Steuern

Steuerrechnung 2021: Wo lohnt sich frühes Steuerzahlen?

ANALYSE
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Vergleichen lohnt sich: Gibt es bei der Bank oder beim Kanton bzw. beim Bund mehr Zinsen? Bild: iStock / kupicoo

Steuern früh begleichen kann sich lohnen – denn einige kantonale Steuerverwaltungen zahlen höhere Zinsen als die Banken. Im tiefen Zinsumfeld rechnet es sich kaum, Geld auf dem Banksparkonto zu horten.

Alle Jahre wieder und für viele ein Graus – die Steuerrechnung. Doch gerade in Corona-Zeiten kann es sich lohnen, die Steuern frühzeitig zu überweisen.

Sie finden eine genaue Auflistung der Zinsen für Vorauszahlung und die Verzugszinsen der einzelnen Kantone in der folgenden Tabelle:

Kanton Zins für Vorauszahlung Verzugszins
Aargau 0,10% 5,1%
Appenzell Ausserrhoden 0,0% 5,0%
Appenzell Innerrhoden 1,00% 4,50%
Basel-Landschaft 0,20% 5,00%
Basel-Stadt 0,10% 3,00%
Bern 0,00% 3,00%
Freiburg 0,00% 3,00%
Genf 0,01% 2,51%
Glarus* 1,0% 4,50%
Graubünden 0,00% 4,00%
Jura 0,00% 5,00%
Luzern 0,00% 3,50%
Neuenburg 0,00% 8,00%
Nidwalden 0,10% 4,00%
Obwalden 0,10% 5,00%
Schaffhausen 0,10% 5,00%
Schwyz** 0,50% 3,50%
Solothurn 0,00% 3,00%
St. Gallen 0,25% 4,00%
Tessin 0,10% 2,50%
Thurgau 0,20% 3,00%
Uri 0,25% 4,00%
Waadt 0,00% 3,50%
Wallis 0,00% 3,50%
Zug 0,00% 4,00%
Zürich 0,25% 4,50%
Direkte Bundessteuer 0,00% 3,00%

*Darin enthalten ist ein Skonto von 0,25 Prozent für Steuerzahlungen bis zum 30. Juni 2021.

**Es wird ein Skonto von 0,5% für die provisorische Rechnung innert 30 Tagen gewährt.

Beispiel: Halten Sie 10’000 Franken auf einem Sparkonto, bekommen Sie im günstigsten Fall einen Zins von 0,05 Prozent gutgeschrieben. Dies entspricht 5 Franken. Was Sie auf einem regulären Sparkonto bei den grössten Schweizer Banken als Zinsen erhalten, sehen Sie in dieser Tabelle:

Zinsen von regulären Sparkonti der grössten Banken

Bank Zinssatz
Credit Suisse 0,010%
Migros Bank 0,010%
Postfinance 0,000%
Raiffeisen 0,050%
UBS 0,000%
Valiant 0,010%
Zürcher Kantonalbank 0,010%

Meist höhere Zinsen bei Steuerverwaltungen

Steuerverwaltungen zahlen teils deutlich mehr Vergütungszins als die Banken.

Beispiel: Im Kanton Zürich können Sie wieder von einem Zinssatz von 0,25 Prozent (Stand: 2021) profitieren, wenn Sie die Steuern frühzeitig einzahlen. Keine der oben genannten Banken gewähren so viel Zins.

Über die Jahre haben die Steuerverwaltungen ihre Vergütungszinsen aber nach unten angepasst, um sich gegen zu hohe Vorauszahlungen zu schützen. Denn auch ihre Konten werden mit einem Negativzins belastet. Gab es früher noch Zinsen von bis zu 2 Prozent, sind mehr als ein Drittel der Kantone bereits bei der Nullgrenze angelangt.

Welche Zinsen gibt es bei Steuern?

Grundsätzlich gibt es drei Zinsarten in Verbindung mit der Steuerrechnung.

Verzugszins

Sowohl auf Stufe Bund als auch auf Stufe Kanton werden nach Ablauf der Zahlungsfrist Verzugszinsen belastet.

Ausgleichszins

Die Mehrheit der Kantone verwendet zudem den sogenannten Ausgleichszins. Der kann positiv oder negativ sein. Dazu ein Beispiel: Angenommen, die provisorische Steuerrechnung für das laufende Jahr beträgt 10’000 Franken. Sie begleichen die Rechnung bis Ende September. Beträgt die definitive Steuerrechnung bloss 8’000 Franken, wird die Differenz zu Ihren Gunsten verzinst, und zwar von Ende September bis zum Erhalt der definitiven Steuerrechnung. Ist die definitive Steuerrechnung höher, beispielsweise 12’000 Franken, wird die Differenz zu Ihren Lasten verzinst.

Vergütungszins

Der Erhalt der provisorischen Steuerrechnung ist von Gemeinde zu Gemeinde unterschiedlich. Gewisse schicken die provisorische Steuerrechnung bereits im Januar, andere erst im Juni. Sie können den ungefähren Steuerbetrag aber bereits Anfang Jahr einzahlen. Das Steueramt verzinst den eingezahlten Betrag bis Ende September. Aufgepasst: Sie können nicht beliebig viel im Voraus einzahlen. Das Steueramt retourniert zu hohe Beträge umgehend.