Steuern

Zinsen: Wo lohnt sich frühes Steuerzahlen?

ANALYSE
|
Vergleichen lohnt sich: Gibt es bei der Bank oder beim Kanton bzw. beim Bund mehr Zinsen? Bild: iStock / kupicoo

Im tiefen Zinsumfeld rechnet es sich kaum, Geld auf dem Sparkonto bei der Bank zu lassen. Einige kantonale Steuerverwaltungen sind grosszügiger: Gut informieren lohnt sich.

Alle Jahre wieder: Die Steuerrechnung liegt im Briefkasten. Anstatt die Zahlung bis zum letzten Tag aufzuschieben, lohnt sich ein Blick auf die Ausgleichszinsen. Denn viele Kantone zahlen Zinsen, damit sie die Steuergelder frühzeitig erhalten. Oftmals sind diese Zinsen höher als diejenigen bei Banken. Statt das Geld also auf dem eigenen Konto zu horten, kann es sich lohnen, die Steuerrechnung frühzeitig zu bezahlen.

Ausgleichszinsen sind kantonal geregelt

Die grosszügigen Zinsen in einzelnen Kantonen könnten manchen Steuerzahler dazu verleiten, einen viel zu hohen Betrag einzuzahlen. Man bezahlt anfangs Jahr die Steuern und erhält mit der Schlussrechnung Zinsen gutgeschrieben. Die Rechnung ist aber nicht so einfach: Jeder Kanton hat andere Regelungen in Bezug auf die Fälligkeiten und zu viel einbezahlte Beträge. Man kann also nicht einfach nach Belieben einzahlen. So erstattet zum Beispiel der Kanton Zürich unrealistisch hohe Beträge zurück, und in Appenzell Ausserhoden gibt es nur Zinsen auf die Beträge, die auch auf der Steuerrechnung stehen – der Rest wird zurückgezahlt.

Negativzinsen beeinflussen Ausgleichszinsen

Der Grund: Die Steuerverwaltungen haben kein Interesse mehr, Geld auf Ihren Konten anzuhäufen, da sie darauf Negativzinsen bezahlen müssen. Deshalb haben viele Kantone den Ausgleichszins für früheres Steuerzahlen gesenkt oder gar gestrichen. Gab es früher noch Gutschriften bis zu zwei Prozent, sind einige Kantone wie zum Beispiel Bern bereits bei der Nullgrenze angelangt. Es lohnt sich deshalb, die Regelungen um die Ausgleichszinsen genau anzuschauen, bevor man etwas zahlt. 

Beispiel: In diesem Jahr können Sie im Kanton Zürich von einem Zinssatz von 0,5 Prozent profitieren, wenn Sie die Steuern frühzeitig einzahlen. Bezahlen Sie also Ihre Steuerrechnung in der Höhe von 10'000 Franken bereits Ende März, bekommen Sie 25 Franken Zins. Wie es in andern Kantonen aussieht, können Sie der Tabelle entnehmen:

Ausgleichszinsen 2018

Kanton Ausgleichszins
Aargau 0,100%
Appenzell Ausserrhoden 0,500%
Appenzell Innerrhoden 1,000%
Bern 0,000%
Basel-Landschaft 0,200%
Basel-Stadt 0,100%
Freiburg 0,050%
Genf 0,100%
Glarus* 1,000%
Graubünden 0,000%
Jura 0,100%
Luzern 0,000%
Neuenburg 0,000%
Nidwalden 0,100%
Obwalden 0,250%
St. Gallen 0,250%
Schaffhausen 0,100%
Solothurn 0,000%
Schwyz 0,500%
Thurgau 0,200%
Tessin 0,100%
Uri 0,500%
Waadt 0,125%
Wallis 0,000%
Zug 0,000%
Zürich 0,500%
Direkte Bundessteuer 0,000%

*Es wird ein Skonto von 0,25 Prozent gewährt. Dies entspricht einem Jahreszins von 1 Prozent unter Berücksichtigung der Fälligkeit und des Verfalltags.

Quelle: cash.ch mit eigenen Ergänzungen, ohne Gewähr

Beispiel: Halten Sie die 10'000 Franken im selben Zeitraum auf einem Sparkonto, bekommen Sie etwa einen Zins von 0,05 Prozent gutgeschrieben. Dies entspricht 5 Franken. Was Sie auf ein reguläres Sparkonto bei den grössten Schweizer Banken als Zinsen erhalten, sehen Sie in dieser Tabelle:

Zinsen von regulären Sparkonti der grössten Banken

Bank Zinssatz
Credit Suisse 0,010%
Migros Bank 0,050%
Postfinance 0,050%
Raiffeisen 0,050%
UBS 0,050%
Valiant 0,025%
Zürcher Kantonalbank 0,025%

Verzugszinsen um einiges höher

Ab einem gewissen Datum werden Verzugszinsen berechnet. Diese können einiges höher ausfallen. So müssen Sie im Kanton Zürich 4,5 Prozent Verzugszinsen bezahlen, wenn Sie Ihre Steuerschuld nicht spätestens 30 Tage nach Erhalt der definitiven Steuerrechnung oder Schlussrechnung begleichen. Bei einem Zahlungsverzug von etwa zwei Monaten macht das 75 Franken aus. Entnehmen Sie der Tabelle, wo welche Verzugszinsen fällig werden.

 Verzugszinsen 2018

Kanton Verzugszins
Aargau 5,100%
Appenzell Ausserrhoden 5,000%
Appenzell Innerrhoden 4,500%
Bern 3,000%
Basel-Landschaft 6,000%
Basel-Stadt 4,000%
Freiburg 3,000%
Genf 2,600%
Glarus K.A.
Graubünden 4,000%
Jura 5,000%
Luzern 6,000%
Neuenburg 8,000%
Nidwalden 4,000%
Obwalden 5,000%
St. Gallen 4,000%
Schaffhausen 5,000%
Solothurn 3,000%
Schwyz 3,500%
Thurgau 3,000%
Tessin 2,500%
Uri 4,000%
Waadt 3,500%
Wallis 3,500%
Zug 3,000%
Zürich 4,500%
Direkte Bundessteuer 3,500%

Quelle: cash.ch mit eigenen Ergänzungen, ohne Gewähr

Fazit

Bevor Sie Ihre Steuerrechnung dieses Jahr frühzeitig zahlen, sollten Sie die Zinsen Ihres Kantons wie auch die Ihrer Bank prüfen. Haben Sie ein Konto bei der Raiffeisen Bank und sind Sie im Kanton Zürich wohnhaft? Dann lohnt es sich, wenn Sie Ihre Steuern frühzeitig zahlen, da beim Kanton der Zins höher ist. Oder wohnen Sie im Kanton Bern und haben ein Sparkonto bei der Migros Bank? Dann profitieren Sie am meisten, wenn Sie Ihre Steuern möglichst spät zahlen, da der Kanton Bern keine Ausgleichszinsen zahlt. Aber: Verpassen Sie die Frist zur Einzahlung der Steuern nicht, da sonst teils happige Verzugszinsen von bis zu acht Prozent fällig werden.

Wie viel Steuern würden Sie in einem anderen Kanton zahlen?