Prämien

Krankenkasse: Schweizer glauben nicht, dass Politiker den Prämienanstieg meistern können

STUDIE
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Die Mehrheit der Schweizer ist betrübt – sie halten ihre Gesundheitspolitiker für unfähig.

Es war keine grosse Überraschung, als Ende September ein durchschnittlicher Krankenkassen-Prämienanstieg von 4,9 Prozent bekannt gegeben wurde. Seit Jahren kennen die Prämien nämlich nur eine Richtung. Und zwar nach oben. Gebremst werden könnte der Anstieg durch die Politik. In einer Comparis-Umfrage zeigte sich allerdings, dass 62 Prozent aller Schweizer ihre Politiker für unfähig halten, das Gesundheitssystem effizienter und günstiger zu machen. Zudem sind die Befragten überzeugt, dass die Pharmaindustrie und eingebildete Kranke die grössten Kostentreiber sind.

Die Teilnehmer einer gross angelegten Comparis-Umfrage von Anfang September glauben nicht, dass die Politik den ungebremsten Kostenanstieg und die unaufhörlich steigenden Krankenkassenprämien bald in den Griff bekommen werden. Konkret trauen 62 Prozent der Befragten den Politikern nicht zu, das Gesundheitssystem zu reformieren und den Kostenanstieg zu bremsen. Dass sie mit ihrer Einschätzung nicht ganz falsch liegen, zeigen die am 28. September bekanntgegebenen Krankenkassenprämien für 2018: Sie gehen auch nächstes Jahr wieder nach oben – dieses Mal um durchschnittlich 4,9 Prozent.

Romands am wenigsten pessimistisch, Tessiner desillusioniert

Auch wenn die Bevölkerung unabhängig von der Landesregion die Politiker mehrheitlich für unfähig halten, das System zu reformieren, sind die Romands am wenigsten pessimistisch. Von ihnen glauben nämlich «nur» 52 Prozent, dass die Politik ausser Stande ist, eine Verbesserung herbei zu führen. Bei den Deutschschweizern sind es 65 Prozent und richtiggehend ernüchtert sind die Tessiner: Von ihnen haben knapp 70 Prozent den Glauben an die Gesundheitspolitiker verloren.

Die grössten Kostentreiber: Pharmaindustrie und eingebildete Kranke

Die Verantwortung für den ungebremsten Kostenanstieg im Gesundheitswesen lasten die Befragten mehreren Akteuren an. So nennen sie als die Hauptschuldigen Patienten, die bei jeder Kleinigkeit Gesundheitsleistungen in Anspruch nehmen (60 Prozent), die Pharmaindustrie (58 Prozent), die Krankenkassen (42 Prozent), Ärzte und Spitäler (37 Prozent) und Menschen, die nicht auf ihre Gesundheit achten (24 Prozent).

Einen weiteren Grund sehen 17 Prozent bei dem immer dichter werdenden Gesundheitsversorgungsnetz, das selbst bei Bagatellfällen zu Arztbesuchen verleitet.

Zwei Drittel aller Schweizer gegen Verbot von Parallelimporten

Geht es um Ideen, wie der Anstieg der Gesundheitskosten gebremst werden könnte, hat die Schweizer Bevölkerung klare Vorstellungen. 64 Prozent der Befragten plädieren dafür, Parallelimporte von Medikamenten zuzulassen, um so von den günstigeren Preisen im Ausland zu profitieren.

54 Prozent zweifeln an der Integrität der Ärzte und fordern eine strikte Kontrolle ihrer Abrechnungen und 27 Prozent möchten Behandlungen und Kuraufenthalte im Ausland ermöglichen. Andere Forderungen sind die Erhöhung der Mindestfranchise von 300 Franken (17 Prozent), eine Einschränkung des Leistungskataloges (13 Prozent) oder die Einführung eines höherer Selbstbehalts (12 Prozent).

80 Prozent wollen keine teuren Originalpräparate und sind mit Generika zufrieden

Damit die Gesundheitskosten gebremst werden können, sind 80 Prozent aller Schweizer bereit, auf teure Originalpräparate zu verzichten und stattdessen günstigere Generika-Medikamente zu verwenden – wenn sie denn in Form von Prämienrabatten dafür belohnt würden. Die Hälfte der Befragten würden dafür einen Rabatt von bis zu 15 Prozent als angemessen betrachten, 40 Prozent würden eine Prämienlinderung von 15 bis 30 Prozent verlangen.

Auch zeigt sich jeder Zweite offen für Telmed-Lösungen, die noch vor dem Gang zum Arzt oder in die Apotheke eine telefonische Konsultation vorschreiben – um als Gegenleistung von einer tieferen Prämie zu profitieren.

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