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FAQ Corona-Impfung

23.11.2020

Bild: iStock.com / simon2579

Wie lange dauert es noch, bis es einen Impfstoff gegen Sars-CoV-2 gibt? Wird die Impfung sicher sein? Und wie wird der Corona-Impfstoff verteilt? Comparis beantwortet die drängendsten Fragen.

Auch interessant: Fragen und Antworten zum Coronavirus

Kann ich mich gegen Covid-19 impfen lassen?

Covid-19 ist die Krankheit, die vom Erreger Sars-CoV-2 ausgelöst wird. Geimpft wird genau genommen gegen das Virus, nicht gegen die Krankheit. Derzeit steht noch kein Impfstoff zur Verfügung, der vor einer Infektion mit dem neuartigen Coronavirus schützt. Dutzende Firmen weltweit forschen intensiv an einem Impfstoff. Einige Impfstoffe sind bereits in der letzten Phase vor einer Zulassung. Wann ein Impfstoff zum Schutz vor Sars-CoV-2 verfügbar sein wird, ist aber derzeit noch nicht zu sagen. Experten rechnen mit der Lancierung im Frühjahr 2021.

Was ist der aktuelle Stand der Forschung bei Sars-CoV-2?

Laut WHO befinden sich 176 Impfstoffkandidaten in der Entwicklung. Die meisten dieser Impfstoffkandidaten befinden sich noch in der präklinischen Entwicklungsphase. Mittlerweile werden aber auch schon 48 Impfstoffkandidaten in klinischen Studien an Menschen untersucht (Stand 12. November 2020).

Am 9. November haben das deutsche Unternehmen Biontech und Partner Pfizer bekannt gegeben, dass ihr Vakzin eine Erfolgsrate von 90 Prozent hat. Der Impfstoff ist in den letzten Wochen in einer Blindstudie an rund 43’500 Menschen abgegeben worden. Die Hälfte davon hat ein Placebo erhalten. In der Testgruppe sind 94 Menschen an Covid-19 erkrankt, die meisten davon in der Placebogruppe, wie dem Studienprotokoll entnommen werden kann. Beim Impfstoff BNT162b2 handelt es sich um einen RNA-Impfstoff (siehe unten). Der Impfstoff muss bei minus 70 Grad Celsius gelagert und geliefert werden. Das stellt sehr hohe Anforderungen an die Lieferkette. Das Ziel des Herstellers ist es, eine Zulassung noch 2020 zu erlangen. Biontech und Pfizer haben am 19. Oktober eine Zulassung in der Schweiz beantragt, die von der Schweizer Arzneimittelbehörde Swissmedic geprüft wird. Die Kosten sollen sich auf ungefähr 20 Dollar pro Dosis belaufen.

Am 16. November hat die Firma Moderna die vorläufigen Ergebnisse ihres Wirkstoffs mRNA-1273 veröffentlicht, der eine Erfolgsrate von 94,5 Prozent hat. Die Testgruppe bei diesem Vakzin umfasst 30’000 Personen. Auch hier hat die Hälfte der Freiwilligen ein Placebo erhalten. 95 Teilnehmer erkrankten, davon nur 5 in der Gruppe, in der der Impfstoff verabreicht wurde. Swissmedic hat von Moderna am 13. November ein Gesuch um Zulassung erhalten. Die Schweiz hat sich von diesem Impfstoff 4,5 Millionen Dosen vertraglich reservieren lassen. Der Impfstoff kostet zwischen 15 und 25 Dollar pro Impfdosis. Er muss im Gegensatz zum Biontech-Vakzin zwar ebenfalls bei Minusgraden geliefert werden, ist danach aber einige Zeit bei Kühlschranktemperaturen haltbar.

