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Zimmer mit Aussicht: Der Fenster-Ratgeber

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Für die Extraportion Behaglichkeit: Holzfenster tragen zu einem angenehmen Raumklima bei, sind aber auch besonders pflegebedürftig.

Beim Kauf von neuen Fenstern kommen Sie um ein Thema nicht herum: die Energieeffizienz. Neben dem richtigen Glas ist auch der Rahmen entscheidend. Wir sorgen für Klarheit.

Egal ob man baut oder renoviert: Neue Fenster sind eine kostspielige Sache. Die Wahl des Materials für den Rahmen will gut überlegt sein. Und in Sachen Verglasung zahlt es sich erst recht aus, auf den neusten Stand der Technik zu setzen.

Kunststoff: Witterungsbeständigkeit zum kleinen Preis
Die Vorteile: Fensterrahmen aus Kunststoff sind pflegeleicht, wartungsarm und witterungsbeständig. Die meisten Fenster bestehen aus PVC, einem robusten und zugleich flexiblen Material, dass jedoch zu Verfärbungen neigt. Farbige Fensterrahmen sollten mit einer speziellen Folie beschichtet sein, die den Kunststoff vor direkter Sonneneinstrahlung schützt. Kunststoff-Fenster punkten mit sehr guten Isoliereigenschaften und sind in der Anschaffung günstiger als Holz- und Aluminiumfenster – die Preise variieren je nach Grösse, Qualität und Modell und starten bei etwa 200 Franken.

Die Nachteile: Beschädigungen wie Kratzer lassen sich schlecht reparieren und durch die statische Aufladung zieht das Kunststoff-Fenster Schmutz, Staub und Rauch an.

Holz: Gemütlichkeit mit Pflegebedarf

Die Vorteile: Rahmen aus Holz tragen zu einem guten Wohnklima bei, da Holz viel Feuchtigkeit aufnehmen und abgeben kann. Die Bildung von Kondenswasser mit der unbeliebten Folge von Schimmelbildung hat hier weniger Chancen. Punkto Wärmedämmung hat Holz die Nase vorn. Und es lädt sich als einziges Rahmenmaterial nicht elektrostatisch auf.

Die Nachteile: Holz braucht regelmässig einen neuen Anstrich – ansonsten drohen witterungsbedingte Schäden. Die Preise für Holzrahmen sind vergleichsmässig hoch, richten sich unter anderem nach der Art des verwendeten Holzes. Fichte ist relativ günstig, Eiche um einiges teurer. Im Schnitt kostet ein Fenster mit zwei Flügeln und einer Zweifachverglasung zwischen 350 und 460 Franken. 

Aluminium: Unverwüstlich, aber teuer
Die Vorteile: Aluminium ist besonders stabil und witterungsbeständig. Alu-Fenster sind sehr langlebig, dabei leicht und belasten kaum die Statik von Gebäuden. Optisch sind sie Verwandlungskünstler: Ohne grossen Aufwand kann das Design durch eine Pulverbeschichtung den individuellen Wünschen angepasst werden.

Die Nachteile: Alu leitet die Wärme nach draussen. Um dieses Defizit auszugleichen, werden Alu-Rahmen nicht mehr aus einem Stück gefertigt, sondern bei neuen Modellen mehrschalig aufgebaut. Die einzelnen Schalen werden durch Isolationskerne voneinander getrennt, der Wärmetransport so unterbunden. Derartige Aluminium-Fenster sind allerdings noch teurer als Holzfenster – bei etwa 550 Franken geht es los.

Extra-Tipp: Neu auf dem Markt sind Fensterrahmen, die aussen aus Aluminium und innen aus Holz bestehen. In der Regel sind sie rund 30 Prozent teurer als reine Holzfenster.

Einfachverglasung – raus damit

Einfachverglasungen sind ein Relikt vergangener Zeiten. Der Wärmeverlust ist bei Einfachverglasungen etwa fünfmal höher als bei modernen Wärmeschutzverglasungen. Austauschen lautet die Devise – mindestens durch Fenster mit einer Zweischeiben-Isolierverglasung. Bei der neuesten Konstruktionsweise befindet sich zwischen beiden Gläsern Edelgas wie Krypton oder Argon, das eine geringere Wärmeleitfähigkeit als Luft aufweist.

Noch besser aufgestellt bezüglich der Energieeffizienz sind Fenster mit Dreifachverglasung. Sie bestehen aus drei hintereinander geschichteten Glasplatten, deren Zwischenräume ebenfalls mit einem Edelgas gefüllt sind. Zudem werden zwei der drei Gläser mit Metalldampf beschichtet, das Gas reflektiert dadurch langwelliges Infrarotlicht. Die Folge: Im Winter wird so noch effektiver die Kälte draussen gehalten und im Sommer bleibt es trotz Sonneneinstrahlung drinnen angenehm kühl.

Die Kosten für die Dreifachverglasung sind höher, doch das zahlt sich langfristig aus: zum einen durch das Einsparen an Heizkosten, zum anderen könnte in Zukunft diese Verglasung zum vorgeschriebenen Standard werden. Wenn Sie jetzt schon auf dreifach verglaste Fenster setzen, sind Sie auf der sicheren Seite.
  
Extra-Tipp: Sie erkennen ein gut isoliertes Fenster am sogenannten U-Wert, dem Wärmedurchgangskoeffizienten. Je niedriger er ist, desto besser. Bein neuen Fenstern sollte er nicht über 1,1 liegen. Fenster mit Dreifachverglasung erreichen Werte von unter eins, in der Premium-Klasse sogar nur 0,5.

Achten Sie beim Fensterkauf ausserdem auf das FFF-Qualitätslabel. Es wird vom Schweizerischen Fachverband Fenster- und Fassadenbranche vergeben und garantiert höchste Qualität, eine kontrollierte Herstellung und damit eine lange Lebensdauer der Fenster. Mehr Informationen und eine Liste mit zertifizierten Anbietern finden Sie auf der Website des Verbands.