Freizeit-Preisindex: Reisen und Haustiere im Preishoch
Der Comparis-Freizeit-Preisindex misst die Preisentwicklung von Freizeitaktivitäten in der Schweiz. Der Index zeigt: Flugpreise sind heute 77 Prozent höher als noch vor fünf Jahren.

30.04.2026

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1. Wie haben sich die Freizeitpreise verändert?
Im März 2026 sind die Preise für Freizeitgüter in der Schweiz im Vergleich zum Vorjahresmonat um 0,9 Prozent gestiegen. Das zeigt der Freizeit-Preisindex von Comparis.
Das Wichtigste in Kürze:
Den grössten Preisanstieg im Vergleich zum Februar 2026 verzeichnen Pauschalreisen mit 5,2 Prozent.
Auch für den Flugverkehr müssen Sie tiefer in die Tasche greifen als im Vormonat: Die Kosten sind um 3,9 Prozent gestiegen.
Am stärksten gesunken sind die Preise für Parahotellerie (minus 20,9 Prozent im Vergleich zum Februar 2026).
Ein ganzes Stück günstiger geworden sind auch sonstige Dienstleistungen für den Individualverkehr (minus 8,4 Prozent). Den grössten Anteil am sinkenden Preis haben Automiete und Carsharing mit einem Minus von 22,1 Prozent.
Im Vergleich zum Februar 2026 sind die Preise im Freizeitindex-Warenkorb um 0,3 Prozent gesunken.
Mehr Zahlen und Hintergründe zu den Studienergebnissen finden Sie im Comparis-Freizeit-Preisindex März 2026.
Der Freizeit-Preisindex zeigt die Teuerung verschiedener Freizeitaktivitäten in der Schweiz. Darin sind unter anderem die Kosten für Reisen, Hotels, Restaurantbesuche und Kulturveranstaltungen berücksichtigt.
Was bringt der Freizeit-Preisindex?
Freizeitaktivitäten gehören zu den zentralen Lebensbedürfnissen: Die Menschen in der Schweiz setzen laut offiziellen Zahlen rund 11 Prozent ihres Haushaltsbudgets für Freizeit, Kultur, Reisen und Gastronomie ein (Stand 2019).
Das Problem: In anderen Statistiken sind diese wichtigen Ausgabeposten zu wenig berücksichtigt. Der Freizeit-Preisindex beleuchtet diese Zahlen detailliert und ermöglicht ein erweitertes Bild der Preisentwicklung in der Schweiz.
Die Berechnung erfolgt in Zusammenarbeit mit der KOF Konjunkturforschungsstelle der ETH Zürich. Der Index ergänzt den Comparis-Konsumentenpreisindex und den Comparis-Womo-Index.
2. Freizeit-Preisindex: Das ist der aktuelle Indexstand
Im März 2026 waren Güter und Dienstleistungen im Freizeit-Preisindex 0,9 Prozent teurer als im Vorjahresmonat.
Die allgemeine Teuerung gemäss Landesindex der Konsumentenpreise (LIK) des Bundesamtes für Statistik (BFS) lag bei 0,3 Prozent.
3. Preisentwicklung nach Produktgruppen
Hier sehen Sie die detaillierten Preisentwicklungen für Freizeitaktivitäten – aufgeschlüsselt nach Produktgruppen (Grafik ist interaktiv).
4. Das volle Ausmass bei Reisepreisen ist noch nicht sichtbar
Im Vergleich zum Februar sind die Kosten für Pauschalreisen um 5,2 Prozent gestiegen. Für Flüge zahlen Sie aktuell durchschnittlich 3,9 Prozent mehr als vor einem Monat.
Im Vergleich zu vor fünf Jahren sind die Preise für Pauschalreisen um 33 Prozent gestiegen. Flüge sind sogar 77 Prozent teurer.
Comparis-Consumer-Finance-Experte Michael Kuhn ordnet ein:
Beim Luftverkehr wie bei den Pauschalreisen spielen saisonale Effekte eine Rolle. Dazu kommen ein grosser Nachholbedarf, Kapazitäts- sowie Fachkräfteengpässe, die allgemeine Teuerung und eine hohe Zahlungsbereitschaft. Damit ist das Ende der Fahnenstange aber nicht erreicht: Fliegen wird noch teurer. Die seit Beginn des Iran-Kriegs stark gestiegenen Kerosinpreise wirken erst verzögert auf die Ticket- und Pauschalreisepreise.
Dazu kommt, dass sich das Angebot sowohl bei Pauschalreisen als auch bei Flügen reduzieren wird. Aufgrund der gestiegenen Kerosinpreise versuchen Fluggesellschaften, mit folgenden Massnahmen zu sparen:
Sie optimieren ihre Netze.
Sie streichen unrentable Flüge.
