Hypothek

Hypobarometer Q4 2020 – Hypothekarzinsen trotzen der zweiten Corona-Welle

ANALYSE
| von Frédéric Papp |
Bild: iStock / in4mal

Die Richtzinsen von Festhypotheken bewegten sich trotz zweiter Corona-Welle kaum – zum Vorteil der Hypothekarnehmenden. In den nächsten Monaten dürfte mehr Dynamik in den Hypozinsmarkt kommen, prognostiziert Comparis-Finanzexperte Frédéric Papp.

Die mit Abstand beliebteste Laufzeit (10 Jahre) notierte während der vergangenen drei Monate zwischen 1,04 und 1,07 Prozent und damit jeweils knapp über der psychologisch wichtigen Marke von 1 Prozent. Keine Veränderungen zeigten die Zinssätze von fünf- und zweijährigen Festhypotheken.

Im Kontrast dazu reagierte der Hypomarkt während der ersten Corona-Welle deutlich nervöser. Die Richtzinsen zehnjähriger Festhypotheken verteuerten sich Ende des ersten Quartals innert weniger Tage vom Rekordtief bei 0,98 auf fast 1,20 Prozent.

 

 

Guter Zeitpunkt für taktische Abschlüsse

«In den kommenden Monaten ist wieder mit mehr Dynamik im Hypozinsmarkt zu rechnen», prognostiziert Papp. Das hängt vor allem mit der Hypothekarpolitik der Anbieter zusammen. Sie zeigten üblicherweise zu Jahresbeginn wieder mehr Appetit auf bestimmte Laufzeiten und offerieren entsprechend attraktive Zinssätze. Vor diesem Hintergrund sei davon auszugehen, dass sich die Konkurrenz unter den Anbietern wieder intensiviere – ganz zugunsten der Immobilienkäufer und -besitzer. Diese Marktkonstellation eigne sich für taktische Abschlüsse, sagt Papp. Voraussetzung dafür ist eine enge Beobachtung des Marktes.

Mehrere Angebote prüfen lohnt sich

Mindestens genauso wichtig wie der Zeitpunkt des Abschlusses ist der Vergleich diverser Offerten. Daten der zur Comparis-Gruppe gehörenden Hypothekarspezialistin HypoPlus zeigen grosse Unterschiede bei den Angeboten.

Zehnjährige Festhypotheken gibt es bereits ab 0,61 Prozent (Stand Dezember 2020). Das sind 0,44 Prozent weniger als der durchschnittliche Richtzins bei 1,05 Prozent (Stand: 5. Januar 2021). Aufgerechnet auf eine Hypothek über 750’000 Franken sind dies 3300 Franken pro Jahr oder klar über 30’000 Franken für die gesamte Laufzeit. Ein härter geführter Konkurrenzkampf unter den Anbietern vergrössert tendenziell die Zinskluft.

Saron-Hypothek gleich teuer wie 7-jährige Festhypothek

Die Zinssätze kurzer, mittlerer und langer Laufzeiten liegen weiterhin sehr eng beieinander, wie nachfolgende Tabelle zeigt. Die Differenz zwischen einer zehnjährigen und einer fünfjährigen Festhypothek beträgt 15 Basispunkte per Ende Dezember 2020. Eine fünfjährige Festhypothek ist nur um 4 Basispunkte teurer als eine zweijährige.

Q4 2020
Q3 2020 Q2 2020 Q1 2020
Q4 2019
Q3 2019
10-jährige Festhypothek
1,05%
1,05%
1,11% 1,17%
1,09% 1,05%
Differenz 5- und 10-jährige Festhypothek (in Basispunkten)
15
14 16 20 16
14
5-jährige Festhypothek
0,90%
0,91%
0,95% 0,97%
0,93%
0,91%
Differenz 2- und 10- jährige Festhypothek (in Basispunkten)
19 19 22 28 22 18
2-jährige Festhypothek
0,86%
0,86%
0,89%
0,89%
0,87%
0,87%
Differenz 2- und 5-jährige Festhypothek (in Basispunkten)
4 5 6 8 6 4

Bei den Richtzinsen handelt es sich um Durchschnittswerte. Der konkret ausgehandelte Abschluss liegt in der Regel deutlich tiefer. Eine siebenjährige Festhypothek ist bereits ab 0,55 Prozent zu haben. Das ist in etwa gleich viel wie eine Saron-Hypothek oder Laufzeiten zwischen 4 und 6 Jahren.

Datengrundlage

HypoPlus, die Hypothekarspezialistin der Comparis-Gruppe, stellt die Zinssätze des Comparis-Hypothekenbarometers zur Verfügung. Diese basieren auf den Richtzinssätzen von rund 50 Kreditinstituten. Sie werden täglich aktualisiert und im Zinsüberblick publiziert. Die Erfahrung zeigt, dass die Zinsen der Hypothekarofferten in den meisten Fällen unter den offiziellen Richtsätzen liegen. Das nächste Hypothekenbarometer erscheint Anfang April 2021.

