Comparis
Newsletter
de

Versicherungen

Auto & Motorrad

Immobilien

Kredit & Hypotheken

Preisvergleich

Gesundheit & Altersvorsorge

Weitere Services

Comparis

Menü

VersicherungenKrankenkasseCorona-Impfung – Alle Fragen und Antworten
Krankenkassen

Corona-Impfung – Alle Fragen und Antworten

08.04.2021

Bild: iStock.com / simon2579

Mehrere Impfstoffe gegen Sars-COV-2 sind in der Schweiz inzwischen zugelassen. Aber ist die Impfung sicher? Wie wird der Corona-Impfstoff verteilt? Comparis beantwortet die drängendsten Fragen.

Kann ich mich gegen Covid-19 impfen lassen?

Covid-19 ist die Krankheit, die vom Erreger Sars-CoV-2 ausgelöst wird. Geimpft wird genau genommen gegen das Virus, nicht gegen die Krankheit. In der Schweiz sind mit Biontech/Pfizer, Moderna und Janssen-Cilag drei Impfstoffe zugelassen. Insgesamt hat die Schweiz 35.8 Millionen Dosen bei den Herstellern bestellt. Stand April sind 2.2 Millionen Impfdosen verabreicht worden, rund 600 000 Menschen haben bereits zwei Impfdosen erhalten.

Geimpft werden können laut Impfempfehlung des Bundes alle Personen ab 16 Jahren. Damit der Impfstoff optimal wirkt, sind pro Person zwei Impfdosen notwendig, die im Abstand von drei Wochen verabreicht werden sollten. Die Schutzwirkung beträgt laut Swissmedic bei Erwachsenen sieben Tage nach Erhalt der zweiten Dosis etwa 90 Prozent. Das bedeutet, dass 9 von 10 geimpften Personen einen Monat nach Impfbeginn keine schweren Symptome entwickeln.

Fragen von Comparis-Nutzern

Haben Sie eine Frage, die noch nicht beantwortet ist? Dann schreiben Sie uns unter coronaimpfung@comparis.ch.

E.S.: Wir möchten unsere gebuchten Ferien in Dubai geniessen und die Covid-Vorschriften einhalten. Wo können wir den Test 96 h vor Abflug in Zürich machen lassen? Und müssen wir eine zusätzliche Reiseversicherung dafür abschliessen?
Für einen Test zu einem bestimmten Zeitpunkt sollten Sie Ihren Hausarzt kontaktieren. Er kann den Zeitpunkt des Tests am besten terminieren und weiss, wie schnell sein Labor die Auswertung in der Regel durchführt. Eine Reiseversicherung kann sich lohnen. Aber aufgepasst: einige Versicherer schliessen Corona in den Vertragsklauseln explizit aus! Unser Experte Frederic Papp hat hierzu einen Beitrag geschrieben

A.M.: Wenn ich als Schweizerin verreise, muss ich dann einen Impfpass haben, wenn ich in die Schweiz zurückkehre?
Als Schweizer Bürgerin können Sie jederzeit in die Schweiz einreisen. Je nach Reiseland müssen Sie sich nach Ihrer Rückkehr in Quarantäne begeben. Ob ein Eintrag im Impfpass Sie von der Quarantäne befreien wird, ist noch nicht entschieden. Es ist auch noch nicht klar, ob die Impfungen verhindern, dass Sie das Virus nicht doch übertragen können.

A.C.: Ich bin 60 Jahre alt und Risikopatientin. Wenn ich mich jetzt impfe, kann ich dann ohne Risiko einkaufen und arbeiten gegen?
Auch wenn Sie geimpft sind, müssen Sie weiterhin sämtliche Schutzmassnahmen wie Händewaschen, Mindestabstand einhalten und Maske tragen einhalten. Die Impfungen sind unterschiedlich wirksam. Es kann sein, dass Sie trotz Impfung erkranken. Es gibt also ein Restrisiko, dessen Sie sich gerade als Risikopatientin bewusst sein müssen.

L.B.: Ich bin Schweizer Bürger mit Wohnsitz in der Schweiz, meine Lebenspartnerin ist Deutsche mit Wohnsitz in Deutschland. Können wir uns gemeinsam in der Schweiz impfen lassen? Natürlich auch mit Bezahlung.
Solange die Impfstoffe knapp sind, ist eine Impfung für nicht in der Schweiz wohnhafte Personen nicht möglich. Ab dem Sommer gibt es voraussichtlich genügend Impfstoffe. Ab dann ist es denkbar, dass man sich in der Schweiz impfen lässt, selbst wenn man im Ausland wohnt.

E.M.: In meinem Kanton werden Personen über 75 Jahre zuerst geimpft. Gilt hier der Jahrgang (1946) oder das Geburtsdatum?
Ihr Alter wird nach dem Geburtsdatum bestimmt. Wenn Sie sich baldmöglichst impfen lassen möchten, ist es wichtig, dass Sie sich jetzt anmelden.

U.K.: Mich interessiert, ob eine Impfung Sinn macht, wenn eine Person bereits eine Corona Erkrankung durchgemacht hat?
Das BAG empfiehlt, die Impfung durchzuführen, auch wenn man das Virus bereits hatte. Die Empfehlung lautet, drei Monate abzuwarten.

I.N.: Ich wollte mich erkundigen, wie es aussieht, wenn man schwanger ist: Gehöre ich zur Risikogruppe? Und kann die Impfung durchgeführt werden? Da ich in der Autobranche am Empfang arbeite und viele Kundenkontakte habe, frage ich mich, ob ich zuhause bleiben soll.
Gemäss offiziellen Informationen gehören Sie als Schwangere zur Risikogruppe. Am 25.1. hat das BAG seine Empfehlung aktualisiert und rät nun auch Schwangeren, sich impfen zu lassen. Ob Sie besser zu Hause bleiben, sollten Sie mit Ihrem Hausarzt besprechen.

