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Gesunder Schlaf: So betten Sie sich richtig

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Richtig komfortabel im Bett wird es mit einem in der Höhe verstellbaren Lattenrost – wenn sich Kopf- und Fussbereich elektrisch verstellen lassen.

Kaltschaum, Federkern oder besser eine Latexmatratze? Ein Rost mit Latten oder Modulen, vielleicht auch in der Höhe verstellbar? Viele Fragen – hier kommen die Antworten.

Ein Drittel unseres Lebens verbringen wir im Bett. Während der Nachtruhe regeneriert sich der Körper, die Eindrücke des Tages werden verarbeitet. Dafür ist ein erholsamer Schlaf nötig. Um den zu garantieren, ist das Zusammenspiel mehrerer Komponenten nötig. Zwei wesentliche Bestandteile sind die Matratze und der Lattenrost. Nur eine gelungene Synthese sorgt für besten Schlafkomfort und verspricht ein entspanntes Aufwachen am Morgen.

Matratzen gib es in allen Preislagen. Discounterware ist bereits ab 200 Franken erhältlich, Luxusmodelle liegen über 2000 Franken. Gesunder Schlaf ist jedoch keine Frage des Geldes. Matratzen und Lattenroste im mittleren Preissegment rauben Ihnen nicht den Schlaf. Probieren Sie Matratzen und Roste im Laden aus, am besten in einem Fachgeschäft. Dort erhalten Sie nicht nur eine kompetente Beratung, sondern dürfen Matratze und Lattenrost innerhalb einer bestimmten Frist auch wieder umtauschen.

Kaltschaum – Für «Frostbeulen
Einst eher hart und unbequem, von schlechter Verarbeitung und kurzer Haltbarkeit, ist die aus Schaumstoff hergestellte Kaltschaummatratze zum Bestseller avanciert. In ihrem Inneren steckt Polyurethan-Kaltschaum, der häufig in unterschiedlicher Dichte und Dicke zusammengeklebt ist. Das Sandwich-Verfahren sorgt für eine hohe Punktelastizität und stützt den Körper optimal. Obwohl Luftkammern und Belüftungskanäle Feuchtigkeit gut abtransportieren, hält es zudem Wärme besser zurück als die Federkernvarianten.

Wenn Sie zu der Gattung der leicht frierenden Schläfer gehören, ist die Kaltschaummatratze also eine gute Wahl. Ein weiteres Plus ist das sehr gute Federungsverhalten. Verändern Sie im Schlaf die Position, nimmt die Matratze umgehend die ursprüngliche Form wieder ein. So bilden sich keine Kuhlen. Tipp: Achten Sie beim Kauf auf die Angabe zum Raumgewicht, das die Dichte des verwendeten Schaums anzeigt. Je höher, desto hochwertiger und langlebiger ist die Matratze. Es sollte pro Kubikmeter mindestens 40 Kilogramm betragen.

Federkern – Für «Schweisstreiber
Taschenfedernkern oder Bonellfederkern? Federkernmatratzen bestehen aus zahlreichen miteinander verbundenen Metallfedern. Handelt es sich um eine Taschenfederkernmatratze, umhüllen kleine Stoffsäckchen die Federn. Bei der Bonellfederkernmatratze befindet sich zwischen den Federn Luft.

Beide Modelle überzeugen mit einem guten Klimaausgleich: Körperbewegungen im Schlaf sorgen für den sogenannten Pump-Effekt und damit für einen permanenten Luftaustausch, der die Wärme- und Feuchtigkeitsregulation innerhalb der Matratze fördert. Daher eignet sich diese Matratze für Menschen, die nachts stärker schwitzen. In Punkto Liegekomfort hat die Taschenfederkernvariante gegenüber der Bonellfederkern-Variante die Nase vorn.

Latex – Für Rückengeplagte
Latexmatratzen werden durch Vulkanisation hergestellt. Je höher der Anteil an naturbelassenem Latex, desto besser die Qualität. Die Vorteile von Latexmatratzen: eine ideale Körperunterstützung durch sehr gute Punkt- und Flächenelastizität sowie eine hohe Rückstellkraft für eine schnelle Rückkehr in den Originalzustand. Der Körper wird über die gesamte Liegefläche verteilt, Wirbelsäule und Rückenmuskulatur werden entlastet. Wer unter Rückenschmerzen leidet oder Probleme mit der Bandscheibe hat, sollte über den Kauf einer Latexmatratze nachdenken.

