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Lohnt es sich vor dem Verkauf eines Hauses oder einer Wohnung renovieren?

Vor einem Hausverkauf stellt sich die Frage: In welchem Umfang lohnen sich Renovationen von bisher geduldeten Unvollkommenheiten? Comparis zeigt, welche Massnahmen sinnvoll sind und sich verkaufsfördernd auswirken können.

Elena Wetli Foto
Elena Wetli

09.08.2021

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Neu renoviertes Haus.

iStock / photovs

1.Lohnt sich eine Renovation vor dem Immobilienverkauf?
2.Renovationen sinnvoll auswählen
3.Welche weiteren Massnahmen wirken sich verkaufsfördernd aus?
4.Häufige Fragen zur Renovation vor dem Verkauf

1. Lohnt sich eine Renovation vor dem Immobilienverkauf?

Verkäufer mit hohen Preisvorstellungen neigen vor dem Verkauf zu teuren Renovierungsprojekten. Das soll die Verkaufschancen des Objekts erhöhen. Aber Achtung: Umfassende Renovationen wie der Ersatz von Bad und Küche oder energetische Massnahmen wie der Einbau einer neuen Heizung lohnen sich meist nicht. Die Gründe:

  1. Eine teure Bad- oder Küchenrenovation mag der aktuellen Eigentümerschaft zwar gefallen. Ob die Erneuerungen aber den Geschmack künftiger Käufer treffen, ist offen. Mit einer aufwändigen Renovation könnten Sie daher Ihre Verkaufschancen gar schmälern. 

  2. Die neue Küche, das neue Bad behält den Wert nicht dauerhaft. Die Abschreibungen müssen beim späteren Verkaufspreis berücksichtigt werden.  

  3. Umfassende Renovationen sind teuer und erfordern oft eine höhere Hypothek. Zur Orientierung: Der Ersatz einer Standardküche kostet zwischen 25’000 und 40’000 Franken plus Montage. Übernimmt die Käuferschaft Ihre Hypothek nicht, zahlen Sie bei der vorzeitigen Auflösung eine Vorfälligkeitsentschädigung. Deshalb lohnt sich eine umfassende Renovation vor dem Verkauf selten. Beachten Sie auch die Steuern: Werterhaltende Renovationen können Sie nur noch bis Ende 2028 vom Einkommen abziehen. Ab 2029 fällt der Eigenmietwert weg und damit auch dieser Abzug. Wertvermehrende Investitionen senken weiterhin die Grundstückgewinnsteuer beim Verkauf.

Wichtiger ist vielmehr, dass die Immobilie einen guten Gesamteindruck erweckt und Sie frühzeitig auf den möglichen Renovationsbedarf hinweisen. Seriöse Makler legen den Kaufpreis unter Berücksichtigung der anstehenden Arbeiten fest. Für die Käuferschaft entsteht daher kein Nachteil.

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Sind Sie sich weiterhin unsicher? Lassen Sie sich von einem Makler zu den Verkaufschancen beraten und wann sich eine Renovation lohnen könnte. 

2. Renovationen sinnvoll auswählen

Grössere Renovationen sind wie oben beschrieben nicht zu empfehlen. Dennoch können einige kleine Massnahmen mit geringem Aufwand einen grossen Effekt erzielen:

  • Fassade und Gartenanlage auf Vordermann bringen: Der erste Eindruck zählt – das gilt auch beim Hausverkauf. Schaffen Sie Ordnung in und um das Verkaufsobjekt. Reinigen Sie Fenster und Gänge, schneiden Sie Büsche und Bäume in Form und mähen Sie den Rasen. Entfernen Sie Moos oder Algen an der Fassade – in Fachgeschäften gibt es dafür spezielle Reinigungsmittel. Falls vorhanden: Frischen Sie Ihren Garten auf. Zum ersten Eindruck gehört auch die Reinigung des Briefkastens, der Hausnummer und der Haustüre. 

  • Malerarbeiten: Frisch gestrichene Innenräume zählen zu den besten verkaufsfördernden Massnahmen. Achten Sie auf eine professionelle Ausführung der Malerarbeiten. Verwenden Sie neutrale Farben. Eine weisse Decke lässt Räume grösser erscheinen. Auch hier gilt: Weniger ist mehr.

3. Welche weiteren Massnahmen wirken sich verkaufsfördernd aus?

Ihre Immobilie sollte beim Verkauf einen gepflegten Eindruck machen. Entrümpeln Sie das Objekt und reinigen Sie die Räume gründlich. Damit sich möglichst viele Personen bei der Hausbesichtigung angesprochen fühlen, sollten Sie Home Staging in Erwägung ziehen.

4. Häufige Fragen zur Renovation vor dem Verkauf

Auch bei einer Wohnung lohnen sich umfassende Renovationen meist nicht. Wirkungsvoller sind kleine Massnahmen: Frisch gestrichene Räume in neutralen Farben verkaufen sich besser. Käuferinnen und Käufer fragen oft nach dem Erneuerungsfonds. Legen Sie deshalb die Protokolle der letzten Versammlungen bereit.

Das hängt davon ab, wie lange Sie noch im Haus wohnen möchten. Bleiben Sie viele Jahre, profitieren Sie selbst von tieferen Energiekosten und mehr Komfort. Für energetische Massnahmen gibt es zudem Fördergelder über Das Gebäudeprogramm von Bund und Kantonen. Werterhaltende Kosten können Sie noch bis Ende 2028 vom Einkommen abziehen. Möchten Sie bald verkaufen, lohnt sich eine umfassende Renovation selten. Weisen Sie dann frühzeitig auf den Renovationsbedarf hin. Seriöse Maklerinnen und Makler berücksichtigen die anstehenden Arbeiten im Kaufpreis.

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Dieser Artikel wurde erstmals produziert am 26.09.2019