Krankenkassen

Krankenkassenvergleich: Wie arbeitet Comparis?

COMPARIS
| von Felix Schneuwly |
Bild: iStock.com / hapecharge

Comparis ist ein unabhängiger Internet-Vergleichsdienst. Comparis finanziert den Krankenkassenvergleich mit Gebühren für Offertenanfragen der Versicherten an die Krankenkassen, sowie durch den Verkauf von Werbeplätzen – zum Beispiel Bannern – auf der Webseite. Kein Anbieter kann sich einen guten Platz auf der Resultattabelle beim Krankenkassenvergleich kaufen.

Konsumentinnen und Konsumenten stellen immer wieder die Frage, wie Comparis seinen Krankenkassenvergleich finanziert und ob Versicherungen eine gute Platzierung kaufen können. Der Offertservice von Comparis kostet je nach Bereich ab 30 Franken pro Anfrage und ist für alle Anbieter der jeweiligen Branche gleich.

Wie viel verdient Comparis mit dem Krankenkassenvergleich?

Mit dem Krankenkassenvergleich hat Comparis im Jahr 2018 einen Umsatz von rund 7,6 Millionen Franken erzielt. Die Offertbestellung beim Comparis-Onlinevergleichsdienst ist deutlich günstiger als Telefonwerbung und direkte Beratung von Krankenkassen. Für einen Beratungstermin bezahlen die Kassen einem Call-Center um die 100 Franken. Die Beratung durch einen Makler, einen Broker oder einen Aussendienstmitarbeiter der Kasse kostet ohne vollständigen Prämienvergleich noch einmal 100 Franken.

Wie werden die Resultate beim Krankenkassenvergleich angezeigt?

Je nachdem, wie die Nutzer die Resultatseite sortieren, ist die Kasse mit der tiefsten Prämie oder mit der besten Kundenzufriedenheit zuoberst. Die Nutzer können auch zwischen der Standard- und der Vollansicht wählen:

  • In der Vollansicht werden alle Krankenkassen und alle vom Bundesamt für Gesundheit genehmigten Prämien angezeigt.
  • In der Standardansicht wird die Krankenkasse mit der tiefsten Prämie und werden die weiteren Prämien der Anbieter angezeigt, die von Comparis Onlineofferten entgegennehmen.

Mit den beiden Ansichten wird Comparis den unterschiedlichen Bedürfnissen der Nutzer gerecht: Die Vollansicht ist für diejenigen, die es genau wissen möchten. Die Standardansicht ist für Nutzer, die möglichst bequem mit einem Knopfdruck wechseln möchten. Hier geht es direkt zum Grundversicherungsvergleich der Krankenkassen.

Erhöht Comparis mit seinem Angebot die Kosten im System?

Der Offertenprozess von Comparis ist effizient und voll automatisiert. Dadurch reduzieren sich die Verwaltungskosten der Krankenversicherer. Comparis wird nur für die Nutzung dieser Offertenprozesse von den Krankenversicherungen entschädigt. Durch die Vergleichbarkeit sind die Krankenkassen einem stärkeren Druck ausgesetzt, möglichst günstige Prämien anzubieten und die Kundenzufriedenheit hoch zu halten, weil Comparis auch diese vergleicht – und nicht bloss die Prämien. Das zwingt sie beispielsweise auch dazu, ihre Verwaltung besonders effizient zu organisieren, ohne bei der Servicequalität zu sparen.

Was unterscheidet Comparis von Maklern?

Comparis ist ein passives Informationsangebot für interessierte Personen. Comparis bewegt niemanden zum Wechsel, der nicht selbst aktiv diesen Wunsch hat. Comparis macht keine Hausbesuche. Anders als Makler ist Comparis nicht auf bestimmte Versicherungsanbieter beschränkt, sondern ist bestrebt, einen kompletten Marktüberblick zu liefern. Der Versicherte selbst entscheidet dann, welches Angebot für ihn passt. Comparis gibt zudem eine Neutralitätsgarantie.

