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Smart Home: Wenn der Kühlschrank mit dem Herd spricht

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Smart Home – so steuern Sie Ihr Daheim bequem und einfach. Bild: iStock.com/NicoElNino

Ein klug vernetztes Zuhause macht das Leben nicht nur bequemer. Es hilft auch, Energie zu sparen, und schützt vor Einbruch, Feuer oder Wasserschaden. comparis.ch erklärt, wie ein intelligentes Heim funktioniert und was es leistet.

Rollläden, die bei Dämmerung selbstständig herunterfahren, Heizungen, die die Zimmertemperatur automatisch regeln, eine Kaffeemaschine, die sich morgens pünktlich einschaltet: Was noch vor wenigen Jahren wie Science-Fiction klang, ist heute handfeste Realität – und nennt sich Smart Home. Der Begriff steht für ein vernetztes Zuhause, das auf seine Bewohner und seine Umwelt reagiert und deren Leben einfacher macht. Doch was ist Smart Home genau? Was sind seine Vorteile und worauf muss man als Einsteiger achten?

Ein Schalter? Das war gestern

Die Zeiten, in denen jedes Haushaltsgerät nur per Schalter bedient werden konnten, sind vorbei. Heute kann das komplette Zuhause automatisch gesteuert werden. Ob Klima- oder Alarmanlage, ob Rollladenmotor oder Garagentor – alle elektrischen Geräte können zentral verwaltet werden.

So funktioniert das Smart Home

Ähnlich wie unsere Sinnesnerven nehmen Sensoren Veränderungen der Umgebung wahr. Sie registrieren Bewegungen, entdecken offene Fenster oder checken den Sonnenstand. Diese Daten werden – per Kabel oder kabellos – an die Smart-Home-Zentrale übermittelt und hier gemäss Programmierung in bestimmte Signale umgewandelt. Welche Leuchte wird zu welcher Tageszeit und mit welcher Helligkeit eingeschaltet? Bei welcher Temperatur wird die Heizung höher oder tiefer geschaltet? Die Smart Home-Zentrale schickt die Signale wiederum an die einzelnen Geräte, wo sie entsprechende Funktionen auslösen. Die Steuerung der Smart-Home-Zentrale geschieht heute häufig über eine webbasierte App – bequem vom Sofa aus oder auch von unterwegs.

Mehr Intelligenz – mehr Komfort

Einer der grössten Vorteile des «klugen Hauses» ist sein Komfort. Sie sind nach einem langen, heissen Sommertag auf dem Weg in den Feierabend. Dank Smart-Home-Technologie öffnet sich bei Ihrer Ankunft automatisch das Garagentor, die Alarmanlage des Hauses schaltet sich ab. Die Wärmesensoren haben bereits automatisch den Rasensprenger gestartet, die Markise ist ausgefahren und das Wohnzimmer ist dank aktivierter Klimaanlage angenehm kühl. Ihnen bleibt nur noch, (bei gedimmtem Entspannungslicht) das kühle Feierabendbier zu geniessen. Dies ist nur ein Szenario, wie bequem das Leben in einem Smart Home sein kann. Der Fantasie sind hier kaum Grenzen gesetzt. 

Dem Smart Home gehört laut Fachleuten die Zukunft. Enormes Entwicklungspotenzial hat der Bereich Gesundheit und betreutes Wohnen. Doch intelligentes Wohnen erleichtert natürlich nicht nur den Alltag körperlich eingeschränkter Menschen wie z.B. Senioren. Es ist für jeden interessant, der sich im Alltag entlasten möchte – oder Strom sparen will.

Mehr Intelligenz – weniger Energie

Das Smart Home macht das Leben nicht nur angenehmer, sondern spart auch Energie z.B. durch die angepasste Licht- und Wärmesteuerung. Diese schaltet etwa bei geöffnetem Fenster automatisch die Heizung ab oder versetzt das Haus bei Verlassen in einen Energiesparmodus. Weiterer Pluspunkt: Da der Energieverbrauch jedes einzelnen Gerätes kontrolliert werden kann, fallen Stromfresser sofort auf und können ausgetauscht werden. 

Gemäss einer Studie des deutschen Fraunhofer-Instituts für Bauphysik lassen sich in einem automatisch geregelten Privathaushalt 17 bis 40 Prozent Energie einsparen. Das entspricht einem Sparpotenzial von mehreren Hundert Franken im Jahr. 

