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Bussenkatalog Schweiz 2019: Wie teuer ist Rasen?

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Rasen kann nicht nur gefährlich, sondern auch sehr teuer werden. Bild: iStock / zheltikov

Das Verkehrssicherheitsprogramm «Via sicura» vom Bundesamt für Strassen hat die Verkehrsvorschriften bereits 2013 verschärft. Mit u.a. strengeren Massnahmen gegen Raser sollen schwere Verkehrsunfälle verhindert werden. Die bisherige Bilanz ist positiv: Es gibt weniger Tote und Schwerverletzte auf Schweizer Strassen. Der Bussenkatalog wird in der Schweiz periodisch angepasst. Lesen Sie hier, welche Bussen aktuell anfallen.

Für die meisten Autofahrer ist die Einhaltung der Strassenverkehrsvorschriften selbstverständlich. Trotzdem gibt es immer wieder teils massive Überschreitungen, insbesondere bei den vorgeschriebenen Höchstgeschwindigkeiten. Mit dem Massnahmenpaket «Via sicura» will der Bundesrat u.a. der Raserei auf Schweizer Strassen Einhalt gebieten. Es soll insbesondere hochgradige Temposünder von ihrem Tun abhalten und dadurch Unfälle verringern.

Die Verkehrsunfallstatistik des Bundesamtes für Strassen (ASTRA) bestätigte im Oktober 2018: Im 1. Halbjahr 2018 ging die Zahl der bei Verkehrsunfällen getöteten und schwerverletzten Personen zurück.

Wer gilt als Raser?

Ein so genanntes Raserdelikt liegt vor, wenn die vorgeschriebene Geschwindigkeit wie folgt überschritten wird.

Zone Geschwindigkeitsüberschreitung Abzug
30er-Zone
40 km/h
1 km/h
50er-Zone Innerorts
50 km/h
5 km/h
80er-Zone Ausserorts
60 km/h
8 km/h
120er-Zone Autobahn
80 km/h
10 km/h

Als Strafmassnahme wird bei einem Raserdelikt der Führerausweis für mindestens zwei Jahre entzogen. Im Wiederholungsfall müssen Raser den Führerausweis gar für immer abgeben. Und: Es drohen zwischen ein und vier Jahren Gefängnis. Bei krassen Geschwindigkeitsübertretungen kann das Auto eingezogen und verwertet werden.

Was kosten Geschwindigkeitsüberschreitungen?

Die Bussen für Geschwindigkeitsüberschreitungen und die Toleranz-Margen bei den Geschwindigkeitsmessungen sehen laut Empfehlungen des Bundes wie folgt aus (Bussen und Massnahmen können je nach Kanton variieren): 

Bussen (in Franken)

Überschreitungen Innerorts Ausserorts Autobahn
um 1-5 km/h
40.– 40.– 20.–
um 6-10 km/h
120.–
 100.– 60.–
um 11-15 km/h
 250.–  160.–  120.–
um 16-20 km/h
 V  240.–  180.–
um 21-25 km/h
 V  V  260.–
um 26-39 km/h
 V  V  V
um 40-80 km/h
 R R
 R

V = Verzeigung, R = Raserdelikt

Toleranz-Margen

Messverfahren bis 100 km/h 101-150 km/h über 150 km/h
Radar fix
5 km/h
6 km/h
7 km/h
Laser fix 3 km/h
4 km/h
5 km/h
Radar mobil
7 km/h
8 km/h
9 km/h

Scharfe Strafen auch für Junglenker

Auch für Junglenker sieht das Schweizer Strassenverkehrsgesetz (SVG) scharfe Massnahmen bei Zuwiderhandlungen vor. Je nach Vergehen fallen die Sanktionen und die Höhe allfälliger Bussen sehr unterschiedlich aus. Geregelt sind diese in der Ordnungsbussenverordnung des Bundes. Darin sind alle Vergehen und ihre möglichen Strafen aufgeführt.

Junge zahlen zwar nicht generell höhere Bussen als ältere, erfahrenere Autofahrer. Dennoch gibt es einige Sanktionen, die für Junglenker besonders schmerzlich sind. So zieht beispielsweise allein das Nichtmitführen des Führerausweises eine Busse von 20 Franken nach sich. Das Nachzahlen bei einer zeitlich limitierten Parkuhr kann mit einer Busse von 40 Franken geahndet werden. Wer beim Autofahren ohne Freisprecheinrichtung telefoniert und erwischt wird, muss mit einer Busse von 100 Franken rechnen.

Fazit: Wer sich an das Strassenverkehrsgesetz hält, schützt nicht nur das eigene Leben sowie das seiner Mitmenschen, sondern schont auch das Budget.