Wie seriös sind andere Vergleichsrechner für Prämien im Internet?

Regelmässig tauchen Internetseiten auf, die einen schnellen Krankenkassen-Vergleich versprechen. Häufig haben diese Angebote vor allem ein Ziel: Adressdaten von wechselwilligen Personen zu sammeln, die dann an Makler weitergereicht werden. Es empfiehlt sich deshalb immer ein Blick ins Impressum des jeweiligen Angebots, bevor Sie Ihre Daten preisgeben.

Kann mich eine Krankenkasse ablehnen?

In der obligatorischen Grundversicherung besteht eine Aufnahmepflicht, niemand darf Sie ablehnen. Die Krankenkassen dürfen niemanden ablehnen, auch wenn die Person oft den Anbieter wechselt. Jede Krankenkasse muss Sie aufnehmen, ungeachtet Ihres Alters oder Gesundheitszustandes. Wenn sie zu einer Kasse wechseln wollen, die via Comparis keine Onlineoffertenanfragen entgegennimmt, können sie bei der alten Kasse mit einem eingeschriebenen Brief kündigen und bei der gewünschten Kasse mit einem zweiten eingeschriebenen Brief beitreten. Beide Briefe müssen spätestens am 30. November bei der jeweiligen Kasse ankommen. In der Grundversicherung müssen alle Kassen dieselbe Versicherungsdeckung anbieten. Mehr dazu erfahren Sie hier: Grundversicherung – Leistungen aus der obligatorischen Krankenpflege-Versicherung (KVG).

Im Gegensatz zu der Grundversicherung, besteht bei der Zusatzversicherung keine Aufnahmepflicht.

Wie kann ich Grundversicherung und Zusatzversicherung in einem Vergleich kombinieren?

Grundversicherung und Zusatzversicherung(en) können Sie bei unterschiedlichen Krankenkassen abschliessen. Comparis empfiehlt zumindest für die Grundversicherung eine günstige Krankenkasse zu wählen. Die Vergütung der medizinischen Leistungen ist nämlich bei allen Kassen gleich. Darum ist bei der Grundversicherung vor allem die Prämienhöhe und die Kundenzufriedenheit für die Wahl der Krankenkasse entscheidend.

Bei den Zusatzversicherungen gibt es grosse Unterschiede bei den versicherten medizinischen Leistungen der einzelnen Produkte, weshalb hier ein Blick auf die Details besonders wichtig ist. Sie können auf comparis.ch hier einen kombinierten Vergleich von Grund- und Zusatzversicherung(en) machen.

Treiben häufige Krankenkassenwechsel die Gesundheitskosten in die Höhe?

Nein, denn mit dem digitalen, automatisierten Kassenwechsel via comparis.ch sparen die Versicherungen Werbe-, Marketing-, Personal-, Papier- und Portokosten. Zudem betragen die Verwaltungskosten nur rund 5 Prozent des Prämienvolumens. Die Kostentreiber sind hingegen der Mehrkonsum, zunehmende Bürokratiekosten wegen staatlichen Fehlanreizen bei der Finanzierung sowie der medizinische Fortschritt an sich.

Krankenkassenwettbewerb oder Einheitskasse?

Die übergeordnete Frage, ob der Kassenwettbewerb unter dem Strich günstiger ist als ein Monopol, wird immer wieder gestellt. Das Stimmvolk hat diese Frage schon drei Mal mit Ja beantwortet und eine Einheitskasse abgelehnt. Ein vierter Versuch ist an den 100'000 Unterschriften gescheitert, die es für eine Volksinitiative braucht. Weil die Frage trotzdem immer wieder gestellt wird, befürwortet Comparis einen Einheitskassentest in einem grossen Kanton als Vergleich zum Kassenwettbewerb im Rest der Schweiz, bevor ein viertes Mal darüber abgestimmt wird. Damit stellt Comparis die Interessen der Konsumenten klar vor die eigenen Geschäftsinteressen.