Hypothekenbarometer vergangener Quartale

3. Quartal 2020 – Abnehmender Konkurrenzdruck hält Hypozinsen im Schach

Die Seitwärtsbewegung bei den Hypothekarzinsen hatte sich im dritten Quartal 2020 fortgesetzt. Und: Die Zinsdifferenz zwischen zehn-, fünf- und zweijährigen Hypotheken wurde noch etwas kleiner. Geldmarkthypotheken waren teils gleich günstig wie fünfjährige Hypotheken.

Finden Sie hier ausführlichere Informationen: Hypotheken-Barometer 3. Quartal 2020.

2. Quartal 2020 – Corona schickt Hypozinsen auf eine Berg-und-Tal-Fahrt

Der Hypothekarmarkt blieb wegen des Coronavirus turbulent und wenig vorhersehbar. Ende des ersten Quartals schossen die Richtzinsen zehnjähriger Festhypotheken innert weniger Tage vom Rekordtief bei 0,98 auf fast 1,20 Prozent hoch. In den Folgemonaten April und Mai rutschten sie auf 1,07 Prozent ab. Seither ist wieder eine Aufwärtsbewegung beobachtbar. Per Ende Juni notiert der Satz bei 1,11 Prozent – historisch gesehen ein sehr tiefer Wert.

Finden Sie hier ausführlichere Informationen: Hypotheken-Barometer 2. Quartal 2020.

1. Quartal 2020 – Markanter Anstieg des Richtzinses für zehnjährige Festhypotheken

Das Coronavirus sorgt für viel Nervosität an den Finanzmärkten. Das schlägt sich auch in den Hypothekarzinsen nieder. Der Richtzins für zehnjährige Festhypotheken hat sich innert Kürze deutlich verteuert. Der Richtzins für zehnjährige Festhypotheken erreichte am 9. März mit 0,98 Prozent ein Rekordtief. Danach drehte er schlagartig um 21 Prozent nach oben auf 1,19 Prozent. Per Ende März liegt der Richtzins nun bei 1,15 Prozent. Zum Vergleich: Im vierten Quartal 2019 betrug er 1,09 Prozent.

Finden Sie hier ausführlichere Informationen: Hypotheken-Barometer 1. Quartal 2020.

4. Quartal 2019 – Einfluss von Negativzinsen auf Richtzinsen

Nach dem Taucher unter die «magische Marke» von 1 Prozent stiegen die Richtzinsen zehnjähriger Hypotheken wieder leicht an. Negativzinsen könnten in der Zukunft für eine Verteuerung der Hypotheken verantwortlich sein. Im Schlussquartal des Jahres 2019 kletterte der Richtzins für eine zehnjährige Festhypothek auf bis zu 1,10 Prozent. Das sind 11 Basispunkte mehr als im Rekordtief vom August 2019.

Finden Sie hier ausführlichere Informationen: Hypotheken-Barometer 4. Quartal 2019.

3. Quartal 2019 – «Magische» 1-Prozent-Marke unterschritten

Im dritten Quartal sind die Richtzinsen zehnjähriger Festhypotheken im Vergleich zum Vorquartal weiter gesunken. Sie sind kurzzeitig sogar erstmals unter die «magische» 1-Prozent-Marke gerutscht. «Diverse Anzeichen deuten aber auf eine Bodenbildung bei den Hypothekarzinsen hin», beobachtet Comparis-Finanzexperte Frédéric Papp.

Finden Sie hier ausführlichere Informationen: Hypotheken-Barometer 3. Quartal 2019.

2. Quartal 2019: 10-jährige Hypotheken fast so günstig wie 5-jährige Hypotheken

Im zweiten Quartal 2019 liegen die Richtzinsen zehnjähriger Festhypotheken mit etwas über einem Prozent so tief wie noch nie. Sie sind in Griffnähe der Richtzinsen fünf- oder zweijähriger Festhypotheken. Das zeigt das Hypobarometer von comparis.ch.

Finden Sie hier ausführlichere Informationen: Hypotheken-Barometer 2. Quartal 2019.

1. Quartal 2019 – Richtzinsen erstmals unter 1%

Im ersten Quartal 2019 sind die Richtzinsen für fünfjährige Festhypotheken erstmals unter 1% gerutscht. Auch die zehnjährigen Festhypotheken sind erneut günstiger geworden. Das zeigt das Hypobarometer von comparis.ch.

Finden Sie hier ausführlichere Informationen: Hypotheken-Barometer 1. Quartal 2019.

4. Quartal 2018 – deutliche Korrektur der Richtzinsen

Die Richtzinsen für Festhypotheken sind im vierten Quartal 2018 teils deutlich gesunken. Am stärksten ist die Abwärtsbewegung bei den zehnjährigen Festhypotheken. Überraschend stark ist die Nachfrage nach kurzlaufenden Hypotheken. Das zeigt das Hypobarometer von comparis.ch.