Am 23. November hat mit dem britisch-schwedischen Pharmakonzern AstraZeneca eine dritte Firma einen Impfstoff vorgestellt, von dem es Resultate aus klinischen Versuchen am Menschen gibt. Das Vakzin AZD1222 ist gemeinsam mit der Universität Oxford entwickelt worden. Es ist mit rund 70 Prozent Wirksamkeit weniger effektiv als die mRNA-Impfstoffe der Konkurrenten. Allerdings hat er auch entscheidende Vorteile: Die Kosten liegen bei nur 2.50 Dollar pro Dosis. Ausserdem ist  der Impfstoff ohne aufwändige Kühlung haltbar, was ihn nochmals günstiger in der Handhabung macht. Ausserdem ist er für Länder mit weniger gut ausgebauter Infrastruktur oder sehr langen Transportwegen besser geeignet. Anfang Oktober hat AstraZeneca in der Schweiz ein Zulassungsgesuch eingereicht. Die Schweiz hat sich Mitte Oktober bis zu 5,3 Millionen Dosen vertraglich gesichert. 

Einen guten Überblick bietet die Seite Infovac, wo der Forschungsstand gut dokumentiert ist.

Wie viel wird die Corona-Impfung kosten?

Den Preis sowie ob und bei wem Krankenkassen die Kosten für die Impfung übernehmen, hat der Bund noch nicht festgelegt. Grundsätzlich gibt es unterschiedliche Bezahlkategorien für Impfungen. Manche Impfungen bezahlt die obligatorische Grundversicherung für alle Versicherten, manche nur für Risikogruppen oder bis zu einem bestimmten Alter und manche gar nicht.

Comparis hat der Bevölkerung im August in einer repräsentativen Umfrage den Puls gefühlt. Befragt wurden 1041 Personen in allen Regionen der Schweiz. Knapp die Hälfte der Befragten ist der Meinung, dass die Krankenkassen die Kosten übernehmen sollen. 18 Prozent sind der Meinung, dass die Impfung nur für Risikogruppen gedeckt sein soll.

Kann ich gezwungen werden, mich zu impfen?

Nein. Auch mit dem neuen Epidemiegesetz gibt es keine rechtliche Grundlage für einen Impfzwang. Bund und Kantone dürfen zwar Impfobligatorien bei erheblicher Gefahr für klar definierte Personengruppen aussprechen. Gemeint sind beispielsweise Kinder, ältere Menschen oder Mitarbeitende in Säuglingsstationen. Auch mit einem Impfobligatorium kann niemand zur Impfung gezwungen werden. Allerdings verschafft ein Obligatorium Arbeitgebern die rechtliche Basis für eine Kündigung, falls ein Mitarbeitender sich nicht impfen lassen will.

Das derzeit im Parlament diskutierte Covid-19-Gesetz beschäftigt sich nicht mit dem Impfen, sondern will die Notrechtsmassnahmen des Bundesrates in ordentliches Recht überführen. Es beschäftigt sich weitestgehend mit wirtschaftlichen Fragen.

Soll ich mich gegen die Grippe impfen lassen?

Comparis beantwortet Fragen zur herkömmlichen Grippeimpfung.

Wie funktioniert eine Impfung?

Krankheiten werden nicht nur durch Viren, sondern auch von Bakterien oder sogar Parasiten ausgelöst. Durch die Einnahme oder Injektion eines Impfstoffs werden innert weniger Stunden spezialisierte Blutkörperchen alarmiert. Für die Immunabwehr sind hauptsächlich weisse Blutkörperchen zuständig. Wichtig sind alle von ihnen, doch die aktivste Rolle spielen sogenannten B-Zellen und T-Zellen.

Die T-Zellen reifen im Thymus, einer Drüse hinter dem Brustbein, aus. Die T-Zellen spüren Körperzellen auf und vernichten sie. Darüber hinaus schütten sie Botenstoffe aus und steuern so weitere Reaktionen des Immunsystems. Einerseits rufen sie so Fresszellen herbei, die Eindringlinge entfernen, andererseits spielen sie eine massgebliche Rolle bei der Steuerung der B-Zellen.

