Womo-Preisindex: Kosten für Wohnen & Mobilität
Der Comparis-Womo-Preisindex misst die Preisentwicklung in den Bereichen Wohnen und Mobilität. Der Vorjahresmonats-Vergleich zeigt: Die Preise steigen.

26.03.2026

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1. Wie haben sich die Preise für Wohnen und Mobilität verändert?
Laut dem Womo-Preisindex sind die Preise für Wohnen und Mobilität im Februar 2026 im Vergleich zum Vorjahresmonat mit 0,2 Prozent Anstieg etwas teurer geworden. Zum Vergleich: Beim Landesindex der Konsumentenpreise (LIK) stiegen die Preise durchschnittlich um 0,1 Prozent.
Stärkste Preisanstiege gegenüber dem Vorjahr
Besonders stark sind die Preise für Motorfahrzeugversicherungen gestiegen: Sie sind 7,4 Prozent teurer als im Februar 2025.
Die Preise für Taxifahrten stiegen im Vorjahresvergleich um 3,6 Prozent.
Für Dienstleistungen für die Wohnungsreinigung zahlen Sie 2,0 Prozent mehr als noch vor 12 Monaten.
Die Mieten als grösster Ausgabeposten haben sich in den letzten 12 Monaten um 1,4 Prozent erhöht.
Stärkste Preisrückgänge gegenüber dem Vorjahr
Die Preise für Treibstoff sind innerhalb von 12 Monaten um 5,3 Prozent gesunken.
Auch die Preise für andere Gebrauchsgüter für die Haushaltsführung wurden günstiger – mit einem Minus von 5,0 Prozent.
Die Preise für Energie zum Heizen sind um 4,9 Prozent gesunken.
Mehr Zahlen und Hintergründe zu den Studienergebnissen finden Sie im Comparis-Womo-Preisindex vom Februar 2026.
Der Womo-Preisindex misst die Teuerung speziell in den Bereichen Wohnen und Mobilität – einschliesslich der Kosten für das Auto, den ÖV, die Miete und den Strom.
Was bringt der Womo-Preisindex?
Wohnen und Mobilität machen bei einer durchschnittlichen Familie in der Schweiz rund 40 Prozent des Budgets für den täglichen Konsum aus.
Das Problem: Kosten für die Wohnung, den ÖV oder das Auto sind sogenannte träge Konsumposten. Solche Kosten sind fix und können nicht so einfach durch das eigene Konsumverhalten beeinflusst werden. Preisanstiege bei Wohnen und Mobilität sind darum für viele besonders schmerzhaft.
In anderen Statistiken sind diese wichtigen Ausgabeposten zu wenig berücksichtigt. Der Womo-Preisindex schafft hier Transparenz und beleuchtet diese Zahlen detailliert.
Wie entsteht der Womo-Preisindex?
Die Berechnung erfolgt in Zusammenarbeit mit der KOF Institut der ETH Zürich. Der Index ergänzt den Comparis-Konsumentenpreisindex und den Comparis-Freizeitindex.
Von unseren Themenexperten empfohlen: Was hätten Sie in der Vergangenheit gezahlt?
Nutzen Sie den Rechner und finden Sie raus, wie viel Sie vor ein paar Jahren für verschiedene Güter im Bereich Wohnen und Mobilität gezahlt hätten.
2. Womo: Das ist der aktuelle Indexstand
Ein Blick auf die Preisentwicklung bei Wohnen und Mobilität zeigt: Die Preise schwanken und sind im Februar 2026 etwas teurer als im Vorjahr. Im Gegensatz zu den Jahren davor hat sich die Teuerung allerdings etwas stabilisiert.
3. Wohnen und Mobilität: Veränderungen der letzten fünf Jahre
In den letzten fünf Jahren ist der Womo-Index insgesamt um 10,3 Prozent angestiegen. Der LIK stieg in der Zeit nur um 7,3 Prozent. Am stärksten verteuert haben sich folgende Kosten:
Energie zum Heizen: plus 41,2 Prozent
Elektrizität: plus 34,1 Prozent
Motorfahrzeugversicherung: plus 18,9 Prozent
Der Anstieg bei den Motorfahrzeugversicherungen liegt vor allem an den gestiegenen Kosten für Ersatzteile und Reparaturen. Denn: Ersatzteile kosten heute 19,1 Prozent mehr als noch vor fünf Jahren. Die Kosten für Service- und Reparaturarbeiten sind um 8,1 Prozent gestiegen.
