Alter

Was muss ich über die Spitex wissen?

INFO
|
Bild: iStock / PeopleImages

Private Spitex, öffentliche Spitex oder freischaffende Pflegefachpersonen? Der Artikel zeigt auf, wo die Unterschiede der verschiedenen Spitex-Anbieter liegen.

Zum Ratgeber: Leben im Alter

Die meisten Menschen möchten so lange wie möglich zu Hause wohnen bleiben. Deshalb und aufgrund der demographischen Entwicklung steigt die Nachfrage nach ambulanten Pflegeleistungen an.

Der Begriff Spitex steht für Spital externe Pflege, also Hilfe, Betreuung, Begleitung und Beratung ausserhalb eines Krankenhauses oder Heims. Die Mitarbeitenden erbringen ihre Leistungen bei den Pflegebedürftigen zu Hause und ermöglichen ihnen, in der vertrauten Umgebung zu bleiben.

In der Schweiz gibt es 577 öffentliche Organisationen, 289 private Organisationen und 1’015 freischaffende Pflegefachpersonen, die von der Krankenkasse anerkannt sind (BFS, 2017). 

Was unterscheidet öffentliche und private Organisationen?

Die öffentlichen Organisationen sind gemeinnützige (Non-Profit-) Organisationen. Sie haben von der Gemeinde oder dem Kanton einen Leistungsauftrag mit einer Versorgungspflicht gegenüber der Bevölkerung. Sie müssen also auch dann Spitex-Aufträge leisten, wenn sie nicht kostendeckend sind. Sie erhalten deshalb von der öffentlichen Hand Beiträge. Diese machen durchschnittlich einen Drittel der Einnahmen aus. Knapp zwei Drittel stammen aus erbrachten Leistungen und rund 2,5 Prozent der Einnahmen sind Spenden.

Private Spitex-Organisationen arbeiten nach betriebswirtschaftlichen Grundsätzen und haben keine Versorgungspflicht. Sie können Aufträge ablehnen und nehmen oft nur Aufträge an, die über 2h dauern (Mindesteinsatzdauer). Die Einnahmen aus den erbrachten Leistungen betragen durchschnittlich über 98 Prozent. Private Spitex-Organisationen erhalten vom Kanton auch eine leistungsabhängige Restfinanzierung. Diese ist aber viel kleiner als bei den öffentlichen Organisationen und beträgt nur rund 0,5 Prozent der Einnahmen.

Öffentliche wie auch private Spitex-Organisationen benötigen eine kantonale Betriebsbewilligung. Dafür müssen sie Kriterien bezüglich des Personals und des Leistungsangebots erfüllen und können die erbrachten Pflegeleistungen über die Krankenkasse abrechnen.

Was sind freischaffende Pflegefachpersonen?

Pflegefachpersonen verfügen über eine vom Schweizerischen Roten Kreuz (SRK) anerkannte Pflegefachausbildung und mindestens 2 Jahre Berufserfahrung. Die kantonale Berufsausübungsbewilligung erlaubt es Ihnen die erbrachten Pflegeleistungen direkt mit den Krankenkassen (Grundversicherung) abzurechnen. Die Einnahmen von freischaffenden Pflegefachpersonen stammen ausschliesslich aus den erbrachten Langzeitpflegeleistungen. Kunden werden immer von derselben Fachperson oder von einer kleinen Pflegefachgruppe versorgt.

Wie ist die Spitex organisiert?

Sowohl öffentliche als auch private Spitex-Organisationen versorgen nur Personen ausgewählter Postleitzahlen. Dieses Gebiet wird Versorgungs- oder Tätigkeitsgebiet genannt. Für Kunden spielt es also keine Rolle, wo die Spitex-Organisation ihren Sitz hat, sondern nur, ob Ihr Wohnort zum Tätigkeitsgebiet der Spitex zählt. Im Comparis Spitex-Vergleich finden Sie heraus, welche Organisation in ihrem Wohnort tätig ist.

Wer bezahlt die Kosten?

Die Kosten für ärztlich verschriebene Pflege werden bezahlt von:

  1. der Krankenkasse: Sie übernimmt je nach Leistung entweder 54.60, 65.40 oder 79.80 Franken pro Stunde;
  2. den Spitex-Kunden: Sie bezahlen neben der Franchise und dem Selbstbehalt eine kantonal unterschiedliche Patientenbeteiligung von maximal 15.95 Franken pro Tag. Dieser von den Spitex-Kunden selbst zu tragende Betrag hängt vom Kanton, von der gewählten Franchise und vom Alter ab und kann im Pflegekostenrechner berechnet werden;
  3. der öffentlichen Hand: Sie übernimmt die restlichen Kosten.

Kassenpflichtige Leistungen sind:

Nicht-kassenpflichtige Leistungen sind Betreuung und Hilfe im Alltag, wie Einkaufen, Kochen, Putzen, Waschen, Bügeln. Teilweise können diese Leistungen mit einer privaten Zusatzversicherung gedeckt werden. Unter Umständen können auch Ergänzungsleistungen und/oder Hilflosenentschädigungen beantragt werden.

Gut zu wissen: Bei der Wahl einer Spitex-Organisation spielt aus finanzieller Sicht also nur die Höhe des Tarifs für die Betreuungsleistungen eine Rolle. Der von Ihnen selbst zu tragende Betrag für die kassenpflichtigen Pflegeleistungen ist unabhängig vom Tarif der Pflegeleistungen immer gleich hoch.

Jetzt Spitex finden