Die B-Zellen werden im Rückenmark gebildet. Wenn sie mit einem Erreger (Antigen) in Kontakt kommen, entwickeln sie sich zu Plasmazellen und produzieren Antikörper (Immunglobuline). Spezialisierte Plasmazellen können nach etwa zwei bis drei Wochen Antikörper in grosser Zahl freisetzen. Diese Antikörper binden spezifisch an den Erreger und neutralisieren ihn, sodass er nicht mehr in Zellen eindringen kann. Einmal gebildete Antikörper bleiben als Gedächtniszellen im Körper und können oft noch nach Jahren schnell und effektiv reagieren, wenn der Erreger erneut in den Körper eintritt. Der Körper ist jetzt immunisiert gegen den Erreger.

Damit das Immunsystem passende B- und T-Zellen produzieren kann, muss es lernen, die Eigenschaften eines bestimmten Erregers zu erkennen. Oft handelt es sich um spezifische Proteine auf der Oberfläche des Keims. Im Fall von Sars-CoV-2 sind es die typischen Zapfen rund um das Virus. Genau diese charakteristischen Elemente sind in unschädlich gemachter Form auch in einem Impfstoff enthalten.

Haben die B- und T-Zellen einen Eindringling besiegt, behalten sie einige Gedächtniszellen auf. Dringt derselbe Erreger erneut in den Körper ein, kann dieser die passenden Zellen rasch in grosser Zahl herstellen. Die Keime werden dann so schnell vernichtet, dass sie die Krankheit nicht auslösen können. Der Körper ist immun gegen den Erreger und der Träger kann die Krankheit nicht an andere Menschen weitergeben.

Mit einer Impfung wird also das Immunsystem trainiert, eine erneute Infektion mit dem gleichen Krankheitserreger abzuwehren, indem es schnell grosse Mengen passender Antikörper produziert. Impfen ist also für das Immunsystem ungefähr das, was Sparring beim Boxen ist: realistisches Training von Angriff und Verteidigung, ohne ein blaues Auge oder gar einen Knock-out zu riskieren.

Welche Typen von Impfstoffen gibt es?

Bei Lebendimpfstoffen wird der vermehrungsfähige Erreger verabreicht. Der Unterschied zu einer richtigen Infektion ist, dass der Keim abgeschwächt ist. Der Erreger wird so verändert, dass er sich weniger schnell vermehren kann oder weniger aggressiv ist. So gewinnt das Immunsystem Zeit, um den Eindringling abzuwehren. Lebendimpfstoffe sind sehr effektiv und sorgen für eine langanhaltende Immunität. Mehr als zwei Impfdosen sind selten notwendig. Der Nachteil ist, dass Menschen mit einem geschwächten Immunsystem nicht mit Lebendimpfstoffen behandelt werden können. Auch ist die Entwicklung von Lebendimpfstoffen recht aufwändig.

Ein Beispiel für einen Lebendimpfstoff ist die Masern-Mumps-Röteln-Kombinationsimpfung (MMR).

Totimpfstoffe – oder inaktivierte Impfstoffe – enthalten den abgetöteten Krankheitserreger, der sich nicht mehr vermehren kann. Die Entwicklung dieser Impfstoffe ist einfacher und die Anwendung hat weniger Nebenwirkungen. Menschen mit geschwächtem Immunsystem dürfen mit inaktivierten Impfstoffen behandelt werden. Der Nachteil der inaktivierten Impfstoffe ist, dass die Immunreaktion deutlich schwächer ist. Deshalb sind mehrere Impfdosen notwendig oder die Impfung muss nach einigen Jahren aufgefrischt werden.

Beispiel für einen inaktivierten Impfstoff ist die Polio-Impfung. Auch die Impfung gegen die Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME), die von Zecken übertragen wird, ist ein inaktivierter Impfstoff.