Y.L.: Ich wohne im Kanton Zürich und habe eine fix gebuchte Reise. Ich habe die Reise schon vor eineinhalb Jahren geplant, als man noch nichts von Corona wusste. Ich kann die Reise nicht absagen. Kann ich mich priorisiert impfen lassen?
Leider können Sie sich nicht prioritär gegen Corona impfen lassen. Melden Sie sich aber schnellstmöglich in Ihrem Wohnkanton zur Impfung an, mit etwas Glück kommen Sie vor Antritt Ihrer Reise an die Reihe.

F.S.: Ich habe mich zur Impfung angemeldet. Muss ich sie selber bezahlen?
Nein, die Impfung wird mit Krankenkassenprämien und Steuern bezahlt und ist von der Franchise und vom Selbstbehalt befreit. Wer sich impfen lässt, muss sich darüber hinaus nicht an den Kosten beteiligen.

C. E.: Wenn ich geimpft bin, muss ich dann immer noch einen PCR-Test machen, um die Quarantäne abzukürzen?
Ja, laut BAG muss die geimpfte Person nach aktuellem Stand des Wissens in Quarantäne, wenn sie engen Kontakt zu einer positiv getesteten Person hatte. Diese Empfehlung könnte angepasst werden, sobald mehr Daten über die Wirkung der Impfstoffe vorhanden sind.

E. K.: Kann ich nach der zweiten Impfung wieder Freunde treffen, die ebenfalls geimpft sind?
Beachten Sie, dass sich der volle Impfschutz erst einige Tage nach der zweiten Impfung einstellt. Danach sinkt das Risiko für eine starke Erkrankung stark, wie die bisherigen Daten zeigen. Trotzdem gelten die Verhaltensempfehlungen des BAG weiterhin.

L.C.: Ich bin am 23. Januar zum ersten Mal geimpft worden. Die zweite Impfung soll ich am 27. Februar bekommen. Ist die Zeit zwischen den Impfungen nicht zu lange?
Nein. Zwischen der ersten und der zweiten Impfung sollte je nach Impfstoff mindestens drei bis vier Wochen gewartet werden, damit die zweite Dosis optimal wirken kann. Die Hersteller empfehlen verschiedene Intervalle: Für den Impfstoff von BioNTech sind das 3 bis 6 Wochen, für Moderna 4 bis 6 Wochen und für AstraZeneca 9 bis 12 Wochen.

C. G.: Muss ich nach einem Risiko-Kontakt oder einer Infektion in der Quarantäne oder Isolation bleiben, wenn ich die erste Impfung erhalten habe und auf die zweite warte?
Bis auf weiteres müssen laut BAG die Quarantäne- und Isolations-Regeln wie bisher eingehalten werden, auch wenn Sie eine erste Impfung erhalten haben. Diese Regelung kann vom BAG angepasst werden, sobald man mehr über den Schutz vor Übertragungen weiss, mehr Personen geimpft sind und die Fallzahlen zurückgehen.

Was ist der aktuelle Stand der Forschung bei Sars-CoV-2?

Laut WHO befinden sich 236 Impfstoffkandidaten in der Entwicklung. Die meisten dieser Impfstoffkandidaten befinden sich noch in der präklinischen Entwicklungsphase. Mittlerweile werden aber auch schon 63 Impfstoffkandidaten in klinischen Studien an Menschen untersucht (Stand 26. Januar 2021).

Biontech / Pfizer 

Am 9. November haben das deutsche Unternehmen Biontech und Partner Pfizer bekannt gegeben, dass ihr Vakzin eine Erfolgsrate von 90 Prozent hat. Der Impfstoff ist in den letzten Wochen in einer Blindstudie an rund 43’500 Menschen abgegeben worden. Die Hälfte davon hat ein Placebo erhalten. In der Testgruppe sind 94 Menschen an Covid-19 erkrankt, die meisten davon in der Placebogruppe, wie dem Studienprotokoll entnommen werden kann. Beim Impfstoff BNT162b2 handelt es sich um einen RNA-Impfstoff (siehe unten). Die Schweizer Arzneimittelbehörde Swissmedic hat für den Impfstoff am 19. Dezember die Zulassung erteilt. Der Impfstoff wird von der Armeeapotheke gelagert und an die Kantone verteilt. Eine Impfdosis kostet rund 20 Dollar.  Die Schweiz hat sich rund 3 Millionen Impfdosen reserviert.

Am 10. März 2021 gibt das BAG bekannt, dass die Schweiz weitere 3 Millionen Dosen kauft. Diese Impfdosen sollen im April geliefert werden. Somit werden insgesamt 6 Millionen Impfdosen von Biontech / Pfizer gekauft, von denen ein guter Teil bereits verimpft ist.

Am 30. März hat Swissmedic die neue Handhabung genehmigt: Der Impfstoff von Pfizer/BioNtech muss ab sofort nicht mehr dauerhaft in Spezialgefrierschränken gelagert werden. Neu eingereichte und von Swissmedic überprüfte Stabilitätsdaten belegen, dass die Qualität bis zu zwei Wochen lang auch bei Tiefkühltemperaturen zwischen -25 und -15 Grad Celsius gewährleistet ist. Dies ist entscheidend, damit der Impfstoff in der Schweiz auch in Gesundheitszentren, Arztpraxen oder Apotheken eingesetzt werden kann.