Die Motorfahrzeugversicherung hat sich gegenüber dem Vorjahresmonat um 7,4 Prozent erhöht. Die Anpassung der Prämien erfolgt zeitlich verzögert als Reaktion auf die gestiegenen Kosten für Ersatzteile und Reparaturen. Mehr teure Elektronik in Neuwagen in den letzten Jahren führte zu aufwändigeren Reparaturen und teureren Ersatzteilen – und damit zu einem starken Prämienanstieg. Zusätzlich führte die Zunahme von Schadensfällen wie Hagelschäden zu höheren Kosten. Mit der fortschreitenden technologischen Entwicklung bei Neuwagen werden zunehmend auch Fahrzeughaltende älterer Modelle zur Kasse gebeten.
Für einige Güter und Dienstleistungen sind die Kosten in den letzten fünf Jahren allerdings auch gesunken. Dazu zählen:
Kleine Haushaltsgeräte: minus 8,7 Prozent
Motorbetriebene Werkzeuge für Haus und Garten: minus 7,9 Prozent
Fahrräder und Elektrofahrräder: minus 3,1 Prozent
Grosse elektrische Haushaltsgeräte: minus 1,4 Prozent
Spartipps für Konsumentinnen und Konsumenten
Mit diesen Tipps können Sie Ihre persönliche Teuerung etwas abschwächen:
Prämienerhöhung prüfen: Erhalten Sie eine höhere Rechnung, sollten Sie diese nicht einfach akzeptieren. Prüfen Sie, ob die Erhöhung rechtens ist – oder Sie allenfalls den Anbieter wechseln können.
Sonderkündigungsrecht nutzen: Bei Versicherungen haben Sie bei einer nicht selbst verschuldeten Prämienerhöhung oft ein Sonderkündigungsrecht. Das gilt zum Beispiel für die Autoversicherung.
Preis-Leistungs-Verhältnis vergleichen: Vergleichen Sie verschiedene Anbieter für ein Produkt. Denn: Je nach Anbieter zahlen Sie für die gleiche Leistung unterschiedlich viel oder bekommen für den gleichen Preis andere Deckungen. So ein Vergleich dauert oft nur wenige Minuten – kann Ihnen aber viel Geld sparen.
Langjährige Verträge hinterfragen: Der Versicherungsmarkt belohnt Treue nicht immer. Deswegen lohnt sich besonders nach einem Jahr mit breiten Prämienerhöhungen ein Marktcheck. Dabei geht es oft neben den Prämien auch darum, eine für Sie passendere Versicherung zu finden.
4. Preisentwicklung nach Produktgruppen
Hier sehen Sie die detaillierten Preisentwicklungen in den Bereichen Wohnen und Mobilität – aufgeschlüsselt nach Produktgruppen (Grafik ist interaktiv).
5. Wer spürt die Teuerung am meisten?
Von der Teuerung sind nicht alle Schweizer Haushalte gleich stark betroffen. Das Konsumverhalten unterscheidet sich unter anderem je nach Alter, Einkommen und Region.
Womo-Preisindex nach Einkommen
Die tiefste Einkommensklasse spürt die Teuerung mit einem Anstieg von 0,4 Prozent gegenüber dem Vorjahr am stärksten. Verglichen mit November 2025 lag die Teuerung für diese Gruppe bei plus 0,2 Prozent.
Weniger betroffen von der Teuerung war die höchste Einkommensklasse. Im Vergleich zum Vorjahr sind die Preise für sie um 0,1 Prozent gestiegen. In den letzten drei Monaten wurde der Konsum für diese Klasse um 0,3 Prozent teurer.
Der überdurchschnittlich starke Anstieg der Wohnungsmieten hält unvermindert an. Das ist besonders für einkommensschwache Haushalte bitter, da die Wohnungsmiete den grössten Budgetposten darstellt. Die Schaffung von zusätzlichem und bezahlbarem Wohnraum ist dringend nötig.
Womo-Preisindex nach Alter und Wohnsituation
Einpersonenhaushalte ab 65 Jahren erlebten mit einem Anstieg von 0,5 Prozent die höchste Teuerung gegenüber dem Vorjahr. Im Vergleich zu November 2025 stiegen die Preise für sie um 0,2 Prozent.
Paare ab 65 Jahren ohne Kinder spürten die geringste Teuerung. Im Vergleich zum Vorjahr ist die gefühlte Teuerung für sie gleich geblieben. Im 3-Monats-Vergleich erhöhten die Preise sich um 0,1 Prozent.
Dieser Artikel wurde erstmals produziert am 27.03.2024