Bei gereinigten Impfstoffen werden nicht lebende oder tote Erreger, sondern nur Bestandteile von ihnen verabreicht. Sie können das Immunsystem gezielt erregen und sie sind gut verträglich. Allerdings ist die Immunantwort weniger stark und somit sind meist mehrere Impfungen notwendig.

Beispiele für gereinigte Impfstoffe sind diejenigen gegen Tetanus, Keuchhusten oder die jährliche Grippeimpfung.

Sogenannte «Vektor»-Impfstoffe sind recht neu. Hier wird Oberflächenprotein oder genetisches Material des Erregers in ein harmloses Virus oder Bakterium eingeschleust. So reisen die Merkmale des Erregers huckepack auf einem anderen Erreger durch den Körper und lösen damit eine Immunreaktion aus.

Vektor-Impfstoffe wurden in den letzten Jahren bei der Bekämpfung von Ebola und gegen gewisse Krebsarten erfolgreich eingesetzt.

Ganz neu sind mRNA- und DNA-Impfstoffe. Die mRNA beziehungsweise DNA enthält eine Bauanleitung für einen Teil des Virus. Die Fragmente werden eingebettet in mikroskopisch kleine Öltröpfchen in den Körper injiziert. Aus der Bauanleitung stellt der Körper selbst jene Bestandteile des Erregers her, auf die das Immunsystem trainiert werden soll.

Bei mRNA- und DNA-Impfungen gilt es zu beachten, dass derartige Wirkstoffe bisher noch nie eine Zulassung erhalten haben. Klinische Studien zur Wirksamkeit werden erstmals im grossen Stil durchgeführt. Insbesondere langfristige Untersuchungen fehlen im Gegensatz zu herkömmlichen Methoden komplett. DNA- und mRNA-Impfstoffe sind ein Novum und werden intensiv beobachtet.

Hat es wirklich Aluminium in Impfstoffen?

Ja. Mit Ausnahme der abgeschwächten Lebendimpfstoffe werden fast alle Impfstoffe durch Hilfsstoffe – sogenannte Adjuvantien – ergänzt. Bei Adjuvantien handelt es sich um Aluminiumsalze (Aluminiumhydroxid, Aluminiumphosphat und Kalium- und Aluminiumsulfat). Die Hilfsstoffe haben zwei Aufgaben: Das Antigen – also der Eindringling im Körper – wird dadurch an der Injektionsstelle im Muskelgewebe festgehalten. Zusätzlich werden durch die Aluminiumsalze Immunsystemzellen angelockt. Dadurch wird die Reaktion des Körpers verstärkt und damit die Wirksamkeit des Impfstoffs verbessert.

Impfstoffe enthalten 0,125 bis 0,82 Milligramm (als Vergleich: Ein Sandkorn wiegt 0,2 Milligramm) Aluminium pro Dosis. Im Gegensatz dazu nehmen wir täglich mit der Nahrung etwa 8 Milligramm Aluminium und Aluminiumsalze zu uns. Der grösste Teil davon wird vom Körper rasch wieder ausgeschieden.

Wann darf ein Impfstoff auf den Markt?

Neue Impfstoffe durchlaufen etliche Tests, bevor sie auf den Markt gelangen dürfen. Als Erstes werden Impfstoffkandidaten in präklinischen Versuchen zunächst an Nagetieren ausprobiert, danach an Affen. Mit diesen Experimenten wird untersucht, ob der Impfstoff für die Versuchstiere ungefährlich ist und wie stark sie auf verschiedene Impfdosen reagieren.

Danach werden anhand der gewonnenen Erkenntnisse klinische Versuche an Menschen durchgeführt. Diese durchlaufen drei Phasen, während derer der Impfstoffkandidat einer immer grösseren Personengruppe verabreicht wird.

