Recht & Gesetz

Rechtsschutz-Bestimmungen: Was gibt es zu beachten?

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Bevor Sie unterschreiben, sollten Sie verschiedene Rechtsschutzversicherungen genau vergleichen. Bild: iStock / FatCamera

comparis.ch beantwortet hier zehn wichtige Fragen zum Abschluss einer Rechtsschutzversicherung.

Für einmal ist nicht das günstigste Angebot auch das beste: Denn die Rechtsschutz-Bestimmungen sind bei jeder Versicherung (zu Ihrem Vor- oder Nachteil) anders geregelt. Neben einem Preisvergleich lohnt es sich deshalb auch, die verschiedenen Angebote genau zu studieren. Deshalb: Hier die Antworten zu den Fragen, die sich vor einem Abschluss stellen.

  • Kann ein Rechtsgebiet bereits durch eine andere Versicherung abgedeckt sein?

    Ja. Beispielsweise kann für Hauseigentümer das Eigentumsrecht bereits über die Gebäudeversicherung versichert sein. Prüfen Sie deshalb vor dem Abschluss einer generellen Rechtsschutzversicherung, ob Sie allenfalls über andere Produkte bereits abgedeckt sind.

  • Was für Alternativen zur Rechtsschutzversicherung gibt es?

    Alternativen bieten beispielsweise der Mieterverband, der Hauseigentümerverband oder allenfalls Ombudsmänner (z.B. bei Streitigkeiten mit Versicherungen) und Schlichtungsbehörden (z.B. im Kanton Zürich).

  • Lohnt sich eine Kombiversicherung?

    Ja. Im Rahmen einer Kombiversicherung bieten nämlich viele Versicherungsgesellschaften Rabatte an. Zudem ist es für Sie übersichtlicher, wenn alles in einer Police versichert ist. Eine Kombiversicherung setzt sich in den meisten Fällen aus Privat- und Verkehrsrechtsschutzversicherung zusammen. Manchmal sind aber auch andere Kombinationen möglich.

  • Sollten vor einem Vertragsabschluss mehrere Offerten verglichen werden?

    Unbedingt. Die Prämienunterschiede können nämlich 100 Prozent oder gar mehr betragen. Wichtig: Die Leistungen der verschiedenen Versicherungen können variieren. Es lohnt sich, verschiedene Angebote einzuholen – das günstigste ist nicht zwingend das beste.

  • Wann sollte eine Versicherung abgeschlossen werden?

    Sind Sie der Meinung, dass Sie eine Rechtsschutzversicherung benötigen? Dann sollten Sie nicht abwarten. Denn aufgrund der Karenzfrist (siehe Frage sechs) können Sie einen Rechtsfall nicht direkt nach Vertragsabschluss melden.

  • Kann direkt nach Vertragsabschluss ein Rechtsfall gemeldet werden?

    Bei verschiedenen Rechtsfällen (z.B. im Mietrecht) besteht eine Karenzfrist (Wartefrist). Diese variiert in der Regel zwischen einem und drei Monaten. Das bedeutet, dass Sie erst nach Ablauf dieser Frist einen Rechtsfall melden können.

  • Was übernimmt der Rechtsschutz?

    Die Rechtsschutzversicherung übernimmt die Anwalts- und Prozesskosten. Wichtig: Es werden aber nicht alle Rechtsfälle übernommen (zum Beispiel werden Scheidungen nicht übernommen) Wichtig: Es besteht immer auch die Möglichkeit, dass der Fall als aussichtslos deklariert wird.

  • Kann im Falle eines Rechtsstreits der Anwalt bzw. die Anwältin selbst gewählt werden?

    Das ist von Versicherung zu Versicherung unterschiedlich. Bevorzugen Sie ein Angebot, bei dem Sie im Schadensfall den Anwalt bzw. die Anwältin selbst wählen können. Die von Versicherungsgesellschaften angestellten Juristinnen und Juristen tendieren eher dazu, rasch in einen Vergleich einzuwilligen oder einen Prozess als aussichtslos zu bezeichnen. Freie Anwältinnen und Anwälte sind bezüglich Prozesskosten keinem Druck ausgesetzt.

  • Kann die Rechtsschutzversicherung jederzeit gekündigt werden?

    Nein – die Kündigungsfristen können ganz unterschiedlich sein. Suchen Sie sich eine Rechtsschutzversicherung mit jährlichem Kündigungsrecht, damit Sie flexibler sind.

  • Ist die Rechtsschutzversicherung steuerlich abzugsfähig?

    Leider nein. Da es sich um eine vollprivate Sachversicherung handelt, resultieren daraus keine Steuervorteile.

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