Vorsorge

Säule 3a: Bank oder Versicherung?

ANALYSE
| von Leo Hug |
Bild: iStock/Paperkites

Gehen Sie mit Ihrer dritten Säule besser zu einer Bank oder zu einer Versicherung? Wer fürs Alter vorsorgt, findet in beiden Systemen gute Lösungen. Steuern sparen kann man bei Banken und Versicherungen gleich gut. Wichtig ist auch die richtige Entscheidung, wenn Sie grosse Veränderungen planen: Eigenheim, Selbständigkeit oder Auswanderung.

 

Banken und Versicherungen bieten in der Regel jeweils eine Produkteauswahl für die Säule 3a an. Aus steuerlicher Sicht spielt es keine Rolle, ob Sie ein Bank- oder ein Versicherungsprodukt wählen. Es gibt aber auch noch andere Aspekte, die beim 3a-Sparen zu berücksichtigen sind.

Steuern sparen: volles Potenzial bei Banken und Versicherungen

Wer in der Schweiz arbeitet, darf Beiträge in die Säule 3a von seinem Einkommen abziehen. Die Steuerämter akzeptieren jährlich maximal 6826 Franken bei Erwerbstätigen mit Pensionskasse; bei Erwerbstätigen ohne Pensionskasse sind es 34’128 Franken. Sie können also jeden Franken, den Sie in die dritte Säule stecken, in der Steuererklärung vom Einkommen abziehen.

Die tatsächliche Steuerersparnis hängt von der Höhe des Lohns und dem Steuersatz an Ihrem Wohnort ab. Doch für die meisten Angestellten in der Schweiz liegt eine Steuerersparnis von mehr als 1000 Franken im Jahr ohne weiteres im Bereich des Möglichen. Wie viel ist das bei Ihnen? Hier können Sie es leicht ausrechnen.

Rendite: gleiche Anlagemöglichkeiten bei beiden

In der Säule 3a soll sich Ihr Geld auch vermehren. Das geht entweder über eine Anlage mit Zinsen oder mit Wertschriften (Aktien, Obligationen). Mit Wertschriften beteiligen Sie sich am Auf und Ab an den Börsen und tragen damit auch das Risiko von Kursverlusten.

Sowohl die Banken wie auch die Versicherungen bieten Produkte an, deren Anlageerfolg von den Marktentwicklungen abhängt. Allerdings gibt es auch grosse Unterschiede zwischen Bank- und Versicherungsprodukten, auf die im Folgenden noch eingegangen wird.

Zinssparen: bei Banken variabel – bei Versicherungen fix

Die einfachste Vorsorgeform in der Säule 3a ist das Zinssparen. Bei der Bank geschieht das auf einem 3a-Konto. Dort wird das angesparte Geld wie bei einem Sparkonto verzinst, meist mit einem etwas besseren Zins, einem sogenannten Vorzugszins. Die Banken können ihren Zins für 3a-Konten nach eigenem Ermessen anpassen.

Wollen Sie wissen, welche Bank zurzeit die höchsten 3a-Zinsen anbietet? Dann können Sie das gleich hier tun.

Bei den Versicherungen wird der Zins beim Abschluss für die ganze Laufzeit der Lebensversicherungspolice festgelegt. In der Regel bleibt er also bis zum Erreichen des Pensionsalters gleich. Der Satz für die Lebenspolice ist bis zum Bezug zwar garantiert, aber im aktuellen Zinsumfeld enorm tief. Interessant ist darum bei Versicherungen vor allem der zweite Teil des Ertrags: die sogenannte Überschussbeteiligung. Dabei handelt es sich um eine Beteiligung am Ertrag des Versicherungsgeschäftes: Hatte die Versicherung im Jahresverlauf wenige Schadensfälle, erhöhen sich die Überschüsse. Die Höhe der Überschussbeteiligung kann also jedes Jahr anders ausfallen.

Wertschriften: Anlagefonds mit unterschiedlichem Aktienanteil

Genauso unvorhersehbar wie die Überschüsse sind die Renditen der Anlagen in börsenabhängigen Wertschriften, die die Banken und Versicherungen in Form von Anlagefonds anbieten. Mit solchen Anlageinstrumenten werden Ihre 3a-Ersparnisse zu einem bestimmten Teil in Aktien investiert. Es gibt sogar 3a-Anlagefonds mit einem 100-prozentigen Aktienanteil. Je höher der Aktienanteil, desto höher liegt der mögliche Kursgewinn. In gleichem Mass steigt aber auch das Risiko von Kursverlusten.

