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Privatkredit: So erkennen Sie unseriöse Kreditanbieter

TIPPS
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Damit Sie nicht in Kreditfallen von Betrügern tappen, sollten Sie sich die Anbieter genau anschauen. Bild: Thinkstock

Kredit trotz Betreibung, ohne ZEK, ohne Schufa. Damit locken dubiose «Kreditanbieter». Oftmals stecken unseriöse Angebote dahinter. Erfahren Sie hier, wie Sie betrügerische Angebote durchschauen und sich davor schützen.

Slogans wie «Kredit mit Betreibung», «Kredite ohne ZEK» oder auch «Kredit ohne Schufa» klingen geradezu verlockend. Meistens stecken dahinter jedoch keine Schweizer Kreditgeber, sondern unseriöse Finanzsanierer. Unsere fünf hilfreichen Tipps helfen Ihnen dabei, unseriöse Kreditangebote zu erkennen und erklären, wie Sie richtig bei der Auswahl eines Kredites vorgehen.

Falle 1: Kredit ohne ZEK

Alle Kreditbanken sind verpflichtet, laufende Kredite gemäss Konsumkreditgesetz der offiziellen Informationsstelle für Konsumkredite (IKO) zu melden. Seit April 2019 sind auch die Anbieter von sogenannten Peer-to-Peer-Krediten (Kurzform: P2P-Krediten) dem Konsumkreditgesetz unterstellt. Seriöse Anbieter sind zudem Mitglieder der Zentralstelle für Kreditinformation (ZEK). Hier werden alle Kredite der Mitglieder erfasst und bei einem Kreditantrag auch abgefragt. In der Schweiz gibt es somit keine Kredite ohne ZEK oder ohne Bonitätsprüfung.

Bei einem Verstoss gegen die geltenden Bestimmungen kann ein Kreditinstitut rechtlich belangt werden. Vorsicht also, wenn jemand Sie mit einem Kredit ohne Bonitätsprüfung oder ohne ZEK-Auskunft lockt. Dahinter könnte nämlich ein Betrugsversuch stecken.

So schützen Sie sich:

  • Prüfen Sie die Bank oder das Kreditinstitut. Alle seriösen Anbieter sind ZEK-Mitglieder
  • Unseriöse Finanzsanierer werben mit Krediten und verrechnen stattdessen Gebühren für dubiose Leistungen
  • Konsultieren Sie die Warnliste unseriöser Anbieter der Eidgenössischen Finanzaufsicht, Finma. Suchen Sie zudem nach Forumsbeiträgen und Erfahrungsberichten
  • Prüfen Sie im Zefix, dem Handelsregister, wer hinter einer Webseite steht. Trotz «.ch» in der URL kann es sich um eine Briefkastenfirma handeln

Falle 2: Kredit trotz Betreibung

Lockvogelangebote werben oft mit «Kredit trotz Betreibung». Damit sprechen sie Kundinnen und Kunden in einer aktuellen finanziellen Notlage an. Seriöse Anbieter benutzen keine solchen Slogans. Sie überprüfen die Kreditfähigkeit der Antragssteller genau, um eine Überschuldung zu vermeiden.

Ob laufende oder abgeschlossene Betreibungen: Der Kreditanbieter prüft das Dossier sehr genau. Eine Betreibung ist in vielen Fällen ein Ausschlusskriterium, aber nicht zwingend. In jedem Fall hat eine Betreibung einen negativen Effekt auf Ihre Bonität und beeinflusst die Kreditvergabe und/oder die angebotenen Konditionen.

So schützen Sie sich:

Falle 3: Zusätzliche Gebühren

Gemäss Konsumkreditgesetz müssen zum Schutz der Konsumenten sämtliche Gebühren in den effektiven Jahreszins einberechnet werden. Trotzdem darf ein Kreditanbieter Gebühren für Leistungen verlangen, die nicht direkt mit den Kreditkosten in Verbindung stehen, wie zum Beispiel für Mahnungen, Adressnachforschungen und vorzeitigem Vertragsausstieg.

So schützen Sie sich:

  • Prüfen Sie vor dem Abschluss den Vertrag des Kreditinstituts. Bei Begriffen wie «Vermittlungshonorar» oder Ähnlichem handelt es sich um keinen seriösen Anbieter, denn ein Vermittler eines Privatkredits darf dem Kunden nie etwas verrechnen.

Falle 4: Sofortkredit

«Express-Kredite» und «Sofortkredite» versprechen schnelle Hilfe. Diese Angebote stammen jedoch fast ausschliesslich von unseriösen Anbietern. Gemäss der Selbstregulierung der Kreditbranche darf explizit nicht mit dem Begriff «Sofortkredit» geworben werden. Zudem sieht das Konsumkreditgesetz eine Frist von vierzehn Tagen vor, bis ein Kleinkredit ausbezahlt werden darf.

Ausnahmen von der Widerrufsfrist gibt es bei Krediten, die nicht unter die Definition eines Konsumkredits fallen. In den meisten Fällen handelt es sich hierbei um Beträge über 80'000 Franken.

So schützen Sie sich:

  • Prüfen Sie die Werbung des Kreditinstituts. Bei Begriffen wie «Sofortkrediten», «Auszahlung in wenigen Minuten» oder Ähnlichem ist Vorsicht angebracht. Nutzen Sie dann zusätzliche Quellen, um die Seriosität des Anbieters zu prüfen

Falle 5: Unseriöse Schuldensanierer

Viele Kreditsuchende landen unbewusst bei einem Schuldensanierer. Das sind Berater und in der Regel keine Kreditgeber. Grundsätzlich gibt es auch bei Vermittlern von Schuldsanierungen seriöse Anbieter und schwarze Schafe.

Bei einem Schuldensanierer erhält ein Antragssteller in der Regel einen Vertrag über eine Schulden- oder eine «Finanzsanierung». Bei einer solchen Sanierung erhalten Sie keinen Kredit, sondern müssen dem Unternehmen Geld zahlen, da Schuldensanierer kostenpflichtig arbeiten.

So schützen Sie sich:

  • Kontrollieren Sie, ob das Unternehmen auf der Warnliste der Schweizer Finanzmarktaufsicht (Finma) steht
  • Prüfen Sie die Webseite des Finanzinstituts auf Hinweise, ob es sich um einen Schuldensanierer handelt und keine Kredite vergeben werden
  • Prüfen und vergleichen Sie die seriösen Kreditanbieter auf Comparis

Fazit: Genau prüfen, recherchieren und vergleichen

Berücksichtigen Sie nur Kreditinstitute, die Mitglieder bei der Zentralstelle für Kreditinformation (ZEK) sind. Vergleichen Sie zudem vertrauenswürdige Anbieter, Kredite, Zinsen und Konditionen auf comparis.ch. Seien Sie vorsichtig bei Tiefzinsangeboten.

Wichtig: Ein abgewiesener Kreditantrag führt zu einem ZEK-Eintrag. Damit sinkt möglicherweise Ihre Chance, einen Konsumkredit zu erhalten.

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