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von Leo Hug
07.09.2021

Bild: iStock / Paperkites
Gehen Sie mit Ihrer dritten Säule besser zu einer Bank oder zu einer Versicherung? Wer fürs Alter vorsorgen und Steuern sparen will, findet in beiden Systemen gute Lösungen. Unterschiede gibt es beim Vorbezug und dem Versicherungsschutz.
Sowohl Banken als auch Versicherungen bieten in der Regel verschiedene Säule-3a-Produkte an. Aus steuerlicher Sicht spielt es keine Rolle, ob Sie eine Bank- oder eine Versicherungslösung wählen. Es gibt aber auch noch andere Aspekte, die Sie beim 3a-Sparen berücksichtigen sollten.
Wer in der Schweiz arbeitet, darf Beiträge in die Säule 3a vom steuerbaren Einkommen abziehen. Die Steuerämter akzeptieren jährlich maximal 6’883 Franken bei Erwerbstätigen mit Pensionskasse (Stand 2021). Bei Erwerbstätigen ohne Pensionskasse sind es 34’416 Franken. Sie können also jeden in die Säule 3a einbezahlten Franken vom Einkommen abziehen.
Die tatsächliche Steuerersparnis hängt von der Höhe des Lohns und vom Steuersatz an Ihrem Wohnort ab. Für die meisten Angestellten in der Schweiz ist eine Ersparnis von über 1’000 Franken im Jahr ohne weiteres im Bereich des Möglichen. Wie viel können Sie mit der Säule 3a sparen?
Jetzt Steuerersparnis berechnenDie einfachste Vorsorgeform in der Säule 3a ist das Zinssparen. Bei der Bank geschieht das auf einem 3a-Konto. Dort wird das angesparte Geld wie bei einem Sparkonto verzinst, meist mit einem etwas besseren Zins, einem sogenannten Vorzugszins. Die Banken können ihren Zins für 3a-Konten nach eigenem Ermessen anpassen.
Zinssätze bei Banken vergleichenBei den Versicherungen wird der Zins beim Abschluss für die ganze Laufzeit der Lebensversicherungspolice festgelegt. In der Regel bleibt er also bis zum Erreichen des Pensionsalters gleich. Der Satz für die Lebenspolice ist bis zum Bezug zwar garantiert, aber im aktuellen Zinsumfeld enorm tief.
Interessant ist darum bei Versicherungen vor allem der zweite Teil des Ertrags: die sogenannte Überschussbeteiligung. Dabei handelt es sich um eine Beteiligung am Ertrag des Versicherungsgeschäftes: Hatte die Versicherung im Jahresverlauf wenige Schadensfälle, erhöhen sich die Überschüsse. Die Höhe der Überschussbeteiligung kann also jedes Jahr anders ausfallen.
Sowohl Banken als auch Versicherungen bieten neben dem Zinssparen auch Anlagefonds an. Entscheiden Sie sich für eine Fondslösung, werden Ihre 3a-Ersparnisse zu einem bestimmten Teil in Aktien und Obligationen investiert. Es gibt sogar 3a-Anlagefonds mit einem 100-prozentigen Aktienanteil. Je höher der Aktienanteil, desto höher liegt der mögliche Kursgewinn. In gleichem Mass steigt aber auch das Risiko von Kursverlusten.
Die Rendite Ihrer 3a-Anlage hängt also davon ab, welche Marktrisiken Sie eingehen. Bei einer einfachen Police oder einem 3a-Konto sind sie am geringsten. Bei Wertschriftenanlagen können sie deutlich höher sein.
Für die Entscheidung zwischen einer 3a-Lösung bei einer Bank oder einer Versicherung ist also nicht die Rendite ausschlaggebend, da beide Branchen Wertschriftenanlagen und Zinsprodukte anbieten. Worin liegen denn die Unterschiede zwischen Bank- und Versicherungsprodukten?
Sparen Sie bei der Bank fürs Alter, bleiben Sie flexibler. Sie können jedes Jahr frei entscheiden, ob, wie viel oder bei welcher Bank Sie Ihren 3a-Beitrag einzahlen möchten. Auch können Sie jederzeit von einem 3a-Konto zu einer Fondslösung wechseln und umgekehrt.
Nicht ganz so beim Versicherungssparen:
Vorsorgefragen sind in der Regel mit langfristigen Überlegungen verbunden. Konkret geht es um die Vorsorge für die Zeit nach der Pensionierung. Der Gesetzgeber sieht aber auch Fälle eines früheren Bezugs vor. Ein Vorbezug von 3a- oder auch Pensionskassengeldern ist beispielsweise möglich, wenn Sie auswandern, sich selbstständig machen oder wenn Sie ein Eigenheim kaufen. Wer kurz- oder mittelfristig einen solchen Schritt beabsichtigt, ist bei einer Bank besser bedient. Banken zahlen beim Vorbezug anstandslos das volle Kapital aus.
Wollen Sie hingegen bei einer Versicherung früher aus dem Vertrag aussteigen, kann das unangenehme Folgen haben. Versicherungen erstatten dann oft nur den sogenannten Rückkaufswert. Der liegt in den ersten Jahren sogar unter der Summe Ihrer Einzahlungen. Die Versicherer verwenden nämlich Ihre Prämieneinzahlungen zuerst für die Finanzierung der Abschlussprovision und des Versicherungsschutzes. Erst danach beginnt der Aufbau ihres Vorsorgevermögens.
Das entscheidende Argument für den Abschluss einer 3a-Versicherungspolice ist der Risikoschutz für den Fall von Erwerbsunfähigkeit oder Tod. Diese Absicherung empfiehlt sich zum Beispiel für Personen, die zum Familieneinkommen beitragen und bereits ein Eigenheim besitzen.
Im günstigen Fall können Sie mit der Versicherungssumme beim Verfall der Police die Hypothek zurückzahlen. Im Todesfall oder bei Erwerbsunfähigkeit können Partner und Kinder sich dank der Versicherungsleistung über eine schwierige Phase hinwegretten. Besonders Selbstständige ohne Pensionskasse sind oft auf den Schutz durch eine 3a-Lebensversicherung angewiesen. Aber auch in anderen Fällen kann eine Lebensversicherung Sinn machen. Bei dieser Lösung sollten Sie sich aber bewusst sein, dass ein Teil Ihrer Guthaben in den Risikoschutz fliesst und Ihnen dadurch im Alter nicht zur Verfügung steht.
Unverbindliche Beratung zur Absicherung von InvaliditätSchliesslich besteht noch die Möglichkeit, einen Teil der Säule 3a bei einer Bank anzulegen und den Tod und die Erwerbsunfähigkeit ebenfalls im Rahmen dieser Säule als reine Risikoversicherung abzusichern. Nicht selten ist diese Kombination die günstigere Lösung. Wenn Sie Ihre persönliche Situation analysieren und eine für Sie passende Vorsorgelösung finden möchten, steht Ihnen der Comparis- Partnerservice Optimatis für eine unverbindliche Vorsorgeberatung zur Verfügung.
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