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Prognose der Krankenkassenprämien 2027: 3,7 Prozent Anstieg

Für 2027 sagt Comparis-Krankenkassenexperte Felix Schneuwly einen Anstieg der Krankenkassenprämien um 3,7 Prozent voraus.

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Magdalena Soll

12.05.2026

Schweizer Franken und ein Stethoskop liegen auf dem Tisch weil die Gesundheitskosten steigen

Adobe Stock / Stockfotos-MG

1.Kleinerer Prämienanstieg als die letzten drei Jahre
2.Übersicht: Entwicklung der Krankenkassenprämien in der Schweiz 
3.Unsicherheiten bei den Kapitalmärkten und der Tardoc-Umstellung 
4.Gründe für Entwicklung der Prämien 

1. Kleinerer Prämienanstieg als die letzten drei Jahre

Von 2023 bis 2026 sind die Prämien für die Krankenversicherung stark gestiegen. Für 2027 sagt Comparis-Krankenkassenexperte Felix Schneuwly einen weiteren Anstieg voraus – diesmal um 3,7 Prozent. Damit ist der Anstieg weniger stark als in den vergangenen Jahren und bewegt sich weiter in Richtung Kostenwahrheit. 

Gemäss Schneuwly lag der starke Anstieg von 2023 bis 2025 nicht an einem starken Kostenwachstum. Die Krankenkassen mussten nach einem politisch erzwungenen Abbau der Reserven und zu tiefen Prämien zwischen 2019 und 2022 ihre Reserven wieder aufbauen

Comparis-Vorhersage für den Anstieg der Krankenkassenprämien 

Jeden Mai macht Comparis-Krankenkassenexperte Felix Schneuwly jeweils eine Vorhersage, wie sich die Krankenkassenprämien im kommenden Jahr verändern werden. 

Die Vorhersage basiert auf der Prognose für den Anstieg der gesamten Gesundheitskosten sowie auf der Kostenentwicklung der durch die Grundversicherung gedeckten medizinischen Leistungen. Gemäss Comparis und der ETH-Konjunkturforschungsstelle (KOF) sind sie 2025 um 3,7 Prozent gestiegen. Für 2026 beläuft sich die Prognose auf einen Anstieg um 3,6 Prozent, für 2027 um 3,5 Prozent.  

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Krankenkassenprämien sparen: So nutzen Sie Ihr Sparpotenzial

Die Prämien für die Krankenkasse können ein Loch ins Budget reissen. Comparis gibt Tipps, wie Sie bei der Krankenkasse sparen können.

Mit einem Vergleich können Sie Prämien sparen

Der vorausgesagte Prämienanstieg von 3,7 Prozent heisst nicht, dass Ihre Prämie genauso stark steigt. Je nach Wohnort, Krankenkassenmodell und Franchise kann sich Ihre Prämie auch stärker oder weniger stark verändern

Vergleichen Sie verschiedene Krankenkassen, haben Sie die Höhe des Anstiegs selbst im Griff. Denn: Mit einem Wechsel der Krankenkasse können Sie teilweise mehrere Tausend Franken sparen – auch wenn Ihre Prämie nicht steigt, Sie aber momentan bei einer teuren Krankenkasse sind. 

Im Krankenkassenvergleich von Comparis sehen Sie Prämien und Kundenzufriedenheit der verschiedenen Anbieter in der Übersicht – und können sich so ganz einfach für die passende Krankenversicherung entscheiden.

Krankenkassenprämien berechnen

2. Übersicht: Entwicklung der Krankenkassenprämien in der Schweiz 

In der Grafik sehen Sie die Entwicklung der Krankenkassenprämien seit 2018 mit dem Durchschnittswert für die ganze Schweiz und für erwachsene Personen.

Die Tabelle gibt Ihnen einen Überblick über die Entwicklung der Krankenkassenprämien seit 2016.