In der ersten Phase wird der Impfstoff einigen dutzend gesunden, meist jungen Menschen injiziert. Das Ziel ist es, die beste Dosis für den Wirkstoff zu finden – und natürlich, Nebenwirkungen früh zu erkennen.

In der zweiten Phase wird der Impfstoff mehreren hundert bis wenigen tausend Menschen verabreicht. Die Probanden werden mehrere Monate lang beobachtet, um die Immunantwort besser zu verstehen. In der zweiten Phase wird auch festgelegt, wie viele Impfdosen notwendig sind. Häufige Nebenwirkungen werden identifiziert, auch wenn sie schwach sind.

In der dritten Phase geht es um den Praxistest. Hier werden mehrere zehntausend bis wenige hunderttausend Menschen geimpft. Jetzt wird klar, ob und wie die Impfung bei den Probanden tatsächlich wirkt. Kommt es bei den Geimpften wirklich seltener zur Erkrankung? Wirkt der Impfstoff vielleicht nur bei einem Teil der Testgruppe? Hält die Immunität vielleicht nur einige Wochen an? Auch seltene Nebenwirkungen können erkannt werden.

Geht in der dritten Phase alles gut, erhält der Impfstoff die Zulassung der Behörden. In den USA ist das die Food and Drug Administration (FDA), in Europa die European Medicines Agency (EMA) und in der Schweiz Swissmedic. Weltweit überwacht die World Health Organization (WHO) global verteilte Impfstoffe. Hersteller und Labors werden streng überprüft. Die Zulassung wird übrigens nicht nur einmal erteilt: Jede neue Charge des Impfstoffs wird überprüft, damit die Qualität sichergestellt ist.

Eine vierte Phase beginnt nach der Lancierung eines neuen Impfstoffs. Jetzt werden Millionen Menschen geimpft und es können sehr seltene Nebenwirkungen und negative Langzeitfolgen erkannt werden.

Gibt es bei Sars-CoV-2 Unterschiede zu bisherigen Impfungen?

Ganz klar ja. Von der Entwicklung bis zur Marktreife eines neuen Impfstoffs dauerte es rückblickend im Durchschnitt zehn bis zwanzig Jahre – manchmal noch länger. Bereits bei Ebola wurde angesichts der Aggressivität des Virus ein deutlich forscheres Tempo angeschlagen. Impfstoffe gegen Ebola gelangten in nur 18 Monaten zu den Ausbruchherden in Afrika.

Im Fall des neuen Coronavirus rechnen Experten mit einem ähnlichen Zeitrahmen. In einem sind sich die Experten einig: Schneller als in 12 Monaten geht es nicht, wenn die drei Phasen bis zur Zulassung seriös durchgeführt werden sollen. Ebenfalls neu bei der Impfung gegen Sars-CoV-2 ist, dass die neuartigen mRNA- und DNA-Impfstoffe entwickelt werden. Die Schweiz etwa hat sich beim US-Hersteller Moderna 4,5 Millionen Dosen eines solchen mRNA-Impfstoffs reserviert.

Kann ich mich mehrmals mit Corona anstecken?

Eine durchgemachte Infektion mit einem Erreger kann einen Immunschutz erzeugen, der ein Leben lang anhält. Bei manchen Krankheiten geht die Immunität nach einiger Zeit verloren. Das kann je nach Erreger und Stärke der Erkrankung Wochen, Monate, Jahre oder Jahrzehnte dauern.

Anhaltspunkte gibt das erste Sars-Virus, das im Jahr 2003 in Asien ausgebrochen ist. Dort konnten Forscher bei Menschen mit einer schweren Infektion die Immunität noch 12 Jahre später belegen. Andererseits wurden im Fall von Sars-CoV-2 bei einigen Menschen ohne schwere Symptome bereits nach wenigen Wochen keine Antikörper mehr gefunden, was darauf hindeuten könnte, dass ein Impfschutz möglicherweise nicht lange anhält. Ob und wie lange eine durchgemachte Sars-CoV-2-Infektion eine erneute Infektion mit Sars-CoV-2 verhindert, untersuchen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler weltweit.

