Freizeit-Preisindex: Flüge und Ferienwohnungen werden deutlich teurer
Der Comparis-Freizeit-Preisindex misst die Preisentwicklung von Freizeitaktivitäten in der Schweiz. Der Index zeigt: Flugpreise sind heute 57 Prozent höher als noch vor fünf Jahren.

29.01.2026

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1. Wie haben sich die Freizeitpreise verändert?
Im Dezember 2025 sind die Preise für Freizeitgüter in der Schweiz im Vergleich zum Vorjahresmonat um 1,2 Prozent gestiegen. Das zeigt der Freizeit-Preisindex von Comparis.
Das Wichtigste in Kürze:
Den grössten Preisanstieg im Vergleich zum November 2025 verzeichnet die Parahotellerie mit 25 Prozent.
Auch für den Individualverkehr müssen Sie tiefer in die Tasche greifen als im Vormonat: Die Kosten sind um 6,8 Prozent gestiegen.
Am stärksten gesunken sind die Preise für Fernseh- und Audiovideogeräte (–6,9 Prozent im Vergleich zum November 2025).
Ein ganzes Stück günstiger geworden sind auch Speichermedien und Inhalte (minus 2,6 Prozent).
Mehr Zahlen und Hintergründe zu den Studienergebnissen finden Sie im Comparis-Freizeit-Preisindex Dezember 2025.
Der Freizeit-Preisindex zeigt die Teuerung verschiedener Freizeitaktivitäten in der Schweiz. Darin sind unter anderem die Kosten für Reisen, Hotels, Restaurantbesuche und Kulturveranstaltungen berücksichtigt.
Was bringt der Freizeit-Preisindex?
Freizeitaktivitäten gehören zu den zentralen Lebensbedürfnissen: Die Menschen in der Schweiz setzen laut offiziellen Zahlen rund 11 Prozent ihrer Haushaltsbudgets für Freizeit, Kultur, Reisen und Gastronomie ein (Stand 2019).
Das Problem: In anderen Statistiken sind diese wichtigen Ausgabeposten zu wenig berücksichtigt. Der Freizeit-Preisindex beleuchtet diese Zahlen detailliert und ermöglicht ein erweitertes Bild der Preisentwicklung in der Schweiz.
Die Berechnung erfolgt in Zusammenarbeit mit der KOF Konjunkturforschungsstelle der ETH Zürich. Der Index ergänzt den Comparis-Konsumentenpreisindex und den Comparis-Womo-Index.
2. Freizeit-Preisindex: Das ist der aktuelle Indexstand
Im Dezember 2025 waren Güter und Dienstleistungen im Freizeit-Preisindex 1,2 Prozent teurer als im Vorjahresmonat.
Die allgemeine Teuerung gemäss Landesindex der Konsumentenpreise (LIK) des Bundesamtes für Statistik (BFS) lag bei 0,1 Prozent.
3. Preisentwicklung nach Produktgruppen
Hier sehen Sie die detaillierten Preisentwicklungen für Freizeitaktivitäten – aufgeschlüsselt nach Produktgruppen (Grafik ist interaktiv).
4. Run auf Erholung ausserhalb von Hotels treibt die Preise in die Höhe
Im Vergleich zum Vorjahr sind die Kosten für die Parahotellerie um 25 Prozent gestiegen. Zur Parahotellerie zählen Beherbergungsmöglichkeiten, die nicht zur klassischen Hotellerie gehören. Dazu zählen beispielsweise Ferienwohnungen oder Jugendherbergen. Comparis-Consumer-Finance-Experte Michael Kuhn ordnet ein:
Seit der Pandemie sind Ferien in Ferienwohnungen und auf Campingplätzen hoch im Kurs. Die gestiegene Nachfrage trifft auf ein zu geringes Angebot, was die Preise in die Höhe treibt. Auch die höheren Kosten für Strom, Heizung, Unterhalt und Plattformgebühren werden oft direkt an die Gäste weitergegeben.
5. Massiver Preisanstieg bei Flugreisen
Noch stärker gestiegen sind die Flugpreise. Im Fünfjahresvergleich legten sie um 57 Prozent zu. Kein anderes Produkt hat sich gemäss dem Freizeit-Preisindex von Comparis stärker verteuert. Laut Michael Kuhn sind die Gründe für den Preisanstieg die folgenden:
Nach Corona kehrte die Nachfrage schneller zurück als das Angebot.
Der Kapazitätsengpass ist nicht nur auf eine zu geringe Zahl an Flugzeugen zurückzuführen. Es fehlen auch Triebwerke, Ersatzteile und Fachkräfte.
Durch den Einsatz älterer Flugzeuge ist Treibstoff ein wichtiger Kostentreiber. Denn ältere Flugzeuge verbrauchen mehr Treibstoff als effizientere, neuere Modelle.
Zudem sorgen alternde Flugzeugflotten für steigende Unterhaltskosten.
Ausserdem hat sich laut der IATA (International Air Transport Association) die Zertifizierungszeit für neue Flugzeuge von 12 bis 24 Monaten auf 4 oder sogar 5 Jahre verlängert.
Laut Michael Kuhn ist eine deutliche Trendumkehr im Luftverkehr aber unwahrscheinlich.
Fliegen kann in den nächsten Monaten wieder leicht günstiger werden – aber die Preise werden klar über dem Vor-Corona-Niveau bleiben.
6. Wer spürt die Teuerung im Bereich Freizeit am meisten?
Die höchste Teuerung bei Freizeitgütern erlebten in den vergangenen zwölf Monaten Einpersonenhaushalte ab 65 Jahren. Gegenüber dem Vorjahr lag die Teuerungsrate bei 1,6 Prozent.
Rein rechnerisch spüren nach Haushaltstyp Paare mit Kindern die geringste Teuerung. Mit einem Indexstand von 108,7 lag die gefühlte Teuerung bei ihnen in den vergangenen zwölf Monaten bei 1,0 Prozent.
Dieser Artikel wurde erstmals produziert am 21.05.2024