Moderna 

Am 16. November hat die Firma Moderna die vorläufigen Ergebnisse ihres Wirkstoffs mRNA-1273 veröffentlicht, der eine Erfolgsrate von 94,5 Prozent hat. Die Testgruppe bei diesem Vakzin umfasst 30’000 Personen. Auch hier hat die Hälfte der Freiwilligen ein Placebo erhalten. 95 Teilnehmer erkrankten, davon nur 5 in der Gruppe, in der der Impfstoff verabreicht wurde. Swissmedic hat von Moderna am 13. November ein Gesuch um Zulassung erhalten. Die Schweiz hat sich von diesem Impfstoff 4,5 Millionen Dosen vertraglich reservieren lassen. Der Impfstoff kostet zwischen 15 und 25 Dollar pro Impfdosis. Er muss im Gegensatz zum Biontech-Vakzin zwar ebenfalls bei Minusgraden geliefert werden, ist danach aber einige Zeit bei Kühlschranktemperaturen haltbar.

Am 8. Dezember 2020 hat das BAG bekannt gegeben, dass man sich zusätzliche 3 Millionen Dosen gesichert hat. 

Am 3. Februar 2021 hat das BAG publiziert, dass die Schweiz sich weitere 6 Millionen Dosen vertraglich reserviert hat. Die zusätzlichen Dosen werden ab Mitte Jahr schrittweise ausgeliefert. Somit erhält die Schweiz insgesamt rund 13,5 Millionen Dosen des Moderna-Impfstoffs.

Universität Oxford / AstraZeneca 

Am 23. November hat mit dem britisch-schwedischen Pharmakonzern AstraZeneca eine dritte Firma einen Impfstoff vorgestellt, von dem es Resultate aus klinischen Versuchen am Menschen gibt. Das Vakzin ChAdOx1 (auch: AZD1222) ist gemeinsam mit der Universität Oxford entwickelt worden. Es ist mit rund 70 Prozent Wirksamkeit weniger effektiv als die mRNA-Impfstoffe der Konkurrenten. Allerdings hat er auch entscheidende Vorteile: Die Kosten liegen bei nur 2.50 Dollar pro Dosis. Ausserdem ist  der Impfstoff ohne aufwändige Kühlung haltbar, was ihn nochmals günstiger in der Handhabung macht. Ausserdem ist er für Länder mit weniger gut ausgebauter Infrastruktur oder sehr langen Transportwegen besser geeignet. Anfang Oktober hat AstraZeneca in der Schweiz ein Zulassungsgesuch eingereicht. Die Schweiz hat sich Mitte Oktober bis zu 5,3 Millionen Dosen vertraglich gesichert. 

Am 3. Februar hat Swissmedic bekannt gegeben, dass das Zulassungsgesuch nach wie vor geprüft wird. Beim Impfstoff von Astra Zeneca reichten die bisher vorliegenden und ausgewerteten Daten für eine Zulassung noch nicht aus. Um zusätzliche Angaben zur Sicherheit, Wirksamkeit und Qualität zu erhalten, seien Daten aus neuen Studien notwendig.

Janssen-Cilag (Johnson & Johnson)

Die deutsche Firma Janssen-Cilag des Gesundheitskonzerns Johnson & Johnson hat bei Swissmedic als viertes Unternehmen ein Zulassungsgesuch eingereicht, der Ende März von Swissmedic gutgeheissen worden ist. Der Impfstoffkandidat Ad26.COV2.S hat gegenüber den anderen Präparaten den Vorteil, dass eine einzelne Impfdosis möglicherweise bereits genügt. Bei den anderen Kandidaten müssen im Abstand von einigen Wochen zwei Dosen verabreicht werden. Die eingereichten Studiendaten zeigen in den untersuchten Altersgruppen eine Wirksamkeit von durchschnittlich 66,9 Prozent.

Curevac

Curevac setzt mit seinem Impfstoff CVnCoV wie Pfizer/BioNTech und Moderna auf die neuartige mRNA-Technologie. Zurzeit befindet sich der Covid-19-Impfstoff von Curevac in der dritten Testphase. Sofern diese erfolgreich verläuft und Swissmedic die Zulassung erteilt, liefert Curevac voraussichtlich ab dem 2. Quartal 2021 in die Schweiz. Auch bei Curevac sind zwei Impfdosen pro Person nötig. Die Schweiz hat sich 5 Millionen Dosen reserviert.

Basis des Vertrags mit Curevac ist die Liefervereinbarung zwischen der Europäischen Kommission und dem Unternehmen. Die Impfdosen können von einzelnen Staaten bestellt und bei erfolgreicher Zulassung bezogen werden. Für die EFTA-Staaten Norwegen, Island und die Schweiz – die nicht Mitgliedstaaten der EU sind – wird Schweden die Dosen bestellen und an die entsprechenden Länder gewinnfrei weiterverkaufen.

Novavax

Mit Novavax hat die Schweiz nebst Impfstoffen auf mRNA-Basis (Moderna, Pfizer/BionTech, Curevac) und mit Vektortechnologie (AstraZeneca) nun auch einen Impfstoff auf Proteinbasis im Portfolio. Der Impfstoff von Novavax enthält das «Spike Protein» des Covid-19-Virus. Wie Curevac, befindet sich der Impfstoff von Novavax zurzeit in der letzten Testphase. Sobald die finale Vertragsunterzeichnung mit Novavax erfolgt ist, kann der proteinbasierte Impfstoff ab dem 2. Quartal 2021 in die Schweiz geliefert werden. Dies unter der Voraussetzung, dass Swissmedic den Impfstoff von Novavax zulässt. Die reservierten 6 Millionen Impfdosen reichen bei zwei Impfungen für 3 Millionen Menschen in der Schweiz.

