Recht & Gesetz

Mietkaution: Was tun, wenn die Rückzahlung auf sich warten lässt?

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Bezüger einer neuen Wohnung sind häufig auf eine zeitnahe Rückzahlung der Mietkaution angewiesen. Bild: iStock / Photodjo

Die gute Nachricht zuerst: Für eine schnelle Freigabe der Mietkaution kann auch der Mieter so einiges tun. Nur, wie bekommen Sie die Kaution tatsächlich am schnellsten zurück?

Die Rückzahlung der Mietkaution verläuft meistens unproblematisch und zeitnah – doch es gibt Fälle, in denen der Mieter bis zu einem Jahr auf das Geld warten muss, weil der Vermieter es nicht freigibt. comparis.ch erklärt, welche Rechtsmittel beiden Parteien zur Verfügung stehen.

Muss das Mietzinsdepot sofort freigegeben werden?

Das Mietzinsdepot steht dem Vermieter als Sicherheit zur Verfügung – für den Fall, dass beim Auszug Mietzinse ausständig sind oder Mieterschäden an der Wohnung behoben werden müssen. Wenn allerdings nichts dergleichen zutrifft, hat der Vermieter die Mietkaution inklusive Zinsen unverzüglich freizugeben. Als Frist, in der es dem Vermieter in jedem Fall möglich sein sollte, dies zu bewerkstelligen, gelten 30 Tage.

Keine Schäden, keine Ausstände – und das Geld kommt nicht?

Damit die Bank das Sperrkonto freigibt und das Geld an den Mieter überweist, müssen die unterschriebenen Auflösungsaufträge von Mieter und Vermieter vorliegen. Sollte der Vermieter dies trotz Bestätigung der einwandfreien Übernahme versäumen, sollte der Mieter zunächst einen eingeschriebenen Brief mit der Aufforderung zur Freigabe schicken. Darin sollten das jeweilige Sperrkonto bzw. der Betrag der Mietkaution sowie eine Frist für die Erledigung genannt werden. Sollte sich der Vermieter dennoch weigern, das Geld freizugeben, hilft die Schlichtungsbehörde.

In welchen Fällen und wie lange darf das Mietzinsdepot einbehalten werden?

Vom Mieter verursachte Schäden kann der Vermieter nach dem Auszug reparieren lassen – und dabei die Rechnungen der Handwerker abwarten, bevor er die Freigabe der Mietkaution veranlasst und dem Mieter die Schlussabrechnung schickt. Dabei gelten drei Monate als zumutbare Frist für den Vermieter. In der Schlussrechnung müssen alle Beträge aufgelistet sein, die von der Kaution abgezogen werden; dabei kann der Mieter die Einsicht in die Rechnungen verlangen. Gibt es Grund zur Beanstandung der Schlussabrechnung, muss dies gegenüber dem Vermieter schriftlich begründet werden.

Nach einem Jahr hat das Warten ein Ende

Angenommen, die Schlussabrechnung war für Sie nachvollziehbar, Sie haben den Auflösungsauftrag abzüglich Reparaturkosten unterschrieben und warten nun vergeblich auf die Auszahlung: In diesem Fall wenden Sie sich frühzeitig an die Rechtsabteilung der Bank, an den Mieterinnen- und Mieterverband oder an die Schlichtungsbehörde. Denn, so das Gesetz, ohne Zustimmung des Vermieters kann der Mieter erst nach Ablauf eines Jahres die Auszahlung des Depots erwirken. Dies, sofern keine Betreibung oder Klage des Vermieters vorliegt.

So sorgen Sie dafür, dass die Mietkaution schneller zurückkommt:

  • Gute Voraussetzungen schaffen: Laut Gesetz muss die Mietkaution auf einem Sperrkonto hinterlegt werden. Darauf sollten Mieter bereits beim Einzug bestehen, denn die private Verwendung oder Aufbewahrung des Geldes durch den Vermieter birgt Risiken.
  • Vermieter bei der Wohnungsabnahme unterschreiben lassen: Beim Abnahmetermin kann bereits das schriftliche Einverständnis des Vermieters zur Freigabe der Kaution eingeholt werden – ggf. abzüglich eines vereinbarten Betrages für kleinere Schäden.
  • Auflösungsauftrag an die Bank schicken: Direkt nach dem Auszug sollte der Auflösungsauftrag – vom Mieter und vom Vermieter – an die Bank geschickt werden. Abnahmeprotokoll und Bestätigung der Auflösung des Mietverhältnisses am besten gleich mitschicken.
  • Fristen im Auge behalten: Nach drei Monaten sollte die Instandsetzung abgeschlossen sein und die Schlussabrechnung vorliegen. Nach einem Jahr kann der Mieter auch ohne Zustimmung des Vermieters die Auszahlung bei der Bank beantragen.
  • Beratung in Anspruch nehmen: Die Rechtsabteilung der Banken, der Mieterinnen- und Mieterverband und die Schlichtungsbehörde beraten, geben Auskunft über rechtliche Grundlagen und vermitteln zwischen den Parteien, damit eventuelle Streitigkeiten schneller beseitigt werden können.


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