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Grundbuch: Ab wann bin ich Eigentümer?

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| von Frédéric Papp |
Bild: iStock / Pattanaphong Khuankaew

Der Eintrag ins Grundbuch ist notwendig, um Eigentümer einer erworbenen Liegenschaft zu werden. Comparis beantwortet die wichtigsten Fragen dazu.

Was ist ein Grundbuch?

Das Grundbuch ist ein öffentliches Verzeichnis an Grundstücken. Dazu zählen Wohn- und Geschäftsimmobilien, Land ohne Bauten, Gebäude im Baurecht oder Miteigentumsanteile an Grundstücken. Die Begründung, Änderung, Übertragung und Aufhebung solcher Rechte erfolgt grundsätzlich durch Eintragung im Grundbuch. Die Grundbuchämter der Kantone sind für die Führung des Grundbuchs zuständig.

Was ist ein Grundbuchauszug?

Der Grundbuchauszug enthält eine detaillierte Grundstücksbeschreibung mit Angaben zur Fläche, bereits vorhandenen Gebäuden, Erwerbsdatum und Eigentümer des Grundstücks. Er beinhaltet auch Spezialregelungen, gibt Auskunft über Mietverträge und informiert über baupolizeiliche Auflagen. Enthalten sind auch Dienstbarkeiten wie bauliche Ausführungsvorschriften, Wegrechte oder Nutzniessung sowie Grundlasten und Pfandrechte.

Wofür brauche ich einen Grundbuchauszug?

Potentiellen Immobilienkäufern wird empfohlen, sich vor Unterzeichnung des Kaufvertrags den entsprechenden Grundbuchauszug zu bestellen. So erfahren Sie beispielsweise, ob ein Wegrecht eingetragen ist. Mit einem Legitimationsdokument oder einem Interessensnachweis ist ein Grundbuchauszug beim jeweils zuständigen Notariat des Kantons online bestellbar. Hausverkäufer sollten den Grundbuchauszug den Verkaufsunterlagen beilegen.

Was kostet ein Grundbuchauszug?

Die Kosten unterscheiden sich von Kanton zu Kanton und bemessen sich zudem an Umfang und Detaillierungsgrad des Grundbuchauszugs.

Ab wann bin ich Eigentümer einer Immobilie?

Der Kauf einer Immobilie wird durch einen notariell beglaubigten Kaufvertrag besiegelt. Er ist für Käufer und Verkäufer verbindlich. Das heisst: Die Gegenpartei kann bei einem Ausstieg aus dem Vertrag auf Nichterfüllung des Vertrags eingeklagt werden.

Der Käufer wird erst mit dem Eintrag der Immobilie in das Grundbuch rechtmässiger Besitzer. Die Übertragung ist sogar gültig, wenn der Käufer den Kaufpreis nicht zahlen kann. Makler unterstützten Sie bei Abklärungen zur Zahlungsfähigkeit vom Käufer und auf dem Notariat.

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Wie ist das Vorgehen auf dem Notariat?

Die Eigentumsübertragung geschieht in der Regel Zug um Zug auf dem zuständigen Notariat: Im ersten Schritt übergibt der Käufer dem Notar das unwiderrufliche Kaufversprechen eines Finanzinstituts. Dann wird der Vertrag von den beteiligten Parteien unterschrieben. Käufer und Verkäufer erhalten danach eine Kopie des Vertrags. Das Original des Vertrags bleibt auf dem zuständigen Notariat.

Schuldbrief: Was ist das?

Ein Schuldbrief dient der kreditgebenden Bank als Sicherheit für die Hypothek. Wird diese nicht zurückbezahlt, kann die Bank gestützt auf den Schuldbrief das Grundstück versteigern lassen und den Erlös daraus für die Schuldentilgung verwenden.

Seit 2012 gibt es zwei Arten von Schuldbriefen: Den Papier-Schuldbrief sowie den papierlosen Register-Schuldbrief. Die beiden Arten bestehen grundsätzlich gleichwertig nebeneinander. Die Wahl der Art des Schuldbriefs steht den Parteien frei. Der Register-Schuldbrief wird nicht mehr als Wertpapier verbrieft. Er wird nur noch im Grundbuch eingetragen. Im Unterschied zum Papier-Schuldbrief kann der Register-Schuldbrief nicht verloren gehen.