HerstellerImpfstoff TypZulassung in der Schweiz Bestellt
Biontech/PfizerBNT162b2 mRNA19.12.20 6 Mio.
ModernamRNA-1273 mRNA12.1.21 13.5 Mio
Univ. Oxford/AstraZenecaChAdOx1 (auch: AZD1222) Vektorbeantragt 5.3 Mio.
Janssen-CilagAd26.COV2.S Vektor22.3.21 –
CurevacCVnCoV mRNAbeantragt 5 Mio.
NovavaxNVX-CoV2373 
 Proteinbeantragt 6 Mio.

Einen guten Überblick bietet die Seite Infovac, wo der Forschungsstand gut dokumentiert ist.

Wie viel kostet die Corona-Impfung?

Der Bundesrat sieht keine Impfpflicht vor und hat entschieden, dass die Impfung von den Krankenkassen zulasten der Grundversicherung übernommen wird. Gemäss Epidemiengesetz werden die nicht von der Krankenversicherung gedeckten Kosten von Bund und Kantonen getragen. Die Impfungen werden also mit den Krankenkassenprämien und Steuern kollektiv finanziert.

Am 3. Februar hat der Bund entschieden, dass die Kosten für die Impfung neu auch für Personen, die in der Schweiz leben, aber nicht obligatorisch krankenversichert sind, etwa Diplomatinnen und Diplomaten, übernimmt. Ebenfalls kostenlos ist die Impfung für Grenzgängerinnen und Grenzgänger, die nicht in der Schweiz versichert sind und in Schweizer Gesundheitseinrichtungen arbeiten.

Wie werden die Impfstoffe verteilt?

Die Eidgenössische Kommission für Impffragen (EKIF) und das BAG haben die Impfstrategie für die Schweiz am 17. Dezember publiziert. Prioritär sollen besonders gefährdete Menschen geimpft werden, also ältere Menschen und solche mit Vorerkrankungen. Die geplante Reihenfolge zeigt sich wie folgt: 

  1. Besonders gefährdete Personen (ohne Schwangere)
  2. Gesundheitspersonal mit Patientenkontakt und Betreuungspersonal von besonders gefährdeten Personen
  3. Enge Kontakte (Haushaltsmitglieder) von besonders gefährdeten Personen
  4. Personen in Gemeinschaftseinrichtungen mit erhöhtem Infektions- und Ausbruchsrisiko (z.B. Behindertenheime) und deren Personal
  5. Alle anderen Erwachsenen, die sich impfen lassen möchten

Das Hauptziel der Impfung gegen Covid-19 ist es, besonders gefährdete Personen zu schützen und damit schwere Krankheitsverläufe und Todesfälle zu reduzieren. So kann auch das Gesundheitssystem entlastet werden.

Kann man den so rasch entwickelten Corona-Impfstoffen vertrauen?

Bisher hat der 2019 in den USA zugelassene Ebola-Impfstoff mit einer Entwicklungszeit von rund vier Jahren den Weltrekord gehalten. Nach weniger als einem Jahr sind nun die ersten Corona-Impfstoffe zugelassen worden, ohne dass Swissmedic die Anforderungen an die Forschung und Zulassung gesenkt hat.

Erstens ist schon vor Corona an mRNA-Impfstoffen geforscht worden. Man hat also nicht bei Null begonnen. Zweitens ist die Forschung beschleunigt worden und viele Hersteller haben sich am Wettlauf mit der Zeit beteiligt, ohne die Anforderungen an Wirkung und Sicherheit zu senken. Die verschiedenen Studienphasen am Menschen sind zum Teil parallel durchgeführt worden. Weil weltweit viele Menschen mit dem Coronavirus infiziert werden, ist es für die Hersteller einfach gewesen, rasch mehr als genug Testpersonen zu finden.

Da Swissmedic das Zulassungsverfahren für Corona-Impfstoffe nicht verkürzt, sind diese so sicher wie andere Impfstoffe. Da unerwünschte Nebenwirkungen bei Impfstoffen sofort auftreten, sind negative Langzeitwirkungen nicht zu erwarten. Menschen, die auf bestimmte Hilfsstoffe allergisch reagieren, können Komplikationen bekommen. Das Risiko, durch verunreinigte Impfstoffe oder durch mangelnde Hygiene bei der Impfung die Gesundheit zu gefährden, ist angesichts der Sicherheitsstandards bei der Produktion, beim Transport und bei der Impfung sehr klein. Seit Dezember 2020 sind weltweit ein paar Millionen Menschen gegen Corona ohne grössere Zwischenfälle geimpft worden. Auch das spricht neben der strengen Zulassungsprüfung durch Swissmedic für die Corona-Impfstoffe.

Was sind die Nebenwirkungen der Impfung?

Die in der Phase 3 zehntausenden Menschen verabreichten Impfstoffe zeigten nur leichte Nebenwirkungen. Aus den Protokollen sind übliche Beschwerden wie bei einer Grippeimpfung zu erwarten: Übelkeit, Müdigkeit, Gelenkschmerzen und eine Rötung der Einstichstelle sind möglich. Gemäss der amerikanischen Arzneimittelbehörde FDA sind die Nebenwirkungen bei vielen Menschen vor allem nach der zweiten Dosis aufgetreten. In sehr wenigen Fällen ist es zu allergischen Reaktionen gekommen. In diesen Fällen ist auf die Abgabe der zweiten Dosis verzichtet worden.

In der Schweiz sammelt und überprüft die Arzneimittelbehörde Swissmedic Meldungen über Nebenwirkungen. Bis zum 8. März 2021 hat Swissmedic 597 Meldungen über vermutete unerwünschte Arzneimittelwirkungen (UAW) durch Covid-19 Impfungen in der Schweiz ausgewertet. 343 Meldungen beziehen sich auf das Vakzin von Pfizer/Biontech und 251 auf den Covid-19 Impfstoff von Moderna. In drei Fällen wurde der Impfstoff nicht spezifiziert. 

