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Schimmel und Feuchtigkeit entfernen

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Bei grossflächigem Schimmelbefall sollte ein Experte die Entfernung übernehmen und nach den Ursachen forschen. Bild: iStock / AndreyPopov

Feuchte Luft auf kühlen Wänden kann binnen kürzester Zeit ein Schimmelpilz entstehen lassen. Wie man diesen dauerhaft entfernt, lesen Sie hier.

Dunkle Flecken und Verfärbungen an Zimmerwänden sind erste sichtbare Zeichen von Schimmelbildung. Häufigster Grund dafür ist eine zu hohe Luftfeuchtigkeit in den Räumen.

Warum entsteht Schimmel?

Durch eine ungenügende Raumbelüftung entsteht Feuchtigkeit an der Wand. Diese bietet dem Schimmel einen idealen Nährboden. Schimmelpilzsporen sind natürliche Bestandteile der Innen- und Aussenluft. Diese siedeln sich in Innenräumen auf feuchten und kühlen Oberflächen an, vermehren sich und werden zum Problem. Beträgt die relative Luftfeuchtigkeit mehrere Tage lang über 50 Prozent, fühlen sich Hausstaubmilben pudelwohl. Diese sind häufige Verursacher von Allergien. Bei über 60 Prozent wachsen Schimmelpilze.

Eine zu hohe Luftfeuchtigkeit ist oft gepaart mit einer schlechter Dämmung der Aussenwände. Hinzu kommen Bereiche in Bauteilen, durch die Wärme schneller nach aussen transportiert wird als durch die angrenzenden Bauteile (sogenannte Wärmebrücken), etwa zwischen Fenster und Mauerwerk. Seltener kommt es zur Schimmelbildung in Folge von Wassereintritt von aussen, z.B. durch Schlagregen, Hochwasser, Risse im Mauerwerk, defekte Dächer und Rohrleitungen oder aufsteigende Bodenfeuchte.

Gefährdet Schimmel die Gesundheit?

Ja, Feuchtigkeit und Schimmel können die Gesundheit gefährden. Je stärker der Pilzbewuchs, desto höher das Gesundheitsrisiko. Schimmelbefall kann Reizungen von Haut, Augen und Atemwegen hervorrufen, Allergien auslösen und der Grund für häufige Erkältungen sein. Bei Menschen mit stark geschwächtem Immunsystem kann Schimmel zu schwerwiegenden Erkrankungen und Infektionen führen.

Wie kann ich Schimmel entfernen?

Wie man bei Schimmelbefall vorgeht, hängt von der Schwere des Befalls ab. Als Sofortmassnahme sollten Sie besonders häufig mit Durchzug lüften. Parallel dazu sollten Sie die Ursache für die Feuchtigkeit und den Schimmelbewuchs klären.

Kleine Schimmelflecken

Kleine Schimmelflecken an glatten Oberflächen lassen sich mit Wasser und etwas Haushaltsreiniger abwischen. Tragen Sie unbedingt Kunststoffhandschuhe. Raue Oberflächen sollten Sie laut BAG zusätzlich mit Javelwasser oder Ethylalkohol desinfizieren. Verwenden Sie auf keinen Fall Essig: Die Säure wird recht schnell neutralisiert. Die zurückbleibenden organischen Bestandteile dienen dem Schimmel als Nahrung und fördern das Wachstum.

Grossflächiger Schimmelbefall

Grossflächiger und wiederholt auftretender Schimmelbefall sollte vom Fachmann entfernt werden. Meist reicht es nicht aus, den Schimmel abzuwischen und die Stellen mit Farbe gegen Schimmelpilzbefall zu übermalen. Die Wurzeln des Schimmels sitzen einige Zentimeter tief in der Wand und werden durch den Anstrich nicht abgetötet. Nach einiger Zeit tauchen die dunklen Flecken wieder auf. Spezialisten für Bauschäden und Bauphysik können ausserdem ermitteln, ob weitergehende Sanierungsmassnahmen nötig sind.

Nachdem der Schimmel entfernt worden ist, sollten Sie noch einige Tage lüften. So vermindern Sie den Anteil an Sporen und Pilzbestandteilen in der Raumluft.

Comparis-Tipp: Das Bundesamt für Gesundheit (BAG) stellt im Internet die Broschüre «Vorsicht Schimmel» zum Download bereit. Eine ausführliche Tabelle teilt den Schimmelbefall in Schadenskategorien ein und informiert über nötige Schritte.

Wie kann ich Schimmel vermeiden?

Richtiges Lüften

Während der Heizperiode ist richtiges Lüften besonders wichtig. Die Luftfeuchtigkeit lässt sich mit einem Hygrometer messen und sollte zwischen 30 und 50 Prozent, an sehr kalten Tagen bei 40 Prozent liegen. Sind Fenster beschlagen oder bilden sich Tautropfen, ist die Luft zu feucht. Ein Haushalt mit vier Personen gibt pro Tag durch Atmen, Schwitzen, Duschen, Kochen und Spülen durchschnittlich 7,5 Liter Wasser an die Raumluft ab. Nur eine automatische Lüftungsanlage oder regelmässiges Lüften kann die Feuchtigkeit aus der Wohnung bringen.

Allgemeine Tipps zum Lüften:

  • Nach dem Baden, Duschen oder Kochen lüften.
  • Feuchte Fenster, Fliesen und Fugen mit einem Lappen oder einem Abzieher trocknen.
  • Nicht in andere Zimmer entlüften.
  • Dauerlüften mit Fenstern in Kippstellung hilft nicht. Die Feuchtigkeit kann nicht ins Freie gelangen.

Tipps zum Lüften im Keller:

  • Kellerräume im Sommer nicht tagsüber belüften: Warme Aussenluft kühlt in der Nähe der kalten Kellerwände ab, die Feuchtigkeit schlägt sich als Kondens- oder Tauwasser an der Wand nieder und schafft ideale Bedingungen für Schimmel.
  • In der warmen Jahreszeit nur spätabends oder frühmorgens den Keller lüften, wenn die Aussenluft kühl ist.

Tipps zum Lüften in der kalten Jahreszeit:

  • Dreimal täglich für fünf bis zehn Minuten stosslüften.
  • Fenster und Türen ganz öffnen und für Durchzug sorgen.
  • Dabei den Heizkörper abdrehen.

Tipps zum Lüften in Neubauten / nach grösseren Renovationen:

  • Wegen zusätzlicher Feuchtigkeit aus trocknenden Baumaterialien in den ersten Wochen noch häufiger lüften, als oben beschrieben.

Tipps zum Einrichten der Wohnung

  • Möbel mit fünf bis zehn Zentimeter Abstand von der Wand aufstellen. Der Schimmel greift im schlimmsten Fall von der Wand auf Möbelstücke über.
  • Grosse Schränke und Wohnwände nicht an Aussenwänden platzieren.
  • Viele Zimmerpflanzen und das Trocknen von Wäsche in der Wohnung führen zu erhöhter Luftfeuchtigkeit und begünstigen so die Schimmelbildung.
  • Poröses Fugenmaterial möglichst schnell erneuern: Durch sich lösende Fugendichtungen an Sanitär- und Küchenobjekten dringt Wasser ein und fördert das Pilzwachstum.

 

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