Mehr Intelligenz – mehr Sicherheit

In einem Smart Home haben Einbrecher weniger Chancen. So gibt es z.B. Sicherheitspakete, die die Anwesenheit der Bewohner vortäuschen. Sie steuern Rollläden, die sich automatisch öffnen und schliessen oder auch das Licht, das sich per Zufallsprinzip ein- und ausschaltet. Mittlerweise sind Glasbruchsensoren auf dem Markt, die bei Aktivierung das Licht einschalten oder die Polizei alarmieren. Per Kamera lassen sich bestimmte Bereiche, wie z.B. der Eingangsbereich, auch aus der Ferne überwachen und sogar steuern. So können Sie z.B. dem Paketboten via Handy die Tür öffnen, nachdem sich dieser per Videochat zu erkennen gegeben hat. 

Auch grössere Wasser- oder Feuerschäden lassen sich durch smarte Haussteuerung verhindern. Intelligente, miteinander vernetzte Rauchmelder schlagen bei einem Feuer per SMS Alarm. Und der geplatzte Schlauch an der Waschmaschine wird dank batteriebetriebener Wassermelder entdeckt, bevor der Keller überflutet ist.

Smart-Home-Installation: Kabel- und spurlos

Noch bis vor wenigen Jahren setzte intelligentes Wohnen eine aufwändige, feste Verkabelung voraus. Diese schlug nicht nur mit mehreren Tausenden Franken zu Buche, sondern führte häufig zu optischen Nachteilen. Die gute Nachricht: Auch mit kabellosen Systemen, die per WLAN, Funk oder über das Stromnetz (Power Line) funktionieren, lässt sich ein Smart Home einrichten. Die meisten sind sogenannte Plug-&-Play-Lösungen, die selbst von Laien installiert werden können. Dazu muss man die netzfähigen Produkte nur ans Stromnetz anschliessen bzw. die Sensoren mit Batterien versorgen. Die weitere Einrichtung und Steuerung der Funktionen erfolgt meist selbsterklärend über die App.

Kabellose Systeme empfehlen sich nicht nur für Besitzer von Altbauten. Sie sind auch ideal für Mieter, die die technische Infrastruktur später vielleicht zügeln möchten. Einziger Nachteil: Funk- und Power Line-Netzwerke übertragen grosse Datenmengen oft nicht in der gleichen Qualität wie Kabelverbindungen. Hier sollte man also vorab genau die individuellen Bedürfnisse abklären.

Problem System-Vielfalt

Das Geschäft rund ums Smart Home boomt und das Angebot an netzfähigen Geräten wird täglich grösser. Manche Hersteller setzen auf Bluetooth, andere auf WLAN oder auf die Stromleitung als Übertragungsweg. Dazu kommen internationale Industriestandards für drahtlose Netzwerke wie Zigbee oder Z-Wave. Lange nicht alles ist kompatibel und insbesondere für Einsteiger wird es schnell unübersichtlich. Sie sollten sich daher im Zweifelsfall am besten von einem Fachmann beraten lassen. Dies insbesondere, wenn Sie einen späteren Ausbau Ihres Smart Homes planen.

Und die Kosten?

Die Kosten für eine komplette Smart-Home-Installation gehen schnell in den fünfstelligen Bereich. Wer sein Einfamilienhaus mit automatisierter Storen-, Licht- und Heizungssteuerung, Alarmanlage, Rauchmelder, Wasserüberwachung und vernetzten Multimediaanwendungen ausstatten will, muss mit mindestens 20'000 Franken rechnen. 

Es gibt allerdings auch preisgünstige Komponenten wie z.B. intelligente Thermostate für weniger als hundert Franken. Auch Starter-Sets mit einfacher Licht- und Heizungssteuerung sind bereits für ein paar hundert Franken zu haben. Sie möchten es genauer wissen? comparis.ch bietet einen Preisvergleich von Produkten im Bereich Smart Home.

Voice Control statt Smartphone

Wem die Steuerung seines Smart Homes per Handy-App zu mühsam ist, setzt auf Sprachsteuerung z.B. mit Amazons Alexa. comparis.ch gibt einen Überblick über Funktionsweise und Anwendungsbeispiele aktueller Sprachsteuerungssysteme.

Infografik zum Thema Smart Home: Ist Ihr Haus auch so schlau? Tipps und Tricks zum komfortablen Wohnen und intelligenten Umgang mit Energie.