Der grössere Teil der Meldungen bezog sich auf Frauen (68.7 %), in 27,1 % der Fälle waren Männer betroffen und in einigen Meldungen (4,2 %) wurde das Geschlecht nicht angegeben.

Der grössere Teil der Meldungen (70,4 %) war nicht schwerwiegend. 177 (29,6 %) Meldungen wurden als schwerwiegend eingestuft. In diesen Fällen wurden die Personen entweder im Krankenhaus behandelt oder die Reaktionen wurden aus anderen Gründen als medizinisch bedeutsam eingestuft. In den meisten Fällen waren die Betroffenen aber nicht gefährdet. Die am häufigsten gemeldeten Reaktionen in Fällen, die als schwerwiegend eingestuft wurden, waren Fieber (24), Luftnot (18), Infektion mit SARS-nCoV-2 (14), Erbrechen (11), Überempfindlichkeit (11)/anaphylaktische Reaktionen (8), Kopfschmerzen/Migräne (11), und Herpes Zoster (10).

In 21 der schwerwiegenden Fälle sind die Personen in unterschiedlichem zeitlichen Abstand zur Impfung gestorben. Die Verstorbenen waren im Durchschnitt 85 Jahre alt und hatten mehrheitlich schwere Vorerkrankungen. Diese Fälle wurden besonders sorgfältig analysiert. Nach jetzigem Kenntnisstand führten unabhängig von den Impfungen auftretende Erkrankungen wie z.B. Infektionen, kardiovaskuläre Ereignisse oder Erkrankungen der Lungen und Atemwege zum Tod. Trotz einer zeitlichen Assoziation gibt es in keinem Fall konkrete Hinweise, dass die Impfung die Ursache für den Todesfall war.

Kann ich gezwungen werden, mich zu impfen?

Nein. Auch mit dem neuen Epidemiegesetz gibt es keine rechtliche Grundlage für einen Impfzwang. Bund und Kantone dürfen zwar Impfobligatorien bei erheblicher Gefahr für klar definierte Personengruppen aussprechen. Gemeint sind beispielsweise Kinder, ältere Menschen oder Mitarbeitende in Säuglingsstationen. Auch mit einem Impfobligatorium kann niemand zur Impfung gezwungen werden. Allerdings verschafft ein Obligatorium Arbeitgebern die rechtliche Basis für eine Kündigung, falls Mitarbeitendende sich nicht impfen lassen will.

Das derzeit im Parlament diskutierte Covid-19-Gesetz beschäftigt sich nicht mit dem Impfen, sondern will die Notrechtsmassnahmen des Bundesrates in ordentliches Recht überführen. Es beschäftigt sich weitestgehend mit wirtschaftlichen Fragen.

Impfausweis: Plattform meineimpfung.ch abgeschaltet

Die Internetplattform www.meineimpfungen.ch ist am 22.3.2021 abgeschaltet worden, nachdem erhebliche Sicherheitsmängel aufgedeckt worden sind. Der Dienst ist vom Bundesamt für Gesundheit (BAG) und mehreren Kantonen als digitale Ergänzung für das Impfbüchlein aus Papier favorisiert und finanziell unterstützt worden.

Auf der Website konnte ein digitaler Impfpass angelegt und die erhaltenen Impfungen eingetragen werden, die dann vom eigenen Hausarzt validiert werden mussten. Der Webservice ermöglichte auch, die noch ausstehenden Impfungen zu identifizieren oder eine Mitteilung zu erhalten, wenn eine Auffrischung fällig wird.

Wie Recherchen des Onlinemagazins «Republik» gezeigt haben, gab es gleich mehrere Sicherheitsprobleme; mit wenig krimineller Energie konnte sich ein Angreifer als Arzt registrieren und so nicht nur Einblick in die Profile aller Teilnehmer erhalten, sondern auch sämtliche Daten manipulieren. Bei den Daten handelt es sich um Vorname, Name, Geburtsdatum, Telefonnummer, Adresse sowie um besonders schützenswerte persönliche Daten wie Krankenkassendetails, Impfstatus und individuelle gesundheitliche Risikofaktoren.

Derzeit ist unklar, ob sich Angreifer die technischen und konzeptuellen Sicherheitslücken zunutze gemacht und Daten kopiert oder manipuliert haben. Die Betreiberin der Plattform, die Stiftung meineimpfungen, will die Situation analysieren und informieren. Bis dann bleibe der Webservice deaktiviert, heisst es auf der Website.

Im Hinblick auf die Corona-Pandemie lagen grosse Hoffnungen auf dem Service, da mit der dazugehörigen Impf-App MyViavac ein portabler und digitaler COVIDfree-Ausweis in greifbarer Nähe lag. Damit hätten sich Personen mit Antikörpern (Geimpfte und Genesene) und mit einem aktuellen, negativen Testergegnis im Alltag ausweisen können und wären in den Genuss von Freiheiten wie Reisen in andere Länder gekommen. Verschiedene Krise wollen nun bis Mitte Juni eine sichere COVIDfree-App bauen. Denkbar ist eine Lösung analog der SwissCovid-App.

Soll ich mich gegen die Grippe impfen lassen?

Comparis beantwortet Fragen zur herkömmlichen Grippeimpfung.

Wie funktioniert eine Impfung?