Jahr Veränderung zum Vorjahr
2026 4,4 % (Modellberechnung des BAG, definitive Zahl noch nicht bekannt)
2025 5,7 %
2024 8,1 %
2023 5,4 %
2022 –0,5 %
2021 0,4 %
2020 0,2 %
2019 1,1 %
2018 3,7 %
2017 4,8 %
2016 4,8 %

Das Bundesamt für Gesundheit (BAG) berechnet die mittlere Prämie mit folgender Formel: Alle in der Schweiz gezahlten Prämien, geteilt durch die Gesamtzahl der Versicherten. Das heisst: Für die Berechnung der tatsächlichen mittleren Prämie muss das BAG wissen, wie viel die Versicherten im Prämienjahr bezahlt haben. 

Der bei Bekanntgabe der Prämien angekündigte durchschnittliche Prämienanstieg ist eine Vorhersage. Diese stützt sich auf die Schätzungen der Versicherer zu den Veränderungen des Versichertenbestands. Fallen diese Veränderungen anders aus als erwartet, ändert sich auch die Höhe des Anstiegs. 

Das heisst: Die am BAG-Tag angekündigte Prämienveränderung im Vergleich zum Vorjahr entspricht in der Regel nicht der tatsächlichen Änderung. Bei höheren Anstiegen passen zum Beispiel mehr Personen ihre Krankenversicherung an. Der effektive Anstieg der Prämien fällt dadurch geringer aus.

3. Unsicherheiten bei den Kapitalmärkten und der Tardoc-Umstellung 

Die Weltwirtschaftslage kann ebenfalls ein Risiko für die Prämienentwicklung darstellen. Denn: Auch die Kapitalerträge der von den Krankenkassen angelegten Gelder sind für die Prämien wichtig.

Die Renditen lagen im letzten Jahr trotz der unsicheren weltpolitischen Lage mit 5,4 Prozent beziehungsweise 807 Millionen Franken über dem Durchschnitt der letzten zehn Jahre von rund 1,6 Prozent und könnten sich rasch verschlechtern.

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Felix SchneuwlyComparis-Gesundheitsexperte

Seit dem 1. Januar 2026 ist das neue Tarifsystem Tardoc für ambulante Leistungen in Kraft, das den Tarmed ablöst. Aktuell sind die statistischen Daten für 2026 noch nicht aussagekräftig, weil viele Spitäler erst jetzt Rechnungen an die Krankenkassen schicken. 

Aufgrund der Kostenneutralität sollten die neuen Arzttarife allerdings keinen Kostenschub auslösen. Denn: Der Bundesrat hat vorgegeben, dass ohne plausible Gründe die Kosten um nicht mehr als 2,5 Prozent ansteigen dürfen. Plausible Gründe sind etwa neue Leistungen. Steigen die Kosten ohne Grund stärker, müssen Tarife gekürzt werden. 

4. Gründe für Entwicklung der Prämien 

Die Kosten sind gemäss BAG-Kostenmonitoring in allen Leistungsarten gestiegen. Am stärksten sind mit 13 Prozent im letzten Jahr die Kosten der Spitex-Organisationen gestiegen. Danach folgen psychotherapeutische Leistungen mit einem Anstieg von fast 10 Prozent. 

Ausserdem wird der Leistungskatalog der Grundversicherung stets ausgebaut. Das führt ebenfalls dazu, dass die Krankenkassenprämien stärker steigen als die Gesundheitskosten. 

Im Gegensatz dazu waren die Spitäler in den letzten Jahren ein Hauptfaktor für die Dämpfung des Kostenwachstums. Sie konnten ihre Defizite teilweise reduzieren oder beseitigen.

Weil inflationsbedingt teurere Einkaufsgüter und höhere Löhne mit Verzögerung zu höheren Tarifen führen, werden die Defizite kleiner. Gleichzeitig steigen die Kosten. Weiterhin kostendämpfend wirkt die Verlagerung von stationär zu ambulant. Kostentreibend wird die Umsetzung der Pflegeinitiative wirken.

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Dieser Artikel wurde erstmals produziert am 27.09.2016

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