Eine zweite Gefahr sind Mutationen von Sars-CoV-2. Stand Mitte September sind fünf Fälle von Menschen gut dokumentiert, die sich erneut mit dem Corona-Virus angesteckt haben. In diesen Fällen ist das Virus-Genom verglichen worden. Forscher haben festgestellt, dass es sich dabei um verschiedene Viren-Stämme gehandelt hat.

Die Wahrscheinlichkeit, dass sich zwei Viren-Stämme gleichzeitig verbreiten, dürfte auf regionaler Ebene gering sein. Dazu trägt bei, dass die Infektionszahlen relativ niedrig sind. Die Wahrscheinlichkeit für die Präsenz mehrere Stämme steigt aber an, je länger Sars-CoV-2 im Umlauf ist.

Gibt es Alternativen zu einem Impfstoff?

Nein, aber es kann Zeit gewonnen werden. Geforscht wird nicht nur an einem Impfstoff gegen Sars-CoV-2. Es werden auch Medikamente und Therapien entwickelt, die die Auswirkungen von Covid-19 mildern. Wirkungsvolle Heilmittel können wertvolle Zeit verschaffen, bis Impfstoffe vorliegen – oder eventuell den Weg zur Herdenimmunität ebnen, ohne dass Millionen Menschen durch die Pandemie sterben.

Vor allem Arzneimittel, die bereits gegen andere Krankheiten zugelassen oder in der Entwicklung sind, sind von Interesse, denn diese Medikamente können schneller «umfunktioniert» werden, als dass neue Mittel entwickelt werden. Hierzu zählen unter anderem Medikamente für Lungenkranke, aber auch antivirale Medikamente, die ursprünglich gegen Grippe, Ebola oder Hepatitis C entwickelt wurden und die Vermehrung von Viren blockieren oder verhindern.

Wie wird ein Impfstoff verteilt?

Weltweit gibt es Bedarf an Milliarden Impfstoffdosen. Die WHO rechnet mit zwei Impfdosen pro Person. Bevor die Impfstoffproduktion hochgefahren ist, wird eine Knappheit herrschen. Sobald ein oder mehrere Impfstoffe zugelassen sind, stehen die Hersteller vor der Aufgabe zu entscheiden, wer den Impfstoff zuerst erhält. Staaten schliessen dazu mit Pharma- und Biotechfirmen Verträge ab, um eine gewisse Anzahl Impfdosen kaufen zu dürfen. Der Bund hat mit verschiedenen Impfstoffherstellern Gespräche geführt und erste Verträge abgeschlossen.

Damit nicht nur reiche Staaten an Impfstoffe gelangen, hat ein Team von Ethikern in der Fachzeitschrift «Science» ein Konzept für die faire Verteilung vorgelegt. Angeführt von der WHO haben sich viele Länder dazu bereit erklärt, ärmere Staaten bei der Finanzierung zu unterstützen.

Erhält eine Nation ein Kontingent an Impfdosen, muss die Abgabe an die Bevölkerung geplant werden. Zuerst werden besonders gefährdete Menschen oder Mitarbeitende in Pflegeheimen geimpft. Auch Mitarbeitende im Gesundheitswesen haben Priorität, da sie dem Coronavirus überproportional ausgesetzt sind. Erst danach wird der Impfstoff an die breite Bevölkerung abgegeben.

Quellen und weiterführende Links

Haben Sie weitere Fragen rund um das Thema Corona? Hier finden Sie weitere Fragen und Antworten zu Krankenkasse, Arbeitsbedingungen, Vorsorge und Reisen. Des Weiteren finden Sie hier ebenfalls mehr zum Thema Vorgehen bei Ertragsausfall Ihres Unternehmens, Privatkredite, Wohnen und UmzugundHypotheken.

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