Krankheiten werden nicht nur durch Viren, sondern auch von Bakterien oder sogar Parasiten ausgelöst. Durch die Einnahme oder Injektion eines Impfstoffs werden innert weniger Stunden spezialisierte Blutkörperchen alarmiert. Für die Immunabwehr sind hauptsächlich weisse Blutkörperchen zuständig. Wichtig sind alle von ihnen, doch die aktivste Rolle spielen sogenannten B-Zellen und T-Zellen.

Erster Gegenangriff

Die T-Zellen reifen im Thymus, einer Drüse hinter dem Brustbein, aus. Die T-Zellen spüren Körperzellen auf und vernichten sie. Darüber hinaus schütten sie Botenstoffe aus und steuern so weitere Reaktionen des Immunsystems. Einerseits rufen sie so Fresszellen herbei, die Eindringlinge entfernen, andererseits spielen sie eine massgebliche Rolle bei der Steuerung der B-Zellen.

Zweiter Gegenangriff

Die B-Zellen werden im Knochenmark gebildet. Wenn sie mit einem Erreger (Antigen) in Kontakt kommen, entwickeln sie sich zu Plasmazellen und produzieren Antikörper (Immunglobuline). Spezialisierte Plasmazellen können nach etwa zwei bis drei Wochen Antikörper in grosser Zahl freisetzen. Diese Antikörper binden spezifisch an den Erreger und neutralisieren ihn, sodass er nicht mehr in Zellen eindringen kann. Einmal gebildete Antikörper bleiben als Gedächtniszellen im Körper und können oft noch nach Jahren schnell und effektiv reagieren, wenn der Erreger erneut in den Körper eintritt. Der Körper ist jetzt immunisiert gegen den Erreger.

Damit das Immunsystem passende B- und T-Zellen produzieren kann, muss es lernen, die Eigenschaften eines bestimmten Erregers zu erkennen. Oft handelt es sich um spezifische Proteine auf der Oberfläche des Keims. Im Fall von Sars-CoV-2 sind es die typischen Zapfen rund um das Virus. Genau diese charakteristischen Elemente sind in unschädlich gemachter Form auch in einem Impfstoff enthalten.

Eindringlinge wiedererkennen

Haben die B- und T-Zellen einen Eindringling besiegt, behalten sie einige Gedächtniszellen auf. Dringt derselbe Erreger erneut in den Körper ein, kann dieser die passenden Zellen rasch in grosser Zahl herstellen. Die Keime werden dann so schnell vernichtet, dass sie die Krankheit nicht auslösen können. Der Körper ist immun gegen den Erreger und der Träger kann die Krankheit nicht an andere Menschen weitergeben.

Mit einer Impfung wird also das Immunsystem trainiert, eine erneute Infektion mit dem gleichen Krankheitserreger abzuwehren, indem es schnell grosse Mengen passender Antikörper produziert. Impfen ist also für das Immunsystem ungefähr das, was Sparring beim Boxen ist: realistisches Training von Angriff und Verteidigung, ohne ein blaues Auge oder gar einen Knock-out zu riskieren.

Welche Typen von Impfstoffen gibt es?

Bei Lebendimpfstoffen wird der vermehrungsfähige Erreger verabreicht. Der Unterschied zu einer richtigen Infektion ist, dass der Keim abgeschwächt ist. Der Erreger wird so verändert, dass er sich weniger schnell vermehren kann oder weniger aggressiv ist. So gewinnt das Immunsystem Zeit, um den Eindringling abzuwehren. Lebendimpfstoffe sind sehr effektiv und sorgen für eine langanhaltende Immunität. Mehr als zwei Impfdosen sind selten notwendig. Der Nachteil ist, dass Menschen mit einem geschwächten Immunsystem nicht mit Lebendimpfstoffen behandelt werden können. Auch ist die Entwicklung von Lebendimpfstoffen recht aufwändig.

Ein Beispiel für einen Lebendimpfstoff ist die Masern-Mumps-Röteln-Kombinationsimpfung (MMR).

Totimpfstoffe – oder inaktivierte Impfstoffe – enthalten den abgetöteten Krankheitserreger, der sich nicht mehr vermehren kann. Die Entwicklung dieser Impfstoffe ist einfacher und die Anwendung hat weniger Nebenwirkungen. Menschen mit geschwächtem Immunsystem dürfen mit inaktivierten Impfstoffen behandelt werden. Der Nachteil der inaktivierten Impfstoffe ist, dass die Immunreaktion deutlich schwächer ist. Deshalb sind mehrere Impfdosen notwendig oder die Impfung muss nach einigen Jahren aufgefrischt werden.

Beispiel für einen inaktivierten Impfstoff ist die Polio-Impfung. Auch die Impfung gegen die Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME), die von Zecken übertragen wird, ist ein inaktivierter Impfstoff.

Bei gereinigten Impfstoffen werden nicht lebende oder tote Erreger, sondern nur Bestandteile von ihnen verabreicht. Sie können das Immunsystem gezielt erregen und sie sind gut verträglich. Allerdings ist die Immunantwort weniger stark und somit sind meist mehrere Impfungen notwendig.

Beispiele für gereinigte Impfstoffe sind diejenigen gegen Tetanus, Keuchhusten oder die jährliche Grippeimpfung.

Sogenannte Vektor-Impfstoffe sind recht neu. Hier wird Oberflächenprotein oder genetisches Material des Erregers in ein harmloses Virus oder Bakterium eingeschleust. So reisen die Merkmale des Erregers huckepack auf einem anderen Erreger durch den Körper und lösen damit eine Immunreaktion aus.

Vektor-Impfstoffe wurden in den letzten Jahren bei der Bekämpfung von Ebola und gegen gewisse Krebsarten erfolgreich eingesetzt.