Sie nehmen treibstoffintensive Flugzeuge aus dem Verkehr.
Sie konzentrieren sich auf wenige Drehkreuze.
Auch bei Pauschalreisen werden die Preise anziehen. Denn: Die Flugpreise treiben die Kosten in die Höhe – allerdings zeitverzögert, da Preise in der Regel kurzfristig abgesichert sind. Gleichzeitig verkleinert sich das Angebot und die Nachfrage verschiebt sich von Krisenregionen zu sicheren Zielen.
Was das für die Entwicklung bedeutet, erklärt Michael Kuhn:
Für Flugreisende bedeutet das höhere Ticketpreise, weniger Auswahl, kurzfristige Flugänderungen oder Annullierungen sowie mehr indirekte Flüge, also längere Reisezeiten. Da die Reiselust jedoch ungebrochen ist – bei einem kleineren Angebot und gleichzeitig steigenden Flugpreisen –, werden auch Pauschalreisen tendenziell teurer, und Last-Minute-Angebote werden wohl seltener. Michael Kuhn
So können Sie bei Reisen sparen
Last-Minute-Angebote werden seltener und teurer. Deswegen sollten Sie am besten einige Monate im Voraus buchen, besonders für Sommer- und Ferienzeiten.
Flexibilität bei Reisedaten kann zusätzlich Geld sparen. Das kann etwa ein Reiseantritt am Dienstag statt Samstag sein.
Da Fluggesellschaften ihr Angebot reduzieren, lohnt sich ein Blick auf:
Abflüge ab kleineren Flughäfen
Verbindungen mit Zwischenstopp. Das ist oft auch günstiger als Direktflüge.
Kombinationen aus Zug und Flug
Dadurch spüren Sie die Auswirkungen der reduzierten Direktverbindungen weniger stark.
Trotz gestiegener Preise können Pauschalreisen weiterhin Vorteile bieten. Dazu zählen etwa Preisabsicherung gegen weitere Flugpreisanstiege sowie Schutz bei Annullierungen.
Trotzdem lohnt sich der Vergleich mit Einzelbuchungen – manchmal ist es günstiger, wenn Sie selbst kombinieren.
5. Mehr Haustiere, höhere Kosten
Im Fünfjahresvergleich sind auch die Kosten für Haustiere stark gestiegen. Das betrifft die Preise für Heimtierbedarf mit einem Anstieg von 5 Prozent. Tierärztliche Behandlungen sind um 13 Prozent gestiegen. Laut Michael Kuhn liegt das an folgenden Gründen:
Gestiegene Kosten für Transport und Energie
Gestiegene Rohstoffpreise
Hohe Zahlungsbereitschaft
Gestiegene Nachfrage nach Haustieren seit der Corona-Pandemie
Aber auch die Entwicklungen in der Medizin spielen gemäss Kuhn eine Rolle.
Bei den tierärztlichen Behandlungen zeigen sich ähnliche Faktoren wie in der Humanmedizin: Die Diagnostik und Behandlung wird komplexer, es gibt mehr spezialisierte Kliniken sowie einen Fachkräftemangel und steigende Personalkosten. Im Gegensatz zur Humanmedizin gibt es aber kein verbindliches Tarifsystem. Michael Kuhn
So können Sie bei Heimtierbedarf und Tierarztkosten sparen
Sie können durch regelmässige Impfungen, Zahnpflege und Kontrollen teure Behandlungen verhindern. Früh erkannt, können Tierärztinnen und Tierärzte viele Krankheiten deutlich günstiger behandeln.
Wie bei Menschen gilt auch bei Tieren: Behandlungskosten können sich stark unterscheiden. Bei grösseren Eingriffen lohnt es sich, einen Kostenvoranschlag zu verlangen. Sie sollten ausserdem eine zweite Praxis konsultieren. Das schafft Transparenz und kann viel Geld sparen.
Aufgrund der hohen Kosten für einige Behandlungen kann es sich lohnen, monatlich einen kleinen Betrag für Tierkosten zurückzulegen. Sie können auch prüfen, ob sich eine Tierkrankenversicherung für Sie lohnt. Gerade bei unerwarteten Operationen kann Sie das finanziell entlasten.
6. Wer spürt die Teuerung im Bereich Freizeit am meisten?
Die höchste Teuerung bei Freizeitgütern erlebten in den vergangenen zwölf Monaten Einpersonenhaushalte ab 65 Jahren. Gegenüber dem Vorjahr lag die Teuerungsrate bei 1,4 Prozent.
Rein rechnerisch spüren nach Haushaltstyp Paare mit Kindern die geringste Teuerung. Mit einem Indexstand von 111,4 lag die Teuerung bei ihnen in den vergangenen zwölf Monaten bei 0,7 Prozent.
Dieser Artikel wurde erstmals produziert am 21.05.2024