Ihre Nachteile: Sie ist relativ teuer und sehr schwer. Bis zu 25 Kilogramm bringt eine Latexmatratze auf die Waage. Wer dem Rat von Experten folgt und die Matratze einmal im Monat wendet, der braucht ein paar Muskeln oder Hilfe.

Boxspringbetten – Für «Hochstapler
«Boxspring bedeutet so viel wie Holzkiste mit Federn. Ein gutes Boxspringbett in der Grösse 180 x 200 Zentimeter ohne Zusatzausstattung wie Elektroverstellung kostet mindestens 1500 bis 2000 Franken. Gerechtfertigt? Ein Blick auf den Aufbau: Auf dem Unterbau liegt eine Kombination aus mehreren Federkernmatratzen oder aus einer Federkernmatratze und einer Schaumstoffmatratze. Der «Matratzenturm, der eine Höhe von bis zu einem halben Meter erreicht, verteilt den Druck gleichmässig. So entsteht das legendäre Schwebegefühl. Boxspringbetten erleichtern das Hinlegen und Aufstehen, ausserdem überzeugen sie mit einer sehr guten Luftzirkulation. Im Zusammenspiel mit einer geeigneten Topper-Auflage isolieren Boxspringbetten gut die Wärme, eignen sich somit für Schlafmützen mit mittlerem bis hohem Wärmebedürfnis.

Welcher Härtegrad soll’s sein? Probeliegen empfiehlt sich
Weich, normal oder hart? Wichtig ist, dass der Körper bei jeder Bewegung optimal gestützt wird. Aus diesem Grund spielt auch das Körpergewicht eine Rolle. Wer mehr wiegt, benötigt eine härtere Matratze. Ein Patentrezept für den optimalen Härtegrad gibt es nicht. Allerdings kann der falsche Härtegrad zu Rückenproblemen und Schlafstörungen führen. Versinkt Ihr Oberkörper in einer zu weichen Matratze, wird die Wirbelsäule gekrümmt und es kann langfristig zu Rückenschmerzen kommen. Der Oberkörper sollte jedoch auch nicht höher als Kopf und Beine liegen. Dann ist die Matratze zu hart. Gut zu wissen: Die Angabe zum Härtegrad unterliegt keiner Norm. Jeder Hersteller hat seine eigene Definition von hart oder weich. Daher gilt: Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser.

Zwei gute Gründe für einen Lattenrost
Eine gute Matratze allein macht noch kein gemütliches Bett, ein Lattenrost ist Pflicht – ausser bei Boxspringbetten. Lattenroste haben zwei wesentliche Aufgaben: die Unterstützung der Matratze und die Sicherstellung einer ausreichenden Belüftung. Immerhin schwitzt ein Mensch durchschnittlich bis zu einem halben Liter Körperflüssigkeit pro Nacht aus.

Ein flexibler Lattenrost hilft der Matratze, einzelne Körperpartien ideal zu stützen und Bewegungen auszugleichen. Mit Hilfe von Federleisten-Schiebern können bis zu sieben einzelne Zonen härter oder weicher eingestellt werden. Empfehlenswert ist der flexible Rost für dünne Matratzen sowie Matratzen, die mangels Federn eine hohe Elastizität aufweisen – also Schaumstoff- und Latexmatratzen. Besonders dicke Matratzen und gute Federkernmatratzen können mit einem simplen Rolllattenrost auskommen.

Module für noch mehr Flexibilität
Bei manchen Lattenrosten werden Sie die altbekannten Latten vergeblich suchen. Ihren Platz nehmen kleine quadratische Module ein, je nach Hersteller auch «Teller oder «Kontaktpads genannt. Sie bestehen aus Kunststoff und sind in unterschiedlichen Härte- und Festigkeitsgraden erhältlich. Die Module geben federnd nach, sind in sich beweglich und obendrein noch in alle Richtungen flexibel. Das sorgt für eine optimierte Anpassung an den Körper. Erhältlich sind Modulrahmen auch in einer Kombination aus Latten und Modulen.

Richtig komfortabel im Bett wird es mit einem in der Höhe verstellbaren Lattenrost – wenn sich Kopf- und Fussbereich elektrisch per Knopfdruck höher und niedriger stellen lassen. Bei manuell veränderbaren Rosten muss man dafür jedes Mal das Bett verlassen – auf Dauer nervt das. Weiteres Plus der Elektro-Roste: Sie verfügen über einen sogenannten Knieknick in der Beinhochstellung. Das ist ideal für Menschen mit Bandscheibenbeschwerden und fördert die Durchblutung, da Unterschenkel und Füsse sich auf einer Ebene befinden.