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Steuern sparen mit Renovationsarbeiten

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Werterhaltende Arbeiten wie Fassadenrenovationen können von den Steuern abgezogen werden. Bild: iStock / ronstik

Die Erneuerung von Wohneigentum kann ins Geld gehen. Der Staat hilft mit Fördergeldern und Steuerabzügen bei der Finanzierung. Allerdings kommen nicht alle Renovationsarbeiten infrage.

Renovationen am Haus oder der Wohnung sind entweder wertvermehrend oder werterhaltend. Die Unterscheidung ist für allfällige Steuerabzüge wichtig. 

Steuerabzug für werterhaltende Renovationen

Werterhaltende Renovationen bezeichnen alle Kosten, die dem Unterhalt des Wohneigentums dienen. Das betrifft die Fassadenrenovation ebenso wie das neue Dach, den Ersatz der Heizung, die Abwasserentsorgung und den Ersatz von eingebauten Küchengeräten, den Unterhalt des Gartens etc.

Werterhaltende Renovationen sind steuerabzugfähig. Dabei gibt es die Möglichkeit des Pauschalabzugs oder jene des effektiven Kostennachweises. Beim Pauschalabzug kennen der Bund und die meisten Kantone zwei unterschiedliche Kategorien: Bei unter zehnjährigen Liegenschaften können in der Regel zehn Prozent des Eigenmietwerts (oder der Mietzinseinnahmen) abgezogen werden, bei älteren Gebäuden 20 Prozent. Übersteigen die effektiven Renovationskosten den Pauschalbetrag, können Sie die Kosten gegen Nachweis steuerlich geltend machen (effektiver Kostennachweis). Sammeln Sie darum alle Quittungen und rechnen Sie Ende Jahr nach, ob die tatsächlichen Rennovationskosten wirklich höher sind als der Pauschalabzug. 

Über mehrere Jahre staffeln

Es gilt ein Freibetrag von 50‘000 Franken für Abzüge von Schuldzinsen und Renovationskosten. Bei grösseren Projekten, kann es sich daher auszahlen, die Renovation aufzuteilen und über zwei oder mehr Kalenderjahre zu vollstrecken. So reduzieren Sie die Steuerprogression während mehrerer Jahre. In solchen Fällen ist allerdings sicherzustellen, dass die einzelnen Massnahmen sauber koordiniert und aufeinander abgestimmt werden.

Wertvermehrende Investitionen sind nicht abzugfähig

Wertvermehrende Investitionen dürfen Sie grundsätzlich nicht vom steuerbaren Einkommen abziehen. Zu wertvermehrenden Investitionen zählen etwa der Ausbau des Dachstocks oder der Anbau einer Garage oder eines Wintergartens. Das Geld ist steuerlich dennoch nicht verloren. Denn wird die Liegenschaft dereinst verkauft, darf man diesen Mehraufwand zum ursprünglichen Kaufpreis hinzurechnen und vermindert somit den Grundstückgewinn (Verhältnis Anlagekosten zu Verkaufspreis). Auch hier gilt: Sämtliche Belege müssen vorgelegt werden können. Deshalb müssen diese langfristig aufbewahrt werden.

Ausnahme: energiesparende Investitionen

Eine Ausnahme bei den wertvermehrenden Investitionen bilden energiesparende Investitionen: Sie dürfen über zwei Jahre vom steuerbaren Einkommen abgezogen werden, selbst wenn sie wertvermehrenden Charakter haben. Erkundigen Sie sich beim Steueramt nach abzugsfähigen ökologischen Sanierungsmassnahmen.

Die Investition in energiesparende Investitionen lohnt sich unter Umständen gleich doppelt: Einige Banken bieten für minergie-zertifiziertes Renovieren eine Zinssatzreduktion auf den Basiszinssatz an.

Bei Unklarheiten Steueramt fragen

Falls unklar ist, ob es sich um wertvermehrende oder um werterhaltende Renovationen handelt, können Sie das vorgängig bei der Steuerbehörde abklären. Die kantonalen Steuerämter verfügen über entsprechende Merkblätter.

In den einzelnen Kantonen gibt es häufig spezifische Möglichkeiten zum Steuern sparen bei Renovationen. So gelten etwa im Kanton Bern gesonderte Abzüge für Immobilien, die mit Mobiliar vermietet werden. Sie sollten sich daher immer direkt vor Ort nach den kantonalen Abzügen erkundigen.

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