituten. Sie werden täglich aktualisiert und im Zinsüberblick publiziert. Die Erfahrung zeigt, dass die Zinsen der Hypothekarofferten in den meisten Fällen unter den offiziellen Richtsätzen liegen. Für die nachgefragten Laufzeiten wurden die Finanzierungsgesuche ausgewertet, welche Kreditsuchende bei HypoPlus, einem Partner-Service von comparis.ch, nach einer unabhängigen Beratung angaben. Das nächste Hypotheken-Barometer erscheint Mitte Oktober 2019.

Zum Anbietervergleich

Hypotheken-Barometer vergangener Quartale

1. Quartal 2019 – Richtzinsen erstmals unter 1%

Im ersten Quartal 2018 sind die Richtzinsen für fünfjährige Festhypotheken erstmals unter 1% gerutscht. Auch die zehnjährigen Festhypotheken sind erneut günstiger geworden. Das zeigt das Hypobarometer von comparis.ch.

Finden Sie hier ausführlichere Informationen: Hypotheken-Barometer 1. Quartal 2019.

4. Quartal 2018 – deutliche Korrektur der Richtzinsen

Die Richtzinsen für Festhypotheken sind im vierten Quartal 2018 teils deutlich gesunken. Am stärksten ist die Abwärtsbewegung bei den zehnjährigen Festhypotheken. Überraschend stark ist die Nachfrage nach kurzlaufenden Hypotheken. Das zeigt das Hypobarometer von comparis.ch.

Finden Sie hier ausführlichere Informationen: Hypotheken-Barometer 4. Quartal 2018.

3. Quartal 2018 – Verlagerung zu mittelfristigen Hypotheken

Die Zinsen für Festhypotheken haben im dritten Quartal 2018 leicht angezogen. Am stärksten war die Aufwärtsbewegung im September. Die Nachfrage nach langen Laufzeiten hat dabei erstmals seit Ende 2017 nachgelassen – zugunsten eines massiven Anstiegs der Nachfrage nach Mittelfristhypotheken. Das zeigt das Hypobarometer von comparis.ch.

Finden Sie hier ausführlichere Informationen: Hypotheken-Barometer 3. Quartal 2018.

2. Quartal 2018 – Zinsanstieg lässt auf sich warten

Im zweiten Quartal des Jahres 2018 haben sich die Zinsen für Festhypotheken kaum bewegt. Die wirtschaftlichen und politischen Entwicklungen der letzten Monate lassen darauf schliessen, dass die Zinsen in der Schweiz auch weiterhin tief bleiben. Weiter angezogen hat die Nachfrage nach langen Laufzeiten. 

Finden Sie hier ausführlichere Informationen: Hypotheken-Barometer 2. Quartal 2018.

1. Quartal 2018 – Hypothekarzinsen haben spürbar angezogen

Im ersten Quartal 2018 haben die Zinsen für Festhypotheken zugelegt. Die Zinsen für mittlere und lange Laufzeiten erreichten Mitte Februar sogar ein Zweijahreshoch. Die Folge der allgemeinen Erwartung eines weiteren Zinsanstiegs: Die Nachfrage nach langen Laufzeiten hat angezogen und liegt wieder auf Vorjahresniveau.

Finden Sie hier ausführlichere Informationen: Hypotheken-Barometer 1. Quartal 2018.

4. Quartal 2017 – Zeichen stehen auf Anstieg

Zu Jahresbeginn bewegen sich die Zinsen für Festhypotheken ungefähr auf Niveau des Vorquartals. Derweil vervielfältigen sich Anzeichen für einen Zinsanstieg. Dies zeigt der Interest Rate Swap für 10-jährige Festhypotheken. Seit Mitte Dezember ist dieser stark angestiegen und kündigt an, dass die Absicherungskosten weiter wachsen. Spürbar angezogen hat im vergangenen Quartal die Nachfrage nach mittleren Laufzeiten.

Finden Sie hier ausführlichere Informationen: Hypotheken-Barometer 4. Quartal 2017.

3. Quartal 2017 – Zinsen verharren auf tiefem Niveau

Auch im dritten Quartal 2017 bewegen sich die Zinsen für Festhypotheken kaum. Überraschenderweise hat die Nachfrage nach sehr kurzen Laufzeiten auf Kosten der mittleren Laufzeiten zugelegt – und das trotz der nach wie vor historisch tiefen Zinsen.

Finden Sie hier ausführlichere Informationen: Hypotheken-Barometer 3. Quartal 2017.

2. Quartal 2017 – Zinsen für Hypotheken sind gesunken

Die Richtzinsen für Festhypotheken sind im letzten Quartal dieses Jahres leicht zurückgegangen. Und trotzdem: Festhypotheken mit langen Laufzeiten waren vergleichsweise weniger gefragt. Spürbar angezogen hat hingegen die Nachfrage nach mittleren Laufzeiten – obwohl die Zinsen in diesem Segment am wenigsten gesunken sind.

Finden Sie hier ausführlichere Informationen: Hypotheken-Barometer 2. Quartal 2017.

1. Quartal 2017 – Wenig Bewegung am Hypothekarmarkt

Hypothekarzinsen für Festhypotheken in der Schweiz veränderten sich im ersten Quartal 2017 nur wenig. Nach dem historischen Tiefststand im Herbst 2016 scheint erst einmal Ruhe eingekehrt zu sein. Zu Unsicherheiten führen jedoch die anstehenden Wahlen in Frankreich, der Brexit und die noch vage US-Wirtschaftspolitik.

Finden Sie hier ausführlichere Informationen: Hypotheken-Barometer 1. Quartal 2017.

4. Quartal 2016 – Hypozinsen haben wieder angezogen

Die Trendwende auf dem Hypothekarmarkt scheint nach historischem Tiefststand der Zinsen für Festhypotheken im vergangenen Herbst erreicht. Die Hypothekarzinsen für Festhypotheken sind im vierten Quartal des Jahres 2016 angestiegen und liegen erneut auf dem Niveau vom Frühjahr 2015.

Finden Sie hier ausführlichere Informationen: Hypotheken-Barometer 4. Quartal 2016.