Ganz neu sind mRNA- und DNA-Impfstoffe. Die mRNA beziehungsweise DNA enthält eine Bauanleitung für einen Teil des Virus. Die Fragmente werden eingebettet in mikroskopisch kleine Öltröpfchen in den Körper injiziert. Aus der Bauanleitung stellt der Körper selbst jene Bestandteile des Erregers her, auf die das Immunsystem trainiert werden soll.

Bei mRNA- und DNA-Impfungen gilt es zu beachten, dass derartige Wirkstoffe bisher noch nie eine Zulassung erhalten haben. Klinische Studien zur Wirksamkeit werden erstmals im grossen Stil durchgeführt. Insbesondere langfristige Untersuchungen fehlen im Gegensatz zu herkömmlichen Methoden komplett. DNA- und mRNA-Impfstoffe sind ein Novum und werden intensiv beobachtet.

Hat es wirklich Aluminium in Impfstoffen?

In einigen Impfstoffen sind Aluminiumsalze enthalten. Nicht enthalten sind sie in den neuen mRNA-Impfstoffen und in demjenigen von AstraZeneca. Auch in abgeschwächten Lebendimpfstoffe hat es keine Aluminiumsalze. Andre Vakzine sind durch Hilfsstoffe – sogenannte Adjuvantien – ergänzt. Bei den Adjuvantien handelt es sich um Aluminiumhydroxid, Aluminiumphosphat und/oder Kalium- und Aluminiumsulfat. Die Hilfsstoffe haben zwei Aufgaben: Das Antigen – also der Eindringling im Körper – wird dadurch an der Injektionsstelle im Muskelgewebe festgehalten. Zusätzlich werden durch die Aluminiumsalze Immunsystemzellen angelockt. Dadurch wird die Reaktion des Körpers verstärkt und damit die Wirksamkeit des Impfstoffs verbessert.

Impfstoffe enthalten 0,125 bis 0,82 Milligramm (als Vergleich: Ein Sandkorn wiegt 0,2 Milligramm) Aluminium pro Dosis. Im Gegensatz dazu nehmen wir täglich mit der Nahrung etwa 8 Milligramm Aluminium und Aluminiumsalze zu uns. Der grösste Teil davon wird vom Körper rasch wieder ausgeschieden.

Wann darf ein Impfstoff auf den Markt?

Neue Impfstoffe durchlaufen etliche Tests, bevor sie auf den Markt gelangen dürfen. Als Erstes werden Impfstoffkandidaten in präklinischen Versuchen zunächst an Nagetieren ausprobiert, danach an Affen. Mit diesen Experimenten wird untersucht, ob der Impfstoff für die Versuchstiere ungefährlich ist und wie stark sie auf verschiedene Impfdosen reagieren.

Danach werden anhand der gewonnenen Erkenntnisse klinische Versuche an Menschen durchgeführt. Diese durchlaufen drei Phasen, während derer der Impfstoffkandidat einer immer grösseren Personengruppe verabreicht wird.

In der ersten Phase wird der Impfstoff einigen dutzend gesunden, meist jungen Menschen injiziert. Das Ziel ist es, die beste Dosis für den Wirkstoff zu finden – und natürlich, Nebenwirkungen früh zu erkennen.

In der zweiten Phase wird der Impfstoff mehreren hundert bis wenigen tausend Menschen verabreicht. Die Probanden werden mehrere Monate lang beobachtet, um die Immunantwort besser zu verstehen. In der zweiten Phase wird auch festgelegt, wie viele Impfdosen notwendig sind. Häufige Nebenwirkungen werden identifiziert, auch wenn sie schwach sind.

In der dritten Phase geht es um den Praxistest. Hier werden mehrere zehntausend bis wenige hunderttausend Menschen geimpft. Jetzt wird klar, ob und wie die Impfung bei den Probanden tatsächlich wirkt. Kommt es bei den Geimpften wirklich seltener zur Erkrankung? Wirkt der Impfstoff vielleicht nur bei einem Teil der Testgruppe? Hält die Immunität vielleicht nur einige Wochen an? Auch seltene Nebenwirkungen können erkannt werden.

Geht in der dritten Phase alles gut, erhält der Impfstoff die Zulassung der Behörden. In den USA ist das die Food and Drug Administration (FDA), in Europa die European Medicines Agency (EMA) und in der Schweiz Swissmedic. Weltweit überwacht die World Health Organization (WHO) global verteilte Impfstoffe. Hersteller und Labors werden streng überprüft. Die Zulassung wird übrigens nicht nur einmal erteilt: Jede neue Charge des Impfstoffs wird überprüft, damit die Qualität sichergestellt ist.

Eine vierte Phase beginnt nach der Lancierung eines neuen Impfstoffs. Jetzt werden Millionen Menschen geimpft und es können sehr seltene Nebenwirkungen und negative Langzeitfolgen erkannt werden.

Gibt es bei Sars-CoV-2 Unterschiede zu bisherigen Impfungen?

Ganz klar ja. Von der Entwicklung bis zur Marktreife eines neuen Impfstoffs dauerte es rückblickend im Durchschnitt zehn bis zwanzig Jahre – manchmal noch länger. Bereits bei Ebola wurde angesichts der Aggressivität des Virus ein deutlich forscheres Tempo angeschlagen. Impfstoffe gegen Ebola gelangten in nur 18 Monaten zu den Ausbruchherden in Afrika.

Im Fall des neuen Coronavirus rechnen Experten mit einem ähnlichen Zeitrahmen. In einem sind sich die Experten einig: Schneller als in 12 Monaten geht es nicht, wenn die drei Phasen bis zur Zulassung seriös durchgeführt werden sollen. Ebenfalls neu bei der Impfung gegen Sars-CoV-2 ist, dass die neuartigen mRNA- und DNA-Impfstoffe entwickelt werden. Die Schweiz etwa hat sich beim US-Hersteller Moderna 4,5 Millionen Dosen eines solchen mRNA-Impfstoffs reserviert.

