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Das Eigenheim baulich und energetisch auf Vordermann bringen: Darauf müssen Sie achten

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Die energetische Sanierung, wie etwa mit Solarpanels, wird mit Steuervergünstigungen belohnt. Bild: iStock / querbeet

Sanierungsmassnahmen wie beispielsweise die Installation einer Solaranlage auf dem Dach Ihres Eigenheims senken nicht nur den Energieverbrauch. Sie reduzieren auf lange Sicht auch die Wohnkosten. Comparis erklärt, wie Sie für nachhaltige bauliche Sanierungen am besten vorgehen.

Wenn Sie Ihr Haus oder Ihre Wohnung gebäude- und energietechnisch periodisch dem neuesten Stand anpassen, schlagen Sie gleich mehrere Fliegen mit einer Klappe: Sie erhalten den Wert Ihres Eigenheims, Sie sparen langfristig Geld und leisten einen wertvollen Beitrag zum Klimaschutz.

Wer sein Haus sanieren will, sollte einen Plan haben – dies gilt für alle baulichen Massnahmen, sonst riskieren Sie unnötig hohe Kosten oder auch, dass Sie sich spätere Anpassungsmassnahmen wortwörtlich verbauen. Folgende Schritte gilt es zu beachten:

1. Renovation in Schritten planen

Viele renovieren erst, wenn ein unmittelbarer Bedarf besteht. Dagegen ist grundsätzlich nichts einzuwenden, sofern die Sanierungsschritte bereits vorgedacht und in einen grösseren Zeitrahmen von etwa 15 Jahren gebracht wurden. Sie sollten sich überlegen, welche Erneuerungen und anderen baulichen Anpassungen in dieser Zeitspanne anstehen. Wenn Sie beispielsweise das Dach erneuern müssen, ist es wahrscheinlich sinnvoll, den Dachvorsprung etwas zu verbreitern. Der zusätzliche Platz ist notwendig, um in einem späteren Zeitpunkt die Fassadendämmung unterzubringen.

2. Kosten und Nutzen einer Solaranlage ermitteln

Je nach Standort und Beschaffenheit Ihrer Immobilie lohnt sich die Installation einer Solar- bzw. Photovoltaikanlage. Das Potenzial und die Kosten einer solchen Anlage können Sie beim Bundesamt für Energie für die Hausfassade und das Dach ausrechnen. Weitere Informationen sind auch einsehbar unter Energie Schweiz. Übrigens: Wenn Sie mit einer Solaranlage mehr Strom produzieren als für den Eigengebrauch erforderlich ist, wird der überschüssige Strom ins lokale Stromnetz eingespeist und vergütet.

3. Renovation nach Lebensdauer der Gebäudeteile planen

Eine längerfristige Planung der Renovationsarbeiten und -kosten setzt Wissen über die Lebensdauer der einzelnen Bauteile voraus. Die Spanne reicht von 10 bis 150 Jahren. Gerade bei der Heizung ist es äusserst unangenehm, wenn man innert Wochen oder sogar Tagen eine defekte Anlage ersetzen müsste. Ist Ihre Heizung älter als 15 Jahre, sollten Sie die ersten Abklärungen für einen Ersatz treffen. Mit Vorteil konsultieren Sie bereits zu Beginn der Planung eine Energieberatungs-Stelle. Informationen dazu sind hier abrufbar.

4. Sanieren mit professioneller Hilfe

Für Laien ist es schwierig, den energetischen Zustand eines Gebäudes abzuschätzen und den Sanierungsbedarf zu ermitteln. Es gibt die Möglichkeit, die kostenpflichtige Expertise vom Verein des Gebäudeenergieausweises der Kantone (GEAK) in Anspruch zu nehmen. Die GEAK-Experten begutachten Ihre Liegenschaften vor Ort, erstellen eine Übersicht über den aktuellen Zustand und arbeiten bei Bedarf Sanierungsvarianten inklusive Kostenschätzungen aus. Einige Kantone subventionieren GEAK-Beratungen. Eine umfassende Beratung (GEAK-Plus) kostet für ein Einfamilienhaus zwischen 1'300 und 2'000 Franken.

5. Fördergelder nutzen

Die Finanzierung einer Wärmedämmung oder eines neuen Heizsystems ist kein Pappenstiel. Sie müssen aber nicht alle Kosten selbst tragen. Das sogenannte «Gebäudeprogramm» unterstützt Hauseigentümer mit Förderbeiträgen, wenn sie den Energieverbrauch oder den CO2-Ausstoss mit baulichen Massnahmen reduzieren. Welche Bedingungen Sie für den Erhalt von Fördergeldern erfüllen müssen, unterscheidet sich von Kanton zu Kanton. Auch die Höhe der Beiträge ist kantonsabhängig. Sie finden weitere Informationen dazu unter: Energiefranken und «Gebäudeprogramm».

6. Beim Energiesparen von Steuerabzügen profitieren

Investitionen in energiesparende bauliche Massnahmen und in Energiesysteme, die mit erneuerbaren Ressourcen gespeist werden, können bei den Steuern abgezogen werden. Eine höhere Steuerersparnis ergibt sich, wenn Sie die Sanierungsarbeiten über mehrere Jahre etappieren. Die erhaltenen Fördergelder sind indes nicht abzugsberechtigt. Die Abzugsfähigkeit ist nicht in allen Kantonen gleich geregelt. Das für Sie zuständige kantonale Steueramt kann Ihnen dazu Auskunft geben.

7. Renovation finanzieren per Hypothek

Grössere Sanierungsarbeiten sollten geplant (siehe Punkte 1 bis 3) und mit Ablauf der Hypothek synchronisiert werden. Vielfach besteht auch die Möglichkeit, über eine Aufstockung der bestehenden Hypothek oder über eine Zweithypothek die Sanierung zu finanzieren. Aktuell befinden sich die Hypothekarzinsen auf sehr tiefem Niveau. Unabhängige Hypothekarspezialisten von unserem Partner-Service HypoPlus finden für Sie die optimale Finanzierungslösung.

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8. Mögliche Abschaffung des Eigenmietwerts im Auge haben

Das Schweizer Parlament diskutiert derzeit die Abschaffung des Eigenmietwerts. Vorgesehen ist, dass zumindest auf Stufe Bund Abzüge für werterhaltende oder energiesparende Massnahmen wegfallen. Weitere Informationen zum Eigenmietwert sowie Steuerspartipps für Eigenheimbesitzer erhalten Sie hier sowie in unserem Ratgeber «Was ändert sich steuerlich?»