Finanzielle Aussichten: Die Zuversicht steigt
Eine repräsentative Umfrage von Comparis zeigt: Ein wachsender Teil der Schweizer Bevölkerung schaut zuversichtlich auf die eigene finanzielle Zukunft.

23.12.2025

iStock / Andrzej Rostek
1. Finanzielle Aussichten in der Schweiz werden besser
Die finanzielle Stimmung in der Schweiz hat sich im Vergleich zu den Vorjahren leicht verbessert. Laut einer repräsentativen Umfrage von Comparis erwarten 27 Prozent der befragten Personen, dass sich ihre finanzielle Situation im Jahr 2026 verbessern wird. Ein Jahr zuvor lag dieser Anteil noch bei 22 Prozent. Gleichzeitig ist der Anteil der Personen, die mit einer Verschlechterung rechnen, gesunken: von 27 auf aktuell 24 Prozent.
Die Hälfte der Befragten geht jedoch davon aus, dass sich an der eigenen finanziellen Lage im kommenden Jahr wenig ändern wird.
Mehr Leute hoffen auf Besserung. Die Grundhaltung bleibt aber zurückhaltend. Insgesamt überwiegt die Erwartung von Stabilität.
2. Hoffnung auf Bonus oder Lohnerhöhung treibt den Optimismus
Der Hauptgrund für die optimistische Einstellung zur verbesserten finanziellen Situation ist das Einkommen.
31 Prozent der Optimisten hoffen auf einen höheren Bonus oder eine Lohnerhöhung – entweder für sich selbst oder für die Partnerin oder den Partner.
28 Prozent der Befragten rechnen damit, durch einen Stellenwechsel oder eine Beförderung einen besser bezahlten Job zu erhalten.
Andere mögliche Faktoren spielen eine untergeordnete Rolle. Nur wenige der befragten Personen gehen davon aus, dass sich ihre finanzielle Lage dank sinkender Kosten, politischer Massnahmen oder staatlicher Entlastungen spürbar verbessert.
Die Menschen setzen auf ihre beruflichen Chancen. Das zeigt Vertrauen in den Arbeitsmarkt und auch, dass kaum mit strukturellen Entlastungen gerechnet wird. Der finanzielle Optimismus ist klar einkommens- und leistungsgetrieben.
3. Junge haben grosse Hoffnung auf finanzielle Verbesserung
Besonders ausgeprägt ist der Optimismus bei jungen Erwachsenen.
In der Altersgruppe der 18- bis 35-Jährigen erwarten 45 Prozent für 2026 eine bessere finanzielle Lage.
Bei den 36- bis 55-Jährigen sind es 23 Prozent.
Bei den über 56-Jährigen sind es lediglich 11 Prozent.
Interessant: Diese Zurückhaltung bei den Älteren besteht trotz der Tatsache, dass Pensionierte 2026 erstmals eine zusätzliche, 13. AHV-Rente erhalten.
Michael Kuhn ordnet die Unterschiede ein: «Junge Personen stehen oft am Anfang ihrer Karriere. Sie rechnen mit Lohnerhöhungen, Bonuszahlungen und neuen Chancen. Das erklärt den Optimismus, birgt aber auch das Risiko, langfristige Herausforderungen zu unterschätzen – insbesondere bei der Altersvorsorge.»
4. Je höher der Lohn, desto grösser die Zuversicht
Neben dem Alter beeinflussen auch andere Faktoren die finanzielle Erwartungshaltung. Ein Beispiel ist das Einkommen: 33 Prozent der Befragten mit einem Haushaltseinkommen über 8’000 Franken pro Monat erwarten eine Verbesserung. Bei Personen mit einem Einkommen bis 4’000 Franken sind es hingegen nur 20 Prozent.
5. Krankenkassen- und Wohnkosten bleiben eine Belastung
Wer eine Verschlechterung für das Jahr 2026 erwartet, nennt klare Gründe. Rund drei Viertel der Befragten geben steigende Krankenkassenprämien an. Fast ein Drittel rechnet mit höheren Mieten oder steigenden Hypothekarzinsen.
Steigende Fixkosten bleiben der grösste Unsicherheitsfaktor. Sie engen den finanziellen Spielraum vieler Haushalte ein.
Dieser Artikel wurde erstmals produziert am 28.12.2023



