Gesundheit & Prävention

Gefährliche Muttermale erkennen und entfernen

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Bild: dragonfly

Manche sehen Muttermale als Schönheitsmerkmal, andere empfinden sie bloss als hässlich. Gewisse Muttermale sind sogar gefährlich. Erfahren Sie hier, worauf Sie bei Muttermalen achten sollten.

Muttermale, Leberflecken und Hautkrebs

Muttermale sind gutartige Wucherungen von Pigmentzellen (Melanozyten) der Haut. Je nach Sprachgebrauch werden sie auch als Leberflecken oder Naevi bezeichnet. Im schlimmsten Fall können sich Muttermale zu einem schwarzen Hautkrebs (Melanom) entwickeln. Die meisten Melanome (circa 80 Prozent) entstehen aber neu und nicht aus einem Muttermal.

Warum ist der schwarze Hautkrebs gefährlich?

Melanome sind gefährlich, weil sie dazu neigen, Ableger zu bilden und im Körper zu streuen. Deshalb ist es wichtig, verdächtige Muttermale oder neue Hautverfärbungen auf ihre Bösartigkeit untersuchen zu lassen.

Wie erkenne ich ein gefährliches Muttermal?

Gutartige und gefährliche Muttermale lassen sich meist optisch voneinander unterscheiden. Mittlerweile können Ihnen verschiedene Apps dabei helfen, gefährliche Muttermale zu erkennen. Für eine abschliessende Diagnose sollten Sie dennoch einen Hautarzt aufsuchen.

ABCDE-Regel

Nach der ABCDE-Regel deuten folgende Merkmale auf ein gefährliches Muttermal hin:

  • A für Asymmetrie: asymmetrische Form
  • B für Border (engl. für Grenze): unregelmässiger Rand
  • C für Color (engl. für Farbe): Veränderung der Farbe oder gleichzeitiges Vorliegen mehrerer Farben
  • D für Durchmesser: sehr dunkle Muttermale mit einem Durchmesser von mehr als 6 mm
  • E für Entwicklung: neue Flecken, sehr schnell wachsende Flecken oder erhaben wachsende Flecken.

Zusätzliche Warnsignale sind:

  • Juckreiz
  • Blut tritt aus

Apps zur Erkennung von bösartigen Muttermalen

In den App Stores gibt es mehrere Anwendungen zur Erkennung von Melanomen und Hautproblemen durch die Beurteilung von Fotos. Je nach Anwendung werden die Fotos der Nutzer von einer Software oder einer Fachperson überprüft und beurteilt.

Gemäss einer Übersicht von wissenschaftlichen Studien von Cochrane (2018) übersehen die Apps mit einer Software-Erkennung noch viele Melanome. Die Überprüfung von Fotos durch Fachpersonen scheint die rechtzeitige Erkennung von Melanomen aktuell noch besser zu fördern. Da sich Apps und deren Software schnell weiter entwickeln, kann sich auch deren Qualität in Zukunft erheblich verbessern.

Wann muss ich wegen einem Muttermal zum Hautarzt?

Wenn Sie ein gefährliches Muttermal (vgl. ABCDE-Regel) vermuten, sollten Sie einen Hautarzt aufsuchen. Je früher ein bösartiges Muttermal erkannt wird, desto grösser ist die Heilungschance. Der Hautarzt untersucht die Stelle mit einer speziellen Lupe und entnimmt bei weiterem Verdacht eine Gewebeprobe, die im Labor untersucht wird.

Aber auch ohne verdächtige Flecken wird Personen über 35 Jahren empfohlen, ihre Muttermale alle 2 Jahre beim Hausarzt bei einem Hautkrebs-Screening prüfen lassen. Die Grundversicherung deckt solche Fälle allerdings nicht ab.

Auch aus ästhetischen Gründen bieten viele Arztpraxen das Entfernen von Muttermalen und Leberflecken. Beachten Sie allerdings, dass bei einem Eingriff Narben entstehen können.

Wie werden Muttermale entfernt?

Verdächtige oder sicher bösartige Muttermale können nur operiert werden. Die betroffene Stelle wird lokal betäubt, herausgeschnitten und zur Untersuchung ins Labor gegeben. Gutartige, aber kosmetisch störende Muttermale können dagegen mit einem Laser oder via Kältetherapie entfernt werden. Dabei wird das Gewebe aber zerstört und kann nicht weiter untersucht werden.

Kann ich mein Muttermal selbst entfernen?

Muttermale sollten Sie auf keinen Fall selbst entfernen. Eine unprofessionelle und unsorgfältige Operation oder ein Wegkratzen kann lebensgefährliche Infektionen nach sich ziehen. Ausserdem besteht die Möglichkeit, dass hässliche Narben entstehen. Handelt es sich bei dem Muttermal um ein Melanom, ist die Gefahr einer nicht mehr heilbaren Streuung des Krebses im Körper sehr hoch.

Was kostet es, ein Muttermal entfernen zu lassen?

Eine ästhetische Behandlung eines Muttermals kostet zwischen 200 und 250 Franken. Für jedes weitere Muttermal werden rund 150 Franken verrechnet. Vor einer Behandlung wird normalerweise ein ärztliches Beratungsgespräch durchgeführt. Dieses dauert rund 15 Minuten und kostet circa 75 bis 125 Franken.

Übernimmt die Krankenkasse die Kosten für Muttermalentfernungen?

Muss das Muttermal aufgrund gesundheitlicher Faktoren entfernt werden, übernimmt die Krankenkasse die Kosten. Bei rein kosmetischen Behandlungen muss der Patient die Kosten selbst tragen. Check-Ups ohne Verdacht auf ein gefährliches Muttermal sind nicht von der Grundversicherung gedeckt.

 

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