Die Rendite Ihrer 3a-Anlage hängt also davon ab, welche Marktrisiken Sie eingehen. Bei einer einfachen Police oder einem 3a-Konto sind sie am geringsten. Bei Wertschriftenanlagen können sie deutlich höher sein. Für die Entscheidung zwischen einer 3a-Lösung mit einer Bank oder einer Versicherung ist also nicht die Rendite ausschlaggebend, da beide Branchen Wertschriftenanlagen und Zinsprodukte anbieten. Wenn nicht bei der Rendite, worin liegen denn die Unterschiede zwischen Bank- und Versicherungsprodukten?

Bank oder Versicherung? Hier liegen die Unterschiede

Wer bei der Bank fürs Alter spart, bleibt flexibler. Er kann jedes Jahr frei entscheiden, ob, wieviel oder bei welcher Bank er seinen 3a-Beitrag einzahlen will. Auch kann er jederzeit von einem 3a-Konto in ein 3a-Wertschriftendepot wechseln und umgekehrt.

Nicht ganz so beim Versicherungssparen:

  • Eine Änderung der Anlagestrategie ist nur beschränkt möglich, beispielsweise als Wechsel von einem Anlagefonds in einen anderen.
  • Die vertraglich festgesetzte Prämie muss jedes Jahr einbezahlt werden. (Manche Versicherungspolicen gestatten eine sogenannte Prämienbefreiung. Dann dürfen Sie ausnahmsweise mit den Zahlungen aussetzen, wenn es gerade schlecht läuft – etwa bei Erwerbsunfähigkeit.)
  • Als Gegenleistung für diese Einschränkungen bieten die Versicherungen neben der Kapitalanlage auch einen Risikoschutz.

Kurzfristige Vorsorgestrategien sind einfacher bei Banken

Vorsorgefragen sind in der Regel mit langfristigen Überlegungen verbunden. Konkret geht es um die Vorsorge für die Zeit nach der Pensionierung. Der Gesetzgeber sieht aber auch Fälle eines früheren Bezugs vor. Ein Vorbezug von 3a- oder auch Pensionskassengeldern ist beispielsweise möglich, wenn Sie auswandern, sich selbstständig machen oder wenn Sie ein Eigenheim kaufen. Wer kurz- oder mittelfristig einen solchen Schritt beabsichtigt, der ist bei einer Bank besser bedient. Banken zahlen beim Vorbezug anstandslos das volle Kapital aus.

Wenn Sie hingegen bei einer Versicherung früher aus dem Vertrag aussteigen wollen, kann das unangenehme Folgen haben. Versicherungen erstatten dann oft nur den sogenannten Rückkaufswert. Der liegt in den ersten Jahren sogar unter der Summe Ihrer Einzahlungen. Die Versicherer verwenden nämlich Ihre Prämieneinzahlungen zuerst für die Finanzierung der Abschlussprovision und des Versicherungsschutzes. Erst danach beginnt der Aufbau ihres Vorsorgevermögens.

Risikoschutz für Erwerbsausfall und Tod

Das entscheidende Argument für den Abschluss einer 3a-Versicherungspolice ist der Risikoschutz für den Fall von Erwerbsunfähigkeit oder Tod. Diese Absicherung empfiehlt sich zum Beispiel für Personen, die zum Familieneinkommen beitragen und bereits ein Eigenheim besitzen. Im günstigen Fall können sie mit der Versicherungssumme beim Verfall der Police die Hypothek zurückzahlen. Im Todesfall oder bei Erwerbsunfähigkeit, wenn ein Haushaltseinkommen ausfällt, können Partner und Kinder sich dank der Versicherungsleistung über eine schwierige Phase hinwegretten. Besonders Selbstständige ohne Pensionskasse sind oft auf den Schutz durch eine 3a-Lebensversicherung angewiesen.

Schliesslich besteht noch die Möglichkeit, einen Teil der Säule 3a bei einer Bank anzulegen und den Tod und die Erwerbsunfähigkeit ebenfalls im Rahmen dieser Säule als reine Risikoversicherung abzusichern. Nicht selten ist diese Kombination die günstigere Lösung. Ein Vergleich lohnt sich demnach auf jeden Fall. Unser Partnerservice Optimatis berät Sie gern.