Kann ich mich mehrmals mit Corona anstecken?

Eine durchgemachte Infektion mit einem Erreger kann einen Immunschutz erzeugen, der ein Leben lang anhält. Bei manchen Krankheiten geht die Immunität nach einiger Zeit verloren. Das kann je nach Erreger und Stärke der Erkrankung Wochen, Monate, Jahre oder Jahrzehnte dauern.

Anhaltspunkte gibt das erste Sars-Virus, das im Jahr 2003 in Asien ausgebrochen ist. Dort konnten Forscher bei Menschen mit einer schweren Infektion die Immunität noch 12 Jahre später belegen. Andererseits wurden im Fall von Sars-CoV-2 bei einigen Menschen ohne schwere Symptome bereits nach wenigen Wochen keine Antikörper mehr gefunden, was darauf hindeuten könnte, dass ein Impfschutz möglicherweise nicht lange anhält. Ob und wie lange eine durchgemachte Sars-CoV-2-Infektion eine erneute Infektion mit Sars-CoV-2 verhindert, untersuchen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler weltweit.

Eine zweite Gefahr sind Mutationen von Sars-CoV-2. Stand Mitte September sind fünf Fälle von Menschen gut dokumentiert, die sich erneut mit dem Corona-Virus angesteckt haben. In diesen Fällen ist das Virus-Genom verglichen worden. Forscher haben festgestellt, dass es sich dabei um verschiedene Viren-Stämme gehandelt hat.

Die Wahrscheinlichkeit, dass sich zwei Viren-Stämme gleichzeitig verbreiten, dürfte auf regionaler Ebene gering sein. Dazu trägt bei, dass die Infektionszahlen relativ niedrig sind. Die Wahrscheinlichkeit für die Präsenz mehrere Stämme steigt aber an, je länger Sars-CoV-2 im Umlauf ist.

Gibt es Alternativen zu einem Impfstoff?

Nein, aber es kann Zeit gewonnen werden. Geforscht wird nicht nur an einem Impfstoff gegen Sars-CoV-2. Es werden auch Medikamente und Therapien entwickelt, die die Auswirkungen von Covid-19 mildern. Wirkungsvolle Heilmittel können wertvolle Zeit verschaffen, bis Impfstoffe vorliegen – oder eventuell den Weg zur Herdenimmunität ebnen, ohne dass Millionen Menschen durch die Pandemie sterben.

Vor allem Arzneimittel, die bereits gegen andere Krankheiten zugelassen oder in der Entwicklung sind, sind von Interesse, denn diese Medikamente können schneller «umfunktioniert» werden, als dass neue Mittel entwickelt werden. Hierzu zählen unter anderem Medikamente für Lungenkranke, aber auch antivirale Medikamente, die ursprünglich gegen Grippe, Ebola oder Hepatitis C entwickelt wurden und die Vermehrung von Viren blockieren oder verhindern.

Quellen

Weiterführende Links

Haben Sie weitere Fragen rund um das Thema Corona? In diesen Ratgebern finden Sie weitere Antworten:

  • Krankenkasse, Arbeitsbedingungen, Vorsorge und Reisen
    Im ausführlichen Comparis-FAQ finden Sie Antworten auf zahlreiche Fragen in Zusammenhang mit der Corona-Pandemie: Wie sollten Sie sich als Privatperson verhalten? Was müssen Sie bei Reisen beachten? Welche Massnahmen gelten aktuell in welchem Kanton?

  • Vorgehen bei Ertragsausfall Ihres Unternehmens während der Corona-Pandemie
    Das Coronavirus und die Massnahmen zur Eindämmung bedeuten für viele Unternehmen massive Einschnitte und Herausforderungen. Wie schützt man das Geschäft und die Mitarbeitenden? Und welche Hilfe steht dem Unternehmen zu?

  • Privatkredite
    Comparis beantwortet die wichtigsten Fragen für Kreditnehmende in der derzeitigen aussergewöhnlichen Situation.

  • Wohnen und Umzug
    Bald steht der nächste Zügeltermin an – aber kann der Umzug trotz Corona-Krise stattfinden? Arbeiten die Umzugs- und Reinigungsunternehmen noch? Muss ich Miete zahlen, wenn ich doch noch nicht einziehen kann? Comparis beantwortet nachfolgend die wichtigsten Fragen rund um das Thema Umzug, Wohnen und Immobilien.

  • Hypotheken
    Nicht nur auf unseren Alltag, auch auf die Hypotheken hat das Coronavirus Auswirkungen. Wie wirkt sich die Krise auf Hypothekarzinsen aus? Oder was für Veränderungen könnten langfristig bei den Immobilienpreisen auftreten? Lohnt sich eine Immobilieninvestition in der jetzigen Situation? Comparis hat zu diesen Themen Fragen und Antworten für Sie zusammengestellt.

Verwandte Beiträge

Nach oben

Newsletter

Immer aktuell informiert über Sparmöglichkeiten sowie Experten-Tipps rund um die Themen Gesundheit, Finanzen und Steuern.

Mit der Anmeldung stimme ich der Bearbeitung meiner Daten entsprechend der Datenschutzerklärung von comparis.ch zu.

comparis.ch
  • Über Comparis

  • Medien

  • Karriere

Folgen Sie uns
Sprache
  • DE
  • FR
  • IT
  • EN
  • Kontakt
  • Datenschutz
  • Rechtliche Informationen
  • Impressum

© 1996–2021 comparis.ch AG, Birmensdorferstrasse 108, 8003 Zürich, +41 44 360 52 62