Finden Sie hier ausführlichere Informationen: Hypotheken-Barometer 4. Quartal 2018.

3. Quartal 2018 – Verlagerung zu mittelfristigen Hypotheken

Die Zinsen für Festhypotheken haben im dritten Quartal 2018 leicht angezogen. Am stärksten war die Aufwärtsbewegung im September. Die Nachfrage nach langen Laufzeiten hat dabei erstmals seit Ende 2017 nachgelassen – zugunsten eines massiven Anstiegs der Nachfrage nach Mittelfristhypotheken. Das zeigt das Hypobarometer von comparis.ch.

Finden Sie hier ausführlichere Informationen: Hypotheken-Barometer 3. Quartal 2018.

2. Quartal 2018 – Zinsanstieg lässt auf sich warten

Im zweiten Quartal des Jahres 2018 haben sich die Zinsen für Festhypotheken kaum bewegt. Die wirtschaftlichen und politischen Entwicklungen der letzten Monate lassen darauf schliessen, dass die Zinsen in der Schweiz auch weiterhin tief bleiben. Weiter angezogen hat die Nachfrage nach langen Laufzeiten. 

Finden Sie hier ausführlichere Informationen: Hypotheken-Barometer 2. Quartal 2018.

1. Quartal 2018 – Hypothekarzinsen haben spürbar angezogen

Im ersten Quartal 2018 haben die Zinsen für Festhypotheken zugelegt. Die Zinsen für mittlere und lange Laufzeiten erreichten Mitte Februar sogar ein Zweijahreshoch. Die Folge der allgemeinen Erwartung eines weiteren Zinsanstiegs: Die Nachfrage nach langen Laufzeiten hat angezogen und liegt wieder auf Vorjahresniveau.

Finden Sie hier ausführlichere Informationen: Hypotheken-Barometer 1. Quartal 2018.

4. Quartal 2017 – Zeichen stehen auf Anstieg

Zu Jahresbeginn bewegen sich die Zinsen für Festhypotheken ungefähr auf dem Niveau des Vorquartals. Derweil vervielfältigen sich Anzeichen für einen Zinsanstieg. Dies zeigt der Interest Rate Swap für 10-jährige Festhypotheken. Seit Mitte Dezember ist dieser stark angestiegen und kündigt an, dass die Absicherungskosten weiter wachsen. Spürbar angezogen hat im vergangenen Quartal die Nachfrage nach mittleren Laufzeiten.

Finden Sie hier ausführlichere Informationen: Hypotheken-Barometer 4. Quartal 2017.

3. Quartal 2017 – Zinsen verharren auf tiefem Niveau

Auch im dritten Quartal 2017 bewegen sich die Zinsen für Festhypotheken kaum. Überraschenderweise hat die Nachfrage nach sehr kurzen Laufzeiten auf Kosten der mittleren Laufzeiten zugelegt – und das trotz der nach wie vor historisch tiefen Zinsen.

Finden Sie hier ausführlichere Informationen: Hypotheken-Barometer 3. Quartal 2017.

2. Quartal 2017 – Zinsen für Hypotheken sind gesunken

Die Richtzinsen für Festhypotheken sind im letzten Quartal dieses Jahres leicht zurückgegangen. Und trotzdem: Festhypotheken mit langen Laufzeiten waren vergleichsweise weniger gefragt. Spürbar angezogen hat hingegen die Nachfrage nach mittleren Laufzeiten – obwohl die Zinsen in diesem Segment am wenigsten gesunken sind.

Finden Sie hier ausführlichere Informationen: Hypotheken-Barometer 2. Quartal 2017.

1. Quartal 2017 – Wenig Bewegung am Hypothekarmarkt

Hypothekarzinsen für Festhypotheken in der Schweiz veränderten sich im ersten Quartal 2017 nur wenig. Nach dem historischen Tiefststand im Herbst 2016 scheint erst einmal Ruhe eingekehrt zu sein. Zu Unsicherheiten führen jedoch die anstehenden Wahlen in Frankreich, der Brexit und die noch vage US-Wirtschaftspolitik.

Finden Sie hier ausführlichere Informationen: Hypotheken-Barometer 1. Quartal 2017.

4. Quartal 2016 – Hypozinsen haben wieder angezogen

Die Trendwende auf dem Hypothekarmarkt scheint nach historischem Tiefststand der Zinsen für Festhypotheken im vergangenen Herbst erreicht. Die Hypothekarzinsen für Festhypotheken sind im vierten Quartal des Jahres 2016 angestiegen und liegen erneut auf dem Niveau vom Frühjahr 2015.

Finden Sie hier ausführlichere Informationen: Hypotheken-Barometer 4. Quartal 2016.